Clever Anlegen wie die Reichen: "Ich würde nicht alles auf den Dax setzen"
Heinz-Werner Rapp, oberster Anlagestratege beim Vermögensverwalter FERI, im Interview mit WirtschaftsWoche.
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WirtschaftsWoche Online: Herr Rapp, wie bewerten Sie die für viele Beobachter überraschende Zinssenkung der Europäischen Zentralbank?
Rapp: Das war nicht unbedingt unerwartet. Die Zinssenkung ist vor allem ein Signal, dass es noch mehr Druck seitens der Notenbanken gibt, um die Weltwirtschaft und insbesondere die Euro-Wirtschaft auf Touren zu halten. Aber die Zinssenkung als solche hat kaum Einfluss auf die Märkte. Es ist vielmehr ein Anzeichen dafür, dass bei der EZB ein neues Nachdenken beginnt.
Ein neues Nachdenken worüber?
Das Risiko, dass der Erholungskurs in Europas Wirtschaft nachlässt, abkippt und schließlich in sich zusammenfällt, ist in der aktuellen Wirtschaftslage sehr real. Deshalb ist das Signal „wir bleiben dran“ richtig. Aber wahrscheinlich wird das nicht reichen. Meine Prognose: Das war nicht der letzte Schritt der EZB. Da muss noch was Großes kommen, das direktere Wirkung entfaltet. Nach der ersten Euphorie an den Märkten macht sich jetzt der Eindruck breit, dass es bei so einem Schritt nicht gut um die Wirtschaftslage bestellt sein kann.
Aber die Euro-Zonen-Wirtschaft zeigte zuletzt doch klare Erholungstendenzen. Warum gerade jetzt die Zinssenkung?
Die Wahrnehmungen dazu sind sehr unterschiedlich. Einige kluge Leute sagen, das Timing war falsch, weil die EZB damit Hektik und Panik verbreitet – vor allem mit Blick auf die erst kurz zuvor präsentierte, sehr niedrige Inflationsrate von 0,7 Prozent im Jahr. Die Zinssenkung der EZB riecht förmlich nach Deflationsangst. Das muss aber nicht der Auslöser gewesen sein. Ich vermute, es war eine Art Rückversicherung. Denn die Entwicklung der Konjunkturindikatoren zeigte zwar auf Sicht der vergangenen zwölf Monate eine klare Verbesserung der Lage - auch unsere eigene Prognose für 2014 ist weiter positiv. Aber bei vielen Indikatoren gibt es aktuell Anzeichen, dass die Erholung etwas abebbt. Die Notenbank tut gut daran, den beginnenden Aufschwung schon jetzt weiter zu stützen.
Mit welcher großen Maßnahme der EZB rechnen Sie denn? Mit milliardenschweren Anleihekäufen wie seitens der amerikanischen Notenbank?
Staatsanleihekäufe sind für die EZB die rote Linie und höchstens im ganz großen Krisenfall denkbar. Die EZB wird das sicher etwas smarter machen und eher die unternehmensrelevanten Anleihesegmente stützen. Da sind direkte Käufe vorstellbar, um die Transmission der sehr niedrigen Zinsen etwa in die Konditionen für Unternehmensanleihen in Spanien oder Italien zu erreichen. Bisher kommt dort für die Refinanzierung der Unternehmen viel zu wenig von den niedrigen Zinsen an. Damit könnte die EZB die Realwirtschaft direkt unterstützen. Außerdem dürfen wir nicht unterschätzen, dass Mario Draghi ein sehr kreativer Mensch ist. Dem wird noch was einfallen, ganz gleich ob durch direkte Käufe, indirekte Aktionen oder durch die Verlängerung pauschaler Stützungsmaßnahmen. Die Banken hatten bereits ihre Party, jetzt ist die Realwirtschaft dran. Dort müssen die Zinsen sinken.
1. Realistische Ziele definieren
Wozu soll das Vermögen dienen? Wollen Sie sich Wünsche wie die das schicke Auto oder teure Reisen erfüllen, oder geht es eher um die eigene Immobilie oder Altersvorsorge? Von der Antwort auf diese Fragen hängt ab, wie viel Vermögen sie brauchen und welche Anlageform sich letztlich anbietet.
2. Sparbudget erfassen
Zunächst gilt es, das Budget für die Geldanlage realistisch einzuschätzen. Ist schon Geld verfügbar, sollten Sparer prüfen, ob und wie lange sie gegebenenfalls darauf verzichten können. Denn je länger das Geld ungestört Rendite abwerfen kann, umso besser klappt der Vermögensaufbau. Sollten etwa Neuanschaffungen oder größere Ausgaben in absehbarer Zeit anstehen, sollten Sie dafür schon mal Geld zurücklegen oder zumindest schnell verfügbar halten. Ist keine Grundstock vorhanden, gilt es zunächst monatliche Einnahmen und Ausgaben in einer Übersicht zu erfassen und so das für den Vermögensaufbau zur Verfügung stehende Budget zu ermitteln.
