Balkonkraftwerke: Was Sie für die Installation einer Mini-PV-Anlagen wissen müssen
Balkonkraftwerke, auch bekannt als Mini-PV-Anlagen, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit als einfache und kostengünstige Möglichkeit, saubere Energie direkt vor Ort zu erzeugen.
Foto: imago imagesBalkonkraftwerke, auch bekannt als Mini-PV-Anlagen, gewinnen zunehmend Beliebtheit. Sie gelten als einfache und kostengünstige Möglichkeit, selbst saubere Energie zu erzeugen. Die Zahl der Balkonkraftwerke in Deutschland wächst auch 2025 weiter.
Laut einer Auswertung des Marktstammdatenregisters (MaStR) sind fast 850.000 „steckerfertige Solaranlagen“ registriert – mit einer Bruttoleistung von fast 735 Megawatt. Allein im vergangenen Jahr wurden mehr als 422.000 dieser Anlagen neu in Betrieb genommen. Es wird aber davon ausgegangen, dass die tatsächliche Zahl noch höher ist, da nicht alle Anlagen registriert werden.
Für viele Verbraucher scheinen die Vorteile eines Balkonkraftwerks auf der Hand zu liegen. Mit ihrer geringen Größe bieten sie Hausbesitzern die Möglichkeit, ihren eigenen Beitrag zur Energiewende zu leisten: Sonnenenergie wird in elektrische Energie umgewandelt und dann direkt in den heimischen Stromkreislauf eingespeist. Doch wie viel Leistung können die kleinen Anlagen tatsächlich erbringen? Wie hoch ist die potenzielle kWh-Einsparung? Und welche Voraussetzungen und Regeln müssen bei der Installation und Nutzung von Balkonkraftwerken in Deutschland berücksichtigt werden? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema auf einen Blick.
Was ist ein Balkonkraftwerk?
Ein Balkonkraftwerk ist eine kleine Photovoltaik-(PV)-Anlage, die speziell für den Einsatz auf Balkonen entwickelt wurde. Diese Form der Solarenergieerzeugung ist vor allem für den privaten Gebrauch gedacht und umfasst typischerweise Solarmodule, einen Wechselrichter und gegebenenfalls einen Batteriespeicher. Balkonkraftwerke sind in der Regel modular aufgebaut und können je nach Bedarf erweitert werden. Sie bieten Mietern und Wohnungseigentümern ohne eigenen Garten oder Dach die Möglichkeit, Solarenergie zu produzieren und so ihren Strombedarf teilweise oder vollständig zu decken. Balkonkraftwerke lassen sich darüber hinaus nicht nur an Balkonen montieren, sondern auch auf Dächern, Garagen oder auf dem Rasen im heimischen Garten. Die flexible Integration in die eigenen vier Wände gehört neben der Stromproduktion zu einem der größten Vorteile von Balkonkraftwerken.
Die Installation von Balkonkraftwerken ist in vielen Ländern unkompliziert und unterliegt weniger strengen Vorschriften als größere PV-Anlagen. Dies macht sie zu einer attraktiven Option für Personen, die ihren ökologischen Fußabdruck verringern und gleichzeitig ihre Energiekosten senken möchten.
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Was bringt ein Balkonkraftwerk wirklich und welche Vorteile hat es?
Ein Balkonkraftwerk bietet zahlreiche Vorteile. Durch die Nutzung von Solarenergie können Mieter und Wohnungseigentümer ihren eigenen Strom erzeugen und nutzen, was zu einer Reduzierung der Stromrechnung führen kann. Zudem trägt die Nutzung von Solarenergie zur Reduzierung der CO2-Emissionen bei und unterstützt den Übergang zu sauberer Energie, was die Umweltfreundlichkeit des Systems betont. Die Erzeugung von eigenem Strom macht die Nutzer weniger abhängig von großen Energieversorgern und steigenden Strompreisen und fördert somit ihre Unabhängigkeit.
Balkonkraftwerke wurden speziell für Balkone entwickelt – lassen sich aber auch an vielen anderen Orten anbringen – und benötigen daher wenig Platz, was besonders in städtischen Umgebungen praktisch ist. Die Installation ist in der Regel unkompliziert und erfordert keine aufwendigen Genehmigungsverfahren oder baulichen Veränderungen am Gebäude.
Balkonkraftwerke erreichen ihre maximale Leistung während der sonnenreichen Monate und insbesondere in den Mittagsstunden. Zu dieser Zeit kann die Solarstromproduktion die persönliche Stromnachfrage teilweise deutlich übertreffen. Nutzer könnten daher motiviert sein, während dieser Stunden mehr Strom zu verbrauchen, da dieser durch ihr installiertes Balkonkraftwerk kostenlos bereitgestellt wird.
Eine andere Möglichkeit, diesen überschüssigen Strom zu nutzen und ihn nicht ungenutzt verpuffen zu lassen – da Balkonkraftwerke entgegen großer PV-Anlagen keinen Strom einspeisen können und man dafür keine Vergütung vom Energieanbieter erhält – ist Bitcoin-Mining. Indem Nutzer Mining-Geräte während der hohen Stromproduktion in den Mittagsstunden in den Sommermonaten betreiben und sie auf die überschüssige Strommenge einstellen, könnte dieser Strom gezielt genutzt werden. Gleichzeitig könnten sie für die bereitgestellte Energie durch das Mining-Cashback in Form von Bitcoin erhalten und somit diesen Strom, der sonst ungenutzt verpuffen würde, monetarisieren. Entsprechende Geräte sind bereits für wenige hundert Euro zu erwerben. Somit hätten sich die Kosten für die Anschaffung eines solchen Kraftwerks schneller amortisiert.
