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Riedls Dax-RadarDie nächste Phase der Börsenrally hat begonnen

Schneller als erwartet dringt der Dax in neue Höhen vor. Neue Zuversicht bei Henkel, Infineon und Siemens Energy beflügeln. BMW ist günstig – und Continental reif für den Hoffnungslauf.Anton Riedl 10.05.2024 - 13:22 Uhr
Foto: Getty Images, PR, REUTERS

Mit zahlreichen Kaufsignalen beenden die weltweiten Börsen die im April eingeleitete Korrektur. Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100 überwinden ihre kurzfristigen Abwärtstrends, in die sie in der Korrekturphase der vergangenen Wochen geraten waren. In Europa hat der marktbreite Stoxx 600, in dem neben den EU-Titeln auch britische und Schweizer Aktien stecken, neue Höhen erreichen – ebenso wie der Dax, der sein altes Top um 18.500 Zähler ausgerechnet am Feiertag Christi Himmelfahrt um gut 200 Punkte übertroffen hat.

Motor der jüngsten Kurserholung ist zuallererst der amerikanische Bondmarkt. Hier hatte es Ende April eine Vorentscheidung gegeben, als die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen nach starken Wirtschaftsdaten noch einmal bis auf 4,73 Prozent hochschnellte, dann aber dennoch nach unten drehte und bis auf 4,5 Prozent abtauchte.

Diese Zinsentspannung ist für die Aktienbörsen besonders wichtig. Zum einen stützt dies die Hoffnung, dass die Anleihezinsen doch längere Zeit unter dem letztjährigen Hoch bei fünf Prozent bleiben. Zum anderen ist es eine Indikation dafür, dass die US-Notenbank Fed in der zweiten Hälfte dieses Jahres ihren Zinssenkungsprozess einleitet. Dass es am Währungsmarkt zu einer analogen Entwicklung gekommen ist und der Dollar-Index (in dem der Greenback gegen sechs zentrale Weltwährungen gerechnet wird) seit Anfang Mai nachgibt, ist dafür eine Bestätigung.

Zweiter fundamentaler Grund der Hausse ist die wiedererwachte Stärke Chinas. Die ist, nach enttäuschten Wachstumshoffnungen, schweren Immobilienturbulenzen und geopolitischen Ängsten nirgends so gut abzulesen wie am zentralen Aktienindex Shanghai Composite. Der hatte 2021 ein Top gebildet, ging 2022/23 in eine hektische Seitwärtsphase über und Anfang 2024 kam es zu einem Ausverkauf bis zum Coronatief bei 2700 Punkten. Seitdem aber hat der Shanghai-Index, gestützt und angeschoben von politischem Rückenwind, aus dem Stand wieder nach oben gedreht. Zwischen 3000 und 3100 Punkten gab es zunächst eine Konsolidierung – und nun durch den Ausbruch über 3100 Punkten ein vielversprechendes Kaufsignal. Mittelfristig sollte zumindest wieder die Zone um 3400 Punkten das Ziel sein.

Ein Comeback der chinesischen Wirtschaft ist für den Dax essenziell, weil die meisten Branchen, von Chemie bis Automobile, hier deutlich zweistellige Prozentanteile ihres Umsatzes erwirtschaften.

