Dow Jones, S&P, Nasdaq: US-Börsen erholen sich dank Chip-Aktien
Gestützt auf eine Erholung bei Chip-Aktien legen die US-Börsen am Donnerstag zu. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gewinnt 0,4 Prozent auf 37.896 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 steht 0,3 Prozent höher bei 5036 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq steigt um 0,2 Prozent auf 15.667 Punkte.
Tech-Aktien wie Advanced Micro Devices, Nvidia und Broadcom legten bis zu 0,9 Prozent zu. Am Mittwoch hatte der Philadelphia Semiconductor Index mehr als drei Prozent verloren. „Im Allgemeinen werden die Fundamentaldaten die Chip-Aktien unterstützen, aber nach einer so starken Rally ist es nicht ungewöhnlich, dass es zu gewissen Gewinnmitnahmen kommt“, sagte Fiona Cincotta, leitende Marktanalystin bei City Index. Spekulationen auf sinkende Zinsen hatten den Sektorindex vergangenen Monat auf ein Rekordhoch getrieben.
Weniger erfreulich sind für Anleger die Äußerungen von US-Notenbanker John Williams. Die Fed sei nicht auf einen Weg Richtung Zinswende festgelegt, des Fed-Bezirks New York am Donnerstag auf einer Wirtschaftskonferenz in Washington. Wenn es die Datenlage erfordere, seien auch Erhöhungen möglich. Die Fed sei angesichts der starken Wirtschaft nicht in Eile, das Leitzinsniveau zu senken. Er erwarte gleichwohl, dass es letztlich sinken werde.
Laut US-Notenbankdirektorin Michelle Bowman ist offen, ob das geldpolitische Niveau im Kampf gegen die Inflation ausreichend hoch ist: „Ich denke, die Zeit wird zeigen, ob es restriktiv genug ist.“ Die Fortschritte beim Zurückdrängen der Inflation hätten sich verlangsamt, vielleicht seien sie derzeit sogar zum Stillstand gekommen, fügte das Direktoriumsmitglied der Fed hinzu.
Die Zentralbank, die am 1. Mai wieder über den Leitzins entscheidet, hält diesen aktuell in der Spanne von 5,25 Prozent bis 5,50 Prozent. Sie will die Inflation nachhaltig in Richtung ihres Zielwerts von 2,0 Prozent drücken.
Anträge auf Arbeitslosenhilfe auf konstantem Niveau
Ein schlechtes Zeichen für eine mögliche Zinswende gab es außerdem vom US-Arbeitsmarkt. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist in den Vereinigten Staaten zuletzt nämlich konstant geblieben. In der vorigen Woche stellten 212.000 Bürger einen Antrag auf staatliche Unterstützung, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte.
Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten mit 215.000 gerechnet, nach aufwärts revidiert 212.000 in der vorangegangenen Woche. Der weniger stark schwankende Vier-Wochen-Schnitt verharrte bei 214.500.
Der robuste Arbeitsmarkt ist ein weiteres Zeichen dafür, dass es der Fed bislang nicht gelingt, die überhitzte US-Wirtschaft mit ihrer restriktiven Geldpolitik abzukühlen.
Blick auf Einzelwerte
TSMC: Trotz positiver Geschäftsergebnisse im ersten Quartal fällt die Aktie des taiwanesischen Chipherstellers um 5,4 Prozent. Wegen eines Erdbebens Anfang April in Taiwan musste das Unternehmen einige Wafer, die für die Produktion von Halbleitern benötigt werden, verschrotten.
Tesla: Die Deutsche Bank hat das Papier des Elektroautoherstellers von „buy“ auf „hold“ herabgestuft. Teslas Aktienkurs sinkt in der Folge um 3,6 Prozent.
Ebay: Die Aktie des Onlinemarktplatzes steigt um 1,9 Prozent. Zuvor hatte die Investmentbank Morgan Stanley das Papier von „underweight“ auf „overweight“ hochgestuft. Ebays Aktie sei verglichen mit dem Konkurrenten Etsy unterbewertet, so die Analysten von Morgan Stanley.
Etsy: Morgan Stanley stufte Ebays Konkurrenten im Gegenzug von „equal weight“ auf „underweight“. Etsy Aktienkurs sinkt um 0,6 Prozent.