Essay: Die Technik kostet uns ein Stückchen Freiheit
Die Verwendung von Anführungszeichen: Durch das Einklammern der Suchbegriffe mit Anführungszeichen sucht Google ausschließlich nach den Begriffen, exakt so wie sie in der Klammer stehen. Suchen Sie beispielsweise nach "Hans Sinn" werden Seiten, die sich auf den Ökonom Hans Werner Sinn beziehen, nicht berücksichtigt.
Foto: dapdBegriffe ausschließen oder einfügen: Durch die Verwendung des Plus- oder Minuszeichens können Sie die Suchanfrage eingrenzen, indem Sie Google zum Einschließen oder Auslassen bestimmter Begriffe zwingen. Sie können auch mehrere Begriffe gleichzeitig bei der Suche ausgrenzen oder einfügen. Die Suche nach Berlin -Hotels zeigt beispielsweise ausschließlich Suchanfrage zur Hauptstadt, die sich nicht auf Hotels beziehen.
Foto: dpaDie Verwendung von Sternchen: Wenn Sie nach einem bestimmten Zitat suchen, dieses jedoch nicht komplett kennen, können Sie die Sternchen ihrer Tastatur als Platzhalter für den nicht bekannten Teil des Textes verwenden. Angenommen Sie suchen nach dem Gedicht "Die Glocke" von Friedrich Schiller und kennen lediglich eine Zeile. Schreiben Sie: Fest gemauert in der Erden*, geben Sie Google zu erkennen, dass der Text hinter dem Sternchen weitergeht. Ein Sternchen vor dem Text steht dementsprechend für einen fehlenden Bereich vor dem Anfang der bekannten Passage.
Foto: REUTERSDie Suche nach Dateiformaten: Suchen Sie bei Google nach Informationen in bestimmen Dateiformaten, schreiben Sie in das Suchfenster lediglich filetype: und das entsprechende Format und schon schlägt Ihnen die Suchmaschine lediglich Ergebnisse in dieser Form vor. Geben Sie beispielsweise: Daimler Jahresbericht filetype:pdf ein, erhalten sie den Jahresbericht des Automobilkonzerns im pdf-Format.
Foto: REUTERSDen Browser aufräumen: Google verdient Geld, durch den Verkauf von Anzeigen, die auch im Suchfenster auftauchen. Damit ihre Suchanfrage aufgrund des Besuchs anderer Websites nicht verfälscht wird, sollten Sie ihren Browser aufräumen und die Cookies löschen. Diese kleinen Dienstprogramme merken sich, auf welchen Seiten Sie unterwegs waren und geben das an die Suchmaschine weiter. Die Suchmaschine ordnet dann Ergebnisse, die ihren Interessen entsprechen weiter nach oben. In den meisten Browsern löschen Sie ihre Cookies durch einen einfachen Klick in den Browsereinstellungen.
Foto: dpaDie Suche nach Tabellen: Mittels Googles neuer Funktion Tables können Sie einfach nach Tabellen und Statistiken suchen. Wollen Sie beispielsweise den weltweiten Wirtschaftswachstum wissen, geben Sie bei Tables lediglich Worldwide Growth ein, und schon erhalten Sie zahlreiche Tabellen zum weltweiten Wachstum.
Foto: dpaDie erweiterte Suche: Über Googles erweitere Suche können Sie ihre Anfrage nach zahlreichen Parametern definieren. So können Sie angeben, dass die Ergebnisse nur von bestimmten Seiten stammen dürfen, wo der Suchbegriff auf der Website erscheinen darf oder aus welchen Land die Ergebnisse kommen dürfen.
Foto: dapdGoogle Alerts: Möchten Sie über bestimmte Themen immer informiert sein, kann Ihnen Google Alerts dabei behilflich sein. Nachdem Sie ihre Emailadresse und das Thema, über das Sie auf dem Laufenden gehalten werden möchten, eingegeben haben, informiert Sie Google per Mail, sobald es neue Informationen zu dem Thema registriert hat.
Foto: dpaGoogle Scholar: Der Dienst ist besonders für Wissenschaftler und Studenten interessant. Mithilfe der Scholar-Suche durchforsten Sie das Web nach wissenschaftlichen Aufsätzen und Beiträgen. Dabei sucht der Dienst auch in den Datenbanken von Universitäten, Forschungseinrichtungen und wissenschaftlichen Publikationen.
Foto: dpa/dpawebGoogle Flights: Mit der neuen Funktion ist es möglich, weltweit Flüge anzuzeigen und per Link an externe Reisebüros direkt zu buchen. Bisher funktioniert das System allerdings noch nicht in Deutschland, das soll sich jedoch bald ändern, so Google. Jetzt schon kann nach Flügen für Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, die Niederlande und Nordamerika gesucht werden.
Foto: dapdEine einzige Frage reichte, um den konservativen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney im amerikanischen Wahlkampf 2012 als Lachnummer abzustempeln. „Warum kann man im Passagierflugzeug eigentlich kein Fenster öffnen, um schnell mal frischen Sauerstoff in die Kabine zu lassen?“, sagte der Obama-Herausforderer zu Reportern der „Los Angeles Times“. Kurz zuvor war ein Privatjet mit seiner Frau Ann wegen Rauchentwicklung in der Kabine in Denver notgelandet. Dass die Bullaugen in Verkehrsflugzeugen nicht zu öffnen seien, empfand der Technikkritiker aus Massachusetts anscheinend als eine krasse Art von Freiheitsberaubung.
Obwohl Romney seine Frage als Scherz gemeint hatte, ergoss sich Stunden später der Spott der Nation in Kommentaren, Blogs und Tweets über den konservativen Politiker. Hahaha..., in der Stratosphäre ein Fenster aufmachen! Ganz Amerika kicherte über „Mister Oxygen“, den Mann, der Boeing-Jets angeblich mit Fensterkurbeln nachrüsten wollte.
Dabei war Romneys Fragestellung längst nicht so dämlich, wie sie sich zunächst liest. Im Grunde war der Politiker (wohl eher versehentlich) auf ein fundamentales Dilemma der Technikphilosophie gestoßen: Innovation gibt es nicht umsonst. Der erste Lehrsatz der Technikfolgenabschätzung nämlich lautet, dass jede neue technische Errungenschaft neben Fortschritten zwangsläufig auch Einschränkungen mit sich bringt.
Die Währung, in der die Anwender den Preis für technologische Verbesserungen am häufigsten bezahlen, heißt Freiheit: Für jede zusätzliche Annehmlichkeit, die uns die Technik beschert, wird ein Stückchen individuelle oder gesellschaftliche Freiheit fällig. Überspitzt ausgedrückt: Technischer Fortschritt und individuelle Unabhängigkeit verhalten sich umgekehrt proportional. Wer mehr von Ersterem will, muss ein Stück von Letzterer opfern.
Dicht an dicht: Wenn die Autos auf der Straße stehen, lässt sich das mit moderner Technologie leicht nachvollziehen. Zum einen gibt es Sensoren am Straßenrand, zum anderen liefern die Autos und die Smartphones der Insassen inzwischen Informationen über den Verkehrsfluss. Diese Daten lassen sich in Echtzeit auswerten und mit Erfahrungswerten abgleichen – so wird klar, wo gerade ungewöhnlich viel los ist und beispielsweise eine Umleitung Sinn ergeben würde. Ein Pilotprojekt dazu lief in der Rhein-Main-Region, allerdings nur mit rund 120 Autos. Langfristig ist sogar das vollautomatische Autofahren denkbar – der Computer übernimmt das Steuer. Eines ist aber klar: Alle Big-Data-Technologien helfen nichts, wenn zu viele Autos auf zu kleinen Straßen unterwegs sind.
Foto: dpaFundgrube für Forscher: Google Books ist nicht nur eine riesige digitale Bibliothek. Die abertausenden eingescannten Texte lassen sich auch bestens analysieren. So kann nachvollzogen werden, welche Namen und Begriffe in welchen Epochen besonders häufig verwendet wurden – ein Einblick in die Denkweise der Menschen. Der Internet-Konzern nutzt den Fundus außerdem, um seinen Übersetzungsdienst Translate zu verbessern.
Foto: dpa Picture-AllianceSchnupfen, Kopfschmerz, Müdigkeit: Das sind die typischen Symptome der Grippe. Aber wann erreicht die Krankheit eine Region? Bislang konnte man das erst feststellen, wenn es zu spät war. Der Internet-Riese Google hat ein Werkzeug entwickelt, mit dem sich Grippewellen voraussagen lassen: Flu Trends. Bei der Entwicklung hielten die Datenspezialisten nicht nach bestimmten Suchbegriffen Ausschau, sondern nach Korrelationen. Wonach also suchten die Menschen in einer Region, in der sich das Virus ausbreitete? Sie filterten 45 Begriffe heraus, die auf eine unmittelbar anrollende Grippewelle hindeuten – ohne dass irgendein Arzt Proben sammeln müsste.
Foto: dpa Picture-AllianceAufwärts oder abwärts? Die Millionen von Kurznachrichten, die jeden Tag über Twitter in die Welt gezwitschert werden, können Aufschluss über die Entwicklung der Börsen geben. Denn aus den 140 Zeichen kurzen Texten lassen sich Stimmungen ablesen – das hat ein Experiment des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) gezeigt. Je intensiver die Emotionen, desto stärker die Ausschläge. Marktreife Investitionsmodelle, die auf Tweets setzen, gibt es indes noch nicht.
Foto: dpaLotterie am Himmel: Die Preise von Flugtickets lassen sich für Laien kaum nachvollziehen. Auch eine frühe Buchung garantiert kein günstiges Ticket, weil die Fluggesellschaften ständig an der Schraube drehen. Das wollte sich der Informatiker Oren Etzioni nicht gefallen lassen: Er sammelte mit seiner Firma Farecast Millionen von Preisdaten, um künftige Preisbewegungen zu prognostizieren. 2008 kaufte Microsoft das Start-up, die Funktion ist jetzt in die Suchmaschine Bing integriert.
Foto: dpa Picture-AllianceJeder Meter kostet Zeit und Geld. Daher wollen Logistikunternehmen ihre Fahrer auf kürzestem Wege zum Kunden lotsen. Der weltgrößte Lieferdienst UPS führt dafür in einem neuen Navigationssystem Daten von Kunden, Fahrern und Transportern zusammen. „Wir nutzen Big Data, um schlauer zu fahren“, sagte der IT-Chef David Barnes der Nachrichtenagentur Bloomberg. Im Hintergrund läuft ein komplexes mathematisches Modell, das auch die von den Kunden gewünschten Lieferzeiten berücksichtigt.
Foto: dpa Picture-AllianceEs waren nicht nur gute Wünsche, die US-Präsident Barack Obama 2012 zur Wiederwahl verhalfen: Das Wahlkampf-Team des Demokraten wertete Informationen über die Wähler aus, um gerade Unentschlossene zu überzeugen. Dabei griffen die Helfer auch auf Daten aus Registern und Sozialen Netzwerke zurück. So ließen sich die Bürger gezielt ansprechen.
