1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Geldanlage
  4. Bitcoin Steuer 2025: So versteuern Sie BTC-Gewinne richtig

Bitcoin-Steuer 2025Haltedauer in Gefahr? Was Anleger zur Versteuerung von BTC wissen müssen

Das Finanzamt schlägt bei Gewinnen mit Bitcoin zu. Worauf Anleger bei der Steuererklärung achten müssen und wie sich Geld sparen lässt. Ein Überblick.Sören Imöhl 02.04.2025 - 21:17 Uhr

Auch Krypto-Gewinne müssen in gewissen Fällen in Deutschland versteuert werden. Was es zu beachten gilt und wie sich Steuern sparen lassen.

Foto: REUTERS

Bitcoin versteht sich als ein Bollwerk gegen das staatliche Geldmonopol. Dabei muss man allerdings beachten: Wer mit Bitcoin handelt, muss Steuern zahlen. Zumindest dann, wenn er in Deutschland seine BTC innerhalb einer Einjahresfrist für Euro oder Dollar verkauft oder Gewinne aus Bitcoin in sogenannte Altcoins oder anders herum tauscht.

Derartige Gewinne aus dem Handel mit der Kryptowährung müssen in der Steuererklärung dem Finanzamt gemeldet werden. Übermittelt man dem Finanzamt seine Gewinne nicht, droht im schlimmsten Fall der Tatbestand der Steuerhinterziehung. Zwar sind die Steuerregeln bei Investments mit Kryptowährungen umstritten, werden aber bisher so angewendet. Die gewohnten Regelungen zur Einjahresfrist könnten aber schon bald Geschichte sein. In den Koalitionsverhandlungen von SPD und CDU/CSU wird derzeit um eine Neugestaltung der Besteuerung von Kryptoerträgen gestritten. Diese hätte Folgen für zahlreiche Anleger.

Wir zeigen, was aktuell bei der Besteuerung von BTC gilt, was dabei zu beachten ist und was sich steuerlich bald ändern könnte. Ein aktueller Überblick.

Steuern auf Bitcoin 2025: So versteuern Sie BTC-Gewinne

Wie wird Bitcoin versteuert? – So wird BTC in Deutschland steuerlich betrachtet

Bitcoin ist in Deutschland kein gesetzliches Zahlungsmittel. Stattdessen stuft das Bundesfinanzministerium Bitcoin – und alle anderen digitalen Währungen – derzeit noch als privates Geld ein. Rechtlich gelten sie damit als „anderes Wirtschaftsgut“ und werden daher auch anders behandelt als beispielsweise Gewinne aus Aktiengeschäften. Denn bei Aktiengewinnen handelt es sich um Einkünfte aus Kapitalvermögen. Das bringt einen großen Vorteil für Bitcoin-Anleger mit sich: Da ihr Gewinn nicht als Kapitalertrag gewertet wird, fällt auch keine Abgeltungssteuer an.

Verkauft ein Anleger seine BTC-Anteile privat, fällt diese Transaktion unter die privaten Veräußerungsgeschäfte. Dazu zählt auch der Tausch in andere Kryptowährungen: Will ein Anleger also Gewinne aus einem bestimmte Altcoin in Bitcoin wechseln oder anders herum, muss der Tausch ebenfalls in der Steuererklärung vermerkt werden.

Lesen Sie auch: Bitcoin, nicht Krypto: Unterscheidet endlich!

Wann müssen Privatanleger in Deutschland Steuern für Bitcoin-Handel zahlen?

Wann Privatanleger ihre Bitcoin-Gewinne versteuern müssen, ist aktuell von der Haltedauer abhängig. Bitcoin hat aktuell eine einjährige Spekulationsfrist. Das bedeutet: Halten Anleger ihre BTC für ein Jahr – also mindestens über einen Zeitraum von 365 Tagen – in ihrer Wallet, ist der Verkauf nicht steuerpflichtig. Verkaufen Anleger ihre Anteile hingegen vor dem Verstreichen dieser Frist, muss der Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden. Hier gilt: Zu versteuern ist nicht das gesamte Investment, sondern die Differenz zwischen dem erzielten Verkaufspreis und den Anschaffungskosten.

Bei der Versteuerung von Bitcoin und allen weiteren Kryptowährungen gilt seit dem 1. Januar 2024 außerdem eine Freigrenze von 1000 Euro pro Jahr. Diese lag zuvor noch bei 600 Euro.

Steuererklärungsfrist: Bis wann muss die Steuererklärung 2024 abgegeben werden?

Für die Erklärung zum Steuerjahr 2024 haben Steuerpflichtige bis einschließlich 31. Juli 2025 Zeit. Lassen Sie die Erklärung durch einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein anfertigen, gilt für die fristgerechte Einreichung der 30. April 2026.

Wird die Erklärung zu spät eingereicht, gilt für jeden angefangenen Monat der Verspätung ein Verspätungszuschlag von 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, mindestens aber 25 Euro.

