1. Startseite
  2. Politik
  3. Europa
  4. Warum die Verteidigungsausgaben in der EU steigen werden

EU-Außenminister in KiewDiese Aktion ist preiswert – verglichen mit dem, was auf Europa zukommt

Schluss mit der Verdrängung: Die Europäer müssen sich bewusst machen, dass sie künftig deutlich mehr Geld in ihre Verteidigung investieren werden. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Silke Wettach 02.10.2023 - 13:29 Uhr

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock spricht zur Eröffnung des informellen EU-Außenministerrates am Montagmorgen in Kiew.

Foto: dpa

Der Tagungsort hat Symbolkraft. Die Außenminister der EU kommen am Montag in Kiew zusammen, in der Hauptstadt des europäischen Nachbarstaats, den Russland überfallen hat. Zum ersten Mal überhaupt findet so ein Treffen außerhalb der EU statt. Der Ort, bis heute geheim gehalten, soll Solidarität mit der geschundenen Ukraine signalisieren.

Diese Aktion ist preiswert, verglichen mit dem, was auf Europa zukommt. Die jüngsten Entwicklungen in Washington deuten darauf hin, dass die USA sich aus der Unterstützung der Ukraine zurückziehen werden. Noch betonen die Republikaner, dass die Ukraine weiterhin mit Mitteln rechnen kann, doch die Tendenz ist eindeutig: In den USA besteht immer weniger politischer Wille, für Europas Sicherheit aufzukommen.

Auf Europa kommen Milliardenausgaben zu. Abschreckung wird wichtiger als zuvor, und die ist nicht umsonst zu haben. Die EU wird außerdem den Aufbau der Ukraine weitgehend finanzieren müssen, aus den USA ist wenig Hilfe zu erwarten. Manch einer in Europa mag darauf hoffen, dass die Folgen des Krieges in der Ukraine, wenn er dann einmal beendet ist, mit Krediten behoben werden. Realistisch ist das nicht, denn das würde den Schuldenstand des Landes in die Höhe treiben.

Hohe Kosten bergen politische Sprengkraft. Die EU-Mitgliedstaaten werden sich über die Lastenteilung streiten. Das Wahlergebnis in der Slowakei wird die Diskussionen erschweren. Wahlsieger Robert Fico hegt offen Sympathien für Russlands Präsidenten Wladimir Putin. Und es ist nicht auszuschließen, dass auch in anderen Ländern Politiker an die Macht kommen, die sich die Ukraine nichts kosten lassen wollen. Auf Europa kommen nicht nur schwierige Monate, sondern extrem herausfordernde Jahre zu. Wenn sich die USA auf sich selbst konzentrieren, wird es in Europa ungemütlich.

Dieser Beitrag entstammt dem WiWo-Newsletter Daily Punch. Der Newsletter liefert Ihnen den täglichen Kommentar aus der WiWo-Redaktion ins Postfach. Immer auf den Punkt, immer mit Punch. Außerdem im Punch: der Überblick über die fünf wichtigsten Themen des Tages. Hier können Sie den Newsletter abonnieren.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick