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Börse in FrankfurtRally treibt Dax über 15.000 Punkte

Der Dax springt auf 15.000 Punkte und auch die Zuversicht an der Börse steigt. Ob die Rally stabil bleibt, kann sich am Nachmittag zeigen. 12.01.2023 - 11:38 Uhr Quelle: dpa

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland.

Foto: dpa

Der Dax hat am Donnerstag seine Jahresanfangsrally mit dem Sprung über die Marke von 15.000 Punkten gekrönt. Der deutsche Leitindex profitierte von der weiter freundlichen Börsenstimmung und legte zuletzt um 0,38 Prozent auf 15.005,40 Punkte zu. Seit Jahresbeginn gerechnet ist der Dax nun um fast 8 Prozent gestiegen.

Für den MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es am Donnerstag um 0,28 Prozent auf 27.853,95 Punkte nach oben. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gewann ein halbes Prozent.

Auftrieb geben am Aktienmarkt zuletzt nachlassende Sorgen vor weiter deutlich steigenden Zinsen, da der Inflationsdruck nachzulassen scheint. In Europa machen den Anlegern die sinkenden Gaspreise Mut. In den USA scheinen die zuletzt deutlichen Zinserhöhungen der Notenbank Fed zu wirken. Am Anleihenmarkt gehen die Renditen tendenziell zurück.

Am Nachmittag aber könnte sich erweisen, ob die jüngste Rally auf tönernen Füßen steht oder weitergeht. Dann wird mit den US-Verbraucherpreisen für Dezember ein wichtiger Signalgeber für den weiteren Kurs der Fed veröffentlicht. Die Bank Credit Suisse rechnet wie der Markt insgesamt damit, dass die Kerninflation ohne die besonders volatilen Lebensmittel- und Energiepreise gegenüber dem November leicht auf 5,7 Prozent gesunken ist.

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von Anton Riedl

Die Inflationsdaten aus den USA hätten sowohl das Potenzial, den Dax nachhaltig über die 15.000 Punkte zu heben, als auch die Rally der ersten beiden Börsenwochen des Jahres zumindest signifikant zu unterbrechen, schrieb Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets. Hinter dem Leitindex liege seit Anfang Oktober vergangenen Jahres ein Plus von mehr als 3000 Punkten. Die Bereitschaft dürfte hoch sein, bei einer Enttäuschung Gewinne einzustreichen.

Die optimistische Erwartung vor den Zahlen könnte eine etwaige Korrektur damit deutlich härter ausfallen lassen, fuhr Molnar fort. Auf der anderen Seite gebe es allerdings noch genug Anleger, die die Rally bislang lediglich mit einem Kopfschütteln begleitet haben, aber irgendwann die Geduld verlieren dürften, auf wieder billigere Kurse zu warten. „Geht die wilde Fahrt zum Jahresanfang also weiter, würden diese Anleger zum Katalysator der Rally“, resümierte der Experte.