Grundlegendes zum Thema Bitcoin (BTC):

Wichtig: Die reguläre Frist für die freiwillige Steuererklärung von Arbeitnehmern beträgt in der Regel vier Jahre, was den Großteil der Erwerbstätigen betrifft. Es ist jedoch zu beachten, dass bei privaten Veräußerungsgeschäften wie beispielsweise dem Handel mit Bitcoin, bei denen ein Gewinn von über 1000 Euro pro Steuerjahr erzielt wird, diese Vierjahresfrist nicht greift. Stattdessen müssen in diesem Fall die Fristen und Abgabetermine einer Pflichtabgabe der Steuererklärung berücksichtigt werden.

Bitcoin (BTC) versteuern: Sind Freigrenze und Freibetrag das Gleiche?

Nein. Die Freigrenze und der Freibetrag sind nicht identisch. Übersteigen die Gewinne aus Bitcoin-Geschäften die Freigrenze von 1000 Euro auch nur um einen Euro, muss der gesamte Veräußerungsgewinn versteuert werden. Beim Freibetrag gilt hingegen, dass nur die Summe versteuert werden muss, die über dem festgelegten Betrag liegt.

Wo trage ich Gewinne aus dem Handel mit Bitcoin in der Steuererklärung ein?

Anleger müssen Gewinne aus dem Bitcoin-Handel in der Anlage SO der Einkommenssteuererklärung aufführen.

Wann müssen Unternehmen Steuern für den Handel mit Bitcoin (BTC) zahlen?

Handeln Unternehmen gewerblich mit Bitcoin, verhält es sich mit der Besteuerung anders als bei privaten Anlegern. Denn hier gilt der Handel nicht als privates Veräußerungsgeschäft – so existieren auch keine Vorteile bei einer einjährigen Haltedauer. Die Coins gehören zum Betriebsvermögen und müssen entsprechend behandelt, angegeben und versteuert werden.

Wird die Haltedauer bald abgeschafft? Was plant die neue Regierung für die Einjahresfrist?

In den Sondierungsgesprächen zwischen Union und SPD ging es im März 2025 auch um Reformen des Steuerrechts. Die Arbeitsgruppe Haushalt, Finanzen und Steuern, welche Matthias Middelberg (CDU), Florian Oßner (CSU) und Dennis Rohde (SPD) leiteten, war sich besonders uneins. Zu den zahlreichen Streitpunkten zählte auch die Besteuerung von Erträgen aus Kryptowährungen. Der widmeten die Verhandler zwar nur einen einzigen Satz. Dieser könnte jedoch für viele BTC-Anleger von Bedeutung sein. Auf Seite drei des Protokolls der Arbeitsgruppe ist zu lesen: „Einkünfte aus Kryptowährungen besteuern wir wie Kapitaleinkünfte. Dabei findet sich der Zusatz: „Den Abgeltungssteuersatz auf private Kapitaleinkünfte erhöhen wir auf 30 Prozent.“

Die Passage ist jedoch rot gekennzeichnet. Ist ein Textabschnitt in dem Protokoll rot oder blau geblieben, konnten sich die Verhandler nicht auf eine gemeinsame Line einigen. Bei den roten Textpassagen geht es um SPD-Positionen. Nach dem Willen der Sozialdemokraten soll also eine neue Gesetzesgrundlage für Gewinne aus Bitcoin geschaffen werden. Den Plänen zufolge gelten Bitcoin-Verkäufe dann nicht mehr als private Veräußerungsgeschäfte. Sie würden genau wie Verkäufe von Aktien, Anleihen oder ETFs besteuert. Gewinne aus Bitcoin wären damit als Kapitalerträge zu betrachten. Für die Summe der Kapitalerträge gilt derzeit ein jährlicher Freibetrag von 1000 Euro. Darüber fällt die Kapitalertragssteuer von 25 Prozent (plus ggf. Kirchensteuer und Soli) an. Wie dem Protokoll zu entnehmen ist, will die SPD auch diese Steuer von 25 auf 30 Prozent erhöhen. 

Nach einem Jahr Haltedauer bliebe der Gewinn aus Bitcoin nicht steuerfrei, sondern würde oberhalb von 1000 Euro mit 30 Prozent besteuert. Ob es jedoch tatsächlich so kommt und ab wann eine Neuregleung gelten könnte, ist unklar. Über die neuen Regeln für Bitcoin müssen sich nun die CDU/CSU- und SPD-Spitzen final einigen. CSU-Chef Markus Söder hatte Steuererhöhungen infolge der Leaks aus den Arbeitsgruppen bereits öffentlich verneint.

Wie berechne ich den Gewinn aus dem Bitcoin-Handel?

