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Aktien und AnleihenDie Anlagetipps der Woche

Warum sich Aktionäre über die positive Auftragslage des Wärme- und Kühltechnikbauers Gea freuen können oder warum bei der Linde-Aktie die Luft noch lange nicht raus ist. Aktien und Anleihen für die private Geldanlage. 02.02.2013 - 06:00 Uhr

Mit Verarbeitungsmaschinen, Melkanlagen und Trocknern sowie der Wärme- und Kühltechnik ist Gea einer der führenden Herstellern der Branche

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Aktientipp - Gea: Maschinen gegen den Hunger der Welt

Um 60 Prozent müsse die Nahrungsmittelproduktion bis 2050 zunehmen, damit der weltweite Bedarf gedeckt werde, so die Prognose der OECD und der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation. Der wachsende Wohlstand in den Schwellenländern erhöht zudem den Verarbeitungsgrad der Nahrungsmittel. Maschinen und Anlagen zur Nahrungsmittelherstellung dürften sich deshalb in den nächsten Jahrzehnten einer guten Nachfrage erfreuen.

Michael Keppler sitzt an der Quelle. Seit Jahren ist die Finanzmetropole New York die Heimat des Fonds-Managers, der über die Jahre mehr als ein Dutzend länderübergreifende Aktienfonds aufgelegt hat, etwa den Keppler-Global Value oder den Keppler-Emerging Markets. Dabei strukturiert der ehemalige Investmentbanker seine Fonds nach einem klaren Mantra: der "Top Value Strategy" oder aber: Kennzahlen, Kennzahlen, Kennzahlen. "Es geht darum, den inneren Wert einer Aktie zu bestimmen", sagt er. Der entspreche ungefähr der Entwicklung des Papiers über sieben Jahre.

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Ausgehend von Einzelaktien, die den Markt des jeweils betrachteten Landes wiederspiegeln, baut Fonds-Manager Keppler dann Länderwerte zusammen. Um sie dann zu bewerten, sieht der Analyst unter anderem auf das durchschnittliche Preis-Buchwert-Verhältnis, Preis-Cashflow-Verhältnis, Preis-Gewinn-Verhältnis, auf die durchschnittliche Dividenden- und Eigenkapitalrendite – allerdings nicht nur auf deren aktuelle, absolute Werte.

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Insgesamt kennt Keppler vier Bewertungssäulen: Ihn interessiert nicht nur, wo die Kennzahlen der aggregierten Länderwerte aktuell rangieren und wie sie sich über die vergangenen sieben Jahre absolut entwickelt haben. Auch die aktuelle und zurückliegende relative Performance der Kennzahlen spielt für den Analysten eine Rolle. Als Vergleichswert dient dem Fonds-Manager der Morgan Stanley Capital International (MSCI) World Index.

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Unterbewertete Märkte

Australien ist einer der Länderwerte, den die Analysten von Kepplers Vermögensverwaltung in ihrer Januar-Analyse der Industrieländer für unterbewertet halten. Sie raten zum Kauf. Zwar liegt der Aktienkurs "Australien" um den Faktor 1,88 über dem Buchwert je Aktie und um den Faktor 15,3 über dem Nettoergebnis je Aktie – durchschnittlich sind australische Papiere also eher teuer.

Eine Dividendenrendite von fast fünf Prozent zeigt aber, dass die repräsentativen Aktienwerte des Kontinents eine überdurchschnittlich hohen Gewinnanteil ausbezahlen. Zum Vergleich: Die Dividendenrendite des MSCI World Index beträgt nur 2,79. Auch in Sachen Jahresrendite zieht Australien am Index vorbei. Die aggregierten Aktientitel des Landes wuchsen über die vergangenen 12 Monate um 3,4 Prozent (MSCI: 1,9 Prozent).

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Auch Deutschland gehört zur Liste derjenigen Länder, denen Keppler Potential nach oben bescheinigt. Das Preis-Buch-Verhältnis liegt mit 1,48 bereits näher an seinem "fairen" Wert, eins. Mit einem Kurs, der den Nettogewinn je "Deutschland"-Aktie um das knapp 12-fache übersteigt, spiegelt die Kennzahl auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis wieder, das den einzelnen Dax-Werten als Benchmark dient. Nach diesen Kennzahlen ist der Länderwert Deutschland nicht nur günstiger als der MSCI World Index – er ist mit 2,6 Prozent über die letzten 12 Monate auch mehr gewachsen (MSCI: 1,9 Prozent).

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Der Blick auf die absoluten aktuellen Kennzahlen für Hong Kong, zeigt sich ein gespaltenes Bild. Während das Preis-Buchwert-Verhältnis mit 1,38 den Index deutlich (1,77) unterbietet, rangiert das Preis-Gewinn-Verhältnis mit 16,3 auf vergleichsweise hohem Niveau (MSCI: 14,8). Die Dividendenrendite, die Hongkongs Firmen durchschnittlich erwirtschaften, liegt mit 2,53 unter der des Index (2,79). Dennoch rät Keppler zum Kauf – wohl auch aufgrund der Entwicklung über die vergangenen sieben Jahre. Preis-Buch- und Preis-Gewinn-Verhältnis lagen meist höher.

