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ABBABB-Chef setzt auf den Trump-Boom – und fürchtet nicht die neue Konkurrenz aus China

Der Industriekonzern ABB investiert in die USA und sieht China als Herausforderung, aber nicht als Bedrohung.Horst von Buttlar 07.03.2025 - 15:18 Uhr

Das Logo des Schweizer Unternehmen ABB.

Foto: REUTERS

ABB-Chef Morten Wierod zeigt sich unbeeindruckt von Trumps Strafzöllen und einem drohenden Handelskrieg. Er sehe für den Schweizer Industriekonzern in den USA „in erster Linie Wachstum“, sagte Wierod im Gespräch mit der „WirtschaftsWoche“. „Wir haben dort in den letzten Jahren kontinuierlich investiert – insbesondere in den Bereichen Elektrifizierung und Automatisierung.“

ABB investiere verstärkt in Amerika, „aber nicht wegen Trump. Sondern weil wir dort wachsen!“

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ABB ist mit seinen 110.000 Mitarbeitern and 170 Standorten weltweit zwar auf einen reibungslosen Welthandel angewiesen. Doch längst passt sich der Konzern flexibel der Nachfrage vor Ort an. „Export spielt nicht mehr so die entscheidende Rolle, sondern vielmehr die Fähigkeit, Produktionskapazitäten in verschiedenen Regionen flexibel anzupassen“, so Wierod.

Den europäischen Markt sieht Wierod skeptischer. „Als europäisches Unternehmen würden wir gerne investieren“, so der ABB-Chef. „Aber Investitionen folgen dem Wachstum, und das sehen wir derzeit eher in Nordamerika und Asien.“

ABB-Chef Wierod

„Wir bleiben hungrig in China“

Morten Wierod, Chef des Schweizer Industriekonzerns ABB, spekuliert auf einen Trump-Boom. Und erklärt, warum er neue Wettbewerber aus China nicht fürchtet

von Horst von Buttlar

Es gebe zwar neue Impulse der EU-Kommission, aber ihm dauern die Debatten zu lange. „Wenn diese Fragen nicht schnell geklärt werden, könnte die Deindustrialisierung schneller voranschreiten als die Dekarbonisierung.“ Natürlich bleibe ABB für seine Kunden in Europa da.

„Aber wenn sich in Europa energieintensive Industrien etwa aus der Chemiebranche aus Kostengründen in andere Regionen verlagern, müssen wir dorthin folgen, wo unsere Kunden sind.“ Das müsse den Politikern klar sein, „denn viele Menschen könnten ihre Jobs verlieren, wenn hier nicht umgesteuert wird.“ Europa müssen „den Schalter umlegen“.

Für den wichtigen chinesischen Markt malte Wierod ein verhaltenes Bild: „Für alle Unternehmen ist China derzeit ein großes Fragezeichen, das Bild ist sehr gemischt.“ Aber: „Wir bleiben hungrig in China“. Von den massiven Investitionen erneuerbaren Energien profitiert ABB etwa, im Bereich der Robotik spüren die Schweizer allerdings die neue Konkurrenz: „Es gibt einige neue, sehr aggressive Wettbewerber im Markt, die uns Marktanteile genommen haben. Sie profitieren von Subventionen, was den Wettbewerb verzerrt“, sagte Wierod. Inzwischen aber gleichr „sich das Spielfeld etwas an“.

Nach einem starken Quartal blickt Wierod, der seit 2024 an der Spitze von ABB steht, optimistisch auf dieses Jahr. Elektrifizierungslösungen – etwa für Datenzentren und KI – seien der wichtigste Treiber.

„Das starke Auftragswachstum im vierten Quartal lässt uns zuversichtlich auf 2025 schauen.“ Viele Unternehmen seien resilienter geworden und könnten mit Schocks besser umgehen.

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