Schneller schlau: Diese Bilanzbegriffe sollten Sie kennen
HGB steht für Handelsgesetzbuch. Nach dessen Vorschriften müssen Unternehmen in Deutschland ihren Jahresabschluss vorlegen. Der Abschluss nach HGB ist für die auszuschüttenden Dividenden und die Steuerrechnung maßgeblich. Die internationalen Rechnungslegungsstandards nach IFRS, nach denen große Kapitalgesellschaften ihre Konzernbilanz aufstellen müssen, orientieren sich eher an den amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften nach US-GAAP. Die internationalen Regeln machen Konzernabschlüsse grundsätzlich besser vergleichbar, folgen aber anderen Grundsätzen, zum Beispiel bei der Bewertung von Unternehmenskäufen oder anderen Vermögenswerten.Leider werden die IFRS-Regeln deutlich häufiger vom International Accounting Standards Board (IASB) geändert, als dies bei den HGB-Vorschriften im deutschen Rechtssystem der Fall ist.
Die in eine Unternehmung eingebrachten (investierten), auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesenen Vermögenswerte, vor allem Grundstücke, Gebäude, Maschinen und maschinelle Anlagen, Beteiligungen, Vorräte, Forderungen etc. Grundsätzlich sind die Unternehmen verpflichtet, entgeltlich erworbene Vermögenswerte zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu aktivieren. Der Wertminderung unterliegende Vermögensteile müssen während ihrer Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Die Aktivseite informiert über die Mittelverwendung, also in welchen Werten das beschaffte Kapital investiert ist. Aus der Zusammensetzung der Aktivseite können – begrenzt – Schlüsse auf die Leistungsfähigkeit der Unternehmung gezogen werden, bei Gegenüberstellung zur Passivseite gegebenenfalls auch auf die Zahlungsbereitschaft.
Die auf der rechten Seite der Bilanz stehenden Bilanzpositionen, im Wesentlichen Eigenkapital und Verbindlichkeiten. Die Passivseite der Bilanz zeigt die Quellen, aus denen ein Unternehmen finanziert wird.
Die Umsatzrendite beschreibt das Verhältnis von Gewinn und Umsatz eines Unternehmens. Sie beschreibt, welchen Teil des Umsatzes das Unternehmen als Gewinn verbuchen kann. Der Gewinn eines Unternehmens ist jedoch Schwankungen unterworfen (z.B. Branchenabhängigkeit, Produktabhängigkeit), die eine genaue Bestimmung der Rentabilität erschweren können. Die Umsatzrendite eignet sich vor allem für unternehmensinterne Vergleiche. Sie gibt Aufschluss darüber, welche Rendite die verschiedenen Geschäftsbereiche eines Konzerns erwirtschaftet haben.
Der Bestand an Kapital einer Unternehmung kann aus zwei Quellen zugeführt worden sein: Vermögen der Eigentümer durch: Einzahlung der Unternehmer, Einbehaltung angefallener Gewinne, also Selbstfinanzierung; Vermögen Dritter. Eigenkapital in weitester Deutung sind sämtliche den Gläubigern einer Unternehmung haftenden Mittel, also auch z.B. das Privatvermögen eines voll haftenden Gesellschafters. In engerer Fassung wird unter Eigenkapital das bilanzielle Eigenkapital verstanden, das als Residualgröße aus den übrigen Positionen der Bilanz ermittelt werden kann, wodurch sich die Abhängigkeit des Kapitalausweises von den Bewertungen der Bilanzposten erklärt. Rechnerisch ergibt sich seine Höhe aus der Gleichung: Eigenkapital = Vermögen (Aktivseite der Bilanz) – Schulden – Einlageneinbehaltene Gewinne – Entnahmen – eingetretene Verluste
Die Eigenkapitalquote beschreibt die Beziehung zwischen Eigen- und Gesamtkapital. Dazu wird das auf der Passiva-Seite einer Bilanz ausgewiesene Kapital ins Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt. Je mehr Eigenkapital ein Unternehmen zur Verfügung hat, desto besser ist in der Regel die Bonität eines Unternehmens, desto höher ist die finanzielle Stabilität und desto unabhängiger ist das Unternehmen von Fremdkapitalgebern. Da Eigenkapital jedoch teurer ist als Fremdkapital belastet eine hohe Eigenkapitalquote die Rendite auf das eingesetzte Kapital.
