Stellenabbau: Chemiekonzern Lanxess baut Stellen in Deutschland ab
Der Sitz des Spezialchemiekonzerns Lanxess in Köln.
Foto: dpaDer Spezialchemiekonzerns Lanxess will ein Sparprogramm auffahren. Konzernchef Matthias Zachert hat seine Angaben dazu nun konkretisiert. Unter anderem am Standort Deutschland sollen Stellen abgebaut werden: „Wir wollen 150 Millionen Euro im Jahr einsparen, daher werden wir Stellen abbauen müssen, auch in Deutschland. Derzeit verhandeln wir mit den Arbeitnehmervertretern über Art und Umfang“, sagte Zachert der „Rheinischen Post“ im Vorabbericht.
Der Stellenabbau soll in Deutschland vor allem die Verwaltung treffen: „Der Vorstand hat bereits auf ein Viertel seines Fixgehaltes verzichtet, die Leitenden Angestellten auf zehn Prozent. Doch nun müssen wir auch an Stellen ran, etwa in der Verwaltung“, sagte Zachert. „Wir wollen in den kommenden Wochen eine Einigung mit der Arbeitnehmerseite erzielen. Die Umsetzung wird dann noch in diesem Jahr beginnen.“ Es gäbe bei Lanxess keinen Vertrag zur Beschäftigungs- oder Standortsicherung. „Bisher hat es Lanxess stets geschafft, den Stellenabbau sozialverträglich zu gestalten. Das ist auch jetzt das Ziel.“
Zachert sieht auch im Übernahmekampf um den Konkurrenten Covestro ein Alarmsignal: „Die Übernahmegespräche sollten uns zu denken geben. Durch die Standortnachteile sind viele deutsche Chemieunternehmen an der Börse geschwächt und können so leicht in den Fokus ausländischer Investoren geraten.“ Die Verbundenheit mit dem Standort Deutschland sei naturgemäß geringer, wenn ein Konzern einen ausländischen Mehrheitsaktionär habe. Zachert fürchtet nach eigenen Angaben keine Übernahmeattacke auf Lanxess.
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