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Bankenskandal in BremenGreensill-Pleite: Insolvenzverwalter Frege nimmt Ex-Manager in den Fokus

Im Frühjahr 2021 kollabierte die Bremer Greensill Bank: Wer trägt die Schuld an der Milliarden-Pleite? Diese Frage wirft nun der Insolvenzverwalter auf, er will an die Versicherungen von Ex-Verantwortlichen ran.Lukas Zdrzalek 15.07.2022 - 10:35 Uhr

Bremer Privatbank Greensill: Wer trägt die Schuld an der Insolvenz?

Foto: dpa

Der Untergang von Wirecard war noch kein Jahr alt, da ereignete sich im März 2021 schon der nächste Finanzskandal: Die Bremer Greensill Bank brach zusammen – die größte deutsche Bankenpleite seit der Finanzkrise. Mehrere Milliarden Euro hatten Kleinsparer ebenso wie zahlreiche Kommunen bei dem Institut angelegt. Bei der Aufarbeitung des Skandals geht es nach WirtschaftsWoche-Informationen inzwischen verstärkt um die Frage, wer Schuld an dem Debakel trägt.

Aus Finanzkreisen erfuhr die WirtschaftsWoche: Der Greensill-Insolvenzverwalter Michael Frege möchte die Managerhaftpflichtversicherungen von Ex-Verantwortlichen in Anspruch nehmen und Zahlungen von diesen einfordern. Der Schritt deutet darauf hin, dass Bankmanager aus Freges Sicht Fehler gemacht haben könnten, die zur Pleite beigetragen haben könnten. Andernfalls würde der Insolvenzverwalter die Managerhaftpflichtversicherungen nicht in Anspruch nehmen wollen: Solche sogenannten D&O-Versicherungen übernehmen Schadensersatzzahlungen, die Manager leisten müssen, wenn sie Missetaten begangen haben.

Zahlungen der D&O-Versicherungen würden die Insolvenzmasse mehren: Die Masse ist das Vermögen, das Insolvenzverwalter an die Gläubiger eines insolventen Unternehmens ausschütten.

Fälschten Mitarbeiter die Greensill-Bilanz?

Bei der jüngst abgehaltenen Gläubigerversammlung hatte Frege durchblicken lassen, notfalls sogar gegen die D&O-Versicherer klagen zu wollen, falls diese nicht zahlen wollen. Das berichteten mehrere Teilnehmer der nicht-öffentlichen Sitzung der WirtschaftsWoche.

Frege wollte sich nicht zu seinem Vorgehen äußern. Über seinen Sprecher ließ er ausrichten: „Ich unternehme immer alles, um die Insolvenzmasse zu mehren“. Frühere Verantwortliche der Bank waren nicht erreichbar oder antworteten auf Anfragen nicht.

Wirtschaftsprüfer

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von Lukas Zdrzalek

Die Greensill Bank gehörte zum Imperium des australischen Geschäftsmanns Alexander Greensill. Die Bank hatte in dessen Reich eine zentrale Rolle eingenommen: Sie hatte im großen Stil Rechnungen von anderen Unternehmen aufgekauft. Das Geldhaus konnte aber nicht nachweisen, dass Schuldner diese Rechnungen eines Tages bezahlen würden. Staatsanwälte ermitteln seit der Pleite wegen des Verdachts der Bilanzfälschung gegen Ex-Mitarbeiter der Bank.

Frege ist einer der bekanntesten Insolvenzverwalter

Die Einlagensicherung der deutschen Privatbanken hatte die Kleinsparer, die bei Greensill Geld angelegt hatten, mit circa drei Milliarden Euro entschädigt. Durch diesen Schritt wurde die Einlagensicherung selbst zur Gläubigerin in dem Insolvenzverfahren, wird aber vermutlich nur einen Teil des Geldes zurückerhalten. Anders als die Kleinsparer hat die Einlagensicherung die Kommunen nicht entschädigt, die hunderte Millionen Euro bei Greensill angelegt hatten. Sie müssen deshalb voll darauf vertrauen, dass Frege möglichst viel Geld für die Insolvenzmasse auftreibt.

Ein Hoffnungsschimmer für die Kommunen ist: Frege ist einer der bekanntesten deutschen Insolvenzverwalter. Der Jurist begleitete bereits die Pleiten des Versandhändlers Neckermann, der Maple Bank und der deutschen Dependance der US-Investmentbank Lehman Brothers.

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