BörsenWoche 351: Jetzt werden die USA für Euro-Anleger wieder interessanter
Es ist also geschehen: Die US-Notenbank Federal Reserve hat erstmals seit 2018 den Leitzins angehoben. Von 0,25 Prozent Obergrenze geht es einen Viertelprozentpunkt nach oben. Weitere Zinsschritte dürften schnell folgen. (Eine detaillierte Grafik finden Sie in der aktuellen Ausgabe der BörsenWoche.) In Europa dagegen hat die Zentralbank zuletzt weiter signalisiert, die Zinsen unten zu halten. Große Schritte sind mit Blick auf die hohe Verschuldung vieler Euro-Länder ohnehin nicht drin. Entsprechend schwach sieht der Euro im Vergleich mit dem Dollar zur Zeit aus. Viel spricht dafür, dass das erst mal so bleibt.
Das rückt den US-Kapitalmarkt jetzt wieder ins Blickfeld. Eigentlich hatte sich vor Beginn des Ukrainekrieges eine Wende weg von US-Aktien angedeutet, europäische Werte liefen erstmals seit Jahren wieder besser. Die techlastigen US-Indizes mit ihren hohen Bewertungen sind von steigenden Zinsen besonders betroffen. Das ließ europäische Indizes, in denen sich mehr klassische Industriewerte tummeln, attraktiver erscheinen.
Der Krieg in der Ukraine hat diese Überlegung obsolet gemacht. Gerade die deutsche Wirtschaft wird von den globalen Verwerfungen durch den Krieg hart getroffen. Die traditionell eher binnenmarktorientierte US-Wirtschaft ist da im Vorteil. Natürlich ist auch sie von den Unterbrechungen in den globalen Lieferketten betroffen. Und natürlich werden die steigenden US-Zinsen die Aktien von Wachstumswerten belasten. US-Titel aber, die gegen diese Risiken gut abgesichert sind, sind gerade für hiesige Anlegerinnen und Anleger einen Blick wert. In unserer BörsenWoche-Analyse zur Windkraft-Branche stellen wir mit dem Energieunternehmen NextEra Energy einen solchen Titel vor (Seiten 2 und 3).
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Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre
Ihr
Georg Buschmann