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Geldanlage GlobalHöheres Renditepotential mit Aktien von Schwellenländern

Schwellenländeraktien könnten sich über den Sommer deutlich besser als zuletzt entwickeln. Aber auch langfristig hat diese Anlagemöglichkeit einen Platz im Portfolio verdient.Maximilian Kunkel 21.06.2023 - 15:42 Uhr


Foto: REUTERS

Schwellenländeraktien hinken seit Jahresbeginn denen der Industrienationen hinterher. Jedoch wäre es meiner Meinung nach verfrüht, das Handtuch zu werfen. Eine immer vorsichtigere Anlegestimmung und -positionierung sowie attraktivere Bewertungen gepaart mit der Erwartung einer visibleren geld- und fiskalpolitischen Unterstützung in China, einem schwächerem US-Dollar und höheren Rohstoffpreisen sollten Schwellenländeraktien in naher Zukunft unterstützen und könnten sogar kurzfristig zu einer besseren Entwicklung als bei US-amerikanischen Aktien führen. Zwar scheint dies derzeit alles andere als Konsens zu sein, es würde jedoch sehr gut in das Bild seit Jahresbeginn passen, da der Markt sich häufig anders als von vielen Marktteilnehmern erwartet entwickelt hat. 

Längerfristig sollten Schwellenländeraktien sowieso Teil eines breit aufgestellten Portfolios sein. Die aufstrebenden Volkswirtschaften, insbesondere jene in Asien, sind in den letzten Jahrzehnten deutlich stärker gewachsen als die entwickelten Volkswirtschaften. Ihre Anlagemärkte boten daher ein höheres Renditepotenzial. Seit der Auflegung des MSCI Emerging Markets Aktien-Index im Jahr 1988 sind die asiatischen Schwellenländer jährlich um fast 5 Prozent stärker gewachsen als die Industrieländer (gemessen am BIP-gewichteten realen Wirtschaftswachstum). Dieses höhere Wachstum erklärt nicht nur die steigende globale Marktkapitalisierung Asiens, sondern hat sich auch in höheren Kapitalgewinnen für Anlegerinnen und Anleger niedergeschlagen – Schwellenländeraktien haben sich seit dem Jahr 2000 besser entwickelt als globale Aktien.

Wenn sich dieser langfristige Trend fortsetzt, werden Anleger ohne Engagement in Schwellenländeranlagen wahrscheinlich niedrigere Renditen erzielen. Auch wenn sich Schwellenländeraktien in den letzten zehn Jahren aufgrund geringerer Wachstumsunterschiede schlechter entwickelt haben als vergleichbare Industrieländer, zeigen die Prognosen des IWF für die nächsten fünf Jahre einen erneuten Anstieg der Wachstumsdifferenz zwischen Schwellen- und Industrieländern.

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Während das Wirtschaftswachstum und die langfristigen Anlagerenditen in den Schwellenländern somit auch künftig tendenziell höher sein sollten, gehen sie oft mit höheren Schwankungen von Wirtschaft und Finanzmärkten einher. Unter anderem hat dies damit zu tun, dass die (geo-)politischen Unsicherheiten größer sind und wichtige Aspekte der staatlichen «Governance» (Rechtsstaatlichkeit, Schutz der Eigentumsrechte usw.) weniger Stabilität aufweisen als in den entwickelten Ländern. Die vergangenen zwei Jahre haben uns dies schmerzhaft aufgezeigt, beispielsweise mit den drastischen Markteingriffen in den Technologiesektor in China oder mit Russlands Angriffskrieg in der Ukraine.

Bei Anlagen in Schwellenländern ist somit nicht nur ein aktiver Ansatz, sondern vor allem auch eine möglichst breite Diversifikation über regionale Märkte, Anlageklassen und Anlagestile hinweg äußerst wichtig. Immerhin zeigt sich, dass, sobald Schwellenländer eine höhere wirtschaftliche Entwicklungsstufe erreichen und das Pro-Kopf-Einkommen steigt, in der Regel das Gewicht des privaten Konsums zunimmt und die Quellen der wirtschaftlichen Unsicherheit abnehmen. Über Zeit sollten daher Schwellenländer widerstandsfähiger gegenüber externen Schocks werden und ein stabileres Wachstum verzeichnen, sodass Anleger von einer sinkenden Risikoprämie profitieren können.[--]Element_SMALL[--]

Abgesehen von den Vorteilen eines global diversifizierten Portfolios waren die aufstrebenden Märkte weltweit noch nie so relevant wie heute. Der Anteil der Schwellenländer an der Weltwirtschaft ist über die letzten Jahrzehnte kontinuierlich gestiegen und macht inzwischen mehr als die Hälfte aus. Sie haben auch politisch und finanziell an Bedeutung gewonnen und ihre Abhängigkeit von den Industrieländern verringert. Der globale Einfluss Asiens wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiter zunehmen. Mit Blick auf ein strategisches Engagement gilt es zusammenfassend noch einmal zu betonen, dass Anlagen in Schwellenländern idealerweise nicht auf einen einzelnen Markt konzentriert, sondern möglichst breit diversifiziert erfolgen sollten. Zusätzlich macht ein aktiver Ansatz aufgrund der dynamischen Entwicklungen innerhalb der Märkte häufig mehr Sinn als ein rein passives Engagement.

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