Foto: dpaWas sagen die Facebook-Freunde über die Bonität eines Nutzers aus? Das wollten die Auskunftei Schufa und das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam im Sommer 2012 erforschen. Doch nach massiver Kritik beendeten sie ihr Projekt rasch wieder. Dabei wollten die beiden Organisationen lediglich auf öffentlich verfügbare Daten zugreifen. Unternehmen in den USA haben weniger Hemmungen. Der Anbieter Experian etwa bietet einen Dienst namens Income Insight, der das Einkommen einer Person aufgrund vorheriger Kredite schätzt.
Foto: dapdWenn mit einer Kreditkarte erst Babykleidung und später ein Abenteuerurlaub in Indien bezahlt werden, könnte dahinter ein Betrüger stecken, der die Daten gestohlen hat. Die Finanzdienstleister versuchen deshalb, alle Transkationen auf ungewöhnliche Anzeichen zu analysieren. Das geschieht möglichst in Echtzeit – eine Herausforderung für die IT. Visa hat 2011 ein Modell eingeführt, das 500 Aspekte bewertet. Damit werde nicht nur die Sicherheit verbessert, sondern auch das Vertrauen in die Marke gestärkt, erklärte das Unternehmen gegenüber dem „Wall Street Journal“.
Foto: dpa Picture-AllianceWelche Geschenke interessieren welchen Kunden? Und welchen Preis würde er dafür zahlen? Der US-Einzelhändler Sears wertet große Datenmengen aus, um maßgeschneiderte Angebote samt individuell festgelegter Preise zu machen. Dabei fließen Informationen über registrierte Kunden ebenso ein wie die Preise von Konkurrenten und die Verfügbarkeit von Produkten. Die Berechnungen erledigt ein Big-Data-System auf der Grundlage von Hadoop-Technik, an dem der Konzern drei Jahre gearbeitet hat.
Foto: dapdDie Handelskette Target weiß viel über ihre Kunden – zumindest wenn diese eine Kundenkarte haben. Das Unternehmen machte damit Schlagzeilen, dass es anhand von Einkäufen herausfinden kann, welche Kundinnen schwanger sind. Etwa weil sie im dritten Monat parfümfreie Lotionen kaufen oder später Magnesium und Zink in den Einkaufswagen legen, wie die „New York Times“ aufdeckte. Target kann den werdenden Eltern gezielt Werbung schicken und sie so womöglich auf Dauer an sich binden.
Foto: dpa Picture-AllianceOperationssaal in einer Klink: Eine kluge Datenanalyse kann Patienten helfen. So fand Microsoft im Auftrag eines Washingtoner Krankenhauses heraus, dass Patienten mit Herzkrankheiten häufiger wieder eingeliefert werden mussten, wenn sie niedergeschlagen waren – abzulesen an Begriffen wie „Depression“ in der Patientenakte.
Foto: dpaDamit die Energiewende gelingt, müssen die Stromnetze intelligenter werden. Big-Data-Technologien können helfen, das stark schwankende Stromangebot von Windrädern und Solaranlagen zu managen.
Foto: dpaBei jeder neuen Technologie stellt sich denn auch wieder die Frage, ob der Gewinn, den sie verspricht, ihre potenziell negativen Folgen aufzuwiegen vermag. Ob es sich lohnt, auf einer Ebene ein Stück Freiheit zu opfern, um auf einer anderen ein größeres Stück davon zu erlangen? Für das Privileg, in wenigen Stunden mit Mach 0,8 ganze Kontinente und Ozeane zu überfliegen, opfern die meisten Menschen jedenfalls gern die Freiheit, die Nase dabei in den Wind zu halten.
Wie ein roter Faden zieht sich der subtile, aber strikte Antagonismus von Technik und Freiheit durch alle Techniksparten. Nehmen wir zum Beispiel die Energietechnik. Wie stählerne Nabelschnüre durchziehen Öl- und Gaspipelines Kontinente und Meere. Sie versorgen ganze Volkswirtschaften mit den fossilen Brennstoffen, ohne die in der industrialisierten Welt nichts mehr geht. Der Preis für den technischen Komfort, an einem eisigen Wintermorgen den Regler am Thermostat mal eben um ein paar Grad höher drehen oder in der Hundehitze des Sommers die Klimaanlage einschalten zu können, ist die kollektive energetische Abhängigkeit von den produzierenden Ländern.
Abhängigkeit aber ist nur ein hübscheres Wort für Unfreiheit. Doch wer will schon zur großen Freiheit der ums Lagerfeuer kauernden Neandertaler zurückkehren?
Apple-Mitgründer Steve Jobs wollte einen Computer entwickeln, den jeder bedienen kann. Inspiration fand er im Forschungszentrum Xerox PARC: Dort hatten die Tüftler eine grafische Benutzeroberfläche (graphical user interface, GUI) programmiert, die Jobs bei einem Besuch elektrisierte. „Innerhalb von zehn Minuten war mir klar, dass eines Tages alle Computer so arbeiten würden“, sagte er Jahre später in einem Fernsehinterview.
1983 brachte Apple das Modell Lisa samt einer Maus heraus – den ersten Computer mit grafischer Benutzeroberfläche für den Massenmarkt. Allerdings reagierte die Technik nur sehr behäbig. Und der Preis von 10.000 Dollar war für die meisten Privatanwender zu hoch (in Deutschland kostete der Rechner 30.000 DM). Lisa erwies sich als großer Flop, die Restbestände wurden später in der Wüste von Utah entsorgt. Doch Lisa bahnte der Technologie den Weg.
Foto: WirtschaftsWocheDoch Steve Jobs ließ sich vom Misserfolg mit dem Lisa nicht beirren und entwickelte bei Apple mit einem verschworenen Team den Macintosh, der sich ebenfalls mit einer Maus bedienen ließ und deutlich billiger war. Hier ist der junge Firmengründer (l.) 1984 bei der Vorstellung des Rechners mit dem damaligen Apple-Chef John Sculley zu sehen. Der Werbespot für diesen Computer, gedreht von Regisseur Ridley Scott, ist bis heute legendär – er soll zeigen, wie der Apple-Rechner die geknechteten Nutzer von IBM, dem „Big Brother“ mit seinen Einheits-PCs, befreit.
Foto: WirtschaftsWocheDas Gerät sollte nicht die Geschäftsleute begeistern, sondern die Massen. In Sachen Benutzerfreundlichkeit setzte Apple Maßstäbe, doch der Erfolg stellte sich erst über die Jahre ein, zumal Konkurrent IBM mit seinem PC reißenden Absatz fand. Der war zwar nicht so bequem zu bedienen, es gab aber viel mehr Anwendungen für ihn. Immerhin gelang es Apple mit der Zeit, eine treue Fangemeinde aufzubauen – auch in den Jahren ohne Steve Jobs. Der musste Apple 1985 nach einem Machtkampf mit Firmenchef Sculley verlassen.
Foto: dpaZum Durchbruch verhalf der grafischen Benutzeroberfläche nicht Steve Jobs, sondern ein junger Bursche namens Bill Gates. Sein Startup Microsoft entwickelte für den Computerhersteller IBM das Betriebssystem MS-DOS. In den 80er Jahren entdeckte Gates beim damaligen Partner Apple die intuitive Bedienung per Maus und ließ daraufhin die Benutzeroberfläche Windows entwickeln, die später Bestandteil aller Systeme wurde. 1985 kam die erste Version heraus, die ersten großen Erfolge gelangen in den 1990er Jahren mit Windows 3.0 und Windows 3.1. Heute ist Microsoft ein Software-Gigant und Windows der Quasi-Standard auf PCs.
Foto: dpaWindows 95 bedeutete für Microsoft den Durchbruch – spätestens seit der Präsentation im namensgebenden Jahr 1995 kam kein Computerhersteller mehr an dem Betriebssystem vorbei. Damals führte der Software-Konzern auch den Start-Button ein, über den heute Millionen von Nutzern Programme aufrufen oder auch den Rechner ausschalten. Weitere Meilensteine in der Entwicklung sind Windows XP (2001) und Windows 7 (2009). Aktuell vermarktet Microsoft Windows 8.
Foto: dpaSteve Jobs verhalf nicht nur der grafischen Benutzeroberfläche zum Durchbruch, sondern auch dem Touchscreen: Nach seiner Rückkehr zu Apple ließ er das iPhone entwickeln – hier die Präsentation im Januar 2007. Es war zwar nicht der erste Handy mit berührungsempfindlicher Oberfläche, hatte aber dank seiner intuitiven und ruckelfreien Bedienung so viel Erfolg wie kein Gerät zuvor. Für damalige Verhältnisse war das revolutionär, heute ist es Standard. Denn Apple fand viele Nachahmer.
Foto: APAuch im iPod Touch setzte Apple später seinen Touchscreen ein. Inzwischen kommt die Technologie in immer mehr Geräten zum Einsatz, auch in Notebooks oder Uhren.
Foto: APTatschen statt klicken – dieses Bedienprinzip gilt auch für das iPad. 2010 brachte Apple den Tablet-Computer heraus. Anfangs verspottet als „überdimensionales iPhone, mit dem man dasselbe tut wie mit einem iPhone“, hatte es bald gigantischen Erfolg. Mittlerweile ist das flache Gerät längst mehr als ein Gadget, bei bestimmten Aufgaben dient es als adäquater Ersatz für den klassischen Computer. Damit hat das iPad den Wandel in Sachen Computerbedienung vorangetrieben – weg von der Maus, hin zum Finger.
Foto: REUTERSHeute kommt kein Smartphone-Hersteller an der Bedienung per Touchscreen vorbei. Selbst Blackberry, bekannt für E-Mail-Maschinen mit kleiner physikalischer Tastatur, bietet mit dem Z10 inzwischen ein solches Gerät an – ganz ohne Tasten.
Foto: dpaMehr als eine Spielerei ist die Gestensteuerung Kinect, die Microsoft für seine Spielkonsole Xbox 360 entwickelt hat. Die Spezialkameras in der Sensorleiste registrieren Haltung und Bewegungen eines Nutzers und setzen diese auf dem Bildschirm um, zum Beispiel in Tanzspielen. Doch das Potenzial geht weit darum hinaus, viele Forscher arbeiten mit der Kinect, um neue Steuerungsmöglichkeiten zu entwickeln. Der Körper wird so zum Eingabegerät – ein Szenario wie im Science-Fiction-Film „Minority Report“ ist keine Zukunftsmusik mehr. Mehrere Firmen arbeiten daran, die Technologie für andere Zwecke anzupassen. Am Ende vielleicht sogar fürs Smartphone.
Foto: Invision for XboxAn der Spracherkennung arbeiten Forscher schon seit Jahrzehnten – inzwischen kommt die Technologie nicht nur in Diktier-Software zum Einsatz, sondern auch auf allen Smartphones, etwa bei Apples persönlichem Assistenten Siri oder dem Samsung-System S-Voice. Auch in vielen Oberklasse-Autos können Fahrer dem Bordcomputer Kommandos geben. Längst arbeiten Forscher an der nächsten Generation der Spracherkennung, bei der ganze Sätze auf ihre Bedeutung untersucht werden.
Foto: dpaSprachsteuerung ist bereits eine ausgereifte Technologie, doch die IT-Branche arbeitet bereits am nächsten Entwicklungsschritt: der Bedienung mit den Augen. Wie das funktioniert, zeigt etwa Samsung mit seinem neuen Flaggschiff Galaxy S4. Das Smartphone kann Videos anhalten, wenn er Blick abschweift, und wieder starten, wenn die Augen wieder aufs Display gerichtet sind. Und durch Blickkontakt und Kippbewegungen lassen sich Texte scrollen.
Foto: REUTERSSieht so die Zukunft des Computers aus? Die Datenbrille Google Glass blendet auf dem kleinen durchsichtigen Bildschirm Informationen ein. Bedient wird das Gerät mit Spracheingaben, Kopfbewegungen und Gesten am Bügel. Mit einem herkömmlichen PC hat das nur noch wenig zu tun.
Foto: REUTERSEin ähnlicher Dualismus von Technik und Unfreiheit herrscht in der einst autarken Landwirtschaft: Längst vorbei sind die Zeiten, in denen der Bauer als sein eigener Herr über Feld und Hof schritt. Computerisierte Agrartechnik, patentierte schädlingsresistente Pflanzen, GPS-gesteuertes Precision Farming, Ernteroboter und stetig steigende Ernteerträge stehen auf der Sonnenseite der agrartechnischen Innovation – aber hohe Schuldenlast und finanzielle Abhängigkeit von Herstellern des patentierten Saatgutes auf ihrer Schattenseite. Auch die Landwirte zahlen also – aus freiem Entschluss und nüchternem Kalkül – den Preis für den technischen Fortschritt mit einem Stück individueller Freiheit.
Selbst in der Medizin gibt es den Fortschritt nicht umsonst: Noch nie seit Hippokrates hatten die Ärzte im Kampf gegen Krankheit und Sterblichkeit ein so raffiniertes technisches Arsenal zur Hand wie heute. Dank neuer medizin- und pharmatechnischer Entwicklungen springen immer mehr Patienten dem Tod von der Schippe, nimmt die durchschnittliche Lebenserwartung in industrialisierten Ländern seit Jahrzehnten kontinuierlich zu.
Doch der perfide Nebeneffekt der technischen Innovation ist, dass viele Krankenhäuser unter der Investitionslast der neuen Technik kollabieren und dass medizinische Intensivpflege fast unbezahlbar wird. Schlimmer noch: Vor lauter Fortschritt sind immer mehr schwerstkranke Menschen gegen ihren Willen in ihrem siechen Körper gefangen: vernabelt und verkabelt mit Maschinen, Monitoren und Computern, die sie künstlich am Leben halten.
Die letzte Freiheit im Leben – in Ruhe sterben zu dürfen – muss sich der Patient heute im Voraus per Verfügung verbriefen lassen. Sonst wird auch sie ihm durch eine perfekt empathiefreie lebensverlängernde Medizin geraubt.
Christian Flisek
Der SPD-Obmann im NSA-Untersuchungsausschuss, Christian Flisek, sagte dem Bayerischen Rundfunk, sollte sich der Verdacht erhärten, dass zwei Jahre lang ein Spion der US-Geheimdienste beim Bundesnachrichtendienst (BND) gearbeitet und den Untersuchungsausschuss ausspioniert hat, wäre das ein „Skandal“ und „Angriff auf die parlamentarische Demokratie“. Dies müsste Konsequenzen haben, sowohl im Bereich der Zusammenarbeit der Geheimdienste als auch im Bereich der Politik.
Foto: dpaVolker Beck
Der innenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, sagte „Handelsblatt Online“: „Die Verantwortung für die Aktivitäten des BND liegen im Bundeskanzleramt. Wir erwarten, dass die Aufklärung über diesen Vorgang schonungs- und rückhaltlos von höchster Stelle angeordnet wird.“
Foto: dpaBernd Riexinger
Die Linkspartei sieht das Kanzleramt in der Verantwortung. „Alle Finger zeigen auf das Kanzleramt und dessen Chef“, sagte der Parteivorsitzende Bernd Riexinger der „Rheinischen Post“. „Der BND ist auf dem atlantischen Auge blind“, erläuterte er. Wenn die Spionageabwehr offenkundig noch nach den Mustern des Kalten Krieges funktioniere, stelle sich die Frage nach der politischen Verantwortung für eine Fehlsteuerung. Riexinger forderte, die Bundesregierung müsse den Amerikanern jetzt „die Zähne zeigen“ und das Parlament parteiübergreifend „gegen diesen Angriff auf seine Freiheit Stellung beziehen“.
Foto: dpaKonstantin von Notz
Der Grünen-Obmann im NSA-Untersuchungsausschuss, Konstantin von Notz, sagte den „Ruhr Nachrichten“, wenn sich der Verdacht bewahrheite, handele es sich um einen „ungeheuerlichen Vorgang“. „Es kann nicht hingenommen werden, wenn der NSA-Ausschuss, der die Ausforschung von Millionen Deutschen aufklären soll, selbst ausgeforscht wird.“ Ein solcher Vorgang müsste Konsequenzen haben. „Wenn sich die Vorwürfe bestätigen, müsste es auch gegenüber den Amerikanern eine deutliche Reaktion geben. Die Ausforschung eines Bundestagsgremiums ist keine Lappalie.“
Foto: dpaLarry Page
Als nächster Spitzenmanager aus der Internet-Branche hat Google-Chef Larry Page das Überwachungssystem der USA kritisiert. „Für mich ist es außerordentlich enttäuschend, dass die US-Regierung das alles heimlich getan und uns nichts gesagt hat“, sagte Page beim Auftritt auf einer Konferenz in Vancouver. Mit „uns“ meine er nicht Google, sondern die Öffentlichkeit, stellte Page auf Nachfrage klar.
„Wir können keine Demokratie haben, wenn wir Sie und unsere Nutzer vor Dingen schützen müssen, über die wir nie gesprochen haben“, sagte der Google-Mitgründer im Gespräch mit dem TV-Journalisten Charlie Rose auf der Innovations-Konferenz TED. Man müsse wissen, welche Überwachung die Regierung plane und warum.
Foto: REUTERSJames Woolsey
Wegen Hochverrat will der ehemalige CIA-Chef den NSA-Whistleblower Edward Snwoden verurteilen. Dem Fernsehsender Fox News sagte er: "Wenn er dann von seinesgleichen verurteilt wurde, sollte er an seinem Hals aufgehängt werden, bis er tot ist." Die harsche Äußerung ist eine Reaktion auf den Vorschlag des NSA-Mitarbeiters Rick Ledgett, der Snowden freies Geleit zusichern wollte, wenn dieser im Gegenzug die Enthüllungen unterließe.
Foto: APRené Obermann
Telekom-Vorstandschef René Obermann hat der Bundesregierung und der EU-Kommission vorgeworfen, zu wenig für die Aufklärung der NSA-Abhöraffäre zu tun. „Die Spitzeleien haben das Vertrauen in zwei Grundpfeiler unserer Gesellschaft, die freie Kommunikation und die Privatsphäre, erschüttert“, sie seien „sogar demokratiegefährdend“, sagte der scheidende Telekom-Chef dem „Handelsblatt“. Es sei Sache der Politik und nicht der Wirtschaft, gegenüber den USA die Einhaltung von Datenschutzstandards einzufordern. „Es ist fahrlässig, dass so wenig geschieht.“ Obermann forderte, den Datenschutz in der EU schnell zu vereinheitlichen.
Brad Simth
Microsoft hat seinen ausländischen Kunden versprochen, sich gegen Spähaktionen des US-Geheimdienstes NSA vor Gericht zu wehren. Der Softwarekonzern sei zudem der Auffassung, dass die amerikanischen Behörden nicht befugt seien, im Ausland gespeicherte Daten abzugreifen, sagte Microsoft-Justiziar Brad Smith in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. "Das Rumschnüffeln der Regierung kann sonst - abseits von Schadsoftware und Cyberattacken - zu einer andauernden Bedrohung werden."
Foto: dpaHans-Georg Maaßen
Der Präsident des Bundesverfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, hat sich gegenüber der "Welt am Sonntag" zur NSA-Affäre und der Zusammenarbeit europäischer Geheimdienste geäußert. Demnach haben nicht nur die USA Augen und Ohren offen. "Berlin ist die europäische Hauptstadt der Agenten", sagte er.
Foto: dpaHelmut Schmidt
Der Altbundeskanzler hat Angela Merkel in der Abhör-Affäre um ihr Handy Gelassenheit empfohlen. Als Regierungschef müsse man davon ausgehen, dass man von ausländischen Geheimdiensten abgehört werde, sagte Schmidt der Wochenzeitung „Die Zeit“. Jeder wisse, „dass die Auslandsgeheimdienste in aller Welt Dinge treiben, die nach dem dort geltenden Gesetz verboten sind“. Die NSA soll Merkel über zehn Jahre lang bespitzelt haben. Weiter sagte Schmidt: „Merkel wurde abgehört. Sich deshalb zu entrüsten, ist zwar plausibel. Aber ob überhaupt, und falls ja, welche Geheimnisse bei der Kanzlerin abgeschöpft wurden, weiß man nicht. Ich empfehle auch der Bundeskanzlerin Gelassenheit.“ Während seiner Jahre in der Politik sei er stets davon ausgegangen, dass Telefongespräche mitgeschnitten worden seien.
Schmidt war Kanzler in den Jahren 1974 bis 1982, also während des Kalten Kriegs.
Peter King
"Der Präsident sollte aufhören, sich zu entschuldigen", sagte der Republikaner Peter King, Vorsitzender des Antiterror- und Geheimdienst-Unterausschusses im Repräsentantenhaus, am Sonntag dem US-Sender NBC. "Wir machen das nicht zum Spaß. Es geht um die Gewinnung wichtiger Erkenntnisse, die nicht nur uns, sondern auch den Europäern helfen." Tatsache sei, dass die NSA tausende Leben gerettet habe, sagte King. "Nicht nur in den USA, sondern auch in Frankreich und in Deutschland." Mit Blick auf Deutschland müsse man sagen: "Dort, in Hamburg, hat die Verschwörung begonnen, die zu 9/11 geführt hat. Sie hatten Kontakte zum Iran, zum Irak und Nordkorea."
Mike Rogers
Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im US-Repräsentantenhaus, Mike Rogers, sagte dem Sender CNN, die Europäischen Regierungen hätten nicht genug Überblick darüber, was ihre Geheimdienste täten. Nach seiner Einschätzung seien die jüngsten Enthüllungen für die Dienste in Europa nicht überraschend gewesen, sondern nur für deren Regierungen. Rogers sagte zudem, der Vorwurf, die NSA habe Millionen Franzosen ausgespäht, führe in die Irre. "Die Dienste suchen nach drei oder vier Mosaiksteinen in einem Tausend-Teile-Puzzle und versuchen, zu einem Ergebnis zu kommen." Den Medien sei eine einzige Präsentationsfolie zugespielt worden, die das Wort "Frankreich" enthalte - und schon gehe die Diskussion darüber los, dass die USA Telefonanrufe in Frankreich von französischen Bürgern sammeln würden. "Das ist zu 100 Prozent falsch", sagte der Republikaner. Die Folie habe sich vielmehr auf ein Programm zur Terror-Abwehr bezogen, die nichts mit Frankreich zu tun habe.