Als Dividende bezeichnet man den Anteil am Gewinn, der je Aktie vom Unternehmen ausgeschüttet wird. Die Hauptversammlung beschließt nach dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat über die Höhe. Die Dividende ist immer vom Bilanzgewinn abhängig und kann daher schwanken oder auch ganz ausfallen, etwa wenn die Ertragslage schlecht ist. Sie kann sogar aus den Rücklagen finanziert werden, wenn die Unternehmensgewinne nicht ausreichen.
Die Equity-Methode kommt bei der Bilanzierung von Unternehmensbeteiligungen zum Einsatz, an denen der Konzern weniger als 50 Prozent der Anteile hält. Dabei wird der Umfang der Beteiligung am Eigenkapital der Beteiligungsgesellschaft als Grundlage genommen, um den bilanziellen Anteil an Vermögenswerten in der Konzernbilanz abzubilden. Die wesentliche Größe ist dabei der anteilige Anspruch auf den Gewinn, der dem Konzern aus der Beteiligung zusteht. 100-prozentige Tochterunternehmen sind in einer Konzernbilanz hingegen unsichtbar, weil sie in den regulären Bilanzposten enthalten sind.
Während nach HGB in vielen Fällen die Anschaffungskosten von Finanz- und Sachanlagen in die Bilanz einflossen, fordert die Bilanzierung nach IFRS vorrangig eine Bewertung, die sich an den Marktpreisen orientiert. Existiert für diese Vermögenswerte kein Markt, wird der Bar- oder Zeitwert einer Vermögensposition durch die abgezinsten, monetären Vorteile, die dem Konzern bis weit in die Zukunft daraus erwachsen, durch finanzmathematische Verfahren und aufgrund von Schätzungen im Finanzplan ermittelt. Diese Bewertung nach Fair Value soll ein realistischeres Bild von Vermögenswerten liefern, als die puren Anschaffungspreise.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt: Latente Steuern sind noch nicht entstandene Steuervor- und nachteile. Zumeist sind sie in nennenswerter Höhe unter den Aktiva einer Bilanz zu finden. Dabei handelt es sich überwiegend um sogenannte Verlustvorträge, die einer Steuerersparnis entsprechen. Macht ein Unternehmen Verlust, erwartet aber in Zukunft wieder Gewinne, können die bereits entstandenen Verluste die Steuerlast in den kommenden Jahren mindern. Die dann zu erwartende Steuerersparnis können Konzerne laut IFRS als Vermögenswert in der Bilanz ansetzen. Diese verbessern das Konzernergebnis, obwohl sie davon abhängen, dass ein Unternehmen den Weg in geplantem Umfang zurück in die Gewinnzone schafft. Passive latente Steuern sind entsprechend Steuerschulden, die erst in der Zukunft entstehen. Macht ein Konzern Verlust, bilanziert aber keine aktiven latenten Steuern, bedeutet das im Umkehrschluss, dass der Wirtschaftsprüfer nicht an einen Rückkehr in die Gewinnzone glaubt.
Im Zuge einer Unternehmenssanierung trennen sich Konzerne oftmals von ganzen Geschäftsbereichen. Um dem Leser einer Bilanz möglichst große Transparenz zu bieten, werden zum Verkauf stehende Geschäftsbereiche gesondert in der Bilanz aufgeführt. Damit wird die Bilanz um Unternehmensteile bereinigt, die in Zukunft wegfallen sollen. Gelingt der Verkauf jedoch nicht, kann das aber auch revidiert werden. Dann fließen die Bilanzgrößen der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche zurück in die Bilanz.
Kapital- und Gewinnrücklage unterscheiden sich in der Art ihrer Entstehung. Die Gewinnrücklage speist sich aus den Jahresüberschüssen der Vorjahre und sind quasi das Sparschwein eines Unternehmens. Die Kapitalrücklage hingegen speist sich aus Einzahlungen der Gesellschafter. Insbesondere für Mittelständler sind Kapitalrücklagen ein Steuersparmodell für die Eigentümer. Wie eine Schenkung an das Unternehmen lassen sich Gelder in der Bilanz parken, auf Beschluss der Eigentümer und er Geschäftsführung jedoch auch wieder auflösen. Aktienrückkäufe, wie sie zur Kurspflege derzeit bei vielen Börsenunternehmen beliebt sind, speisen sich zumeist aus Gewinn- und Kapitalrücklagen. Werden sie aus dem Handel genommen, senken sie in Höhe ihres Nominalwertes das gezeichnete Kapital, dass unter den Passiva zum Eigenkapital des Konzerns zählt.
Hinter den sperrigen Begriffen verbirgt sich nichts anderes, als das flüssige Geld in der Unternehmenskasse. Hierzu zählen insbesondere die jederzeit verfügbaren liquiden Mittel auf Firmenkonten, aber auch andere Zahlungsmittel breiter Akzeptanz, zum Beispiel Goldmünzen, oder Wertpapiere.

