Übernahmepoker: Das könnte für Covestro-Aktionäre drin sein
Was ist für Covestro-Aktionäre drin?
Foto: imago imagesDer Übernahmepoker um den Chemiekonzern Covestro geht in die nächste Runde. Laut einem Bericht der „Financial Times“ (FT) vom Mittwoch, will das Ölunternehmen Abu Dhabi National Oil Company, kurz: Adnoc, bald ein Übernahmeangebot für Covestro vorlegen. Gespräche zwischen Adnoc und Covestro fänden bereits seit einem Jahr statt.
Laut der FT hat Adnoc vor, Covestro mit ungefähr 14,4 Milliarden Euro einschließlich Schulden zu bewerten.
Die Rechnung für Covestro-Aktionäre
Was bedeutet das für die Covestro-Aktie? Am Donnerstagmorgen wurden für einen Anteilschein von Covestro knapp unter 56 Euro bezahlt. Eine starke Kursreaktion auf die FT-Nachricht ist bisher ausgeblieben. Das Problem für Anleger ist nicht nur, dass noch kein offizielles Übernahmeangebot vorliegt, sondern auch, dass wichtige Details bisher nicht klar sind.
Noch kursiert kein Preis je Aktie, der gezahlt werden soll. Denn was genau für den Zweck der Übernahme zu den Schulden gezählt werden soll, ist noch unklar. Mit den bisherigen Eckdaten ist aber zumindest eine Annäherung möglich. Die Nettofinanzverschuldung in Höhe von 2,9 Milliarden, die Covestro im jüngsten Halbjahresbericht aufführt, könnte eine gute Rechengröße sein.
Diese Summe muss vom kolportierten Kaufpreis abgezogen werden. Covestro hatte zuletzt 188.740.330 Aktien ausstehen. Teilt man den um die Schulden bereinigten Kaufpreis durch die Zahl der Aktien, ergäbe sich ein Preis von 60,78 Euro je Aktie.
Stimmt die Berechnung, notiert die Aktie aktuell fast ein Zehntel unter dem wohl bald offiziell vorliegenden Angebot. Das ist zwar ein merklicher Abschlag, aber durchaus nachvollziehbar angesichts der vielen Unsicherheiten.
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