Thomas Oppermann
Nach Ansicht des SPD-Fraktionsvorsitzenden Thomas Oppermann steht die Aufklärung der NSA-Affäre erst am Anfang. Die Überwachungstätigkeit der NSA sei "völlig aus dem Ruder gelaufen" und befinde sich jenseits aller demokratischer Kontrolle, sagte der Politiker. "Wer die Kanzlerin abhört, der hört auch die Bürger ab." Es müsse auch geklärt werden, ob Merkels Vorgänger Gerhard Schröder etwa während des Irak-Kriegs bereits ausspioniert worden sei.
Foto: dpaMarissa Mayer
Die Yahoo-Chefin fand deutliche Worte zur Situation des Unternehmens im Rahmen der NSA-Spionage. "Geheiminformationen preiszugeben ist Verrat, und man wird inhaftiert", sagte sie im August 2013. Yahoo prüfe daher die Anfragen der US-Regierung durch ein besonderes Geheimgericht genau und wehre sich dagegen. Wenn der Konzern den Kampf ums Ausspähen aber verliere, müsse er den Anweisungen folgen, um nicht als Verräter zu gelten. Yahoo und seinen Mitarbeitern sei zudem nicht erlaubt, irgendwelche Details über die Anweisungen des Geheimgerichts mitzuteilen.
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"Es ist die Arbeit unserer Regierung, uns alle zu schützen und auch unsere Freiheit, die Wirtschaft und Unternehmen zu schützen", kommentierte der Facebook-Chef im August 2013 den Umgang der NSA mit Daten und ergänzte: "Offen gesagt glaube ich, dass die Regierung es vergeigt hat."
Foto: REUTERSRene Obermann
"Wir kooperieren nicht mit ausländischen Geheimdiensten", betonte der Telekom-Chef im Juli. Doch er sagte auch: "Wenn es hier entsprechende Rechtsgrundlagen gibt und die gegeben sind, dann müssen wir und sollten wir auch kooperieren. Aber auf der Grundlage von Recht und Gesetz."
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Der NSA-Chef verteidigt im Juni zum wiederholten Male seine Programme NSA und PRISM: "Diese Programme haben unser Land und unsere Alliierten mehr als 50-mal geschützt." Einen Monat später, am 18. Juli, wurde er konkreter: "42 unterschiedliche Anschlagspläne, zwölfmal haben wir Leute, konkrete Unterstützung von Terrorismus erwischt. 54 haben wir verhindert, 13 davon in den USA."
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Der Innenminister findet für die Affäre gleich mehrfach knackige Worte. Am 17. Juni sagte er: "Noch bevor man überhaupt weiß, was die Amerikaner da genau machen, regen sich alle auf, beschimpfen die Amerikaner. Und diese Mischung aus Anti-Amerikanismus und Naivität geht mir gewaltig auf den Senkel."
Im Juli erklärte ein Sprecher aus Friedrichs Team auf Nachfrage: "Zu sagen, dass wir hier vor fünf konkreten Terroranschlägen standen, das wäre jetzt sicherlich die falsche Botschaft."
Der Innenminister selbst sagte zu möglichen Terroranschlägen: "Die Zahl der nicht stattgefundenen Terroranschläge zu zählen, ist relativ schwierig. Wir kriegen die Hinweise, aber wir wissen nicht, woher diese Hinweise kommen."
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Der US-Geheimdienstdirektor bekam von Senator Ron Wyden im März 2013 die Frage gestellt, ob die NSA Daten über Millionen oder Hunderte von Millionen von Amerikanern sammele. Die Antwort: "Nicht absichtlich. Es gibt Fälle, in denen sie vielleicht versehentlich sammeln, aber nicht mit Absicht."
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"Das amerikanische Volk hat ein Anrecht auf ehrliche Antworten, wenn seine Repräsentanten der Geheimdienstführung Fragen stellen", sagte der Senator im Juni 2013.
Foto: APBarack Obama
Der amerikanische Präsident verteidigte in den Geheimdienst, in dem er im Juni 2013 sagte: "Wir haben nicht die Situation, dass wir einfach ins Internet gehen und beliebige Suchen und Recherchen durchführen."
Foto: APAngela Merkel
Ins Fettnäpfchen setzte sich die Bundeskanzlerin, als sie anlässlich des Besuchs von Barack Obama in Berlin im Juni sagte: "Das Internet ist für uns alle Neuland, und es ermöglicht auch Feinden und Gegnern unserer demokratischen Grundordnung, mit völlig neuen Möglichkeiten und völlig neuen Herangehensweisen unsere Art zu leben in Gefahr zu bringen."
Wiederkehrende Unwissenheit zum Thema spielte sie mit einer Anspielung an ihre Zeit alsPhysikerin herunter, in dem sie sagte: "Es ist nicht meine Aufgabe, mich in die Details von Prism einzuarbeiten. Ich habe meinen Beruf gewechselt."
Foto: APHans-Peter Uhl
Der innenpolitische Sprecher der CSU brachte eines der Kernprobleme der Debatte auf den Punkt als er Mitte Juli 2013 sagte: "Wenn Sie innerhalb Deutschlands eine E-Mail verschicken, ist es durchaus denkbar, dass diese über die Vereinigten Staaten und wieder zurück läuft (...). Für mich war das neu. Wenn das so ist, dann ist diese vollmundige Erklärung, auf deutschem Boden muss deutsches Datenschutzrecht gelten, eigentlich eine ziemlich hohle Erklärung."
Etwa heftiger reagierte er Ende Juli, als der Spiegel über eine Kooperation der deutschen Geheimdienste mit der NSA berichtete. "Ich habe schon einmal die Hitler-Tagebücher in einem anderen Magazin gesehen. Da hat sich hinterher auch etwas ganz anderes herausgestellt als die Wahrheit", sagte er.
Foto: dpaGerhard Schindler
Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes betonte im Juni: "Eine millionenfache monatliche Weitergabe von Daten aus Deutschland an die NSA durch den BND findet nicht statt."
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Der Kanzleramtsminister erklärte die NSA-Affäre Anfang August für beendet. Er sagte: "Es gibt in Deutschland keine millionenfache Grundrechtsverletzung."
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Der SPD-Kanzlerkandidat nimmt das Thema auf und wettert Ende August: "Es gibt einen Persilschein der NSA, mit dem Herr Pofalla herumwedelt. Ich gestehe ihnen ehrlich, diese NSA ist so häufig erwischt worden bei, und ich drücke mich jetzt sehr diplomatisch aus, unpräzisen Angaben, dass ich denen nicht von hier bis zum Briefkasten glaube."
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Der ehemalige Bundesinnenminister hat für die Kritik ab der Arbeit der Geheimdienste wenig Verständnis. Ende Juli 2013 sagte er: "Datenschutz ist wichtig, aber man kann auch überziehen. Die Furcht vor dem Staat trägt teilweise paranoide Züge."
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Der Wikileaks-Gründer äußerte öffentlich seine Sorge um den Whistlblower Edward Snowden: "Die US-Regierung spioniert jeden von uns Tag für Tag aus. Aber für Spionage belangt werden, wird Edward Snowden."
Foto: dapdEdward Snowden
Der Whistleblower Edward Snowden, der die Informationen über die weitreichenden Möglichkeiten der NSA publik gemacht hatte, sagte bereits im Juni 2013: "Ich will nicht in einer Gesellschaft leben, die so etwas macht."
Foto: APDoch nirgendwo tritt das Freiheits-Paradox so krass zutage wie in der Informations- und Kommunikationstechnik, die heute vom Lebensnotwendigen bis zum Überflüssigen, vom Banalen bis zum Metaphysischen sämtliche Lebensbereiche durchdringt und unsere Freiheiten dabei auf vielfältige und verzwickte Weise beschneiden kann. Ohne die etablierte Informationsinfrastruktur wären Gesellschaften lahmgelegt, könnten Regierungen, Volkswirtschaften, Verkehrssysteme, Bildungseinrichtungen oder Armeen nur noch rudimentär funktionieren, wäre Zivilisation, wie wir sie kennen, nicht mehr möglich.
Längst ist die Abhängigkeit von Computern, Servern, Datenbanken und Kommunikation so unausweichlich geworden, dass das öffentliche wie auch das private Leben regelrecht in Bits und Bytes eingesülzt ist. Es gibt kein Zurück in den analogen Lebensmodus. Eine Welt ohne Informationstechnik ist heute so schwer vorstellbar geworden wie eine ohne Energie-Ressourcen.
Doch welcher Preis wird dann für so viel Abhängigkeit fällig? Eine klare Antwort kam im letzten Sommer aus Washington. Zug um Zug machten immer neue Enthüllungen und Schockmeldungen über die weltweite heimliche Datenüberwachung durch die amerikanische National Security Agency (NSA) deutlich, dass die Vertraulichkeit und Sicherheit der Daten im Netz ungeachtet von Passwörtern und vermeintlich sicherer Verschlüsselung nichts als eine fromme Illusion ist. Die persönlichen Informationen, die wir in die viel gepriesene und ach so praktische Daten-Cloud auslagern, könnten wir geradeso gut gleich zu den NSA-Servern hochladen.
29. März 2014
Der US-Geheimdienst NSA hat nach einem Medienbericht in einer Datenbank über 100 Staats- und Regierungschefs offiziell als Spionageziele erfasst, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel. Allein über Merkel seien mehr als 300 Berichte gespeichert, berichtet „Der Spiegel“ unter Berufung auf ein geheimes NSA-Dokument aus dem Archiv des Informanten Edward Snowden.
Das Dokument belege, dass die National Security Agency (NSA) nachrichtendienstliche Erkenntnisse über die Kanzlerin gesammelt habe, und könnte damit ein wichtiges Beweisstück für die Bundesanwaltschaft sein, heißt es weiter. Diese wolle in Kürze entscheiden, ob sie ein Ermittlungsverfahren wegen Spionage einleitet.
Die Karlsruher Behörde beschäftigt sich mit zwei Vorwürfen. Einer betrifft das massenhafte Ausspähen der Bürger in Deutschland, der andere den konkreten Punkt, dass ein Mobiltelefon Merkels abgehört worden sein soll. Sollte tatsächlich ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden, erwarten Experten neuen Ärger mit den USA. Der Ex-Geheimdienstmitarbeiter Snowden hatte Tausende Geheimdokumente an Journalisten übergeben und so den NSA-Skandal losgetreten.
Das Dokument, das „Der Spiegel“ einsehen konnte, liste allem Anschein nach alphabetisch 122 Staats- und Regierungschefs auf, über die die NSA im Mai 2009 Informationen gesammelt habe, heißt es. Zwölf Namen seien exemplarisch aufgeführt, darunter Merkel. Die Liste beginne bei A wie Abdullah Badawi, dem damals gerade zurückgetretenen malaysischen Ministerpräsidenten. Nummer 122 sei - von der NSA mit Y geschrieben - Julia Timoschenko, 2009 noch ukrainische Premierministerin.
Das Magazin berichtet auch über ein weiteres Dokument aus der NSA-Abteilung „Special Sources Operations“, die für den Zugang zu den großen Internettrassen zuständig sei. Daraus gehe hervor, dass das für NSA-Anträge zuständige US-Sondergericht den Geheimdienst am 7. März 2013 autorisiert habe, Deutschland zu überwachen. Welche Daten davon genau betroffen seien, lasse sich anhand des Dokumentes nicht sagen. „Der Spiegel“ beruft sich aber auf die Einschätzung der amerikanischen Bürgerrechtsorganisation Aclu. Diese geht demnach davon aus, dass der NSA damit der Zugriff auf die Kommunikation aller deutschen Staatsbürger erlaubt ist.
