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BankenMöglichkeiten zur Rettung der Credit Suisse schon im Herbst 2022 geprüft

Eine Abwicklung der Credit Suisse und ihre vorübergehende Verstaatlichung seien diskutiert worden, sagte der Schweizer Notenbankchef Thomas Jordan am Mittwoch. 01.11.2023 - 13:49 Uhr

Der Fall der Credit Suisse zeige, dass Kundeneinlagen heute viel schneller und umfangreicher abgezogen werden könnten, mahnte Notenbankchef Thomas Jordan.

Foto: Reuters

Die Schweizer Behörden haben Notenbankchef Thomas Jordan zufolge bereits im Herbst 2022 verschiedene Möglichkeiten zur Rettung der strauchelnden Großbank Credit Suisse untersucht.

„Aus Risikoüberlegungen hatten sich die Behörden schließlich für die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS ausgesprochen“, sagte der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) am Mittwoch bei einer Veranstaltung in Bern. „Andere Optionen als eine Übernahme waren von den Behörden seit dem Herbst 2022 ebenfalls geprüft worden.“

Unter anderem seien eine Abwicklung der Credit Suisse oder ihre vorübergehende Verstaatlichung diskutiert worden, erklärte Jordan. Wegen der damals fragilen Finanzmärkte sei bei einer Abwicklung eine Destabilisierung des Finanzsystems befürchtet worden. Und bei einer Verstaatlichung seien die Risiken für die Steuerzahler als zu hoch eingestuft worden.

Ein Vertrauensverlust führte gegen Ende 2022 und im ersten Quartal bei der Credit Suisse zu so hohen Abflüssen von Kundengeldern, dass die Schweizer Regierung im März eine Not-Übernahme durch den größeren Konkurrenten UBS orchestrierte. Damit wollte sie auch eine Finanzkrise verhindern.

Jordan zufolge war die massive Liquiditätshilfe der SNB für die Credit Suisse entscheidend für die erfolgreiche Bewältigung der Krise. „Noch nie zuvor hat eine Zentralbank einer einzelnen Bank ein derart hohes Volumen an Liquidität zur Verfügung gestellt“, sagte der Notenbankchef. „In der Spitze waren es 168 Milliarden Franken in drei verschiedenen Währungen.“

Credit Suisse habe zu wenig Sicherheiten vorbereitet

Der Fall der Credit Suisse zeige exemplarisch, dass Kundeneinlagen heute viel schneller und umfangreicher abgezogen werden könnten, als es die aktuellen Regulierungen annehmen. Zudem habe die Credit Suisse zu wenig Sicherheiten vorbereitet gehabt, die sie im Krisenfall bei der SNB für massive Liquiditätshilfe hinterlegen konnte, sagte Jordan und mahnte Anpassungen an.

„Erstens muss die Liquiditätsregulierung auf die neue Realität von potenziell schnelleren und größeren Abflüssen von Depositen ausgerichtet werden“, sagte der SNB-Präsident. „Zweitens ist es für die Zukunft von allergrößter Wichtigkeit, dass die Banken ausreichend Sicherheiten für die Übertragung an die SNB und andere Zentralbanken vorbereiten.“

Und schließlich sei eine wirksame staatliche Liquiditätssicherung, ein sogenannter Public Liquidity Backstop (PLB), nötig, damit die SNB Liquidität für Banken in Schwierigkeiten bereitstellen könne, die nicht über genügend Sicherheiten verfügen.

rtr
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