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  4. Diversität: Streit um Vielfalt – wie im Sandkasten

StreitwertWie im Sandkasten

Der Einsatz für Diversität erlebt derzeit harte Rückschläge. Schade. Denn es lohnt sich, Haltung zu wahren. Eine Kolumne.Nina Strassner 08.02.2025 - 13:07 Uhr

Mark Zuckerberg beklagt die fehlende „maskuline Energie“ in Konzernen. Damit steht er nicht alleine da – leider.

Foto: AP

Erinnern Sie sich, wie wir als Kinder reagierten, wenn jemand ständig die Spielregeln nicht eingehalten, geschubst und gebissen hat – und auch noch auf die Sandburg trat? So jemand durfte dann nicht mehr mitspielen. Leider haben sich einige dieser Kinder, die wir auch als erwachsene Persönlichkeiten kein Wochenende im Ferienhaus ertragen könnten, zu den mächtigsten Männern der Welt entwickelt, indem sie sich Buddys, Macht und Einfluss gekauft haben.

Anstatt das zu tun, was wir mit vier Jahren schon konnten, nämlich unser Spiel ohne sie weiterzuspielen, überlassen wir ihnen nun einfach den Sandkasten. Dabei sind wir doch viel mehr! Ja, wir haben unterschiedliche Meinungen darüber, was die richtige Strategie ist, um zu gewinnen, aber es eint uns der Wille zum Fairplay.

Elon Musk reckt den rechten Arm, und Javier Milei nennt das in Davos ein Zeichen von Begeisterung, obwohl auch ein Mittelfinger nicht „Ich liebe dich“ bedeutet – egal, wer ihn uns zeigt. Alice Weidel möchte die Ehe für homosexuelle Paare abschaffen, was für sie selbst kein Problem ist, denn sie sei „nicht queer, sondern nur mit einer Frau verheiratet, die sie seit 20 Jahren kennt“.

Toxische Maskulinität

Für Unternehmenserfolg braucht es weit mehr als Aggressivität

Mark Zuckerberg wünscht sich also mehr maskuline Energie. Ernsthaft? Er sollte mal ein paar deutsche Firmen besuchen. Ein Kommentar.

Kommentar von Varinia Bernau

Doch der Aufschrei bleibt aus. Mark Zuckerberg beklagt die fehlende „maskuline Energie“ in Konzernen. Und während ich mich noch frage, warum es wohl sinnvoll sein sollte, gemeinsam jetzt erst recht anzupacken, atmen viele erleichtert auf, weil ihnen die Diversity-Initiativen eh zu anstrengend waren.

Aber: Vielfalt ist kein Programm, sie ist ein Fakt. Deswegen geht sie auch nicht unter. Was gerne untergehen kann, das sind Diversitätsprogramme, die sich in Ladies’ Circles und dem Sponsoring von Regenbogenaufklebern erschöpfen und in den vergangenen Jahren zunehmend erschöpft haben. Wir wissen doch, dass es falsch ist, nicht nach Leistung, sondern nach Geschlecht zu besetzen. Aber eben auch, dass es noch lange nicht gut läuft und Wirtschaft mehr ist als maskuline Energie.

Bitte tun Sie deshalb unbedingt das, was Ihnen richtig erscheint. Zeigen Sie Haltung! Dort, wo es komplex wird, haben keinesfalls diejenigen den moralischen Kompass, die uns derzeit für dumm verkaufen – um dann auf unsere mühsam erarbeiteten Sandburgen des menschlichen Miteinanders herumzutrampeln.

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