Fahrradhersteller: McLaren-Tochter übernimmt E-Bike-Hersteller VanMoof: „Wird kein Zuckerschlecken“
Ein Mann fährt in Amsterdam ein VanMoof-E-Bike.
Foto: REUTERSDer insolvente niederländische Fahrrad-Hersteller VanMoof hat einen neuen Eigentümer gefunden. Lavoie, ein Anbieter elektrischer Roller und eine Tochter des Formel 1-Zulieferers McLaren Applied, gab am Donnerstag die Übernahme bekannt.
Einen Kaufpreis für die Übernahme nannte die Firma nicht. Allerdings bezifferte McLaren-Applied-Verwaltungsratschef Nick Fry die Investitionssumme inklusive frischer Gelder zur Stabilisierung und Ausweitung des Geschäfts auf „kurzfristig mehrere zehn Millionen Pfund“.
„Dies ist eine große Chance für uns, denn VanMoof ist ein Unternehmen mit einem hervorragenden Produkt“, fügte Fry hinzu. „Aber das wird kein Zuckerschlecken, denn dieses Unternehmen hat sich selbst in eine schwierige finanzielle Lage gebracht.“ Hohe Kosten für Garantiefälle hatten dem Anbieter hochpreisiger E-Bikes zugesetzt.
In der Coronapandemie expandierte das niederländische Unternehmen. Damals erhielt VanMoof 100 Millionen Euro von Investoren, um den starken Anstieg der Nachfrage nach E-Bikes zu bewältigen. Zu den Investoren gehören Hillhouse Capital, Norwest Venture Partners, Felix Capital, Balderton Capital und TriplePoint Capital. Doch die Gründer übernahmen sich mit dem Wachstum – im Juli folgte die Insolvenz für das Unternehmen mit 700 Beschäftigten.
Eigenen Angaben zufolge war VanMoof das am besten finanzierte Unternehmen für E-Bikes weltweit. Die Niederländer entwickeln die meisten Teile der rund 2000 Euro teuren Fahrräder selbst. Auch Software und ein integriertes Diebstahlschutzsystem sind Teil des Geschäftsmodells. Das Start-up wurde 2009 von den Brüdern Taco und Ties Carlier gegründet.
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