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Überraschende StudieGaspreisbremse kostet den Staat viel weniger als erwartet

Die Gaspreisbremse hat für Diskussionen gesorgt, auch wegen der hohen veranschlagten Kosten. Nun zeigt eine neue Berechnung: Die Bremse kostete den Staat viel weniger als gedacht. Warum das so ist und wer profitiert hat. 09.08.2023 - 09:32 Uhr

Die Gaspreisbremse soll eine Explosion der Energiekosten verhindern

Foto: imago images

Neue Zahlen des Ifo-Instituts sorgen für eine Überraschung in der Energiebranche: Die von der Bundesregierung eingeführte und viel kritisierte Gaspreisbremse wird demnach für den Staat erheblich günstiger ausfallen als angenommen. Ursprünglich waren im Wirtschaftsstabilisierungsfonds für den Winter 40,3 Milliarden Euro veranschlagt worden.

Jetzt geht man von tatsächlichen Kosten von nur 13,1 Milliarden Euro aus, lediglich ein Drittel der ursprünglichen Summe. „Ursache ist, dass die Gaspreise seitdem stark gefallen sind“, erklärt Max Lay, Experte des Ifo-Instituts.

Dabei sind es vor allem die Haushalte sowie die kleinen und mittleren Unternehmen, die von der Gaspreisbremse profitieren. Von den gesamt 13,1 Milliarden Euro entfallen fast 12,4 Milliarden Euro auf diese Gruppen. Die Industrie profitiert mit knapp 700 Millionen. „Nicht entlastet werden Gaskraftwerke und größere Wohneinheiten“, sagt Lay. 

Und im folgenden Jahr dürfte die Gaspreisbremse für den Staat sogar noch günstiger werden, wie das Wirtschaftsinstitut errechnet hat: „Im Jahre 2024 rechnen wir mit null Ausgaben, denn bereits jetzt fallen viele neu abgeschlossene Gasverträge von Normalverbrauchern unter die Preisgrenze von 12 Cent für die Kilowattstunde“, erklärt Lay. Eigentlich sollte die Bremse Ende des Jahres auslaufen, Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat jedoch bereits erklärt, dass er sie gerne verlängern würde.

Trotz dieser positiven Entwicklungen warnt der Forscher vor übermäßigem Optimismus: „Auch wenn sich die Energiemärkte beruhigt haben, ist die Schätzung der Kosten für den Staat weiterhin mit hoher Unsicherheit verbunden, da ihr eine Prognose der Marktpreise für die jeweiligen Verbrauchsgruppen zu Grunde liegt.“

Genau für diese Eventualität möchte Habeck mit der Verlängerung der Bremse vorsorgen, wie er im Juli erklärte: „Wenn die Preise fallen und unter dem Deckel von 40 Cent bei Strom oder 12 Cent bei Gas für private Verbraucher liegen, dann braucht man die Bremsen nicht“, sagte er. „Aber wenn doch etwas passieren sollte, ist die Absicherung eben auch im kommenden Winter noch da.“

Lesen Sie auch: Haben Versorger die Gaspreisbremse ausgenutzt?

kas
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