Foto: dpa19. März 2014
Die NSA kann einem Zeitungsbericht zufolge sämtliche Telefongespräche eines Landes aufnehmen und 30 Tage lang anhören. Das Programm mit dem Namen Mystic sei im Jahr 2009 gestartet worden und 2011 erstmals gegen einen Staat in vollem Umfang eingesetzt worden, berichtete die "Washington Post" unter Berufung auf Personen, die mit dem System vertraut sind, sowie auf Dokumente des früheren NSA-Mitarbeiters Edward Snowden.
Auf Wunsch der Behörden hält das Blatt demnach Einzelheiten zurück, damit der betroffene Staat und potenzielle weitere Zielländer nicht identifiziert werden können. Ein Verantwortlicher verglich das Programm dem Bericht zufolge mit einer Zeitmaschine, weil jeder Anruf erneut abgespielt werden kann. Auf eine bestimmte Zielperson müsse man sich vorher nicht festlegen.
17. Januar 2014
Die NSA kann laut einem neuen Zeitungsbericht fast 200 Millionen SMS-Nachrichten pro Tag abgreifen. Das gehe aus einem Dokument aus dem Jahr 2011 hervor, berichtete die britische Zeitung „Guardian“ am Donnerstagabend. Das Programm mit dem Namen „Dishfire“ sammele wahllos „so ziemlich alles, was es kann“, gehe aus Papieren des britischen NSA-Partnerdienstes GCHQ hervor.
Die Geheimdienste fischten aus den Kurznachrichten Informationen etwa über Reisepläne, Adressbücher oder Finanz-Transaktionen, hieß es. Außerdem gäben zum Beispiel Benachrichtigungen über entgangene Anrufe Informationen über den Bekanntenkreis eines Nutzers. Jeden Tag sammele die NSA den Unterlagen zufolge mehr als fünf Millionen davon ein. Genauso wiesen 1,6 Millionen registrierte Roaming-Benachrichtigungen auf Grenzübertritte hin. Ebenso seien aus mehr als 76 000 Kurznachrichten Geodaten extrahiert worden.
Der Präsentation von 2011 zufolge wurden an einem Beispieltag 194 Millionen SMS-Nachrichten eingesammelt, schrieb die Zeitung. Ein weiteres Dokument gebe einen Eindruck von der Auswertungskapazität des Systems: Die Geheimdienst-Analysten würden darin aufgefordert, nach nicht mehr als 1800 Telefonnummern gleichzeitig zu suchen. Die Dokumente stammten aus dem Fundus des Informanten Edward Snowden und seien 2012 von einer Seite mit Anleitungen zum „Dishfire“-System für GCHQ-Mitarbeiter heruntergeladen worden. Das System sei zu diesem Zeitpunkt im Einsatz gewesen.
Foto: dpa3. Januar 2014
Der US-Geheimdienst NSA will einem US-Medienbericht zufolge einen Supercomputer entwickeln, der in der Lage sein soll, fast alle Verschlüsselungen weltweit zu knacken. Die "Washington Post" berichtete der Computer solle die Sicherheitsbarrieren so gut wie aller Einrichtungen weltweit überwinden können, von Regierungen über Banken bis hin zu geheimen Forschungseinrichtungen und etwa medizinischen Daten von Patienten.
Foto: AP29. Dezember 2013
Der US-Geheimdienst NSA hat nach Informationen des „Spiegel“ zahlreiche kommerzielle IT-Produkte geknackt und Schwachstellen für Spionagezwecke ausgenutzt. Darunter seien auch Produkte großer amerikanischer Firmen wie Microsoft,Cisco oder Dell, außerdem solche der chinesischen Firma Huawei, berichtet das Nachrichtenmagazin in seiner neuen Ausgabe. Das gehe aus Dokumenten des Informanten Edward Snowden hervor, die der „Spiegel“ ausgewertet habe. Die Unterlagen legten nahe, dass dies ohne das Wissen oder die Unterstützung der betroffenen Unternehmen passiert sei. Über das weltweit kritisierte NSA-Spähprogramm NSA streitet die US-Justiz.
Foto: dpa21. Dezember 2013
Der US-Geheimdienst NSA hat nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters zehn Millionen Dollar an die Internetsicherheitsfirma RSA gezahlt, damit ein von ihm entwickeltes Verschlüsselungssystem als Kern der RSA-Sicherheitssoftware Bsafe genutzt wird. Die RSA hatte bereits im September nach den Enthüllungen über Spähaktionen der NSA eine Warnung zu ihrer Software Bsafe veröffentlicht. Darin sei ein Werkzeug zur Generierung von Zufallszahlen enthalten, die auf einer von der NSA mitentwickelten schwachen Formel basiere, erklärte das Unternehmen. Möglicherweise hat sich die NSA mit dem von ihr entwickelten Zufallsgenerator eine Hintertür geschaffen, um verschlüsselte Verbindungen ausspähen zu können.
Foto: dpa15. Dezember 2013
Die NSA kann nach neuen Enthüllungen massenhaft Handy-Gespräche abhören. Dabei nutze der US-Geheimdienst aus, dass die rund 30 Jahre alte Verschlüsselung des Mobilfunk-Standards GSM geknackt sei, schrieb die „Washington Post“ unter Berufung auf Unterlagen des Informanten Edward Snowden. Mit dieser Fähigkeit dürften auch die Gespräche von Bundeskanzlerin Angela Merkel abgehört worden sein.
Foto: dpa5. Dezember
Der US-Geheimdienst NSA ortet Medienberichten zufolge täglich den Standort von weltweit fast fünf Milliarden Handys. Darunter seien auch Mobiltelefone von „zig Millionen von Amerikanern, die im Ausland unterwegs“ seien, berichtete die „Washington Post“ am Mittwoch. Die Daten schöpft der US-Geheimdienst demnach aus Mobilfunknetzen ab. Das bedeute, dass die NSA die Aktivitäten von praktisch jedem Handy nachvollziehen könne und zudem die Begegnungen der Zielpersonen mit anderen Menschen zurückverfolgen kann.
Die riesigen Datenströme würden über das ausgeklügelte Analyse-Programm „Co-Traveler“ gebündelt, hieß es in dem auf der Webseite der „Washington Post“ veröffentlichten Bericht weiter. Anhand der Anrufe könne das Tool dann ein Beziehungsnetz der Mobiltelefonnutzer erstellen.
Foto: AP3. Dezember 2013
Die britische Zeitung der "Guardian" hat durch die Dokumente weitreichende Ausspäh-Methoden beim britischen Geheimdienst GCHQ und der entsprechenden US-Behörde NSA ans Tageslicht gebracht. Die britische Regierung hat der Zeitung vorgeworfen, durch die Veröffentlichung den Terrorismus zu fördern. Kritiker argumentieren sogar, der Abdruck könnte illegal gewesen sein. Chefredakteur Alan Rusbridger musste sich sogar vor dem Parlament rechtfertigen. Er setzte sich gegen die Vorwürfe zur Wehr und erklärte, die Mitarbeiter des „Guardian“ seien „Patrioten“ und „lieben dieses Land“. Er forderte die britische Regierung auf, die Gesetze für die die Reichweite dessen, was Geheimdienste dürfen, zu überarbeiten. „Wir haben viele analoge Gesetze, die auf das digitale Zeitalter angewendet werden“, erklärte er. Die letzten signifikanten Gesetzesänderungen habe es noch vor Google und Facebook gegeben.
1. November
Edward Snowden ist grundsätzlich zu einem Gespräch mit deutschen Behörden bereit. Zuerst will er jedoch seine Situation geklärt wissen. Das hat der von den USA gesuchte ehemalige NSA-Mitarbeiter in einem nicht adressierten Schreiben klargemacht, das der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele am 1. November nach einem Treffen mit Snowden in Moskau veröffentlichte und an Bundesregierung, Bundestag und Generalbundesanwalt weiterleitete.
Foto: dpa31. Oktober
Der US-Geheimdienst NSA infiltriert einem Medienbericht zufolge weltweit heimlich die Leitungen von Rechenzentren der beiden amerikanischen Internetkonzerne Google und Yahoo. Die Behörde habe Verbindungen von Rechenzentren angezapft, um so die Daten von Hunderten Millionen Nutzerkonten abzugreifen, berichtete die "Washington Post" am Mittwoch unter Berufung auf Dokumente des früheren NSA-Mitarbeiters Edward Snowden. Das Programm mit dem Codenamen "Muscular" sei gemeinsam mit dem britischen Geheimdienst betrieben worden. Allein in einem Zeitraum von 30 Tagen seien über 181 Millionen Datensätze ausspioniert worden.
Foto: dpa30. Oktober
Der US-Geheimdienst hat nach einem Medienbericht auch den Vatikan ausgespäht. So sollen in Rom unter anderem Telefonate des Erzbischofs von Buenos Aires, Jorge Bergoglio, vor dessen Wahl zum Papst im März abgehört worden sein. Das berichtete das italienische Magazin „Panorama“. Unter anderem sei ein Gästehaus ins Visier genommen worden, in dem Bergoglio als Kardinal übernachtete.
Das Journal berichtet unter Berufung auf eigene Quellen weiter, der US-Geheimdienst habe katholische Bischöfe und Kardinäle vom 10. Dezember des Vorjahres bis zum 8. Januar ausgespäht. Weitere Details wolle man am Donnerstag veröffentlichen, kündigte das Journal an, das im Besitz der Familie des früheren Regierungschefs Silvio Berlusconi ist. Das Augenmerk des US-Geheimdienstes sei auch auf die Ernennung des neuen Präsidenten der umstrittenen Vatikanbank IOR gerichtet gewesen. Der Deutsche Ernst von Freyberg hatte die unter Geldwäsche-Verdacht stehende Bank im März übernommen.
Foto: dapd27. Oktober
US-Regierungsvertreter räumten ein, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel bis in den Sommer hinein vom US-Geheimdienst NSA bespitzelt wurde. Präsident Barack Obama habe davon jedoch erst nach einer internen Untersuchung der US-Regierung erfahren, zitierte das „Wall Street Journal“ (WSJ) online namentlich nicht genannte Regierungsvertreter. Der Bundestag wird voraussichtlich einen Untersuchungsausschuss einsetzen, um die NSA-Abhöraffäre aufzuklären. Nach Linkspartei und Grünen verlangt dies auch die SPD.
Foto: dpa25. Oktober
Die NSA hört offenbar auch bei der deutschen Bundeskanzlerin mit. Regierungssprecher Steffen Seibert verkündete, dass „die Bundesregierung Informationen erhalten [hat], dass das Mobiltelefon der Bundeskanzlerin möglicherweise durch amerikanische Dienste überwacht wird. Wir haben umgehend eine Anfrage an unsere amerikanischen Partner gerichtet und um sofortige und umfassende Aufklärung gebeten.“
Der Verdacht ist so konkret, dass sich die Bundeskanzlerin genötigt sah, noch am Abend bei US-Präsident Barack Obama anzurufen, um sich zu beschweren. Der Vorgang sei „völlig inakzeptabel“, so Merkel. Der US-Präsident gab sich wortkarg. Er erklärte, dass die deutsche Bundeskanzlerin „derzeit nicht überwacht” und auch in Zukunft „nicht überwacht“ werde. Ob das aber in der Vergangenheit passiert ist, ließ Washington offen.
Foto: dpaOktober 2013
Im Oktober wird bekannt, dass die NSA die Telefone von 35 internationalen Spitzenpolitikern überwacht haben soll. Als Konsequenz aus den Späh-Aktionen des Geheimdienstes NSA fordert das Europäische Parlament ein Ende des Zugriffs von US-Terrorfahndern auf hiesige Bankdaten. Über das Telekommunikationsnetz Swift werden täglich mehrere Millionen Finanzgeschäfte getätigt, darunter Überweisungen an ausländische Institute. Das Swift-Abkommen bildet die Grundlage dafür, dass US-Fahnder - bei Terror-Verdacht - Informationen über die Überweisungen von Europäern ins nicht-europäische Ausland abfragen können. Auch die Europäische Union kann auf diesem Wege Bankdaten in den USA anfordern.
Die NSA habe auch den Swift-Verkehr überwacht, berichtete Anfang September ein brasilianischer Fernsehsender unter Berufung auf die Enthüllungen des Ex-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden. Der Ärger in Europa über die US-Spionage wurde zuletzt wieder durch einen Bericht der französischen Zeitung "Le Monde" angefacht, dem zufolge die NSA allein um den Jahreswechsel herum mehr als 70 Millionen Telefonate in Frankreich mitgeschnitten hat.
Foto: dpa15. September
Wie der Spiegel berichtet, hat der US-Militärgeheimdienst NSA seit 2010 systematisch Bank- und Kreditkartendaten ausgespäht. Für die Überwachung des internationalen Zahlungsverkehrs habe es innerhalb der Behörde eine eigene Abteilung mit dem Namen "Follow the money" gegeben. Die gesammelten Transaktionsdaten landeten in einer NSA-eigenen Finanzdatenbank. Laut Spiegelrecherchen umfasste diese Datenbank bereits 2011 rund 180 Millionen Datensätze - mehr als 80 Prozent davon seien Kreditkartendaten großer Firmen wie Visa. Es gehe darum, "die Transaktionsdaten von führenden Kreditkartenunternehmen zu sammeln, zu speichern und zu analysieren". Visa selbst schließt allerdings aus, dass Daten aus den Unternehmenseigenen Netzen abfließen könnten.
Foto: dpa25. August
Der „Spiegel“ berichtet, die NSA habe die Vereinten Nationen in New York abgehört und deren Videokonferenzanlage angezapft. Die EU-Vertretung bei den UN sei auch nach deren Umzug in neue Botschaftsräume im September 2012 noch ausspioniert worden.
Foto: dpa16. August
Der US-Geheimdienst soll nach einem Bericht der „Washington Post“ seit 2008 jedes Jahr meist unbeabsichtigt tausendfach Datenschutzregeln gebrochen oder seine Kompetenzen überschritten haben.
23. August
Der „Guardian“ veröffentlicht Originalauszüge von NSA-Dokumenten, die den Einsatz von „Prism“ für das Filtern des Datenverkehrs über Unternehmen wie Yahoo, Facebook und Google untermauern. Laut der Zeitung „Independent“ betreibt der britische Geheimdienst GCHQ eine Spähbasis im Nahen Osten.
Foto: dpa10./11. August
Die NSA führe Deutschland und die EU intern als Spionageziele, berichtet der „Spiegel“.
Foto: dpa2. August
Internationale Telekommunikationsanbieter sollen beim Abhören des Internetverkehrs etwa mit dem britischen Geheimdienst GCHQ zusammenarbeiten, berichten „Süddeutsche Zeitung“ und NDR.
3./4. August
Die NSA greift dem „Spiegel“ zufolge bei seiner Datenschnüffelei in großem Umfang auf BND-Material zurück. Der BND bestätigt eine Zusammenarbeit mit der NSA in Bad Aibling (Bayern) - etwa zum Schutz der in Krisengebieten stationierten deutschen Soldaten.
Foto: dpa31. Juli
Der „Guardian“ veröffentlicht eine NSA-Präsentation, laut der Geheimdienstmitarbeiter über das Programm „XKeyscore“ Zugriff auf gewaltige Datenmengen haben. Sie können dem Dokument von 2008 zufolge in den Datenbanken der NSA nach Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Schlagworten suchen.
Foto: dpa31. Juli
Der „Guardian“ veröffentlicht eine NSA-Präsentation, laut der Geheimdienstmitarbeiter über das Programm „XKeyscore“ Zugriff auf gewaltige Datenmengen haben. Sie können dem Dokument von 2008 zufolge in den Datenbanken der NSA nach Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Schlagworten suchen.
Foto: AP15. Juli
Laut „Bild“-Zeitung soll der BND seit Jahren von der NSA-Datenerfassung gewusst und bei Gefahr darauf zugegriffen haben.
17. Juli
Ein weiteres „Prism“-Programm soll laut „Bild“ im Kommandobereich der Bundeswehr in Afghanistan zur Überwachung von Terrorverdächtigen eingesetzt worden sein.
20./21. Juli
Das Bundesamt für Verfassungsschutz räumt nach einer neuerlichen Veröffentlichung des „Spiegels“ ein, es teste ein NSA-Spähprogramm („XKeyscore“), setze es aber derzeit nicht ein.
Foto: dpa6./7. Juli
Nach „Spiegel“-Recherchen ist die Zusammenarbeit der NSA mit dem Bundesnachrichtendienst (BND) intensiver als bekannt.
11. Juli
Die NSA soll nach einem Bericht des „Guardian“ beim Software-Riesen Microsoft über das Programm „Prism“ unter anderem auf E-Mails bei den Online-Diensten Hotmail, Live und Outlook.com zugreifen können - noch bevor sie verschlüsselt werden. Laut Microsoft handelt es sich nicht um einen flächendeckenden Zugriff.
Foto: REUTERS21. Juni
Der „Guardian“ berichtet, der britische Abhördienst GCHQ überwache Telefone und Internet weltweit in ungeahntem Ausmaß.
23. Juni
Die NSA soll Millionen chinesischer Mobilfunknachrichten sowie wichtige Datenübertragungsleitungen der Tsinghua-Universität in Peking ausspioniert haben. Das berichtet Snowden in der Hongkonger Zeitung „South China Morning Post“.
29./30. Juni
US-Geheimdienstler spähen nach Informationen des Magazins „Der Spiegel“ auch die Europäische Union aus. In Deutschland sei der Abhördienst NSA besonders aktiv.
Foto: REUTERSAnfang Juni 2013
Laut Zeitungsberichten ermöglicht ein Programm mit dem Namen „Prism“ dem US-Geheimdienst NSA weitreichenden Zugriff auf Kommunikationsdaten. Der IT-Spezialist und frühere Mitarbeiter einer NSA-Vertragsfirma Edward Snowden offenbart sich im britischen „Guardian“ als Quelle.
Foto: AP
Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender der Evonik:
"Als im Terminkalender für das neue Jahr noch kein einziger Termin stand."
Foto: dpaPeter Bauer, Aufsichtsratschef Osram:
"Vieles, was mir meine Disziplin zuvor verboten hatte: mitten in der Woche auf einen Berg zu gehen oder die kompletten Sommerferien mit der Familie zu verbringen, ohne dauernd erreichbar sein zu müssen."
Foto: dpaThomas Hegel, Vorstandsvorsitzender der LEG Immobilien AG:
"Bei einem Strandspaziergang an der Nordsee in einem der letzten Strandkörbe an der Seite meiner Frau einfach mal so einschlafen zu können."
Foto: dpaStefan Hartung, Geschäftsführer Robert Bosch:
"Als ich das erste Mal eine Cessna C150 allein gesteuert habe."
Foto: PREun-Kyung Park, Geschäftsführerin Sixx:
"Ein spontaner Kanu-Urlaub im kanadischen Nationalpark fernab der Zivilisation mit meinem Mann und guten Freunden mitten im Indian Summer. Paddeln, Zeltauf- und -abbau, Feuerholz sammeln und eine Begegnung mit einem Braunbären – glücklicherweise saßen wir gerade im Kanu."
Foto: PRStephan Zoll, Geschäftsführer Ebay Deutschland:
"Ich war 15 Jahre alt und saß an einem Mittwochvormittag im Flieger nach San Francisco. Es war der Start zu meinem Schuljahr in den USA – ohne Eltern, in eine aufregende Stadt."
Foto: dpaRüdiger Grube, Chef der Deutschen Bahn:
"Ich musste mir den Zugang zur Hochschule erst mühsam über den zweiten Bildungsweg erarbeiten. Als ich dann 1972 endlich das Studium des Fahrzeug- und Flugzeugbaus an der FH in Hamburg aufnehmen konnte, hatte ich das Gefühl: Jetzt stehen dir alle Türen offen!"
Foto: dpaElmar Degenhart, Chef Continental:
"Immer jene, in denen ich mich auf eine bestimmte, mir wichtige Sache voll konzentrieren konnte – unabhängig davon, ob es sich dabei um eine berufliche Herausforderung handelte oder um das Zusammensein mit meiner Familie."
Foto: dapdMatthias Hartmann, CEO GfK:
"Freiheit pur erlebe ich am Schlagzeug. Musik zu machen, bringt Kopf, Herz und Körper in Einklang. Ab und an trete ich inkognito mit einer Profiband auf – da bin ich dann komplett im Flow."
Foto: dpaUwe Schroeder-Wildberg, CEO MLP:
"Freiheit spüre ich, wenn Dinge beweglich bleiben. Zum Beispiel bei einem Konzert von Martin Grubinger beim „Heidelberger Frühling“ – er stellt in der klassischen Musik Schlaginstrumente in den Mittelpunkt."
Foto: APChristoph Franz, CEO Lufthansa:
"Als ich auf einem Flug von Frankfurt nach San Francisco bei herrlichem Wetter die Gletscher von Grönland bewundern konnte."
Foto: dpaChristoph Vilanek CEO von Freenet:
"Die Besteigung des Kilimandscharo und der Blick in die Weite der Serengeti bei Sonnenaufgang"
Foto: PresseFrank Gotthardt CEO von CompuGroup Medical:
"Mal ein paar Tage Urlaub gemacht zu haben – nicht mit der Erwartung, sondern mit der Gewissheit, dass es auch einmal ohne mich läuft."
Foto: imago imagesUlrich Höller CEO von DIC Asset:
"Als ich in einem Sightseeing-Lauf frühmorgens nach dem Champions League-Finale durch das sonnendurchflutete London gejoggt bin."
Foto: PR
Thorsten Reitmeyer CEO von Comdirect:
"Die vielen kleinen, scheinbar unspektakulären Alltagssituationen, in denen ich über mich selbst entscheiden kann. Das Gefühl von Freiheit brauche ich auch für meine Arbeit. Gerade bei wichtigen Entscheidungen sollte man losgelöst von Zwängen sein, sonst läuft man Gefahr sich verbiegen zu lassen."
Foto: Christian O. Bruch für WirtschaftsWoche
Philip von dem Bussche, CEO KWS Saat:
"Wir verstehen unternehmerische Freiheit als universalen Ansatz, der allen Mitarbeitern die Chance bietet, sich mit ihrer Arbeit und unserem Unternehmen maximal zu identifizieren und die Landwirte in deren Streben nach unternehmerischer Freiheit zu unterstützen."