3. Risikoschutz und eiserne Reserven
Bevor jeder freie Euro in die Sparpläne gesteckt wird, sollten Anleger prüfen, ob ausreichend Liquiditätsreserve für unvorhergesehene Ausgaben vorhanden ist. Allgemein sind mindestens drei Nettoeinkommen auf dem Tagesgeldkonto empfehlenswert. Zudem sollten wesentliche existenzielle Risiken wie Haftpflicht, Hausrat oder Arbeitslosigkeit, Unfall, und Todesfall abgesichert sein. Das ist insbesondere für die Hauptverdiener von Familien wichtig.
4. Risikoneigung hinterfragen
Steht fest, welche Beträge angelegt werden können, ist die eigene Risikoneigung einzuschätzen. Generell sind höhere Renditechancen mit größeren Risiken verbunden. Die zentrale Frage lautet, welche Verluste Sie bereit sind hinzunehmen, wenn sich dadurch die Chance auf eine höhere Rendite eröffnet. Dabei spielt der Anlagehorizont eine wesentliche Rolle.
5. Anlagehorizont im Blick behalten
Wer sein Vermögensaufbauziel erst in vielen Jahren erreichen will und Verluste aussitzen kann, kann auch höhere Risiken eingehen. Dann können etwa Verluste an den Börsen über die Jahre mit der Erholung der Märkte wieder ausgeglichen werden. Je näher der Zeitpunkt der Zielerreichung rückt, umso konservativer und damit risikofreier sollte das Vermögen angelegt sein. Wer etwa für die Altersvorsorge spart, kann zunächst noch einen großen Anteil in riskantere Anlagen wie Aktien stecken und diesen Anteil im Laufe der Jahre allmählich in Rentenpapiere umschichten, bei denen das Verlustrisiko geringer ist.
6. Anlageinstrumente clever auswählen
Sicher und kurzfristig verfügbar ist etwa das Tagesgeldkonto, dafür liegt die Rendite oft unterhalb der Inflationsrate. Fonds und Rentenpapiere bieten bessere Chancen, aber auch Verlustrisiken. Bei Aktien können Kurse stark schwanken, bei Unternehmenspleiten droht Totalverlust. Und mit einigen hochspekulativen Finanzinstrumenten wie bestimmten Zertifikaten können die Verluste sogar den Kapitaleinsatz übersteigen. Dafür winken hohe Gewinne, wenn es gut läuft. Wer monatlich Geld in den Vermögensaufbau stecken will, ist in aller Regel mit Renten-, Fonds- oder Aktiensparplänen gut beraten. Generell gilt: Informieren Sie sich gründlich, lesen Sie das Kleingedruckte und kaufen Sie nur, was sie auch verstehen.
Foto: dpa7. Anlagen streuen
„Nicht alle Eier in einen Korb legen“, lautet eine alte Börsenregel. Gemeint ist damit die Verteilung des Kapitals auf verschiedene Anlageklassen wie Anleihen und Festverzinsliches, Aktien, Tagesgeld und Gold. Durch eine ausgewogene Mischung sinken die Verlustrisiken, dafür können dem Anleger auch schon mal Gewinne entgehen – etwa weil die Aktien zwar steigen, aber Anleihen dafür an Wert verlieren. Auch die Streuung der Anlagen über verschiedene Branchen oder Regionen ist mitunter sinnvoll. Wer diese Diversifizierung mittels Einzelanlagen nicht erreicht oder wem das zu mühsam ist, kann auf Mischfonds zurückgreifen, die eine bestimmte Streuung abbilden.
8. Steuervorteile ignorieren
Langfristig orientierte Anleger sollten Anlagevehikel nicht nur wegen versprochener Steuervorteile nutzen, denn Steuergesetze können sich jedes Jahr ändern. Anlegern, die vor Jahren etwa in Medien- oder Schiffsfonds wegen steuerlich attraktiver Verlustvorträge investiert hatten, bekamen diese später vom Finanzamt oftmals nicht anerkannt. Die Rendite solcher Anlagen fußt somit auf dem politischen Willen von Regierungen. Das macht sie auf lange Sicht relativ unkalkulierbar. Letzten Endes zählt vor allem anderen die Rendite der Anlage.
9. Gebühren beachten
Jeder Kauf oder Verkauf eines Finanzinstruments, jede Transaktion an der Börse sowie das Anlagekonto selbst verursachen Gebühren. Die fallen je nach Anbieter unterschiedlich aus und werden auch schon mal teilweise erlassen. Aber grundsätzlich ist der Handel nicht umsonst. Bei einem Fonds können beispielsweise Ausgabeaufschläge von fünf Prozent auf den Kaufpreis anfallen. Hinzu kommen regelmäßig Depot- und Managementgebühren. Aber den gleichen Fonds gibt es vielleicht bei einer Direktbank oder einem Fondsvermittler ganz ohne Ausgabeaufschlag und damit deutlich günstiger. Auch die verlangten Gebühren für Aktienkäufe und -verkäufe unterscheiden sich bei den Banken deutlich. Da diese Kosten die Rendite schmälern, sollten Anleger sie genau im Blick behalten und sich darüber im Klaren sein, das viele Transaktionen auch viel kosten. Eine alte Börsenregel lautet: Hin und Her macht Taschen leer.
10. Risiken und Streuung regelmäßig anpassen
Vermögensaufbau ist wie ein Pflänzchen, dass mit den Jahren wächst. Und ebenso wie dieses Bedarf es regelmäßiger Pflege und Zuwendung. Ändert sich zum Beispiel die Risikoneigung des Anlegers, sollte sich das unmittelbar im Depot widerspiegeln. Auch können sich durch die unterschiedliche Entwicklung der verschiedenen Investments die Gewichte verlagern. Dann sollte man sie wieder anpassen, etwa, indem Aktien verkauft und Gold nachgekauft wird. Einmal im Jahr gehört die Depotzusammenstellung auf den Prüfstand.
Im Jahre 2012 hatten die deutschen Bürger ein Gesamtvermögen von rund 4,94 Billionen Euro. Bis auf die Jahre 2002 und 2008 stieg das Vermögen der Deutschen stetig. Wie stark es zugenommen hat, zeigt ein Vergleich mit dem Jahr 1991. Zu dieser Zeit kumulierten die privaten Haushalte ein Kapital von gerade einmal 1,9 Billionen Euro. Die Übersicht zeigt, wo sich das Geld der Deutschen befindet.
Foto: dpaIn festverzinsliche Wertpapiere wurden im vergangenen Jahr nur 238 Milliarden Euro investiert. Zwar gelten zum Beispiel Staatsanleihen aus Deutschland als besonders sicher, doch die Rendite bewegt sich oft sogar unter dem Inflationsniveau. Staatsbonds aus den Euro-Krisenländern Spanien und Italien werfen hingegen recht hohe Zinsen ab, doch das Verlustrisiko ist dementsprechend hoch.
Foto: dpaSeit 2007 nimmt das angelegte Geld in festverzinsliche Finanzprodukte ab. 2011 lagen noch 247,1 Milliarden Euro in Staats-, Wandel, und Indexanleihen, um nur einige festverzinsliche Anlagemöglichkeiten zu nenne. Indexanleihen werden in Deutschland bisher allerdings nur selten vergeben. Emissionen solcher Anleihen erfolgen nur unter Genehmigung der Bundesbank.
Foto: dpaRund 259 Milliarden Euro liegen in Aktien. In Relation zum Gesamtvermögen sind das gerade einmal fünf Prozent. Anfang der 1960er-Jahre betrug der Aktienanteil noch 20 Prozent. Die Scheu, Geld in Aktien anzulegen, kann nicht mit den Renditen erklärt werden. Denn 1987 notierte der Dax noch bei 1.000 Punkten, mittlerweile hat sich der Kurs, trotz mehrfacher Rückschläge, mehr als verachtfacht. Keine andere Analagemöglichkeit bietet langfristig so hohe Renditen.
Foto: dpaDie Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt aber, dass der Aktienanteil zyklischer Veränderung unterliegt. Je nach Börsengeschehen verändert sich der Anteil. Während 2007 knapp 371 Milliarden Euro in Aktien investiert waren, verringerte sich das Volumen im darauffolgenden Jahr auf 182 Milliarden Euro. Die Veränderung von 2011 auf 2012 hingegen war von 222 Milliarden auf 259 Milliarden Euro wieder eine positive.
Foto: dpaInvestmentfonds unterliegen den gleichen Schwankungen wie Aktien. Im vergangenen Jahr investierten die Deutschen rund 420 Milliarden Euro in solche Fonds und damit knapp 25 Milliarden mehr als noch 2011. Doch bereits 2007 lagerten die Bundesbürger über 467 Milliarden Euro in Investmentfonds.
Foto: dpaGeldanlagen bei Versicherungen stehen bei den Deutschen hoch im Kurs. Rund 1,5 Milliarden Euro des Geldvermögens liegen bei den Versicherungen. Besonders beliebt sind Lebensversicherung, Pensionskassen und Versorgungswerke.
Foto: dpaDie Statistik zeigt, dass die Bundesbürger mit steigendem Wohlstand nicht risikobereiter, sondern sicherheitsbetonter geworden sind. Das erhöhte Sicherheitsbedürfnis spiegelt sich unter anderem in der hohen Anzahl abgeschlossener privater Altersvorsorgen wieder.
Foto: dpaDas meiste Geld landet in Deutschland auf Bargeld- und Sichteinlagen. Über zwei Billionen Euro werden dort gelagert. Trotz kaum vorhandener Zinsen halten die privaten Haushalte in Deutschland inzwischen gut 40 Prozent des Geldvermögens - und damit mehr denn je - in diesen Anlageformen.
Foto: dpaSeit Jahren steigt der Anteil. 2007 verfügten die deutschen Haushalte rund 1,6 Billionen Euro in Bar beziehungsweise hatten es auf Girokonten abgelegt. Die Zahlen zeigen, dass das Vermögen der Deutschen immer weiter steigt, das Potenzial, dass aus diesem erwächst, nutzen allerdings die wenigsten.
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Über billige Kredite für Unternehmen sollen also die Investitionen zunehmen.
Ja, man kann es aber auch technischer sehen: Der ganze Geldumlauf in der Wirtschaft ist zu gering. Das kann eine Notenbank kaum direkt beeinflussen. Um den Geldkreislauf anzuregen, müsste auch der private Sektor mehr konsumieren und Kredite aufnehmen. Das wäre bei so niedrigen Zinsen normal. Aber nachdem wir aus einer Kreditblase herausgefallen sind, funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr. Weil die Banken nur sparen und ihre Bilanzen reparieren – auch wegen neuer Auflagen – fallen diese als Transmissionsriemen weitgehend aus. Das ist das Hauptproblem. Deshalb muss die Notenbank Starthilfe leisten, das Bankensystem mit einem Bypass umgehen und direkt für Konsumenten und Unternehmen was tun. Beim Konsumenten funktioniert das nur, wenn er Inflation erwartet. Das ist das japanische Modell.
Die Deflationsangst ist also übertrieben?
Im Grundsatz sind wir seit dem Ausbruch der Krise vor fünf Jahren eher in einem deflationären Szenario für die Realwirtschaft unterwegs. Inflation ist nirgendwo erkennbar. Die kann wegen der beschriebenen fehlenden Transmissionseffekte und der Verschuldung der Konsumenten derzeit auch nicht entstehen. Inflation findet momentan nur in den Anlagemärkten statt. Die Notenbanken – vor allem die US-Notenbank Fed – nehmen bewusst in Kauf, dass Immobilienmärkte und Aktienmärkte inflationiert werden. Das ist ein erklärtes Ziel der aktuellen Geldpolitik, und gleichzeitig die Kehrseite der deflationären Tendenz in der Realwirtschaft. Eine schnelle Umkehr wird es wohl nicht geben, weil dazu die Banken erst einmal wieder in großem Umfang Kredite vergeben müssten. Das ist aber nicht in Sicht.
Sie beraten viele vermögende Familien und institutionelle Investoren. Worauf stellen Sie Ihre Kunden jetzt ein?
In den nächsten sechs bis zwölf Monaten wird sich dieser Zustand nicht ändern. Wir bleiben in einer Welt, in der die Notenbanken Dampf unterm Kessel machen. Das wird dafür sorgen, dass die liquiden Märkte ansteigen. Das sind in erster Linie die großen Aktienmärkte, so wie in den vergangenen ein, zwei Jahren. Wir müssen vor allem nach Amerika schauen, wann sich an dieser Politik etwas ändert. Aber der von Fed-Chef Ben Bernanke angedeutete Kurswechsel ist vorerst verschoben, seine designierte Nachfolgerin Janet Yellen wird wohl noch etwas länger auf dem Gaspedal stehen bleiben. So lange gilt ‚Go with the flow‘ und ‚Never fight the Fed‘. Aber: Dieses Spiel wird zunehmend sauerstoffarm.
Was bedeutet das?
Wir müssen damit rechnen, dass es in den kommenden Monaten zu Überhitzungen kommt, weil dann auch der letzte auf den fahrenden Zug aufgesprungen sein wird. Wenn dann die Weltwirtschaft immer noch nicht anspringt – was die EZB derzeit so besorgt -, kann es zu heftigen Korrekturen kommen. Realwirtschaft, die Erwartungen der Finanzmärkte sowie die Preise an den Aktienmärkten würden dann nicht mehr zusammenpassen.
Tipp 1: Kassensturz
Am Anfang steht der Kassensturz: Einnahmen, Ausgaben, Vermögen, Schulden – Verbraucher müssen wissen, wie es um ihr Geld steht. „Sind Ihre Schulden höher als das, was Sie auf der Habenseite notieren können, gilt es erst einmal, diese zu tilgen“, rät die Stiftung Warentest in ihrem Buch. „Das ist in der Regel die beste Geldanlage.“
Foto: WirtschaftsWocheTipp 2: Bestehende Verträge checken
„Bevor Sie mit dem Investieren anfangen, ist es ratsam, sich zumindest grundlegend abzusichern“, schreibt die Autorin Sina Groß. Das heißt: Bestehende Versicherungsverträge auf Sinnhaftigkeit checken – und gegebenenfalls kündigen oder neue, günstigere abschließen.
