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Nach RekordumsatzWarum Ikea jetzt die Preise senken will

Kundenansturm in den Filialen des schwedischen Möbelherstellers: Ikea verzeichnet einen Umsatzrekord. Doch wegen der Inflation sparen viele Verbraucher – helfen soll nun eine Preisoffensive. 08.11.2023 - 11:40 Uhr

Trotz Online-Handel: Möbelhäuser wichtig für den Möbelriesen Ikea.

Foto: REUTERS

Teurere Rohstoffe, höhere Energiepreise: Noch Ende 2021 hatte Ikea weltweit die Preise im Schnitt um neun Prozent erhöht. Geschadet hat es dem schwedischen Möbelriesen allerdings nicht. In Deutschland verzeichnete Ikea im vergangenen Jahr trotz der Preissenkungen einen Rekordumsatz. Nun soll wieder an der Preisschraube gedreht werden – allerdings in die andere Richtung: „Mit Start in das Geschäftsjahr 2024 investieren wir massiv in Preissenkungen, mit dem Ziel, rund 800 Produkte günstiger anzubieten“, sagte Deutschland-Chef Walter Kadnar der Deutschen Presse-Agentur.

Kunden sollten sich allerdings nicht zu früh freuen, denn die Pläne betreffen nur knapp ein Zehntel des Sortiments – insgesamt führt Ikea Deutschland rund 10.000 Artikelnummern. Darunter seien allerdings unter anderem beliebte Schrank- und Regalsysteme, verspricht Ikea. Wie stark die Preise sinken sollen, sagte Kadnar nicht. Es gehe um „deutliche Preisschnitte“, betonte er. Grund für die Preisoffensive sei, dass das Budget der Menschen für Möbel und Einrichtung angesichts der hohen Inflation geschrumpft sei, sagte Kadnar. Ziel bleibe es, erschwinglich für die breite Masse zu bleiben. „Zugleich kommen nun auch Menschen zu Ikea, die zuvor in einer höheren Preisklasse eingekauft haben.“

Bereits im Oktober hatte der größte Eigner der Ikea Einrichtungshäuser, die Ingka Group, nach Berichten der Nachrichtenagentur Reuters angekündigt, die Kunden mit Preissenkungen anzulocken. Damals teilte Ingka-Group-Chef Jesper Brodin mit, dass je nach Markt vor allem die Preise für Aufbewahrungsartikel wie Schubladen, Regale, Kleiderschränke und Küchenutensilien fallen sollen. Das beliebteste Ikea-Regal Billy sei bereits im Geschäftsjahr 2023 um 20 Prozent billiger geworden.

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von Stephan Knieps

Im vergangenen Geschäftsjahr 2022/2023 (bis Ende August) ließ Ikea Deutschland Umsatzeinbußen in der Corona-Pandemie weit hinter sich. Der Erlös wuchs nach Angaben von Mittwoch um 13,3 Prozent auf gut 6,4 Milliarden Euro. Die Zahl der Besucher in den 54 Einrichtungshäusern stieg um rund 11 Prozent auf 81,8 Millionen. Der Rekord von etwa 97 Millionen Besuchern von vor der Pandemie wurde aber verfehlt.

Ikea, Deutschlands größter Möbelhändler mit fast 19.500 Beschäftigten, ist im Umbruch und baut das Digitalgeschäft aus. Im vergangenen Geschäftsjahr kauften 5,6 Millionen Menschen online bei Ikea ein, der Umsatz stieg um 6,9 Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro. Die Online-Verkäufe machten mit 23,2 Prozent knapp ein Viertel des Umsatzes ohne Lebensmittel aus – ähnlich wie ein Jahr zuvor.

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„Ziel ist es weiter, unser Online-Geschäft auszubauen, auch wenn die zweistelligen Zuwachsraten wie in der Pandemie erst einmal vorbei sind“, sagte Kadnar. Ikea Deutschland investiere viel in dem Bereich, etwa in sein Online-Planungstool für Küchen und Kleiderschränke. Auch das Geschäft mit Bestellungen im Netz und Abholen vor Ort floriere.

Zugleich blieben die Einrichtungshäuser das zentrale Element, betonte Kadnar. Dort profitiert das Unternehmen von Impulskäufen der Kunden beim Bummeln. Allerdings leiden diese unter dem wachsenden Online-Handel: Da immer mehr Kunden teurere Ikea-Artikel online bestellten, würden weniger kleine Haushaltsgegenstände wie Gläser oder Servietten gekauft, sagte Jon Abrahamsson, Chef von Inter Ikea gegenüber Reuters.

Die klassischen Filialen hat Ikea mit Planungsstudios in Metropolen wie Berlin und München ergänzt, wo sich Kunden etwa beim Kauf von Küchen beraten lassen können. Weitere dieser City-Filialen seien geplant, sagte Kadnar.

Deutschland ist für den gesamten Konzern der größte Einzelmarkt vor den USA, Frankreich und Großbritannien. In der Bundesrepublik hatte Ikea nach eigenen Angaben zuletzt einen Marktanteil von 9,1 Prozent, deutlich mehr als im Geschäftsjahr 2021/2022 mit 8,0 Prozent.

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dpa, rtr, akl
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