Anleger kaufen Bitcoin oft zu unterschiedlichen Kursen. Einerseits, weil der Kurs von Bitcoin stark schwankt. Andererseits, weil BTC auf den Kryptobörsen wie Coinbase, Kraken, Binance, Relai, Coinfinity und Co. zu unterschiedlichen Preisen gehandelt werden.

Prinzipiell muss für die Gewinnberechnung der Anschaffungspreis vom Veräußerungspreis abgezogen werden. Anleger haben zwei Möglichkeiten, wie sie ihre Gewinne errechnen können – und so eventuelle Rückfragen des Finanzamtes stichhaltig beantworten können.

Eine klare gesetzliche Regelung, welche Methode anzuwenden ist, gibt es bislang nicht. Orientierung geben Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) zur Besteuerung von Kryptowerten. In einem Schreiben aus dem Jahr 2022 wird auf die Durchschnittsmethode hingewiesen. Hier wird der persönliche Durchschnittspreis aller erworbenen Krypto-Einheiten ermittelt. Die Differenz zum Marktpreis ist der Gewinn. Diese Methode ist relativ simpel. Viele Anbieter weisen den Durchschnittspreis aus.

Lesen Sie auch: Bitcoin Sparplan: So besparen Sie Bitcoin via DCA

Berechnungsmöglichkeit 1: Bitcoin-Gewinne mit der FIFO-Methode berechnen

Zuvor hatte das BMF ausdrücklich auf die FIFO-Methode verwiesen. Bei der FIFO-Methode („First in – First out“) gehen Sie davon aus, dass die Coins, die Sie zuerst gekauft haben, auch als erstes wieder verkaufen. Dies kann sich besonders während eines Bullenmarktes – wenn die Kurse von Kryptowährungen anhaltend steigen – lohnen.

Das Gegenstück zur FIFO-Methode ist die LIFO-Methode („Last in – First out“). Dabei werden die zuletzt erworbenen Coins als erstes wieder veräußert. Allerdings: Dieses Verfahren wird in dem BMF-Schreiben nicht erwähnt. Auch die meisten Finanzämter tendieren eher zur FIFO-Methode oder zur Durchschnittsmethode.

Generell gilt bei der Versteuerung von Bitcoin und Co.: Haben Sie sich für eine der beiden Berechnungsmethoden entschieden, sind Sie gezwungen auch zukünftig bei dieser zu bleiben. Es kann also nicht je Steuerjahr die für die persönliche Situation günstigere Option gewählt werden.

Werbungskosten: Kann ich Kosten für eine Wallet oder die Gebühren des Brokers von der Steuer absetzen?

Ja. Anfallende Kosten wie etwa für das Konto bei der Kryptobörse, dem CFD-Broker oder des Wallets, in der die Coins gespeichert werden müssen, können in der Steuererklärung mit den Gewinnen verrechnet werden. Hinzu kommt, dass Anleger Verluste aus dem Bitcoin-Handel mit den Gewinnen aus dem vorhergehenden Jahr oder aus dem künftigen Jahr in Form eines Verlustvortrages gegenrechnen dürfen.

Lesen Sie auch: Cantillon-Effekt erklärt – warum die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer

Wie werden Bitcoin-Zertifikate, Bitcoin-ETNs und Bitcoin-ETFs in Deutschland versteuert?

Der Handel mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen am Spotmarkt unterliegt der persönlichen Einkommensteuer, sofern Gewinne innerhalb eines Jahres realisiert werden. Im Gegensatz dazu unterliegen Gewinne aus dem Handel mit Bitcoin- und Krypto-Zertifikaten in Deutschland einer festen Steuer von 25 Prozent.

Bei Bitcoin- und Krypto-ETNs gilt eine andere Regelung: Gemäß einem Schreiben des BMF vom 11. Mai 2022 sollen entsprechende ETNs mit physischem Auslieferungsanspruch wie direkter Besitz von Kryptowährungen behandelt werden. Sollte ein solcher ETN während seiner Laufzeit Coins ausschütten, müssen diese Gewinne dementsprechend in der Anlage SO in der Steuererklärung angegeben werden. Allerdings gibt es - anders als bei Geld-ETCs- bei Bitcoin-Produkten noch keine höchstrichterliche Entscheidung.

Bitcoin-Spot-ETFs sind bisher in Europa noch nicht zugelassen, jedoch in den USA. Deutsche Anleger können über ausländische Broker auch amerikanische Fonds erwerben. Allerdings ist hier Vorsicht geboten, da dabei eine sogenannte Quellensteuer anfällt. Falls ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht, wie im Fall der USA, kann die Quellensteuer mit der deutschen Abgeltungsteuer verrechnet und der Rest erstattet werden.

Hinweis: Dieser Artikel erschien erstmals im Januar 2022 bei der WirtschaftsWoche. Wir haben ihn aktualisiert und zeigen ihn aufgrund des Leserinteresses erneut.

Lesen Sie auch: Bitcoin Startpreis: Wie teuer war Bitcoin am Anfang?

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick