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+++ Blog zum Wirecard-Prozess +++Rückblick Wirecard-Prozess: Das passierte am 13. Februar vor Gericht

Ein neuer Tag im Wirecarf-Prozess: Endlich äußert sich Markus Braun vor dem Landgericht München zu den Vorwürfen. Unsere Reporter waren dabei und berichteten live von vor Ort. 28.02.2023 - 14:00 Uhr aktualisiert

Für den Wirecard-Prozess gegen Markus Braun und zwei weitere Ex-Wirecard-Führungskräfte sind 100 Prozesstage angesetzt. Unsere Reporter berichten dabei live aus dem Gerichtssaal.

Foto: imago images, WirtschaftsWoche

Die Reporter der WirtschaftsWoche begleiten den Fall Wirecard seit acht Jahren. 2020 fiel die Erfolgsgeschichte von Wirecard wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Plötzlich war der Dax-Konzern pleite, Wirecard-Vorstandsmitglied Jan Marsalek auf der Flucht und Firmenchef Markus Braun im Gefängnis. Deutschland sah den mutmaßlich größten Betrugsfall der Nachkriegsgeschichte.

Nun, knapp zweieinhalb Jahre nach dem Kollaps, hat in München die Verhandlung gegen Ex-Konzernchef Markus Braun begonnen. Die Anklage wirft dem Manager und zwei mitangeklagten ehemaligen Wirecard-Führungskräften vor, mit Hilfe gefälschter Bilanzen Banken und Kreditgeber um insgesamt 3,1 Milliarden Euro geprellt zu haben. Der Kernvorwurf: Braun und Komplizen sollen eine Bande gebildet haben, die die Bilanzen des Konzerns seit 2015 systematisch fälschte.

Unsere Reporter sind hautnah dabei und berichten für Sie live von vor Ort im Blog über die Geschehnisse im Gerichtssaal:

13.02.2023 – 15:49 Uhr Volker ter Haseborg
Das war's für heute. Ich schreibe jetzt noch eine Zusammenfassung - die steht nachher auf wiwo.de.
Donnerstag bin ich wieder hier - und blogge für Sie. Bis dann!
13.02.2023 – 15:47 Uhr Volker ter Haseborg
Wir kommen jetzt offenbar zum Ende des heutigen Sitzungstages. Braun will noch über die umstrittenen Adhoc-Mitteilung an die Kapitalmärkte sprechen. Dann wird Richter Födisch seine Befragung starten. 
13.02.2023 – 15:45 Uhr Volker ter Haseborg
Ursprünglicher Gründer und Chef von Al Alam sei anfangs Abdallah Turki gewesen, sagt Braun. Den Namen des späteren "offiziellen" Geschäftsführers Mohannad A. habe er zur Kenntnis genommen - er habe aber nie mit ihnen gesprochen. Er habe nicht gewusst, dass in Wahrheit Oliver Bellenhaus hinter Al Alam stand. 
13.02.2023 – 15:42 Uhr Volker ter Haseborg
Laut Marsalek habe sich Al Alam dann jedoch kooperativer gezeigt. EY und KPMG hätten Al Alam besuchen können.
13.02.2023 – 15:41 Uhr Volker ter Haseborg
Wenn es zum Umzug gekommen wäre, hätte der Wirecard-Vertrieb die Händler ansprechen müssen. Al Alam wäre irgendwann damit konfrontiert worden, dass man nun einen anderen Drittpartner hätte. 
13.02.2023 – 15:40 Uhr Volker ter Haseborg
Braun sagt, es habe keinen zeitlichen Druck gegeben, den Umzug vor Weihnachten durchzuziehen. Man sei "flexibel" gewesen. 
13.02.2023 – 15:38 Uhr Volker ter Haseborg
Ein bisschen Hintergrund aus der Anklage gegen Braun hierzu: In einer Vorstandssitzung am 12. Dezember 2019 stellte Marsalek Ruprecht als neuen TPA-Partner vor. Al Alam habe angeblich wegen der KPMG-Untersuchung angedroht, die Geschäftsverbindung zu kündigen. Die zehn Millionen Euro wurden am 19. Dezember an Ruprecht überwiesen. Wenige Tage später schoss Wirecard kurzfristig noch 30 Millionen Euro nach. Die Anweisung schickte Marsalek per Email an die Abteilung Treasury, nicht mal eine Minute später kam das Go von Braun dazu. Braun soll sich die Zustimmung von Finanzvorstand Alexander von Knoop durch einen Besuch in dessen Büro persönlich abgeholt haben. Die noch übrig gebliebene Vorständin Susanne Steidl stimmt ebenfalls zu. Eine Vorstandssitzung und förmliche Beschlussfassung wurden umgangen, „und die zuständigen Personen bewusst durch die Entscheidung binnen weniger Minuten am Nachmittag vor den Weihnachtsfeiertagen überrumpelt“, so die Staatsanwaltschaft. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Braun und Marsalek haben gegen ihre Verpflichtung, das Vermögen der Wirecard zu schützen, verstoßen. Das Geld, das an Ruprecht Services gezahlt wurde, wurde nie zurückgezahlt.

13.02.2023 – 15:37 Uhr Volker ter Haseborg
Födisch fragt, was für solch einen Umzug erforderlich ist. Es sei eigentlich nur eine Vertragsumschreibung, sagt Braun. 
13.02.2023 – 15:32 Uhr Volker ter Haseborg
Jetzt geht es um die Firma Ruprecht, hinter der auch O'Sullivan steckte. Marsalek habe ihm Ende 2019 gesagt, dass Ruprecht kurzfristig für Al Alam als Drittpartner einspringen könnte, wenn es zu einer Eskalation kommt.
13.02.2023 – 15:26 Uhr Volker ter Haseborg
Dass im März 2020 noch einmal zusätzlich 100 Millionen für Ocap ausgegeben wurden, daran habe er keine Erinnerung, sagt Braun.
13.02.2023 – 15:24 Uhr Volker ter Haseborg
"Das Problem bei den originären Erinnerungen: Sie sind nicht sehr dicht."
Markus Braun
13.02.2023 – 15:16 Uhr Volker ter Haseborg
Födisch fragt nach: Sind die Händler aus dem MCA-Geschäft die gleichen Händler, die über die TPA-Partner abgewickelt wurden? Braun sagt, dass er zwischen seinem damaligen und heutigen Wissen unterscheiden will: Damals sei nicht differenziert worden, was über Drittpartner lief. Man habe nur über "Digitalmarkt" gesprochen. Den Akten habe er entnommen, dass Ocap Kredite über die Drittpartner investiert habe. 
13.02.2023 – 15:14 Uhr Volker ter Haseborg
Wofür es Wirecard in diesem Geschäftsmodell noch brauchte? Für den Händlerzugang, sagt Braun: Denn die Händlerkredite sollten für Händler bereitgestellt werden, die mit Wirecard ihre Zahlungen abwickelten.
13.02.2023 – 15:08 Uhr Volker ter Haseborg
Er könne nur "Wahrnehmungen vom Rand" zum Besten geben, sagt Braun.
13.02.2023 – 15:05 Uhr Volker ter Haseborg
Das MCA-Geschäft sollte für Investoren geöffnet werden. Die Darlehen sollten dafür verbrieft werden. Die Grundidee dafür sei Konsens in der Firma gewesen, sagt Braun. Die Umsetzung sei durch die "Fach-Experten" erfolgt. 
13.02.2023 – 15:01 Uhr Volker ter Haseborg
Marsalek hatte dem Aufsichtsrat sogar erzählt, dass Ocap einen Börsengang plant. Später hat er Braun berichtet, dass der Börsengang stockt.
13.02.2023 – 15:00 Uhr Volker ter Haseborg
Seine nächste Erinnerung an Ocap spielt in einer Vorstandssitzung, in der Marsalek das Thema erneut vorstellte. Sowohl Alexander von Knoop als auch Susanne Steidl hätten das Thema gekannt. Dann wurde im November 2018 der 100-Millionen-Kredit beschlossen. An die Verlängerung des Kredits hat Braun keine Erinnerung. 
13.02.2023 – 14:57 Uhr Volker ter Haseborg
Marsalek habe ihm gesagt, dass Ocap gerade eine neuen Shareholder bekommen habe. Den Versicherungskonzern Swiss Life. Heute weiß man: Hinter Ocap stand Marsaleks Kumpel O'Sullivan. Letztlich war O’Sullivan der wirtschaftlich Berechtige – über einen bei der Swiss Life geführten Lebensversicherungsvertrag
13.02.2023 – 14:54 Uhr Volker ter Haseborg
Wer die Idee mit den Geschäften mit Ocap hatte? Das war Marsalek, sagt Braun. Die strategische Erweiterung des Geschäftsmodells mit den Krediten habe sicherlich er selbst mit initiiert. 
13.02.2023 – 14:42 Uhr Volker ter Haseborg
Marsalek habe schon damals gesagt, dass auch Dritte in dieses Geschäftsmodell hineininvestieren sollen. Sagt Braun. 
13.02.2023 – 14:41 Uhr Volker ter Haseborg
Der echte Kredit in diesem Geschäft sollte mittel- und langfristig von Dritten kommen, sagt Braun. Wirecard sollte nicht zu einer Bank werden mit Billionen-Krediten in der Bilanz.
13.02.2023 – 14:40 Uhr Volker ter Haseborg
Er erinnere sich daran, dass Marsalek das Thema als "Pilot-Thema" vorgestellt hat.
13.02.2023 – 14:39 Uhr Volker ter Haseborg
Marsalek habe Ocap als Fintec in Singapur "positioniert", sagt Braun. Er erinnere sich an ein Gespräch im Jahr 2018, das mit einem 100-Millionen-Kredit an Ocap verbunden war. Ocap war ein Thema von mehreren. Marsalek habe ihm das Thema vorgestellt - er hätte Ocap zuvor schon mehrmals erwähnt. 
13.02.2023 – 14:37 Uhr Volker ter Haseborg
Jetzt zu Ocap. Ein Thema, das "nie eines seiner Ressorts berührt" habe. Das Thema habe in Marsaleks Ressort gespielt - und im Finanzressort. 
13.02.2023 – 14:34 Uhr Volker ter Haseborg
Als Einstiegs-Thema habe Wirecard das Thema MCA gesehen. Merchant Cash Advance. Das Geschäft funktioniert so: Händler, die eine Zahlung (für einen Einkauf im Netz) erhalten, bekommen in der Regel nicht den ganzen Betrag - weil die Zahlung später noch platzen kann. Beim MCA-Geschäft hat Wirecard den Händlern angeboten, dass sie das Geld deutlich schneller haben können, gegen einen Abschlag. Nicht jede einzelne Zahlung wird vorfinanziert – sondern der Händler bekommt unter Berücksichtigung seines Gesamtvolumens eine Art Kredit, gegen entsprechende Zinsen.

meb, vth
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