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DAS KRISENFESTE DEPOTOrientierung dringend gesucht

Die Börsen schwanken weiter kräftig. Auch Profi-Investoren wissen noch nicht, wie sie das Coronavirus und seine Folgen einschätzen sollen.Georg Buschmann 02.04.2020 - 19:09 Uhr

Anleger stochern angesichts der Unwägbarkeiten durch das Coronavirus nach wie vor völlig im Nebel und können keine Orientierung bieten.

Foto: dpa

Wer dieser Tage die Kapitalmarktkommentare institutioneller Anleger liest, dem kommt schnell der Verdacht, dass sie angesichts der Unwägbarkeiten durch das Coronavirus nach wie vor völlig im Nebel stochern und keine Orientierung bieten können. Analyst Stefan Scheurer vom Allianz-Vermögensverwalter AGI etwa lässt heute wissen, „die Wahrscheinlichkeit einer Rezession“ habe zugenommen. Das ist angesichts der aktuellen Lage eine Aussage, die an Beliebigkeit schwer zu übertreffen ist und Anleger keinen Schritt weiter bringt. Niemand wird ernsthaft glauben, dass die Weltwirtschaft die Coronakrise ohne Rezession übersteht. Die Frage ist nur, wie schlimm und wie lang sie wird und ob die Welt danach noch in etwa so aussieht wie davor.

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Ein fast perfekter Börsentag

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Dass darüber an den Märkten große Unsicherheit herrscht, lässt sich nicht nur an schwammigen Kommentaren, sondern auch an den Tagesbewegungen der Indizes ablesen. Der Dax etwa eröffnete heute nach deutlichen Verlusten gestern leicht im Plus, rutschte nach Eröffnung der US-Börsen tief ins Minus und schloss dann wieder leicht im Plus. Eine klare Richtung oder Sicherheit sehen anders aus. Eines immerhin ist klar: Der Auslöser des Börsencrashs ist noch immer nicht unter Kontrolle. Die Zahl der weltweit bestätigten Coronavirusinfektionen wird in diesen Stunden die Millionenmarke erreichen und die Zahl der Toten weltweit über 50.000 steigen. Es steht zu befürchten, dass vor allem letztere Zahl in den kommenden Wochen noch deutlich zunehmen wird.

In diesem Umfeld ist es wenig wahrscheinlich, dass die Aktienmärkte ihre etwa Mitte März einsetzende Erholung nachhaltig fortsetzen. Wahrscheinlicher ist, dass die Kurse die Tiefstände vom März in den kommenden Wochen zumindest noch einmal testen. Sich defensiv aufzustellen und Cash für Rückschläge trocken zu halten, bleibt daher im geimpften Corona-Depot die Marschrichtung. Am Donnerstag schließt es den Handel mit 0,3 Prozent minimal im Minus, während der Weltaktienindex MSCI World 1,1 Prozent zulegte.

Was lief gut?

Ein positives Signal gaben die Aktien des Musikstreaminganbieters Spotify. Nach schwächeren Handelstagen drehte die Aktie und stieg wieder über die Marke von 110 Euro. Dass sie nicht unter dieses Niveau rutscht, ist für den langfristigen Trend wichtig. 2018 markierte die Spotify-Aktie ein erstes Tief etwa bei 100 Euro, im Jahr darauf bei etwa 105 Euro. Im Corona-Crash hält sie sich nun im Bereich von 110 Euro; die Tiefpunkte liegen also immer etwas höher als in den jeweils vorangegangenen Baisse-Phasen. Das signalisiert einen intakten Aufwärtstrend, den selbst Corona bisher nicht brechen konnte.

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Was lief schlecht?

Genau umgekehrt ist es beim Schweizer Gewerbeimmobilien-Spezialisten Swiss Prime Site. Der rutschte am Donnerstag zeitweise unter das März-Tief und droht, auch die langfristige Unterstützung bei 80 Euro nach unten zu durchbrechen. Die Stimmung in dem Segment hat sich gewandelt, seit klar ist, dass viele gewerbliche Mieter ihre Mieten nicht mehr aufbringen können oder wollen. Je länger die Krise dauert, desto eher wird das auch die Schweizer treffen – trotz solider Bilanz und sehr guten Lagen. Dass die Aktie zu Beginn der Krise noch besser lief als der Markt, inzwischen aber hinterherhinkt, reflektiert das. Fällt der Kurs unter die Marke von 80 Euro, können Anleger, wie Anfang der Woche beschrieben die Reißleine ziehen und Verluste begrenzen.

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