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Die Schweizer Wirtschaft hat in den vergangenen 12 Monaten durch die massive Aufwertung des Frankens an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. Der kriselnde Euro hat die Nachfrage nach der eidgenössischen Währung aufgebläht. Kein Wunder also, dass auch Schweizer Aktien im Durchschnitt zu teuer sind. Mit einem Preis-Buchwert-Verhältnis von 2,28 und einem Preis-Gewinn-Verhältnis von 18,2 übertrifft der Länderwert Schweiz den MSCI Welt Index um jeweils gut 12 Prozent. Die Keppler Vermögensverwaltung rät zum Verkauf. Ein weiteres Indiz dafür, sich tendenziell von Schweizer Papieren zu trennen: Der repräsentative Aktienkorb konnte innerhalb der letzten 12 Monate nur eine minimale Renditesteigerung von 0,1 Prozent vorweisen.

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Auch die USA sind laut Keppler Vermögensverwaltung Verkaufskandidat. Zwar liegt das Bündel repräsentativer US-Aktien mit einem Preis-Buchwert-Verhältnis von 2,17 und einem Preis-Gewinn-Verhältnis von 14,6 wesentlich näher am MSCI World Index als der Schweizer Länderwert: Die einschlägigen Kennzahlen hatten bereits über die letzten sieben Jahre einen Abwärtstrend. Die Prognose, dass es mittelfristig wieder nach oben geht, gleicht für die Vermögensverwaltung die schlechte Renditeentwicklung nicht aus. Über die letzten 12 Monate konnte der Länderwert USA nur 0,9 Prozent an Rendite gutmachen, halb so viel wie der MSCI World Index. Auch performt etwa die Dividendenrendite mit 2,25 unterdurchschnittlich (MSCI: 2,79).

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Um Irland ist es in letzter Zeit ruhiger geworden. Dabei wird es erst einmal bleiben, meint die Keppler Vermögensverwaltung und verleiht dem Markt ein neutrales Etikett. Das Preis-Gewinn-Verhältnis verzeichnet lediglich aktuell einen Ausreißer nach oben, es steht mit 24,8 deutlich über dem Vergleichsindex (14,8). Mittelfristig soll der Wert aber auf Vorkrisenniveau um die 15 sinken, prognostizieren die Vermögensverwalter. Übrige Kennzahlen liegen grob auf Linie mit dem MSCI World Index. Der Länderindex Irland konnte im letzten Jahr die Rendite um 4,4 Prozent steigern (MSCI: 1,9).

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In einer eigenen Publikation stellt die Keppler Vermögensverwaltung auch eine monatliche Rennliste der Emerging Markets zusammen. Um auch die relative Entwicklung der Länderwerte zu beurteilen, verwendet Keppler den MSCI Emerging Markets Index als Benchmark. Brasilien steht demnach auf der Liste der Kaufkandidaten weit oben. Der Preis-Buch-Wert liegt mit 1,47 leicht unter, der Preis-Gewinn-Verhältnis mit 14,3 leicht über dem Vergleichsindex. Brasilianische Aktien konnten im Durchschnitt mit einer Dividendenrendite von 4,05 punkten. Um 4,6 Prozent steigerte der Aktienkorb durchschnittliche die Rendite über die letzten 12 Monate und schlug damit den MSCI Emerging Markets Index um 12 Prozent.

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Gerade hat die chinesische Währung wieder Boden gegenüber dem Euro gutgemacht. Insgesamt trauen Analysten der chinesischen Wirtschaft wieder mehr Wachstum zu. Die Keppler Vermögensverwalter halten die repräsentativen chinesische Titel derzeit insgesamt für unterbewertet und raten zum Kauf. Mit einem Preis-Buchwert-Verhältnis von 1,70 und einem Preis-Gewinn-Verhältnis von 11,3 performt der Länderwert geringfügig unter dem MSCI Emerging Markets Index und dem Emerging Markets Asia Index. Die Dividendenrendite liegt dagegen mit 2,87 gut zehn Prozent über der Benchmark. In Sachen Rendite konnte der chinesische Aktienkorb ordentliche 4,8 Prozent über die letzten 12 Monate zulegen (MSCI Emerging Markets 3,9 Prozent).

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Von allen Schwellenländern hat Ägypten während der letzten 12 Monate das stärkste Renditewachstum hingelegt. Mit 12,4 Prozent schlug der Länderwert den MSCI Emerging Markets Index um das dreifache, den MSCI EMEA (Eastern Europe, Middle East and Africa) Index noch um mehr als das Doppelte. Obwohl die repräsentativen ägyptischen Titel derzeit eher zu viel kosten – die Kurse liegen gemittelt mehr als 13 Mal so hoch wie das durchschnittliche Ergebnis pro Aktie – raten die Analysten der Keppler Vermögensverwalter zum Kauf. Teuer ist offenbar noch längst nicht zu teuer.

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Unternehmen in Indien sind derzeit überbewertet, sagen die Analysten von Keppler. Die einschlägigen Kennzahlen liegen demnach auch deutlich über der Benchmark: Sowohl Preis-Buchwert-Verhältnis (2,71) als auch Preis-Gewinn-Verhältnis (16,2) übertreffen den MSCI Emerging Markets um 16 beziehungsweise um rund 13 Prozent. Auch die niedrige Dividendenrendite von 1,28 Prozent und das maue Renditewachstum von 0,7 Prozent über die letzten 12 Monate, sprechen tendenziell dafür, aus indischen Titeln auszusteigen.

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Zuletzt der Blick auf Südamerika. Peruanische Aktien liegen im Kurs 3,57 Mal über dem Buchwert, das übersteigt den Wert der entsprechenden Vergleichsindizes MSCI Emerging Markets (1,65) und über dem MSCI EM Latin America (1,82) deutlich. Allerdings hält sich das Preis-Gewinn-Verhältnis von 14,2 im Rahmen und auch die sechsprozentige Renditesteigerung im letzten Jahr sprechen für eine solide Entwicklung. Die Analysten von Keppler empfehlen, Peruanische Titel fürs erste im Portfolio zu parken.

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Mit Verarbeitungsmaschinen, Melkanlagen, Trocknern sowie der Wärme- und Kühltechnik ist die Düsseldorfer Gea einer der führenden Hersteller der Branche. Das Geschäft ist weitgehend konjunkturunabhängig, im vergangenen Jahr kamen rund fünf Prozent mehr neue Aufträge herein. Nach 5,7 Milliarden Euro Umsatz 2012 sollten in diesem Jahr an die sechs Milliarden Euro möglich sein. Ein Viertel der Aufträge stammt aus der Wachstumsregion Asien und pazifischer Raum.

Etwas zäher als die Aufträge aus der Nahrungsmittelindustrie entwickelten sich in den vergangenen Monaten die Bestellungen aus dem zweiten großen Gea-Kundenbereich, der Energiewirtschaft. Eine wieder etwas stabilere Allgemeinkonjunktur und steigende Energiepreise sollten aber auch hier die Geschäfte im Jahresverlauf wieder beleben. Mit seinen Wärmetauschern (etwa für Kraftwerke, Kühltürme und Anlagen der Öl- und Gasindustrie) ist Gea Weltmarktführer.

Nach einem schwächeren ersten Halbjahr 2012 hat die Gewinnmarge in den vergangenen Monaten gedreht. Für 2013 signalisiert das höhere Erträge.

10 Tipps für Börseneinsteiger
Bevor ein potentieller Anleger zum ersten Mal Aktien kauft, sollte er sich Gedanken darüber machen, welches Ziel er mit der Geldanlage verfolgt und für welchen Anlegertyp er sich hält. Wenn mit den Aktien später die Altersvorsorge aufgestockt oder das Studium der Kinder finanziert werden soll, muss an der Börse eine andere Taktik angewendet werden, als wenn es um kurzfristige Gewinne geht. Die grundlegende Frage ist: Sind Sie auf den Betrag angewiesen und investieren deshalb lieber mit möglichst geringem Risiko oder können Sie eventuelle Verluste verschmerzen und renditestärkere aber auch riskantere Papiere kaufen?
Wer die Frage nach der eigenen Risikoneigung mit "no risk, no fun!" beantwortet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er zwar sehr viel gewinnen, aber auch sehr viel verlieren kann. Für den Anfang schadet es nicht, auf eine langfristige Strategie zu setzen und die Entwicklungen an den Märkten zu beobachten. Kleine Zockereien für den Nervenkitzel sind dann im Verlustfall besser zu verschmerzen. Nach dem Geckoschen Leitsatz "Greed is good" sollten Börsenneulinge nicht handeln.
Was eine Aktie ist und wie sie funktioniert, dürfte jedem klar sein. Wer sein Depot auch mit Anleihen und Zertifikaten füllen möchte, sollte nur in Produkte investieren, die er auch versteht. Wer nur auf die Renditeversprechen hört und Produkte kauft, deren Vor- und Nachteile, beziehungsweise Funktionsweisen er nicht begreift, fällt über kurz oder lang auf die Nase.
Bevor Sie ein Depot eröffnen, vergleichen Sie die Gebühren der Banken. Je höher die Gebühren sind, desto geringer fällt die Rendite nachher aus. Direktbanken haben im Regelfall günstige Konditionen und bieten kostenlose Depots an.
Anleger sollten ihr Geld - und damit auch ihr Risiko - zumindest am Anfang möglichst breit streuen. Verteilen Sie Ihr Geld auf verschiedene Märkte wie Rohstoffe und Energie, sowie auf Aktien, Fonds und Anleihen.
Wer seinem Portfolio Fonds oder Zertifikaten beimischt, sollte auch innerhalb dieser Anlageklassen auf eine gute Mischung achten. Fondsanbieter und deren Produkte lassen sich online schnell vergleichen. Wer nicht nur in ein oder zwei Gesellschaften investiert, ist auf der sicheren Seite.
Besonders wichtig ist, dass Sie sich Zeit nehmen für Ihre Geldanlage und Ihr Depot regelmäßig überprüfen: Welche Anlageinstrumente haben sich wie entwickelt? Ist es Zeit, das Depot umzuschichten, oder läuft alles in meinem Sinne?
Bei der Überprüfung des Depots sollte man sich immer mal wieder fragen: Würde ich diese Aktie oder diesen Fonds heute noch kaufen? Lautet die Antwort ja, behalten Sie das Produkt. Sind Sie von der Qualität nicht mehr überzeugt, wird es Zeit zum Verkauf.
Entwickelt sich eine Aktie oder ein sonstiges Produkt nicht so, wie geplant, sollten Sie nicht zögern, es zu verkaufen. Sogenannte Stopp-Loss-Orders, also Untergrenzen, bei denen verkauft werden soll, können hilfreich sein. Das bietet sich insbesondere dann an, wenn man den Kurs nicht permanent selbst im Auge behalten kann oder will.
Grundsätzlich gilt: Verlieren Sie nicht die Nerven. An der Börse gibt es Kursschwankungen, Aktienkurse können unerwartet einbrechen. Das sollte aber kein Grund sein, den Kopf zu verlieren. Panische und unüberlegte Deals kosten meist mehr Geld als die Abwärtstrends.