Foto: PresseDass die amerikanischen und britischen (in geringerem Umfang auch andere europäische) Geheimdienste, angeblich immer im Kampf gegen Terrorismus und Drogenkriminalität, jahrelang systematisch die Daten privater Nutzer ausschnüffelten. Dass sie abermillionenfach E-Mails ausspähten, sich zehntausendfach Zugang zu Servern großer Datencloud-Betreiber von Apple über Microsoft bis Google verschafften, Konten bei sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter durchleuchteten und die Telefone bis hin zu dem der Bundeskanzlerin abhorchten.
All das wirkte auf das allgemeine Vertrauen in die Integrität des Netzes und die Freiheit der Datenkommunikation wie ein digitaler Tsunami. Der NSA-Skandal ist das Fukushima des Internets. Die öffentliche Meinung über das Internet ist nun auf Jahre hinaus kontaminiert von einem an Paranoia grenzenden Misstrauen gegen jede Form von Datenspeicherung.
Für Deutschland, wo immer schon eine leicht neurotische, von den Amerikanern milde belächelte Angst vor Datenmissbrauch herrschte, gilt das besonders. Das Letzte, was die Menschen – dank NSA – heute mit dem Internet assoziieren, ist der Begriff der Freiheit. Im Übereifer der Terrorismusbekämpfung tappte das Weiße Haus also in eine alte Denkfalle und verwechselte Freiheit mit Sicherheit. Dabei hatte doch Benjamin Franklin, einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten, seinen Landsleuten schon vor mehr als 200 Jahren ins Stammbuch geschrieben: „Diejenigen, die die Freiheit zugunsten der Sicherheit preisgeben, werden am Ende keines von beidem haben – und sie verdienen es auch nicht.“
Biohotel Eggensberger, Füssen
Das Biohotel Eggensberger am Hopfensee in Bayern setzt seit 2003 sein Bio-Konzept um. Als erstes zertifiziertes Bio-Hotel im Allgäu gehören auch Elektrosmog reduzierte Zimmer zur Agenda des 4-Sterne Hauses.
Foto: PresseHofgut Hafnerleiten, Bad Birnbach
"Ruhe von TV, Handy und Radio" hat sich das Team des Hofgut Hafnerleiten auf die Fahne geschrieben. Alles begann 1999 mit der Eröffnung der ersten Kochschule Niederbayerns. Über die Jahre kamen sieben Themenhäuschen, drei Ferienhäuser und ein Wellness-Konzept dazu.
Foto: PresseHotel & Restaurant Stolz, Plön
Der Blick auf den Plöner See reicht bei den meisten Gästen schon, um für die erste Entspannung zu sorgen. Aber auch sonst bietet das Hotel Stolz in Schleswig-Holsteins Provinz Möglichkeiten, um abzuschalten. Die Landschaft steuert einen bedeutenden Teil dazu bei.
Foto: PresseAlmness Bergdorf Karneralm, Ramingstein (Österreich)
"Balsam für Körper, Geist und Seele. Heimat für kurze Zeit." Mit diesem Werbespruch lockt Almness potentielle Gäste in das beschauliche Bergdorf Karneralm. Nur rund vierzig Ferienhäuser stehen hier. Handyempfang gibt es keinen, das Dorf liegt in einem Funkloch. Wer trotzdem meint, mobil telefonieren zu müssen, der muss sich sein Signal erkämpfen: Fünf Minuten Marsch bergauf gibt es (fast) immer eins.
Foto: PresseQuellenhotel & Spa Bad Waltersdorf, Bad Waltersdorf (Österreich)
In Bad Waltersdorf in Österreich bieten sich gute Entspannungsmöglichkeiten. Die Heiltherme des Ortes kann von Hotelgästen durch einen unterirdischen Verbindungsgang angesteuert werden. Und dann gibt es noch die hoteleigene "Quellenoase", mit Naturbadeteich und großen Ruhebereichen. Handyempfang gibt es aber nicht.
Foto: PresseSeehotel Jägerwirt, Turrach (Österreich)
Im Seehotel Jägerwirt legt man besonders auf zwei Eigenschaften wert, die vielen beim ersten Hören nicht vereinbar erscheinen: Kinderfreundlichkeit und Entspannung. Am Ufer des Turrachsees gelegen, kann man bei einer Bootsfahrt oder mit einigen Schwimmzügen die Natur spüren.
Foto: PresseNamibia
Auch abseits des deutschsprachigen Raums gibt es Oasen der Ruhe, Orte ohne Handyempfang. So zum Beispiel in den Wüsten Namibias. Die Karte der mobilen Netzabdeckung hat hier noch einige weiße Flecken. Bei einer Dünentour können Touristen Sandmassen bestaunen und begehen.
Foto: dpaIsland
Man mag es kaum glauben, aber auch im sonst hochtechnisierten Island bleibt das Handy mancherorts zwangsläufig stumm. Den Platz für Funklöcher bieten die riesigen Hochebenen, die kaum bewohnt sind. Der Vatnajökull Nationalpark zum Beispiel wartet mit riesiger Aussicht, tollen Panoramen und unberührter Natur auf Besucher. Und alles (fast) ohne Signal für das Mobiltelefon. Dem hier symbolisch abgebildeten Vulkan Eyjafjallajökull sollte man trotzdem besser nicht zu nahe kommen.
Foto: dpaKanada
In den riesigen Weiten des Yukon im Norden Kanadas werden nur die wenigsten Mobiltelefone ein Signal empfangen können. Dafür können naturverbundene Touristen großartige Bilder machen oder einfach die Natur auf sich wirken lassen.
Foto: ReutersLord Howe Island, Australien
700 Kilometer östlich von Australien liegt die beschauliche Lord-Howe-Insel in der Tasmansee. Das 11 mal 2 Kilometer große Eiland teilen sich die 350 Bewohner mit der vielfältigen Flora und Fauna und bis zu 400 Touristen. Mehr dürfen sich nämlich nicht zeitgleich dort befinden. Und diese 400 können mit ihren Mobiltelefonen nicht viel anfangen: Die Bewohner haben sich gegen die Errichtung eines Sendemasts entschieden. Denn wer braucht schon ein Handy, wenn er solche Strände hat.
Foto: dpaGleichwohl könnte der NSA-Skandal, ungeachtet der politischen Flurschäden, die er anrichtete, am Ende paradoxerweise vielleicht sogar auch etwas Positives bewirkt haben: Der naiven Blauäugigkeit, mit der das Internet seit dem „arabischen Frühling“ weltweit als demokratisches Befreiungsinstrument gefeiert und geradezu als Ersatzreligion glorifiziert wurde, setzte der NSA-Schock einen unerhört wirksamen Dämpfer auf.
Kurz vor dem Ausbruch des Sturms um die NSA hatte der französische Anthropologe und Medienforscher Philippe Breton von der Universität Straßburg gerade wieder einmal vor dem Trugschluss gewarnt, aus dem Internet simple digitale Patentlösungen für jedes denkbare gesellschaftliche Problem herauslesen zu wollen. „Der Internet-Zentrismus hat allmählich Züge einer Heilslehre angenommen“, kritisierte der Medienwissenschaftler und forderte die „Säkularisierung der Kommunikation“.
Mehr als alle anderen Informationsbereiche dürfte die mobile Kommunikation in den vergangenen Jahren zur Internet-Abhängigkeit beigetragen haben. Noch nie in der Geschichte waren wir als Individuen so eng, so höchstpersönlich an eine einzige Technologie gekettet.
Fitbug
Das Armband "Fitbug" misst sowohl die Aktivität als auch den Schlaf des Trägers. Die Aktivität wird in normales Gehen und Sport unterschieden. Per Knopfdruck lassen sich die Daten an eine dazugehörige App auf dem Smartphone schicken, wo die gesammelten Daten ausgewertet und visualisiert werden. Der Fitbug des gleichnamigen Startups geht mit einem Kampfpreis von 45 US-Dollar in den Markt.
Foto: dpaGuard2Me
Das Startup Guard2Me hat eine Datenuhr für demenzkranke Menschen im Gepäck. Die Uhr lässt sich per GPS und über Mobilfunknetze finden und auf einer Karte anzeigen. Die Bewegungssensorik misst außerdem, ob eine Person gestürzt ist oder längere Zeit auf dem Boden liegt. Außerdem ist die Uhr mit einer SOS-Taste ausgestattet, über die der Träger Hilfe rufen kann. Zudem sind in der Uhr Name, Adresse, Blutgruppe und wichtige Informationen zu Medikamenten gespeichert.
Foto: dpaSony Core
Das "Core" speichert unterschiedliche Lebensgewohnheiten auf einer Android-App namens Lifelog. Gemeint sind die Schritte, die am Tag gegangen werden, die Zeit des Musikhörens, die Schlafstunden und so weiter. Lifelog wandelt die Daten, die per Funk an die App übertragen werden, in Grafiken und Tabellen um.
Foto: APE309 von Ares
Über einen Zugang zum Google Play Store und einen Steckplatz für eine Mikro-SIM-Karte verfügt diese Uhr, die gleichzeitig wie ein Smartphone eingesetzt werden kann. Das Angebot umfasst dabei auch Karten- und Navigationsdienste, Spiele und Whats App. Wie andere Smartwatches ist sie mit 47,5 mal 42 mal 13 Millimetern recht groß, verfügt dabei aber auch - durch die Mikro-SIM-Karte über die Möglichkeit des Telefonierens. Offenbar hat Ares eine eigene Benutzeroberfläche entwickelt, die aber an die Kacheloptik von Windows 8 erinnert.
Foto: WirtschaftsWocheLifeband Touch
LG stellte in Las Vegas das Lifeband Touch vor. Der Fitness-Tracker misst zum Beispiel die tägliche Bewegung und die Kalorien, die am Tag konsumiert wurden. Die Informationen werden sowohl auf einer speziell programmierten App angezeigt, als auch auf dem Armband selbst.
Foto: dpaTaptap
Mit dem Taptap Armband lassen sich Berührungen übertragen. Wer den Sensor auf seinem Armband antippt, erzeugt damit automatisch eine Vibration auf dem Armband des Partners. Die Entfernung der Armbänder voneinander spielt dabei keine Rolle, da das Signal über das Internet übertragen wird. Als Brücke dient eine Bluetooth-Verbindung auf dem Smartphone. Die Signale werden dann über eine App an das andere Armband weitergeleitet. Das Partnerarmband kann allerdings auch zu anderen Zwecken eingesetzt werden - zum Beispiel als Vibrationsalarm am Körper, oder beim Sport, um Laufzeiten zu messen.
Entwickelt wurde das Produkt von einem internationalen Entwicklerteam, dass unter dem Namen Woodenshark agiert. Für ihr Produkt suchen sie gerade Investoren über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter.
Foto: ScreenshotNike Fuel SE
Der Sportartikel-Hersteller Nike hat die zweite Generation seines Fuel-Band vorgestellt. Und anders als der Vorgänger, soll das Gadget auch in Deutschland in den Handel kommen. Das Unternehmen hat vor allem an der Verbesserung des Algorithmus gearbeitet. Das Display besteht aus hundert weißen und 20 farbigen LEDs. Der Akku hält nach Herstellerangaben etwa vier Tage durch. Außerdem ist das Armband einigermaßen wasserdicht. Duschen und einen Schauer hält es angeblich aus, beim Schwimmen sollten Sportler es allerdings abnehmen.
