Carsten Knobel: Henkel-Chef kritisiert Standort Deutschland: „Wir sind mit Handschellen unterwegs”
Henkel-Chef Carsten Knobel kritisiert den Standort Deutschland.
Foto: dpaDer Chef des Düsseldorfer Konsumgüterhersteller Henkel, Carsten Knobel, hat mit klaren Worten vor den Folgen der Überregulierung in Deutschland gewarnt. „Wir sind mit Handschellen unterwegs und kommen nicht voran“, sagte Knobel im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. Die Genehmigung von Projekten dauere zu lange. Hinzu kommen die im internationalen Vergleich teuren Energiekosten, hohe Löhne sowie teure Transport- und Materialkosten. Sein Fazit: „Die Industrie ist derzeit nicht in der Lage, Wachstum zu generieren.“ Darauf müsse auch eine neue Bundesregierung reagieren, so Knobel: „Alles, was jetzt entschieden wird, muss auf das Wirtschaftswachstum einzahlen.“
Henkels Materialpreise sind zuletzt massiv gestiegen. Einen Rekord erreichte die Kostensteigerung in den Jahren 2021 und 2022. In den beiden Jahren verteuerten sich Henkels Materialkosten um insgesamt drei Milliarden Euro. „Wir haben heute immer noch mit höheren Kosten zu kämpfen“, sagte Knobel. Verbraucher könnten deshalb nicht pauschal mit sinkenden Preisen rechnen. Ziel des Unternehmens müsse sein, durch Innovationen einen Mehrwert für die Kunden zu bieten und damit die Voraussetzung zu schaffen, „einen höheren Preis zu erzielen“, sagte Knobel.
Vor möglichen neuen US-Zöllen fürchtet sich Henkel nicht: Der Konzern habe in den vergangenen Jahren zahlreiche Herausforderungen überstanden, man werde auch mit möglichen Zöllen der neuen US-Regierung umgehen können. Aber klar sei auch: „Wenn es einen Zollkonflikt zwischen den USA und ihren Handelspartnern gibt, sei am Ende der Konsument der Verlierer.”
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