Legalisierung: „Eine signifikante Menge Cannabis wird vernichtet“
Zu viel Stoff: In Deutschland gibt es mittlerweile ein Überangebot an medizinischem Cannabis.
Foto: REUTERSIn Deutschland gibt es mittlerweile ein Überangebot an medizinischem Cannabis. Ein Teil der Ware wird deshalb entsorgt, wie Benedikt Sons, CEO des Cannabis Start-ups Cansativa, sagt: „Eine signifikante Menge Cannabis – mehrere Tonnen – wird vernichtet. Das geht meist über die Verbrennungsanlage.“
Deutsche Cannabis-Unternehmen haben offenbar schlicht zu viel eingekauft. Fast 23 Tonnen wurden 2022 importiert. Zu den Hauptlieferländern zählen Dänemark, Kanada und die Niederlande. Zudem wird in Deutschland selbst Cannabis angebaut. Gut die Hälfte der verfügbaren Ware gelangt nach Branchenangaben über Apotheken an Patienten, die Cannabis einnehmen, etwa zur Linderung von Schmerzen. Ein Teil der nicht verkauften Bestände wird ins europäische Ausland abgegeben oder auf Lager genommen.
Der Rest muss entsorgt werden. Allein von den in Deutschland angebauten Mengen wurden laut Insidern bislang etwa 490 Kilogramm vernichtet – weil der Stoff seine Haltbarkeitsdauer überschritten hatte.
Weit weg von völliger Legalisierung
Seit 2017 ist Cannabis zu medizinischen Zwecken in Deutschland erlaubt. Aus dem einstigen Mangel an medizinischem Cannabis ist inzwischen ein Überangebot geworden. Die Ampelregierung plant eine Teillegalisierung für Kiffer, den sogenannten „Freizeitmarkt“. Demnach soll Cannabis künftig über lizenzierte Clubs vertrieben werden. Für die bislang überschüssige Ware könnte sich damit doch noch eine Verwendung finden.
Eine vollständige Legalisierung von Cannabis mit einem flächendeckenden, bundesweiten Verkauf ist allerdings mittlerweile in weite Ferne gerückt. Das Projekt scheiterte an Einsprüchen der EU. Deutschland hatte sich zuvor in europäischen Verträgen verpflichtet, die Verbreitung von Drogen nicht zu fördern.
Lesen Sie auch: Das sind die Pläne für die Cannabis-Legalisierung