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Dow Jones, S&P 500, NasdaqJobdaten sorgen für neuen Auftrieb an der Wall Street

Sinkende Anleiherenditen tragen zur Erholung an den Aktienmärkten bei. Neue Jobdaten stärken die Erwartung der Anleger, dass die Zinsen nicht mehr steigen – im Gegenteil. 03.11.2023 - 14:50 Uhr

Ein Straßenschild an der New York Stock Exchange.

Foto: Reuters

Schwächer als erwartet ausgefallene Arbeitsmarktdaten sorgen an den US-Aktienmärkten am Freitag für positive Stimmung. Die wichtigsten Indizes liegen im frühen Handel in der Gewinnzone. Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq legen etwa ein halbes Prozent zu.

In der US-Wirtschaft sind im Oktober weniger Stellen geschaffen worden als erwartet. Es kamen 150.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft hinzu, wie aus dem am Freitag vorgelegten Arbeitsmarktbericht der Regierung hervorgeht. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen einen Zuwachs von 180.000 erwartet. Zugleich wurde der Wert für den Stellenaufbau im September nach unten revidiert.

Der Arbeitsmarkt ist das wichtigste Abbild der Konjunktur, daher sind mäßige Daten ein Warnsignal. Allerdings hat der noch immer sehr stabile Arbeitsmarkt immer wieder zu Befürchtungen geführt, dass die Inflation bleiben könnte und so die US-Notenbank Fed gezwungen werde, ihren straffen Kurs noch lange beizubehalten. Diese Sorge wird durch den abschwächenden Boom am Jobmarkt gemildert.

„Zwar ist der Stellenzuwachs weiterhin ordentlich, doch hinterlässt die straffere Geldpolitik mehr und mehr Bremsspuren“, so die Einschätzung der Commerzbank-Experten Christoph Balz und Bernd Weidensteiner: „Sollte es nicht zu einer bösen Überraschung bei den bis zur Dezember-Sitzung noch anstehenden Inflationsdaten kommen, wird die Fed auch auf der letzten Sitzung im Jahr 2023 die Zinsen nicht erhöhen.“ Nach Ansicht der beiden Ökonomen ist der Zinsgipfel bereits erreicht.

Mit Blick auf den Inflationsdruck achtet die Fed auch auf das Lohnwachstum. Die durchschnittlichen Stundenlöhne legten im Oktober um 4,1 Prozent zum Vorjahr zu. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich ein Plus von 4,0 Prozent erwartet. Im Vormonat hatte sich jedoch ein Zuwachs von aufwärts revidiert 4,3 Prozent ergeben: „Alles in allem sollte sich die Fed von den Zahlen nicht unter Handlungsdruck gesetzt sehen“, so das Fazit von Ökonom Ralf Umlauf von der Helaba.

Märkte setzen auf Zinssenkungen

Die Fed hat ihre Zinsen innerhalb von 16 Monaten elfmal angehoben, um die Inflationsrate von zeitweise über zehn Prozent auf die Zielmarke von 2,0 Prozent zurückzubringen. Die vielen Schritte wirken sich immer stärker auf die Wirtschaft aus.

Nach dem Beschluss der Notenbank am Mittwochabend, die Zinsen zum zweiten Mal in Folge unverändert zu lassen, setzen die Märkte auf baldige Zinssenkungen. Da steigende Zinsen den Märkten zusetzen, beflügeln die angepassten Erwartungen die Kurse nun.

Die Jobdaten stärken diese Erwartung, was sich unter anderem an den Bondmärkten ablesen lässt. Die Rendite für zehnjährige US-Anleihen – die Benchmark an den internationalen Märkten – ist in dieser Woche deutlich gefallen. Am Freitagnachmittag liegt sie bei 4,5 Prozent. In der Vorwoche war sie noch über die Marke von fünf Prozent gestiegen. Bonds mit einer Laufzeit von zwei Jahren – diese reagieren sensibler auf angepasste Zinserwartungen – werfen 4,86 Prozent ab.

Einzelwerte im Fokus

Apple: Der Technologiekonzern vermeldete gestern dank der hohen iPhone-Nachfrage einen Quartalsgewinn von 22,9 Milliarden Dollar. Das ist ein Plus von knapp elf Prozent. Im gesamten abgelaufenen Finanzjahr hat Apple eine Marge von 44,1 Prozent erzielt. Auch das ist ein Rekordwert.

An der Wall Street reagierten die Anleger wenig euphorisch. Die Apple-Aktie liegt im frühen Handel 1,4 Prozent tiefer. Grund für die schlechte Stimmung sei laut Analysten die Sorge um die weitere Entwicklung des Konzerns in den kommenden Monaten. Das Geschäft in China, der drittgrößte Markt des Unternehmens, büßte an Umsatz ein.

Fortinet: Die Aktien fällt um 22 Prozent, nachdem das Cybersicherheitsunternehmen die Gewinnerwartungen verfehlte und einen schwachen Ausblick für das laufende Quartal gab. Fortinet büßte im dritten Quartal einen Umsatz von 1,33 Milliarden US-Dollar ein und kündigte für das laufende Quartal Umsätze zwischen 1,38 und 1,44 Milliarden US-Dollar an. Beide Werte bleiben hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Sie haben im dritten Quartal mit 1,35 Milliarden Dollar gerechnet und für das laufende Quartal eine Schätzung von 1,5 Milliarden Dollar abgegeben.

Block: Die Ergebnisse des Bezahldienstleisters für das dritte Quartal übertreffen indes die Schätzungen der Analysten. Der Gewinn pro Aktie betrug 55 Cent. Erwartet wurden 47 Cent. Der Umsatz lag bei 5,62 Milliarden US-Dollar. Die Aktie steigt um 15 Prozent.

Bill Holdings: Die Aktien des Softwareunternehmens legen um 1,3 Prozent zu, obwohl der Konzern seine Gewinn- und Umsatzprognose für das gesamte Geschäftsjahr gesenkt hatte.

Expedia: Nach einem starken Bericht für das dritte Quartal steigen die Titel der Reisebuchungsplattform um 15 Prozent. Expedia gab am Donnerstag seine Geschäftszahlen bekannt, die die Erwartungen der Analysten übertrafen: Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag bei 5,41 US-Dollar, der Umsatz bei 3,93 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten 4,93 US-Dollar pro Aktie und einen Umsatz von 3,86 Milliarden US-Dollar prognostiziert.

Live Nation: Die Titel des US-Ticketanbieters legen um ein halbes Prozent zu. Bei seiner Ergebnispräsentation am Donnerstag hatte der Konzern die Erwartungen der Analysten für das dritte Quartal deutlich übertroffen. Zum Erfolg trugen auch die hohe Nachfrage nach Tickets für die Konzerte der US-Musikerinnen Taylor Swift und Beyoncé bei.

Paramount Global: Das Medienunternehmen verdiente im dritten Quartal bereinigt 30 Cent pro Aktie bei einem Umsatz von 7,13 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten mit zehn Cent pro Aktie und einem Umsatz von 7,10 Milliarden US-Dollar gerechnet. Die Aktien verteuern sich um mehr als neun Prozent.

Uber: Die Aktie des Fahrdienstleisters gewinnt mehr als zwei Prozent, nachdem Analysten die Aktie von „Sector Weight“ auf „Overweight“ hochgestuft hatte.

rtr
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