Börsengang: Fakten und Begriffe
IPO steht für „Initial Public Offering“, was so viel wie „erstmaliges öffentliches Angebot“. Im Angelsächsischen spricht man bei einem Börsengang auch von „going public“. Es geht also um den Börsengang, der Anlegern erstmals öffentlich Teile des Unternehmens in Form vom Aktien anbietet. Die Aktien sind dabei ein – meist winziger – verbriefter Anteil am Eigenkapital eines Unternehmens.
Eine Neuemission ist ein Angebot neu geschaffener Wertpapiere. Das können Aktien, Anleihen, Zertifikate oder sonstige Wertpapiere sein. Kommen etwa bei einem Börsengang neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung auf den Markt, spricht man von einer Neuemission.
Sie legt den Zeitraum fest, innerhalb dessen ein Anleger neu emittierte Wertpapiere zeichnen kann, also sich durch schriftliche Erklärung die Übernahme eines bestimmten Betrags zusichern kann. Nur wenn die Nachfrage schwach ist, wird eine Zeichnungsfrist auch mal verlängert.
Vor Beginn der Zeichnungsfrist nennt das Unternehmen eine Preisspanne, zum Beispiel von 20 bis 25 Euro. Die Investoren teilen dann mit, wie viele Aktien sie zu übernehmen bereit sind und nennen dafür einen Preis innerhalb der Preisspanne. Kommen nicht genug Anfragen zusammen, kann das Unternehmen – der Emittent – die Preisspanne auch senken. Aus den Zeichnungsaufträgen ermittelt der Emittent dann den Ausgabepreis, zu dem es die Aktien den Investoren überlässt.
Bei vielen Börsengängen können über das genannte Emissionsvolumen hinaus in den Tagen nach der Erstnotiz an der Börse weitere Aktien ausgegeben werden. Diese Mehrzuteilung wird auch Greenshoe genannt. Sie kommt bei hoher Nachfrage nach den Wertpapier zum Einsatz. Wie groß der Greenshoe ist, muss im Börsenprospekt stehen.
Nachdem die Aktien zum Ausgabepreis an die Anleger verteilt worden sind, wird es ernst: Die Aktien werden zum ersten Mal an der Börse gehandelt. Aus Kauf- und Verkaufsangebot wird der erste Kurs im Handel ermittelt – die Aktie notiert zum ersten mal an der Börse. Die Erstnotiz erfolgt zum angekündigten Datum, der erste Handelskurs sollte über dem Ausgabepreis liegen.
Wertpapiere, die an einer Börse gehandelt werden, unterliegen bestimmten Spielregeln. An einem regulierten Markt sind diese besonders umfassend und verlangen zum Beispiel Banken, die den Handel betreuen und Berichtspflichten, wie die Veröffentlichung von Quartalsberichten nach bestimmten Vorschriften. Am unregulierten Markt sind die Vorschriften lascher und die eine Überwachung des Handels – etwa bei der Kursbestimmung - greift nicht.
Beim Börsengang kommt eine zuvor festgelegt Zahl an Aktien in den Börsenhandel. Der Wert all dieser Aktien zusammen entspricht dem Platzierungsvolumen. Dabei kann es sich um neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung (Neuemission) oder um Aktien der bisherigen Eigentümer und vorbörslichen Investoren handeln.
Multipliziert man den Aktienkurs mit der Zahl aller frei handelbaren Aktien eines Unternehmens, erhält man den Börsenwert eines Unternehmens. Dieser entspricht der Marktkapitalisierung gleichgesetzt. Die Aktien, die nicht zum Handel an der Börse zugelassen sind, – also im Bestand des Unternehmens verbleiben – sind dabei unberücksichtigt.
Unternehmen lassen selten alle Aktien an der Börse zum freien Handel zu, sondern lediglich einen Teil. Liegt etwa der Streubesitz bei 30 Prozent, sind auch nur 30 Prozent der Eigenkapitalanteile an der Börse handelbar. Je höher der Streubesitz, umso liquider ist der Handel und umso geringer die Kursschwankungen, die sich aus Kauf- und Verkaufsorders ergeben.
In der Regel verbleibt bei einem Börsengang ein großer Teil der Aktien in Besitz von den bisherigen Eigentümern. Während der Haltefrist – auch Lock-up-Periode genannt – dürfen sie aus diesem Bestand keine Aktien verkaufen. Eine lange Haltefrist gilt als Bekenntnis zu einem Unternehmen.
Die Konsortialbanken begleiten den Börsengang und anschließenden Aktienhandel für ein Unternehmen. Das lassen sich die Banken natürlich vom Unternehmen bezahlen. Eine besondere Aufgabe fällt den Konsortialbanken zu, die sich als Designated Sponsor engagieren. Sie sorgen dafür, dass der Handel liquide bleibt, auch wenn zum Beispiel Käufer keinen Verkäufer der Papiere finden. Dann übernehmen sie den Part des Verkäufers, damit immer ein Kurs gestellt werden kann.
Darunter versteht man das Verfahren, mit dem der Preis für neu an die Börse zu bringende Aktien festgelegt wird. Da vor der Emission von neuen Aktien kein Börsenhandel mit diesen Papieren stattfindet, kann dieser Preis nicht durch Angebot und Nachfrage an der Börse bestimmt werden. Beim angelsächsischen Auktionsverfahren geben die Banken, die das Unternehmen an die Börse bringen, eine Preisspanne vor. Innerhalb dieser können Investoren ihre Gebote abgeben. Auf Grund der vorliegenden Orderlage wird der tatsächliche Emissionskurs letztlich aus dem Gebots-Durchschnitt gebildet. Früher wurde das heute kaum noch gebräuchliche Festpreisverfahren angewandt, bei dem sich die beratenden Banken und die AG schon vor Verkaufsangebot auf einen Preis einigten, den Anleger dann akzeptieren mussten.
Die Roadshow ist eine Werbetour eines Unternehmens bei möglichen Investoren. Dabei wird versucht, möglichst viele Investoren zu gewinnen, die den angestrebten Preis für die Aktien zu zahlen bereit sind. Die Roadshow ist daher wichtig, um die richtige Preisspanne auszuloten.

Für Bewegung am Aktienmarkt sorgten zunächst Analystenkommentare. So büßten die Anteilsscheine von Kion im MDax fast vier Prozent ein. Der Experte Akash Gupta von der US-Bank JPMorgan riet den Anlegern, nach dem zuletzt überdurchschnittlichen Lauf der Papiere Kasse zu machen. Mit Blick auf die Resultate des Staplerherstellers für das vierte Quartal ist er skeptisch. Gupta rechnet mit einer Konsolidierungsphase, der Ausblick für 2023 könnte enttäuschen.

Die Anteilsscheine von PVA Tepla schnellten um fast neun Prozent in die Höhe und setzten sich damit an die Spitze des Nebenwerteindex SDax. Nach der deutlich unterdurchschnittlichen Kursentwicklung im Vorjahr dürften die Aktien im Jahr 2023 das Anlegerinteresse wecken, schrieb der Experte Gustav Froberg von der Privatbank Berenberg. So seien die Konsensschätzungen für das Hightech-Unternehmen gesenkt worden und die Berechenbarkeit der Erträge sei angesichts des Rekord-Auftragsbestands hoch.

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dpa
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