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MinisterpräsidentStephan Weil warnt vor Deindustrialisierung und plädiert für Reformpakt

Stephan Weil warnt vor dem Hintergrund der drohenden Rezession vor einer Deindustrialisierung. Stattdessen soll mit Hilfe von Reformen die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden.Max Haerder 23.09.2022 - 05:00 Uhr

Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident Niedersachsen

Foto: dpa

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil warnt im Zuge der drohenden Rezession vor einer Deindustrialisierung in Deutschland – und plädiert als Reaktion auf Reformen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.

„Die Sorgen sind groß – und sie werden größer. Es gibt existenzielle Sorgen in der Breite der Wirtschaft, das ist also kein Alarmismus“, sagte Weil im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Wir müssen in der Tat sehr aufpassen, dass uns nicht wirtschaftliche Substanz verloren geht – und zwar auf Dauer, insbesondere in der Chemie und der Grundstoffindustrie. Dass gerade viel Energie gespart wird in den Unternehmen, muss beileibe nicht nur ein gutes Zeichen sein“, so der SPD-Politiker weiter. „Deindustrialisierung findet leise statt. Gerade Unternehmen mit ausländischen Müttern fahren hier runter und woanders wieder hoch.“

Noch, sagte Weil, stünde das Krisenmanagement im Vordergrund. Auf die Frage nach einer konzertierten Aktion für mehr Wettbewerbsfähigkeit fügte er allerdings hinzu: „Ja: Die Zeitenwende stellt auch große Fragen an den Standort: Sind wir für die Zukunft gut gerüstet? Wohin wollen wir? Wenn der akute Krisendruck nachlässt, sollte die Politik mit Wirtschaft und Wissenschaft, mit Gewerkschaften und Arbeitgebern über die Zukunftsfähigkeit und Innovationskraft Deutschlands ins Gespräch kommen – und zügig Reformen angehen.“

Stephan Weil

„Es gibt existenzielle Sorgen in der Breite der Wirtschaft, das ist kein Alarmismus“

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil über die Gefahr der schleichenden Deindustrialisierung, Markus Söders Fracking-Foul und mehr Tempo für ein überreguliertes Land.

von Max Haerder

In Niedersachsen finden am 9. Oktober Landtagswahlen statt. Im WirtschaftsWoche-Interview verteidigt Weil sein Nein zu einem Weiterbetrieb des Atomkraftwerks Lingen und zur Förderung von Frackinggas.

Gleichzeitig erteilt er einem früheren Kohleausstieg eine Absage: „Klimapolitisch sorgt dieses Thema auch bei mir für ein schlechtes Gewissen, aber wir benötigen die Kohle gerade dringend für die Versorgungssicherheit. Ein Kohleausstieg bis 2030 wird leider nicht zu machen sein“, sagte der Ministerpräsident.

Lesen Sie hier das Interview mit Stephan Weil in voller Länge: „Mit Verlaub: Das ist doch Quatsch“

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