Henkel mit reichlich Nachholbedarf zu Beiersdorf

Positiv überraschen konnte zuletzt Henkel. Nach langer Unsicherheit ist es dem Düsseldorfer Konsumchemiker gelungen, im ersten Quartal besser abzuschneiden als erwartet: Der Umsatz kletterte organisch (bereinigt um Wechselkurse und Unternehmenskäufe sowie Verkäufe) um drei Prozent auf 5,3 Milliarden Euro, für das Geschäftsjahr 2024 wird das mögliche Wachstum auf bis zu 4,5 Prozent angehoben. Beim Gewinn je Aktie gehen die Erwartungen auf bis zu 25 Prozent plus.

Positiv verlief in den vergangenen Monaten die Entwicklung der verkauften Mengen. Sie gingen vor einem Jahr noch um 5,4 Prozent zurück, nun ist das Minus auf 0,4 Prozent eingegrenzt. Das hat zwar auch mit dem Basiseffekt zu tun, zeigt aber dennoch eine Stabilisierung. Mit 3,4 Prozent sind die durchgesetzten Preissteigerungen zwar deutlich geringer als im vergangenen Jahr, angesichts der allgemein gesunkenen Inflationsraten ist das nicht verwunderlich.

Henkel-Aktien verlaufen seit 2022 in einer moderaten Aufwärtsbewegung. Mit der jüngsten Prognoseheraufsetzung ist der Sprung über die Hürde bei 75 Euro gelungen. Nachdem Konkurrent Beiersdorf schon seit zwei Jahren zu den stärksten Titeln im Dax gehört, hat Henkel Nachholbedarf. Die Bewertung ist vertretbar, das nächste mittel- bis langfristige Kursziel liegt bei knapp 100 Euro.

Siemens Energy hat wieder Wind im Rücken

Im Gegensatz zu den letztjährigen Enttäuschungen kann der Energietechniker Siemens Energy seine Prognosen nun auch einmal anheben. Gründe dafür sind ein starkes Netzgeschäft und die fortschreitende Sanierung des angeschlagenen Windanlagen-Ablegers Siemens Gamesa. Der schreibt zwar nach wie vor rote Zahlen, aber eben nicht mehr so hoch, wie bisher befürchtet.

Besonders eindrucksvoll ist die Wende bei den Ertragszahlen von Siemens Energy. Noch vor einem Jahr standen nach der halben Saison 787 Millionen Euro Minus zu Buche, jetzt ist es ein Plus von 1,7 Milliarden. Mit diesem Ergebnis hat Siemens Energy im Gegensatz zur pessimistischen Stimmung der vergangenen Monate sein Comeback offensichtlich geschafft. Dass die Schätzungen der Banken für das aktuelle Geschäftsjahr (bis September 2024) insgesamt nur von einem Nettogewinn von 1,1 Milliarden Euro ausgingen, zeigt das Ausmaß des positiven Swing.

Nachdem sich Aktien von Siemens Energy binnen sechs Monaten verdoppelt haben, steckt vom Turnaround schon reichlich in den Kursen. Spätestens bei etwa 25 Euro, dem Hoch des vergangenen Jahres, sollte es eine Kurspause geben. Danach könnte die Spanne zwischen 20 und 25 Euro zur neuen Einstiegszone werden.

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Infineon: Hoffnung auf eine bessere Saison 2025

Mit einem Kurssprung regiert die Infineon-Aktie auf die jüngsten Zahlen zur Mitte des laufenden Geschäftsjahres, das bis Ende September 2024 geht. Wegen abschwächender Nachfrage im Kerngeschäft Chips für Autos sowie Leistungshalbleiter für die Energiebranche dürfte der Umsatz in diesem Jahr wahrscheinlich nicht viel mehr als 15 Milliarden Euro erreichen, eine halbe Milliarde weniger als bisher erwartet.

Dazu wird es nach nur 981 Millionen Euro Nettogewinn in der ersten Hälfte der laufenden Saison schwer werden, die bisherigen Analysten-Prognosen von bis zu 2,5 Milliarden Euro zu erreichen. Und wenn jetzt Sparmaßnahmen eingeleitet werden, könnte dies kurzfristig auch noch die Kosten zusätzlich erhöhen. 2024 bleibt ein Übergangsjahr.

Die jüngsten Kursaufschläge an der Börsen sind ein Zeichen von Hoffnung, dass der Tiefpunkt bei Infineon erreicht sein könnte und 2025 dann die Erholung ansteht. Das ist durchaus möglich, nur zeigt eben die aktuelle Prognosekürzung, dass sich dieser Prozess länger hinziehen kann als erwartet. Auch wenn Infineon-Aktien nun erst einmal die letztjährigen Höhen um 38 Euro anlaufen, sollten Infineon bei der Vorlage der nächsten Zahlen nicht wieder mit einer Prognosekürzung dazwischenfunken.

Dämpfer für BMW, Zittern bei Continental

Einen Rückschlag müssen BMW-Aktien verkraften. Zwar konnten die Bayern im ersten Quartal vor allem dank guter Verkäufe teurer Modell den Umsatz mit 36,6 Milliarden Euro in etwa halten, doch die operative Marge des Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel mit 8,8 Prozent schwächer aus als erwartet. Das zeigt, wie sehr sich der Aufwand für den umfangreichen Start der neuen elektrischen Modellgeneration, der für 2025 geplant ist, finanziell bemerkbar macht. Dazu kommen hohe Kosten für IT-Projekte und Personal.

Vorteil für die Aktie: Durch die deutliche Kurskorrektur, die BMW-Stammanteile seit Anfang April schon absolviert haben, dürfte die Enttäuschung der schwächeren Ebit-Marge weitgehend verarbeitet sein. Selbst wenn die Gewinnaussichten ein Stück zurückgenommen werden, ist die Aktie günstig und rentabel genug, um mittelfristig den nächsten Anlauf zu starten. Basis dafür ist der Kursbereich um 100 Euro, den BMW-Anteile kurzfristig nun allerdings halten sollten.

Bei Continental hält die Enttäuschung an. Im ersten Quartal ging der Umsatz um fünf Prozent auf 9,8 Milliarden Euro zurück, netto rutschte das Unternehmen mit 53 Millionen Euro sogar in die roten Zahlen. Schon in den vergangenen Quartalen war die Entwicklung bei Conti eher mager – und nun ist wieder kein Ende der Durststrecke in Sicht.

Frustrierend für Aktionäre ist vor allem das schwache Abschneiden im zentralen Autozuliefergeschäft, in dem nach bisher mageren Gewinnen nun vor Zinsen und Steuern nun 205 Millionen Euro Minus entstanden. Selbst der wichtigste Gewinnbringer von Conti, die Reifen, konnten das trotz eines Ebits von 386 Millionen Euro in der Konzernrechnung nicht mehr ausgleichen. Profitabel, aber auch etwas nachgebend, ist die kleinere Sparte Contitech (Bänder, Dichtungen), die aber von der Rendite weit unter der Premiumsparte Reifen rangiert.

Immerhin, teuer sind Conti-Aktien nicht mehr. Bei rund 40 Milliarden Euro möglichem Jahresumsatz machen 12 Milliarden Euro Börsenwert gerade einmal das 0,3-Fache aus. Als rentabler Autozulieferer könnte Conti leicht eine doppelt so hohe Bewertung auf die Waage bringen. Damit besteht die Chance, dass die Aktie im Bereich des letztjährigen Tiefs um 58 bis 60 Euro wieder Boden findet. Allerdings dürfte das eine Zitterpartie bleiben, denn aus dem Schneider sind die Hannoveraner an der Börse erst, wenn die Aktie die Zone 75 bis 78 Euro nach oben nachhaltig hinter sich lässt.

Fazit für den Dax: Die Hoffnung auf eine Entspannung an den Zinsmärkten und auf eine Konjunktur, die besser läuft als noch vor wenigen Wochen befürchtet, stimuliert die Aktienmärkte. Die hohe Dynamik, mit der die Dax-Notierungen durch das bisherige Hoch um 18.500 Punkte drängen, ist ein Zeichen von Marktstärke. Die großen internationalen Aktienmärkte ziehen ebenfalls an, eine wichtige Bestätigung.

Nach einer Korrektur, die mit vier Wochen etwas knapp ausgefallen ist, dürfte der Dax seinen Rekordlauf fortsetzen. Kurzfristig wäre eine Bestätigung des Break-Niveaus um 18.500 Punkten nicht verwunderlich, neue Käufer aber sollten den Markt dann von da aus wieder nach oben drehen lassen. Ein Rückfall unter 18.500 wäre ein Warnsignal, ein Rutsch unter 17.700 sogar gefährlich. Die jüngste Marktstärke aber spricht nicht für eine weitere Zitterpartie, sondern dafür, dass der Dax jetzt erst einmal eine neue Phase seiner langen Hausse begonnen hat.

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