Foto: WirtschaftsWocheTipp 3: Geld für den Notfall
Die Stiftung Warentest empfiehlt – wie die meisten Finanzfachleute – sich einen Puffer von idealerweise zwei bis drei Monatsgehältern zuzulegen, um unerwartete Ausgaben wie Autoreparaturen jederzeit stemmen zu können. Und wohin damit? Am besten aufs Tagesgeldkonto. Hier wird das Ersparte zwar nicht üppig verzinst, aber Geld einfach unter das Kopfkissen zu legen, ist auch keine Alternative. Derzeit sei Tagesgeld die Anlageform, „die die besten Renditen bietet, wenn das Geld im Notfall sofort verfügbar sein muss“, schreibt Autorin Sina Groß.
Foto: WirtschaftsWocheTipp 4: Sparkonto für mittelfristiges Sparen
Wer längerfristig auf etwas sparen will, beispielsweise auf ein eigenes Auto oder eine große Reise, dem rät die Stiftung Warentest zu einem Sparkonto. Sparkonten sind ebenso wie Tagesgeldkonten variabel verzinst. Sie unterscheiden sich von normalen Girokonten dadurch, dass die Kunden zwar Geld abheben und einzahlen, aber keine weiteren Transaktionen wie beispielsweise Überweisungen darüber vornehmen können. Außerdem gibt es etwas höhere Zinsen, sofern das Sparkonto online geführt wird.
Foto: WirtschaftsWocheTipp 5: Banksparplan als Alternative
Auch ein Banksparplan kommt lauf Stiftung Warentest in Frage, wenn Kunden auf etwas Bestimmtes sparen möchten. Dabei vereinbart der Kunde mit seiner Bank einen festen Betrag, den er per Bankeinzug monatlich auf sein Konto einzahlt. Der Banksparplan hat in der Regel eine feste Laufzeit oder ist nach einer festgelegten Sperrfrist kündbar. Insbesondere Sparpläne, die eine „Zinstreppe“ aufweisen – bei denen die Verzinsung also mit der Laufzeit steigt -, sind eine Überlegung wert.
Foto: WirtschaftsWocheTipp 6: Der Klassiker, der Bausparvertrag
Bei einem längeren Anlagehorizont (ab sieben Jahre), lohnt es sich auch, über das sogenannte „Rendite-Bausparen“ nachzudenken. Bausparverträge eignen sich nicht nur für angehende Immobilienkäufer, sondern auch als reine Geldanlage. In diesem Fall geht es weniger darum, sich später ein günstiges Darlehen zu sichern, sondern um eine möglichst hohe Verzinsung in der Ansparphase. Der Vorteil: Die Verzinsung ist in den Rendite-Bausparverträgen meist recht attraktiv. So richtig renditeträchtig wird es allerdings nur, wenn man bis zum Schluss durchhält. Dann gibt es einen Bonus obendrauf.
Foto: WirtschaftsWocheTipp 7: Festgeldkonten für bereits Gespartes
Wer schon einen größeren Betrag angespart ist, für den lohnt sich ein Festgeldkonto oder ein Sparbrief. In beiden Fällen gibt es feste Zinsen für eine festgelegte Laufzeit. Sparbriefe sind insbesondere für Leute geeignet, die bereit sind, für eine längere Zeit auf ihr Geld zu verzichten. Ihr Vorteil gegenüber dem Festgeld: Sie laufen automatisch aus, müssen also nicht gekündigt werden. Und: Kauf, Verwahrung und die Einlösung von Sparbriefen sind kostenlos.
Da die Zinsen auch für Festgeld gerade nicht besonders üppig sind, lohnt sich die Überlegung, sich nicht allzu lange festzulegen – also beispielsweise lieber dreijähriges als zehnjähriges Festgeld zu wählen. Dann haben Sie die Chance, nach drei Jahren umzusatteln, wenn die Zinsen zwischenzeitlich gestiegen sind.
Foto: dpaTipp 8: Ein Haus als Altersvorsorge
Viele sehen im Eigenheim eine attraktive Option, um im Alter abgesichert zu sein. 20 bis 30 Prozent der Kaufsumme sollten Sparer im Idealfall als Eigenkapital mitbringen. Je höher dieser Anteil ist, desto günstiger wird der Kredit, der den Restbetrag abdeckt. Auch wenn die Zinsen für einen Kredit im Moment sehr niedrig sind, so warnt die Stiftung Warentest trotzdem: „Zum einen müssen Sie die finanzielle Belastung über viele Jahre schultern können.“ Und: „Zum anderen dürfen Sie das Geld auf lange Sicht nicht für etwas anderes benötigen.“
Die Klassiker, um ins Eigenheimsparen einzusteigen, sind Bausparverträge und Banksparpläne – und zwar Stiftung Warentest zufolge insbesondere in der Riester-Variante. Das Vermögen aus einem Riester-Vertrag wird durch staatliche Zulagen und Steuervorteile zusätzlich aufgestockt. „Auf diese Weise sparen Sie sich einen Teil des Kredits und der Zinsen“, schreibt die Stiftung Warentest.
Foto: CLARK/obsTipp 9: Der Dispo für kurzfristige Anschaffungen
Der Dispositionskredit ist die einfachste Möglichkeit, sich kurzfristig Geld zu leihen. Sie können dabei Ihr Girokonto um einen vereinbarten Betrag überziehen. Wer im Minus landet, zahlt den Kurzfrist-Kredit quasi mit dem nächsten Geldeingang auf dem Konto wieder zurück. Die dabei fälligen Zinsen haben es aber in sich: Manche Banken nehmen bis zu 14 oder gar 18 Prozent, also aufgepasst!
Foto: WirtschaftsWocheTipp 10: Der Rahmenkredit als Alternative zum teuren Dispo
Die Zinsen für einen Rahmenkredit liegen in der Regel deutlich unter denen, die beim Dispo fällig werden. Sie können sich einen bestimmten Betrag als Kreditrahmen bei einer beliebigen Bank einrichten lassen und selbst entscheiden, inwieweit Sie ihn ausschöpfen, ob Sie ihn in einem Betrag oder in Etappen zurückzahlen.
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Wo genau am Aktienmarkt drohen denn Überhitzungen und Korrekturen?
Die Märkte sind schon jetzt in einem etwas angeheiterten Zustand. US-Aktien laufen schon länger sehr gut und zeigen technisch bereits eine leichte Überhitzung. Das spiegelt sich etwa in der Bewertung einiger Internetaktien wider. Wenn eine Twitter-Aktie gleich am ersten Handelstag um 75 Prozent steigt, ist zu viel Euphorie im Markt. Es gibt am US-Aktienmarkt also schon einzelne Tendenzen zur Blasenbildung. Aber die Übertreibung ist noch nicht generell und in der Breite vorhanden. Akut besteht noch keine Gefahr, aber wenn wir die 10.000 Punkte im Dax feiern, sollten Anleger vielleicht überlegen, ob sie einen Teil der Chips vom Tisch nehmen.
Für den europäischen Aktienmarkt sehen Sie noch keinen Grund zur Nervosität?
Höchstens im ganz kurzfristigen Bereich. Das arbeitet der Markt in ein paar Tagen ab. Ich würde aber differenzieren zwischen der Dax-Entwicklung und etwa den Börsen in Italien, Spanien oder Frankreich. Die haben zuletzt Boden gut gemacht, aber für die nächsten Jahre noch ordentliches Erholungspotenzial. Wir bevorzugen deshalb diese Nachzügler. Bereits Anfang des Jahres haben wir auf Italiens Aktienmarkt gesetzt. Damals war er extrem unbeliebt, jedes ökonomische und politische Risiko war eingepreist, die Kurse am Boden. Die Strategie ging auf, im Rückblick war der italienische Markt einer der besten Performer weltweit in diesem Jahr. Jetzt ist das Potenzial zwar geringer geworden, aber immer noch erheblich.
Ist in Deutschland für Dax & Co bald das Ende der Fahnenstange erreicht?
Deutschland ist immer Gewinner einer solchen Situation und profitiert von den niedrigen Zinsen und einem schwächeren Euro. Aber deutsche Aktien sind natürlich auch schon gut gekauft worden. Ich würde deshalb nicht alles auf den Dax setzen, sondern Teile durchaus auch in den südlichen Ländern anlegen.
Womit müssen Anleger auf längere Sicht rechnen?
Ich denke, auf Sicht von drei bis fünf Jahren dürfen wir dem Aktienmarkt schon vertrauen. Für Anleger ist das ein guter Platz. Die Notenbanken werden dafür sorgen, dass die Realwirtschaft wieder anspringt und vielleicht auch echte Inflation entsteht. Für Anleger muss die Strategie daher sein, in den nächsten Jahren sachwertorientierte Investitionen zu bevorzugen. Dazu gehören neben Aktien auch Rohstoffe und Edelmetalle, aber natürlich auch Immobilien.
Sie halten Immobilen immer noch für ein zukunftsträchtiges Investment?
Um die Diskussion kommen wir nicht umhin. Wir wissen alle, wo wir da aus deutscher Sicht herkommen. Mit offenen Immobilienfonds gab es viele Katastrophen. Aber wenn Investoren bereit sind, auch in anderen Formen – zum Beispiel in Form von Direktanlagen – auf den Immobilienmarkt zu setzen, geschickt auswählen und nicht jedem heiß gelaufenen Regionalmarkt wie etwa München hinterherhecheln, ist eine Immobilienanlage nach wie vor sehr interessant. Es ist ein Substanzwert.
Nicht an später denken
Einer der größten und häufigsten Fehler bei der privaten Geldanlage ist, gar nicht damit anzufangen. Viele Anleger machen sich nämlich keine Gedanken über ihre Altersvorsorge und geben Erspartes lieber für andere Dinge aus.
Foto: FotoliaJagd nach der Rendite
Mit einer der größten Fehler von Anlegern ist aber die Jagd nach dem schnellen Geld: Sobald von einer Kursrakete, einem totsicheren Tipp oder sonstigem die Rede ist, stürzen sich Investoren darauf, als gäbe es kein Morgen mehr. Der größte Fehler ist, dass Anleger sich in Produkte oder Anlageklassen verrennen, die sich erst kurzfristig gut entwickelt haben und die langfristige Entwicklung mitunter völlig außer Acht lassen. Deshalb sollten sich Investoren darüber im Klaren sein, dass es kein Geldanlagevehikel gibt, dass sich nur gut entwickelt. Auch nicht, wenn seit Wochen und Monaten überall nur Gutes davon zu hören und zu lesen ist. Selbst Gold kann fallen. Da ist es wenig ratsam, das gesamte Vermögen auf einmal in Gold zu tauschen.
Foto: dpaUnverständliche Produkte kaufen
Das Problem, das Anleger ihr Geld auch in Produkte stecken, die sie nicht so recht verstehen, ist mit der Finanzkrise leider nicht ausgelöscht worden. Gerade Börsenneulinge überschätzen ihre Kenntnisse gerne. Deshalb kann es nicht schaden, die eigene Anlagestrategie von jemandem überprüfen zu lassen. Ob es jetzt ein Finanzberater, Investmentclub oder ein guter Freund ist, spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle. Hauptsache, die Idee wird gründlich durchdacht.
Foto: Fotolia
Kosten übersehen
Genauso häufig übersehen Anleger Kosten, beispielsweise Verwaltungsgebühren bei Fonds. Aus Faulheit wird das Kleingedruckte nur überflogen oder die Gesamtkostenquote schlicht übersehen. Nachher ist dann die Überraschung groß, wenn sich das vermeintliche Schnäppchen als überteuerter Fonds entpuppt.
Foto: FotoliaDer Herde folgen
Ein bekanntes Phänomen ist der Herdentrieb der Anleger. Derzeit fliehen Investoren massenweise aus Anleihefonds - obwohl es keinen offensichtlichen Grund dafür gibt. Es reicht, wenn sich ein Großinvestor oder eine kritische Masse von einem Anlageprodukt abwenden. Schon herrscht die allgemeine Meinung "da stimmt etwas nicht" und die Mehrheit verkauft. Den Anleihefonds hat der Herdentrieb allein seit Juli Mittelabflüsse in Höhe von 11,7 Milliarden Dollar eingebracht.
Foto: dpaElitäre Zirkel
Das Gegenteil des Herdentriebes ist der Wunsch, einem elitären Zirkel anzugehören. Sobald ein Finanzprodukt strenger limitiert ist, wie es beim Madoffschen Schneeballsystem ebenfalls der Fall war, stürzen sich Investoren darauf, ohne genau hinzusehen, was sie da eigentlich kaufen. Das Bedürfnis, zu einer kleinen Gruppe zu gehören, die unermesslich reich wird, ist zu groß.
Foto: FotoliaFehler nicht eingestehen
Mindestens genauso falsch ist es, sich seine Fehlentscheidungen nicht einzugestehen. Dieses Verhalten lässt sich bei jedem Aktiencrash beobachten: Anleger halten an abstürzenden Papieren fest, in der Hoffnung, der Kurs werde sich doch wieder erholen. Wer eine Aktie für 30 Dollar kauft und dann jahrelang ihren Sinkflug beobachtet und nicht verkauft, kann sich offenbar nicht eingestehen, aufs falsche Pferd gesetzt zu haben. Nur wer das erkennt, kann Verluste begrenzen.
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Wie investieren Sie am Immobilienmarkt für Ihre Kunden?
Vor allem Immobilien in langfristig intakten, bislang vernachlässigten B-Regionen bieten sich an. Dort finden sich Objekte, die noch nicht überteuert sind. Schon vor drei Jahren haben wir gesagt, der deutsche Immobilienmarkt hat noch viel Potenzial. Zu dieser Aussage stehe ich auch heute noch. Für unsere Kunden sind wir deshalb vor kurzem Beteiligungen in Immobilien-Pools eingegangen, wo sie direkt und transparent in bestimmte Objekte investieren können. Außerdem nehmen wir wieder verstärkt US-Immobilieninvestment in den Fokus, weil wir glauben, dass dort die Erholung gerade erst anläuft – vor allem bei Gewerbeimmobilien. Die US-Notenbank wird den dortigen Immobilienmarkt nicht nur stützen, sondern sogar anfeuern. Die Preise dort haben jedenfalls noch Platz nach oben.
Wie gewichten Sie denn die verschiedenen Anlageklassen für ihre vermögenden Kunden?
Der Aktienanteil ist schon ziemlich hoch. Im durchschnittlichen Portfolio mit ebenso durchschnittlichem Risiko sind es schon 45 bis 50 Prozent Aktien. Die Schwerpunkte liegen dabei auf europäischen Aktien, vor allem mittelgroße, MDax-ähnliche Werte. Daran halten wir zunächst fest und sichern die Positionen ab, wenn wir Überhitzungen sehen. Ansonsten sind es 10 bis 20 Prozent Immobilien. Außerdem versuchen wir Private Equity-Investments stärker aufzubauen. Dort ist jetzt das Umfeld auf Sicht von vier bis fünf Jahren sehr vorteilhaft. Geringe Anteile, also weniger als 15 Prozent, investieren wir im Rentenmarkt - was sich von selbst versteht, weil dort wenig zu holen ist. Das sind eher taktische Manöver. Je nach Präferenz können auch fünf bis zehn Prozent in Hedgefonds liegen. Daneben gibt es eine atmende Rohstoff-Edelmetall-Gold-Quote. Anfang des Jahres hatten wir diesen Bereich reduziert, er war fast ganz verschwunden. Nachdem die Preise sehr stark gefallen sind, sehen wir vor allem die Industrierohstoffe wieder zunehmend positiv.
Wenn die nächsten drei bis fünf Jahre besser prognostizierbar sind, sollten Anleger das auch als ihren Anlagehorizont wählen?
Die drei bis fünf Jahre sollten die Basis bilden. Worauf man achten sein sollte, das sind die wahrscheinlichen Überhitzungen und Korrekturen der nächsten sechs bis zwölf Monate. Dann sollten Anleger nicht stur an ihrer Grundstrategie festhalten, sondern intensiver hinschauen und ihr Aktieninvestment kurzfristig absichern oder sogar reduzieren. Wenn wir dann durch diese Phase gegangen sind, sich die Notenbankpolitik wieder normalisiert und die Konjunkturampeln auf Grün stehen, werden Anleger mit einer ausgewogenen Portfoliomischung gut zurechtkommen.
Wie schätzen sie jetzt Gold ein?
Gold sehen wir wieder etwas positiver. Nach dem starken Verfall setzen wir darauf, dass die Notenbanken doch noch länger und stärker Liquidität in die Märkte geben. Dann kann Gold nochmal positiv überraschen. Für taktische Anleger wird Gold wieder interessanter.
Sehen Sie die Möglichkeit, dass Investoren in der Breite wieder auf Gold umschwenken?
Potenziell ja. Dazu muss man verstehen, was den Goldmarkt bewegt. Das deflationäre Bild ängstigt die Investoren. Deflation ist für den Goldpreis in der Regel eher schlecht, Inflation stützt den Goldpreis hingegen. Weil die Notenbanken - insbesondere die EZB - nun aber erneut dafür sorgen müssen, dass die Realzinsen sinken und der Liquiditätszufluss zunimmt, könnte das Gold noch einmal ein kleines überraschendes Revival bescheren. Das ist am Goldmarkt derzeit noch nicht eingepreist.
Können Anleger mit kleinerem Anlagevolumen Ihre Anlagestrategie für betuchte Familien überhaupt kopieren?
Das kleinere Anlagevolumen hat natürlich den Nachteil, dass diese Strategie bei Immobilien und im Bereich von Private Equity sowie Hedgefonds nicht so einfach abbildbar ist. Da brauchen Privatanleger eine Alternative. Aber das lässt sich abstrahieren – im Zweifel über Aktieninvestments. Kreativität ist da gefragt. Zum Beispiel können Wandelanleihen ein brauchbares Instrument sein, ebenso immobilienähnliche und liquide Investments wie Aktien von Immobiliengesellschaften. Aktienähnliche Investments mit begrenztem Risiko könnten zum Beispiel Hedgefonds ersetzen. Teilweise gibt es auch im kleinteiligen Fondsbereich Hedgefonds-Lösungen. Und last but not least gibt es gute vermögensverwaltende Fonds ab relativ geringen Einstiegsbeträgen. Da lässt sich also definitiv was finden.
Beliebt bei Privatanlegern sind derzeit vor allem börsengehandelte Fonds, die sogenannten ETFs, mit eingebautem Schutz vor Währungsrisiken. Rücken die Währungsrisiken wieder in den Fokus?
Einen großen Teil der Währungsrisiken haben wir in den vergangenen zwölf Monaten schon gespürt. Japan etwa war in unserer Anlagestrategie ein wichtiges Element, aber nur mit Währungsabsicherung. Das hat hervorragend funktioniert, denn der Währungseffekt betrug in der Spitze etwa 30 Prozent. In den Schwellenländern ist kürzlich ähnliches passiert, aber auch das liegt eher schon hinter uns.
Der Euro wird tendenziell schwächer, was für Euro-Zonen-Anleger bedeutet, dass Anlagen in Fremdwährungen wieder attraktiver werden, etwa in Dollar oder britischen Pfund. Im Moment würde ich jedenfalls keine so großen Währungsrisiken an die Wand malen. Eine Absicherung ist höchstens beim japanischen Yen und für einige Schwellenländer nötig.