Der in Kolumbien über Jahrzehnte tobende Guerillakrieg forderte nicht nur unzählige Opfer in der Bevölkerung, sondern hemmte auch die wirtschaftliche Entwicklung des lateinamerikanischen Landes. Die aggressive Militärstrategie des von 2002 bis 2010 amtierenden Präsidenten Álvaro Uribe war insofern erfolgreich, weil die Guerilla-Organisation Farc so weit zurückgedrängt werden konnte, dass sich das durchschnittliche Wirtschaftswachstum der letzen Jahre auf gut vier Prozent verdoppelte. Kommen aber jetzt die im Oktober 2012 aufgenommenen Friedensgespräche zwischen Regierung und Farc zu einem guten Ende, könnte dem Land eine „Friedensdividende“ winken und sich das Wirtschaftswachstum weiter erhöhen, auf sechs bis sieben Prozent, glaubt Mauricio Cárdenas, Finanzminister in der Regierung des seit 2010 amtierenden Staatspräsidenten Juan Manuel Santos Calderón. Besonders profitieren davon dürfte die Ölindustrie. Denn gerade in den von der Farc kontrollierten Regionen werden große Ölvorkommen vermutet. Schätzungen zufolge könnten bis 2030 in Kolumbien fast 40 Milliarden Barrel Reserven zusätzlich erschlossen werden. Schon jetzt ist das Land der am schnellsten wachsende Ölproduzent in Lateinamerika. Binnen fünf Jahren verdoppelte sich die tägliche Fördermenge auf etwa eine Million Barrel. Die Basis wurde 2007 durch die Teilprivatisierung der staatlichen Ölgesellschaft Ecopetrol gelegt, die seit 2008 auch in Form von American Depositary Shares (ADS) in New York gelistet ist.

Fast unbemerkt stieg Ecopetrol mit einer Marktkapitalisierung von inzwischen fast 130 Milliarden Dollar zum wertvollsten Ölkonzern Lateinamerikas auf. Aktuell befinden sich noch 88,5 Prozent der Aktien im Besitz der Regierung. Mit einem 80 Milliarden Dollar schweren Investitionsprogramm will Ecopetrol die Tagesproduktion bis 2020 von aktuell 780 000 Barrel auf 1,3 Millionen Barrel Öläquivalent ausweiten. Die nach den Vorgaben der US-Börsenaufsicht SEC als gesichert einzustufenden Reserven sollen in diesem Zeitraum von 1,86 auf rund 8,0 Milliarden Barrel zulegen. Ecopetrol liegt mit den Finanzkennzahlen schon jetzt in der Spitzengruppe der internationalen Ölbranche.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln
Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.
Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.
Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.
Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.
Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.
Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.
Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!
Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie aktuell zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Entscheidende Wahlen wie jüngst in Russland und in diesem Jahr noch in Frankreich und den USA sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.
Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.
Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Es war das Geschenk für Griechenland zum neuen Jahr: Am 18. Dezember hat die Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit Griechenland gleich um sechs Stufen auf das Level B- angehoben, Aussicht: stabil. Dank der neuen Pro-Griechenland-Haltung der Europäischen Union glaubt die Agentur nicht länger an einen "teilweisen Kreditausfall" des Landes.

Der Schuldenberg des kleinen Mittelmeerlandes ist allerdings weiterhin erdrückend. Allein 290 Milliarden Euro, etwa das 1,5-fache Bruttoinlandsprodukt, schuldet der Staat Investoren in aller Welt. 2012 gab das Land Staatsanleihen im Volumen von rund 93 Milliarden Euro aus.

Fällig werden 2013 allerdings nur 28,5 Milliarden und auch in den nächsten Jahren belaufen sich Rückzahlungen in kleinerem Rahmen. Interessant wird es erst 2017: Binnen einem Jahr muss Griechenland dann Anleihen im Wert von 60 Milliarden Euro ablösen. Sollte das Rating Griechenlands allerdings tatsächlich längerfristig auf dem jetzigen Niveau bleiben, stehen die Chancen nicht schlecht, dass das Land weniger auf EU-Hilfen angewiesen sein wird und sich verstärkt über den Kapitalmarkt refinanzieren kann.

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Geld ist schön, weil es eine Befreiung bedeutet, wusste der Portugiesische Nationaldichter Fernando Pessoa bereits in den 1920er-Jahren. Das Elf-Millionen-Land am Rande Europas wartet tatsächlich auf eine Befreiung. Gegenwärtig lasten gewaltige Schulden auf seinen Schultern. 2011 erhielt Portugal rund 80 Milliarden Euro Hilfe aus dem europäischen Rettungsschirm, die Ratingagentur Moody's stufte das Land im Februar 2012 auf das Niveau Ba3 herab. Portugiesische Staatanleihen waren fortan "spekulativ".

Insgesamt hält Portugal derzeit über 200 Milliarden Euro an Verbindlichkeiten aus Staatspapieren, das sind knapp 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. 13,7 Milliarden neuer Anleihen kamen 2012 hinzu. Dagegen werden 2013 Staatspapiere in Höhe von rund 19,6 Milliarden Euro fällig. Dabei ist der September der kritische Monat: Dann muss Portugal auf einen Schlag sechs Milliarden Euro an Investoren zurückzahlen.

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Ryanair ist trotz mancher kleineren Panne eines der erfolgreichsten Unternehmen, das Irland derzeit hat. Wann wird sich das einstige Vorzeigeland Europas, das als erstes europäische Finanzhilfe in Anspruch nahm, wieder aufrappeln können? Gegenwärtig sind die Schulden weiter bedrohlich, bereits seit Ende 2011 rangiert Irland bei Moody's unter "spekalutive Anlage" (Rating Ba1).

Konkret fallen Irland allein aus Staatspapieren rund 172 Milliarden Euro Verbindlichkeiten an und übersteigen damit das Bruttoinlandsprodukt, das 2012 bei rund 162 Milliarden Euro lag. Nur 9,5 Milliarden Euro konnte sich das Land 2012 von Investoren leihen. 6,1 Milliarden Euro muss es im nächsten Jahr refinanzieren.

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Auch Spanien kämpft mit den Auswirkungen der Krise. Im Juni 2012 schlüpfte das Land nach längerem Zögern unter den europäischen Rettungsschirm. Die EU sicherte 100 Milliarden Euro Garantien für notleidende Banken zu. Die Regierung unter dem konservativen Mariano Rajoy setzte fortan auf harsche Sparmaßnahmen etwa im Gesundheitssektor.

Rund 940 Milliarden Euro an Verbindlichkeiten in Form von Staatspapieren hält Spanien, rund 90 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Knapp 100 Milliarden neue Schulden konnte das Land dabei 2012 aufnehmen, 151 Milliarden muss es in 2013 refinanzieren. Wie teuer das wird, ist noch ungewiss. Im Oktober hatte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit spanischer Staatspapiere als "durchschnittlich gute Anlage" (Baa3) bestätigt.

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Fast wäre Italien im vergangenen Jahr unter der Schuldenlast zusammengebrochen. Dank der Technokratenregierung unter Führung des Wirtschaftsprofessors Mario Monti konnte das Land das Schlimmste abwenden, ging Reformen an und erlangte das Vertrauen der Investoren zum Großteil zurück: Für zehnjährige Staatsanleihen sank der Zins von mehr als sieben zwischenzeitlich auf 4,5 Prozent. Bei der letzten Auktion Ende des Jahres lag er wieder bei 5,5 Prozent.

Trotz allen Reformeifers steckt das Land finanziell weiter in der Schlinge. Italien hält insgesamt 2,13 Billionen Euro Schulden in Staatspapieren, 291 Milliarden kamen allein 2012 hinzu. Ein wenig mehr, rund 312 Milliarden Euro, werden 2013 fällig und müssen refinanziert werden. Der größte Brocken, rund 25 Milliarden Euro, fällt im August an. Es wäre Italien zu wünschen, dass Monti auch nach den Wahlen im Februar weiterregieren und Italien auf Wachstumskurs trimmen kann.

Dann vielleicht könnten die führenden Ratingagenturen Italien wieder bessere Kreditwürdigkeit zusichern. Moody's hatte Italien zuletzt im Juli 2012 auf das Niveau Baa2 herabgestuft, mit damals noch negativen Aussichten. Moody's fürchtete vor allem das fehlende Vertrauen der Märkte und eine Negativspirale, sollten andere Krisenstaaten weitere EU-Hilfen beantragen oder Griechenland aus der Währungsunion ausscheiden.

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Belgien steht in Europa vor allem für zwei Dinge. Innenpolitisch dringt hin und wieder der Streit zwischen Politikern aus dem flämischen und wallonischen Landesteil an die Öffentlichkeit, der stets die Regierungsbildung erschwert. Aus europäischer Sicht ist Brüssel der zentrale Treffpunkt der Diplomatie und Sitz der Europäischen Kommission. Doch wie steht es um die Schulden des Landes?

Die laufenden Staatsanleihen übertreffen mit einem Volumen von 440 Milliarden Euro das Bruttoinlandsprodukt um 17 Prozent. Voraussichtlich ein ähnlich großes Volumen an neuen Staatsanleihen wie 2012 muss Belgien in diesem Jahr emittieren, um die gut 60 Milliarden Euro Verbindlichkeiten aus Staatspapieren zu bedienen, die 2013 fällig werden. Im März muss das Königreich rund 16 Milliarden, im September 18 Milliarden Euro refinanzieren.

Die Ratingagentur Moody's hatte die Kreditwürdigkeit Belgiens bereits Ende 2011 auf Aa3 herabgestuft, belgische Papiere gelten demnach weiterhin als sicher. Doch zweifelt Moody's langfristig am Wachstumspotenzial des kleinen Königsreichs.

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Seit dem 26. Dezember regiert der Liberaldemokrat Shinzo Abe, nach 2006 bereits zum zweiten Mal, Japan. Bereits weniger Tage nach seinem Amtsantritt gab er deutlich die politische Richtung vor. Japan setzt weiter auf Atomkraft und Japan schwächt den Yen. Unter dem Druck des neuen Regierungschefs will die japanische Notenbank Wertpapiere mehr als zehn Billionen Yen (rund 85 Milliarden Euro) aufkaufen. Ob dadurch die hohe Schuldenlast abebbt und sich die deflationäre Stimmung im Land dreht, ist unklar.

Derzeit schuldet Japan den Finanzmärkten rund eine Billiarden Yen (etwa acht Billionen Euro). Ein gutes Viertel davon, rund 251 Billionen Yen (2,1 Billionen Euro), gab Japan 2012 an neuen Staatsanleihen aus. Wie Belgien schätzt die Ratingagentur Moody's auch die Kreditwürdigkeit Japans als "sicher" (Aa3) ein. 2013 muss Japan rund 261 Billiarden Yen (2,23 Milliarden Euro) aus fälligen Staatspapiere ablösen.

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Es ist vor allem die fehlende Wettbewerbsfähigkeit, die Frankreich das Jahresende verhagelte. Nach Standard & Poor's entzog im November auch die Ratingagentur Moody's dem Land die Bestnote in Sachen Kreditwürdigkeit. Kritiker sehen zudem das Problem, dass viele Franzosen die Krise nicht ernstnehmen, Staatschef Hollandes fehle es an der nötigen Führungsstärke.

Mehr Verbindlichkeiten als Deutschland hat Frankreich aus laufenden Staatsanleihen zu verbuchen: 1,75 Billionen Euro oder rund 86 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Auch nahm das Land 2012 nur leicht weniger neue Schulden in Form von Staatspapieren auf (263 Milliarden Euro), als 2013 fällig werden (276 Milliarden Euro).

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So einige Wolken zogen zum Ende des vergangenen Jahres über das Weiße Haus in Washington. Doch die USA haben die sogenannte Fiskalklippe fürs erste abgewendet. Dennoch: Bereits in zwei Monaten muss der Senat einer Ausweitung der Schuldenobergrenze zustimmen, sonst sind die USA technisch bankrott. Seit Präsident George W. Bush war das Staatsdefizit in die Höhe geschossen. Die Vereinigten Staaten stehen bei Investoren derzeit mit rund 13 Billionen US-Dollar (zehn Billionen Euro) in der Schuld, das sind rund 87 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Die USA haben 2012 neue Anleihen im Gesamtwert von rund vier Billionen US-Dollar (3,08 Billionen Euro) ausgegeben und müssen in diesem Jahr Staatspapieren im Wert von rund drei Milliarden US-Dollar (2,3 Milliarden Euro) ablösen. Gleich im Januar ist eine erste große Tranche über 613 Milliarden US-Dollar (472 Milliarden Euro) fällig. Die Lage ist brisant: Sowohl Moody's als auch Standard & Poor's halten den Kompromiss zur Lösung des Haushaltsstreits für nicht ausreichend und drohen, den USA das Top-Rating zu entziehen. Dann würde die Refinanzierung teurer als gedacht, der finanzielle Spielraum der USA würde noch enger.

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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kann entspannt ins Wahljahr 2013 starten. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Deutschland bereits 2014 einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen kann. Dabei profitiert die Bundesrepublik langfristig auch von den geringen Zinsen, die sie auf neu emittierte Staatsanleihen zahlen musste. Investoren zeichneten zehnjährige Bundesanleihe zuletzt bei einem Zinssatz von 1,93 Prozent.

Derzeit hält der Bund 1,38 Billionen Euro Schulden in Staatspapieren, das ist gut die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts. Dank sprudelnder Steuereinnahmen und weniger Ausgaben für die soziale Sicherung hat der Top-Schuldner Deutschland im Jahr 2012 Staatsanleihen in Höhe von 178 Milliarden ausgeben müssen. Demgegenüber stehen Staatsanleihen mit einem Volumen von insgesamt 213 Milliarden Euro, die der Bund 2013 ablösen muss.

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"God save the Queen". Wenn es um ihre Königin geht, sind sich die Briten einig. Schon weniger klar ist die Meinung zum europäischen Festland. Immer mehr Europa-Skeptiker drängen Premierminister Cameron, nicht weiter mit den britischen Pfund für die Euro-Schuldnerstaaten einzustehen. Tatsächlich hat das Vereinigte Königreich die eigenen Schulden einigermaßen im Griff.

Derzeit schuldet Großbritannien den Finanzmärkten rund 1,9 Billionen Pfund (2,3 Billionen), etwa 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. 113 Milliarden Pfund (139 Milliarden Euro) nahm das Vereinigte Königreich 2012 über neu emittierte Staatspapiere ein, 97 Milliarden Pfund (113 Milliarden Euro) muss es 2013 an fälligen Anleihen ablösen. Die Refinanzierung sollte allerdings leicht fallen, genießt Großbritannien doch wie Deutschland und die USA noch das uneingeschränkte Vertrauen der drei großen Ratingagenturen, Moody's, Standard & Poor's und Fitch.

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Dank der Übernahme des amerikanischen Spezialgase-Unternehmens Lincare wird Linde sein Geschäftsvolumen in diesem Jahr deutlich ausweiten und nach gut 13 Milliarden Euro Umsatz fast 17 Milliarden Euro erreichen. Linde ist einer der stärksten Wachstumswerte im Dax – und Linde-Aktien starten gerade eine neue Phase ihrer langjährigen Kletterpartie.

Mit dem Kauf von Lincare wird zugleich das wachstumsstarke und wenig konjunkturabhängige Geschäft mit medizinischen Gasen ausgebaut. Mit mehr als 2,8 Milliarden Euro Jahresumsatz allein in diesem Bereich (rund 15 Prozent des gesamten Geschäftsvolumens) ist Linde hier weltweit die Nummer eins.

Dass Linde nicht nur von wenigen Kundenbranchen abhängig ist, war schon bisher das Erfolgsrezept des Traditionsunternehmens (Gründung 1879). Abnehmer der Linde-Produkte (Sauerstoff, Stickstoff, Wasserstoff, Spezialgase) sind etwa Stahlkocher, Elektrounternehmen, Großchemiker genauso wie Luftfahrtunternehmen, Kliniken oder Nahrungsmittelhersteller.

Diese Aktien hat Buffett im Depot
Anzahl der Aktien: 200 MillionenAnteil am gesamten Unternehmen: 8,73 ProzentAnteil in Buffetts Portfolio: 21,6 Prozent
Anzahl der Aktien: 320 MillionenAnteil am gesamten Unternehmen: 6,51 ProzentAnteil in Buffetts Portfolio: 19,56 Prozent
Anzahl der Aktien: 151,6 MillionenAnteil am gesamten Unternehmen: 12,67 ProzentAnteil in Buffetts Portfolio: 19,56 Prozent
Anzahl der Aktien: 79,1 MillionenAnteil am gesamten Unternehmen: 2,74 ProzentAnteil in Buffetts Portfolio: 9,83 Prozent
Anzahl der Aktien: 58,8 MillionenAnteil am gesamten Unternehmen: 3,4 ProzentAnteil in Buffetts Portfolio: 5,8 Prozent
Anzahl der Aktien: 39 MillionenAnteil am gesamten Unternehmen: 1,1 ProzentAnteil in Buffetts Portfolio: 4,26 Prozent
Anzahl der Aktien: 5,7 MillionenAnteil am gesamten Unternehmen: 80,1 ProzentAnteil in Buffetts Portfolio: 4,32 Prozent
Anzahl der Aktien: 34,2 MillionenAnteil am gesamten Unternehmen: 1,93 ProzentAnteil in Buffetts Portfolio: 3,43 Prozent
Anzahl der Aktien: 69 MillionenAnteil am gesamten Unternehmen: 3,59 ProzentAnteil in Buffetts Portfolio: 3,51 Prozent
Anzahl der Aktien: 10,3 MillionenAnteil am gesamten Unternehmen: 0,5 ProzentAnteil in Buffetts Portfolio: 2,7 ProzentStand: 14.08.2012, Quelle: SEC, eigene Recherchen

Selbst in den vergangenen, wirtschaftlich durchwachsenen Monaten war der Auftragseingang lebhaft. In Saudi-Arabien wird Linde eine neue Großanlage des arabisch-amerikanischen Chemieriesen Sadara mit Kohlenmonoxid, Wasserstoff und Ammoniak versorgen; Folgeaufträge für das Industriegasegeschäft im gesamten Mittleren Osten sind wahrscheinlich. In Indien wird Linde mit einer neuen Luftzerlegungsanlage den Stahlkonzern Tata Steel beliefern; schon heute ist Linde der wichtigste Gaselieferant in dem aufstrebenden Land. In Vietnam baut Linde die größte Luftzerlegungsanlage des Landes. Die neu erwachte Dynamik in den Schwellenländern kommt Linde voll zugute. Schon bisher machen die Münchner rund ein Viertel ihres Geschäfts in Asien und im pazifischen Raum.

Linde ist auch an den Wachstumsthemen Wasserstoff und Flüssiggas beteiligt. So wird Linde dazu beitragen, dass in Deutschland bis 2015 mindestens 50 öffentliche Tankstellen für Wasserstoff zur Verfügung stehen; mit Partnern aus der Schifffahrtsindustrie wurde ein Gemeinschaftsunternehmen zur Versorgung des Schiffsverkehrs in Nordwesteuropa mit Flüssiggas ins Leben gerufen.

Die fränkische Bekleidungskette Rudolf Wöhrl ist gerade dabei, die ehemalige Karstadt-Tochter SinnLeffers zu übernehmen. Beide würden sich mit ihrer Klientel im gehobenen mittleren Segment ergänzen: Die nach Insolvenz 2008 heute wieder profitable SinnLeffers hat 22 Modehäuser im Nordwesten Deutschlands, Wöhrl ist mit 38 Häusern vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen vertreten. Wöhrl dürfte dann mehr als 500 Millionen Euro Umsatz erzielen. Einsparungen gäbe es bei Einkauf, Verwaltung und Marketing.

Um den Kauf zu stemmen, gibt Wöhrl eine neue Anleihe im Volumen von 30 Millionen Euro heraus. Der Kupon von 6,5 Prozent ist verlockend, signalisiert aber auch das erhöhte Risiko des Papiers. Die Ratingagentur Euler Hermes bewertet das Unternehmen Wöhrl mit der mittleren Note BB bei stabilem Ausblick. Stärken seien die regionale Verankerung, attraktive Standorte und ein Sortiment aus bekannten Modemarken; Schwächen hohe Mietlasten, begrenzte Kostensenkungsmöglichkeiten und ein mageres Online-Geschäft.

Die 30 Millionen aus der Anleihe kann Wöhrl gut gebrauchen. An hartem Eigenkapital stehen in den Büchern zunächst nur 10,2 Millionen Euro. Dazu kommen 14 Millionen Euro Darlehen von Gesellschaftern. Das ist zuallererst Gerhard Wöhrl, der die beherrschende Mehrheit an dem Familienunternehmen hat. Zudem stehen noch fünf Millionen Euro an sogenanntem Mezzanine-Kapital in der Bilanz. Das sind eigenkapitalähnliche Mittel, die aber in der Regel für das Unternehmen mit hohen Zinsen verbunden sind.

Wer vorsichtig rechnet, das Gesellschafterdarlehen zu 75 Prozent und das Mezzanine-Kapital zu 50 Prozent als Eigenkapital ansetzt, kommt auf 23 Millionen Euro Eigenkapital, 30 Prozent der Bilanzsumme. Damit ist Wöhrl akzeptabel finanziert.

Operativ entwickelt sich Wöhrl derzeit besser als die Branche. Obwohl der Gesamtmarkt mit rund vier Prozent pro Jahr schrumpft, dürfte Wöhrl im aktuellen Geschäftsjahr (bis 31. März 2013) rund 265 Millionen Euro Nettoumsatz erzielen, etwa ein Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Neuausrichtung des Sortiments vor einem Jahr zahlt sich aus, die Marge vor Zinsen und Steuern zog seitdem von 2,6 Prozent auf 3,3 Prozent an. Kommen keine ungewöhnlichen Aufwendungen dazwischen, kann Wöhrl die 2,8 Millionen Euro Nettogewinn vom Vorjahr übertreffen.

Wöhrl-Anleihen sind eine spekulative Ergänzung, die sich zum Zeichnungspreis lohnen – und erst recht, wenn ihr Kurs danach an der Börse vorübergehend etwas nachgeben sollte.

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