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Corona-MaßnahmenEingeschränkter Bewegungsradius: Was bedeutet das für die Wirtschaft?

Der Lockdown wird verschärft: Bund und Länder wollen die Bewegungsfreiheit in Corona-Hotspots stark beschränken. Wie Ökonomen die Folgen für die Wirtschaft einschätzen. 05.01.2021 - 17:57 Uhr

„Wenn die berufliche Mobilität weiter möglich bleibt, dürften sich die wirtschaftlichen Zusatzkosten in Grenzen halten“, sagt Gabriel Felbermayr zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit in Corona-Hotspots.

Foto: dpa

Ökonomen halten die wirtschaftlichen Folgen einer Einschränkung des Bewegungsradius‘ in Regionen mit besonders hohen Corona-Infektionszahlen für überschaubar. „Wenn die berufliche Mobilität weiter möglich bleibt, dürften sich die wirtschaftlichen Zusatzkosten in Grenzen halten“, sagte Gabriel Felbermayr, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft Kiel (IfW), der „Welt“. Touristik, Gastronomie, Shoppingausflüge seien ohnehin nicht möglich. Auch aus Sicht von Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), ist entscheidend, dass „die Fahrt zum Produktionsort weiterhin möglich bleibt“.

Auch die Folgen eines verlängerten Lockdowns bis Ende Januar für die heimische Volkswirtschaft schätzen die Ökonomen als eher gering ein. Dies sei für die betroffenen Branchen, vor allem Einzelhandel und Gastronomie, schmerzlich, sagte Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts, der „Welt“. Aber man dürfe nicht übersehen, dass große Teile der Wirtschaft, vor allem die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, geöffnet blieben.

Ähnlich sieht dies IW-Direktor Hüther. Entscheidend sei, dass die Industrie nicht in Mitleidenschaft gezogen werde. Darin sieht er den großen Unterschied zum Frühjahr, als Grenzen geschlossen und Lieferketten unterbrochen waren. Eine Verlängerung des Lockdowns über den Januar hinaus müsse aber unbedingt vermieden werden.

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Beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) geht man davon aus, dass die Verlängerung des harten Lockdowns nur kurzfristig auf der wirtschaftlichen Erholung lastet. „Werden die Infektionszahlen damit effektiv gedrückt, ist eine kräftige Erholung im Frühjahr möglich“, sagte DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen der Zeitung.

In einem am Dienstag vom Kanzleramt an die Länder geschickten Beschlussentwurf zur Bund-Länder-Runde mit Kanzlerin Angela Merkel wurde die Fortsetzung des Lockdowns bis 31. Januar vorgeschlagen. Zudem haben sich Bund und Länder nach dpa-Informationen darauf verständigt, dass in Landkreisen mit hohen Corona-Infektionszahlen weitere Maßnahmen zur Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort ergriffen werden sollen. Gelten soll dies für Landkreise mit einer 7-Tages-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern – sofern kein triftiger Grund vorliegt.

Mehr zum Thema: Es ist reine Formsache: Bund und Länder verlängern wohl den Corona-Lockdown. Bewegungseinschränkungen in Hotspots sind bereits beschlossene Sache. Was das für die Unternehmen bedeutet.

dpa
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