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HandelsbeschränkungenChina drosselt Graphit-Exporte

Chinesische Exporteure brauchen in Zukunft eine Genehmigung, wenn sie Graphit ausführen wollen. Aus dem Ausland hagelt es Kritik. Was bedeutet das für die Elektroautoindustrie? 20.10.2023 - 14:16 Uhr

China schränkt die Ausfuhr von Graphit ein.

Foto: imago images

Der weltgrößte Graphit-Produzent China schränkt den Export des für Batterien von Elektrofahrzeugen wichtigen Rohstoffs ein. Ab dem 1. Dezember müssen heimische Exporteure eine Ausfuhrgenehmigung für mehrere Graphitprodukte einholen, wie das Handelsministerium in Peking am Freitag ankündigte. Begründet wird der Schritt mit der „Gewährleistung von Sicherheit und Stabilität der globalen Liefer- und Industriekette“. Auch von einem „besseren Schutz der nationalen Sicherheit und Interessen“ war die Rede. Die Maßnahme richte sich nicht gegen ein bestimmtes Land.

China ist der weltweit größte Graphitproduzent und -exporteur. Das Land verarbeitet außerdem mehr als 90 Prozent der weltweiten Graphitmenge zu Material, das in praktisch allen Elektroautobatterien verwendet wird. Zu den wichtigsten Abnehmern des Rohstoffs aus der Volksrepublik gehören Japan, die USA, Indien und Südkorea, wie aus chinesischen Zolldaten hervorgeht. Experten sehen in den Exportkontrollen eine Reaktion auf die US-Sanktionen im Technologiesektor. Zudem kritisiert China, dass die EU-Kommission die europäische Autobranche durch billige E-Autos aus China in Gefahr sieht und deshalb eine Erhebung von Anti-Dumping-Zöllen prüft.

Chinesische Exporteure müssen künftig eine Genehmigung für den Versand von zwei Arten von Graphit beantragen – darunter synthetisches Graphitmaterial mit hohem Reinheitsgrad und Härtegrad. Drei Arten von „hochsensiblen“ Graphitartikeln unterliegen bereits vorübergehenden Kontrollen und sind auch in der neuen Liste aufgeführt. Zugleich wurden die Kontrollen für fünf weniger empfindliche Graphitprodukte, die etwa in der Stahl-, Metall- und Chemieindustrie verwendet werden, aufgehoben.

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Kritik aus dem Ausland

Im Ausland sorgte der Schritt für Kritik. Japan will nach den Worten von Regierungssprecher Hirokazu Matsuno, „geeignete Schritte“ unternehmen, falls die Maßnahmen gegen die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) verstoßen sollten. „Mit dieser neuen Exportbeschränkung müssten südkoreanische Unternehmen, die bei Graphitimporten stark von China abhängig sind, nach Alternativen suchen, etwa Bergwerke in den Vereinigten Staaten oder Australien“, sagte Analyst Kang Dong-jin von Hyundai Motor Securities. „Aber das würde wahrscheinlich die Kostenbelastung für viele erhöhen.“

Die deutsche Wirtschaft kritisiert die vom weltgrößten Graphit-Produzenten China angekündigten Exportkontrollen für den wichtigen Rohstoff. „Für die international eng vernetzte deutsche Wirtschaft ist es unerlässlich, dass der freie Warenaustausch gerade von kritischen Rohstoffen weltweit gesichert ist“, sagte der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier, am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. „Die deutschen Unternehmen sehen daher zunehmenden Protektionismus wie neue Exportbeschränkungen mit großer Sorge.“

Bundesregierung und EU sollten die Unternehmen mit Hochdruck dabei unterstützen, ihre Lieferketten gerade bei strategischen Abhängigkeiten stärker zu diversifizieren. „Hierfür sind neben neuen Handels- und Rohstoffabkommen mit wichtigen Handelspartnern, wie im Indopazifik und in Lateinamerika, auch neue Instrumente wie ein Rohstofffonds denkbar“, sagte Treier.

Experten sehen in den Exportkontrollen eine Reaktion auf die US-Sanktionen im Technologiesektor. Zudem kritisiert China, dass die EU-Kommission die europäische Autobranche durch billige E-Autos aus China in Gefahr sieht und deshalb eine Erhebung von Anti-Dumping-Zöllen prüft. China ist der weltweit größte Graphitproduzent und -exporteur. Das Land verarbeitet außerdem mehr als 90 Prozent der weltweiten Graphitmenge zu Material, das in praktisch allen Elektroautobatterien verwendet wird.

Lesen Sie auch: Ende des China-Booms?

rtr
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