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Wie viele Kilowattstunden können Balkonkraftwerke pro Jahr produzieren?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Denn: Die Menge an Kilowattstunden (kWh), die ein Balkonkraftwerk pro Jahr produzieren kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Größe des Balkons, der Ausrichtung des Balkons zur Sonne, der Sonneneinstrahlung am Standort, der Effizienz der Solarpanels und anderen Umgebungsbedingungen.
Typischerweise kann ein durchschnittliches Balkonkraftwerk mit einer Installationsfläche von etwa ein bis zwei Quadratmetern und einer guten Sonneneinstrahlung zwischen 200 und 400 kWh pro Modul und Jahr erzeugen. Diese Zahlen können jedoch je nach den genannten Faktoren stark variieren. Fachleute schätzen, dass Haushalte durch Balkonkraftwerke etwa zehn bis 20 Prozent ihres Strombedarfs selbst erzeugen können.
Was hat sich 2025 für Balkonkraftwerke geändert?
Seit dem 1. Januar 2025 profitieren Balkonkraftwerke in Deutschland von mehreren wichtigen Neuerungen. Dazu gehören:
- Die zulässige Modulleistung steigt auf 2.000 Watt, die Wechselrichterleistung bleibt bei 800 Watt gedeckelt.
- Gleichzeitig fällt Bürokratie weg: Statt doppelter Anmeldung genügt nun die Registrierung im Marktstammdatenregister, solange keine Einspeisevergütung beantragt wird.
- Mietern und Wohnungseigentümern spielt eine seit Ende 2024 geltende Gesetzesänderung in die Karten – Vermieter und Eigentümergemeinschaften dürfen Balkonkraftwerke nur noch aus triftigen Gründen ablehnen.
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Muss ich ein Balkonkraftwerk anmelden?
Ja. Die gesetzlichen Vorschriften verlangen, dass ein Balkonkraftwerk angemeldet wird. Falls Sie Interesse daran haben, Ihre eigene Mini-PV-Anlage zu betreiben, ist es erforderlich, dass Ihre Anlage im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur (MaStR) eingetragen wird.
Welche Leistung dürfen Balkonkraftwerke in Deutschland haben?
Seit Mitte Mai 2024 ist es erlaubt, maximal 800 Watt in das öffentliche Netz einzuspeisen. Die zulässige installierte PV-Leistung aller Module darf höchstens 2000 Watt betragen. Bei Balkonkraftwerken, die insgesamt mehr als 800 Watt erzeugen können, wird die Einspeisung durch die Wechselrichter gedrosselt. Die im Haushalt angeschlossenen Geräte nutzen vorrangig die Sonnenenergie, bevor sie auf den Strom des Versorgers zurückgreifen.
Die vorherige Begrenzung der Einspeiseleistung auf 600 Watt wurde durch das Solarpaket I der Bundesregierung erhöht. Dieses ist größtenteils am 16. Mai 2024 in Kraft getreten und soll sowohl die Nutzung von Solarstrom vom Balkon als auch die Inbetriebnahme der Geräte erleichtern.
Bei welchem Stromverbrauch lohnt sich ein Balkonkraftwerk?
Die Wirtschaftlichkeit eines Balkonkraftwerks ist von verschiedenen Faktoren abhängig, darunter die Anlagengröße, die lokale Sonneneinstrahlung, Installationskosten sowie die Stromtarife und mögliche Förderungen für erneuerbare Energien in der jeweiligen Region. Daher gibt es keine feste Grenze des Stromverbrauchs, ab der sich ein Balkonkraftwerk rentiert.
Im Allgemeinen eignen sich Balkonkraftwerke aufgrund ihrer begrenzten Kapazität eher für Haushalte mit einem niedrigen bis mittleren Stromverbrauch. Sie können dazu beitragen, einen größeren Anteil des Strombedarfs zu decken und somit die Stromrechnung zu reduzieren.
Vorteile und Nachteile: Was bringt ein Balkonkraftwerk im Winter?
Ein Balkonkraftwerk kann auch während der Wintermonate Energie erzeugen, allerdings können die Erträge abhängig von den klimatischen Bedingungen und der geografischen Lage variieren und wesentlich geringer ausfallen als in den Sommermonaten. Verschiedene Faktoren beeinflussen die Leistungsfähigkeit der Anlage während dieser Zeit.
Die Sonnenintensität im Winter kann je nach Breitengrad und Wetterbedingungen variieren. Regionen mit weniger Sonnenstunden im Winter können daher tendenziell geringere Erträge aufweisen. Die Neigung und Ausrichtung der Solarmodule spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, um das Maximum an Sonnenlicht einzufangen. Im Winter sollten sie idealerweise so positioniert sein, dass sie die maximale Sonneneinstrahlung erhalten. Schnee kann die Energieerzeugung beeinträchtigen, indem er das Sonnenlicht blockiert. Es ist wichtig, Schnee regelmäßig von den Modulen zu entfernen, um die Leistung zu optimieren. Ebenso können Verschmutzungen wie Staub oder Vogelkot die Effizienz der Module verringern. Eine regelmäßige Reinigung ist daher unerlässlich.
Obwohl Solarmodule bei niedrigeren Temperaturen tendenziell effizienter arbeiten, können extreme Kälteperioden vorübergehend die Leistung beeinträchtigen.
Hinweis: Dieser Artikel erschien erstmals im Februar 2024 bei der WirtschaftsWoche. Wir haben ihn aktualisiert und zeigen ihn aufgrund des Leserinteresses erneut.
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