Auch das Fuel SE stellt per Bluetooth eine Datenverbindung zum Smartphone her. Dabei setzt Nike voll auf Apple. Eine Android-Version ist zum Verkaufsstart am 6. November nicht geplant. Kosten soll das Armband 139 Euro.
Foto: ScreenshotFilip
"Essen ist fertig" - die Textnachricht blinkt auf dem Display der Computeruhr Filip auf. Erstmals hat ein Entwicklerteam aus Boston so ein Gadget extra für Kinder entwickelt. Das Gerät soll es den Eltern erleichtern, mit ihren Nachwuchs in Kontakt zu bleiben. Kinder können mit der Uhr auch telefonieren. Allerdings nur mit fünf Rufnummern, die vorher von den Eltern programmiert werden. Kurznachrichten empfängt die Uhr zwar, doch lassen sich keine Verschicken.
Außerdem ist "Filip" dank GPS und Wifi mit Hilfe einer Karten-App auffinden. So wissen die Eltern immer, wo sich Sohn oder Tochter gerade aufhalten. Praktisch ist auch der rote "Notfall-Button" an der Seite der Uhr. Wird dieser länger als drei Sekunden gedrückt, passieren vier Dinge: Eine Textnachrichten mit den Ortsangaben wird an die fünf gespeicherten Telefonnummern verschickt. Das Gerät beginnt die Geräusche in der Umgebung aufzunehmen. Eine gespeicherte Rufnummer nach der anderen wird angerufen. Wenn keiner abnimmt, ruft "Filip" automatisch die Notrufnummer an.
Foto: Screenshot
Kapture
Das Kapture Armband ist mit einem kleinen Mikrofon ausgestattet, welches permanent 60 Sekunden Ton aus der Umgebung aufnimmt. Durch Antippen wird die letzte Minute gespeichert und per Bluetooth über die entsprechende App aufs Smartphone übertragen. Falls das Armband nicht angetippt wird, werden die 60 Sekunden automatisch wieder gelöscht. Kapture enthält außerdem einen internen Speicher für bis zu 25 Tonaufnahmen. Die Akkulaufzeit des Armbandes, welches größtenteils wasserfest sein soll, beträgt 24 Stunden. Noch gibt es nur einen Prototyp, doch über Kickstarter soll Kapture mit einem Preis von etwa 100 US-Dollar baldmöglichst in Serie gehen.
Foto: TwitterRun-n-read
Auf einem Laufband zu lesen, ist nicht für jeden etwas. Durch die Bewegung des Körpers ist es anstrengend die Zeilen zu fokussieren. Daher haben die Entwickler des New Yorker Unternehmens Weartrons ein neuen Gadget entwickelt. Das Run-n-read lässt sich einfach an das T-Shirt oder auch an einem Schweißband befestigen. Hier misst es die Bewegungen und sorgt per Bluetooth dafür, dass der Bildschirm eines Tablets oder E-Readers sich dem Takt anpasst. So soll vermieden werden, dass den Sportlern beim Lesen schlecht wird. Auf Videos lässt sich die Technik übrigens nicht anwenden.
Foto: ScreenshotSamsung Galaxy Gear
Die Koreaner haben im Vorfeld der Internationalen Funkausstellung in Berlin die Computeruhr Galaxy Gear vorgestellt. Das Gerät muss mit dem Samsung Smartphone verbunden werden, um alle Funktionen ausführen zu können. Dank Lautsprecher und Mikrofon im Armband lässt sich mit der Uhr telefonieren. Außerdem ist eine Kamera eingebaut. Die Uhr dürfte nur eine kleine Zielgruppe für sich begeistern. Sie soll etwa 300 US-Dollar kosten.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Foto: APNymi
Dieses Armband ist ein kleiner Alleskönner, der über den eigenen Herzschlag aktiviert wird. Das kanadische Unternehmen Bionym hat das Armband Nymi entwickelt, das auf dem individuellen biometrischen Erkennungsmerkmal basiert. Sobald der Nutzer das Armband umbindet, erkennt es den Puls und wird aktiviert. Per Bluetooth kommuniziert es dann mit allen Geräten, die ein Passwort abfragen - vom Computer, bis zum Smartphone, Tablet und sogar Türen. Durch einen eingebauten Beschleunigungsmesser kann das Gerät auch Gesten erkennen.
Das Armband kann derzeit für 80 US-Dollar vorbestellt werden. Nach der Markteinführung Anfang kommenden Jahres wird es 100 Dollar kosten.
Foto: PROmate True Smart
Anders als andere Smartwatches soll die "Omate True Smart" eine vom Handy unabhängige Armbanduhr sein, die über eine eigene SIM-Karte verfügt und mit Android 4.2 arbeitet. Das Gerät verfügt über eine 5-Megapixel-Kamera, GPS, ein Touchscreen und hat eine Akku-Laufzeit von knapp 100 Stunden. Sie soll wasserdicht sein und telefonieren sowie Apps verwenden können. Über WLAN oder Bluetooth kann die Uhr mit dem Smartphone oder einem Tablet verbunden werden. Noch existiert die Smartwatch lediglich als Prototyp. Ab November 2013 soll es die Omate True Smart für 179 Dollar (plus 15 Dollar für den internationalen Versand) zu kaufen geben.
Foto: Screenshot
Nike Plus Fuel-Band
Das Nike Fuel Band ist ein Bewegungstracker und bereits seit Anfang 2012 auf dem US-Markt erhältlich. Als eines der ersten Gadgets richtete es sich nicht nur an Läufer. Alle möglichen Bewegungen sollen mit dem Tech-Armband erfasst werden. Das Band misst Schritte, Entfernung und verbrauchte Kalorien. Angezeigt wird am Ende das sogenannte Nike Fuel. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen Aktivitätsmesser. Er soll den Nutzern dabei helfen ihr Level an Aktivität besser einschätzen zu können. Per iOS-App oder einen Webclient lassen sich die Informationen mit anderen teilen. Die Kosten liegen bei etwa 125 Euro.
Foto: dapdFitbit Ultra
Fitbit bietet verschiedene Modelle von Aktivitäts- und Schlafbegleiter an, unter anderem den Kabellosen Aktivitäts- und Schlaftracker The One. Der Tracker zeichnet pausenlos Schritte, zurückgelegte Strecke, verbrannte Kalorien und bewältigte Stockwerke auf. Er wird mit einem Klipp an der Kleidung befestigt. Nachts zeichnet er den Schlafzyklus auf und weckt den Träger am Morgen. Das Wearable synchronisiert alle Daten mit dem Smartphone oder Computer. Der Tracker führt einem regelmäßig seine Bewegungsziele vor Augen und soll zu einer aktiveren Lebensweise führen. Eine kleine Blume soll motivieren. Je weiter sie gewachsen ist, desto aktiver ist der Träger des Klipps gewesen.
Foto: WirtschaftsWocheMio Alpha
Für Jogger und Radfahrer dient die Pulsuhr von Mio Global als Trainingsbegleiter. Bei Trainieren zeigt sie an, ob die Belastung für den Körper zu hoch oder niedrig ist. Zur Kontrolle können Sportler ihren Pulsfrequenzbereich einspeichern. An diesem Grenzwert orientiert sich die Technik. Wer auch die Geschwindigkeit und den Kalorienverbrauch messen will, muss die Uhr per Bluetooth mit dem Smartphone verbinden. Möglich ist das aber nur mit dem iPhone 4S und den iPhone 5. Darauf muss zusätzlich eine der gängigen Fitnessapps installiert sein - wie Runtastic oder SmartRunner.
Foto: PresseMisfit Shine
Bei dem Crowdfunding-Projekt Misfit Shine handelt es sich um einen wasserdichten Bewegungstracker. Das Aluminium-Gadget zählt Schritt, zeichnet Fahrradfahrten und Schwimmstrecken auf und überwacht den Schlaf. Das Misfit Shine lässt sich mit dem iPhone synchronisieren. Mit Hilfe eines Gummirings und eines Magneten können Sportler den Tracker an der Kleidung befestigen.
Foto: PressePebble Watch
Die 150 Dollar teure Pebble Watch zeigt automatisch die von Android-Telefonen oder iPhones empfangenen Kurznachrichten, E-Mails, eingehende Anrufe und so weiter an. Uhr und Smartphone werden über Bluetooth verbunden. Die Pebble Watch kann mit zahlreichen Apps verbunden werden, die unterschiedliche Zwecke erfüllen. Pebble Notifier sorgt beispielsweise für die Benachrichtigungen und Runkeeper dient zur Anzeige von Laufdaten. Außerdem kann sie zum Radfahren, Golfen und Musikhören genutzt werden. Durch die unterschiedlichen Apps lässt sich die Uhr den jeweiligen Bedürfnissen des Trägers anpassen.
Foto: ScreenshotJawbone
Das UP-Armband, des Herstellers Jawbone, wird von den Nutzern vierundzwanzig Stunden am Tag getragen und verfolgt Bewegungs- und Schlafaktivitäten. Es ist mit einer App auf dem Smartphone gekoppelt, die alle persönlichen Daten speichert. Mahlzeiten wie auch Stimmungen können manuell hinzugefügt werden. Durch genaue Analyse von Verhaltensmustern lernt der Nutzer so sich und seinen Köper besser kennen.
Foto: PresseInstabeat
Auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo haben sich ausreichend viele Geldgeber für Instabeat gefunden. Das Gadget wird extra für Schwimmer auf den Markt gebracht. Es lässt es sich an jeder Schwimmbrille befestigen. Es misst den Puls, speichert die Werte und spielt sie vor allem direkt über eine Linse aus. So können die Schwimmer beim Training ihren Herzschlag kontrollieren. Über ein Farbsystem wird angezeigt, ob der Sportler sich im idealen Tempo für die Fettverbrennung, die Fitness und die Leistung befindet. Auch die verbrannten Kalorien und die Züge, die geschwommen werden und die Atmung zeichnet das Gerät auf. Die Daten lassen sich nach dem Training auf den Computer übertragen.
Foto: PresseAutographer
Wearables gibt es nicht nur für Sportler: Der Autographer ist eine kleine Kamera mit einer 136 Grad Weitwinkellinse, die kundenspezifisch gebaut wird. Die Idee: Nutzer tragen den Autographer den ganzen Tag um den Hals oder an der Kleidung. Die Kamera schießt unaufgefordert Fotos. Ob und wann ein Foto gemacht wird, regeln fünf Sensoren, deren Daten durch einen Algorithmus verarbeitet werden. Wenn die Kamera neue Muster oder Farben erkennt wird ausgelöst. Die Fotos ermöglichen einem im Nachhinein Details zu erkennen, die man im Moment der Aufnahme im wahren Leben nicht wahrgenommen hat. Über eine App und Software können die Fotos direkt auf Smartphone oder Computer übertragen werden.
Foto: PresseGoogle Glass
Noch ist Google Glass nicht für jedermann erhältlich. Das Unternehmen hat die Brille vorerst für etwa 1500 UD-Dollar an ausgewählte Webentwickler aus aller Welt verkauft. Kommt die Brille auf den Markt, zeigt sie dem Träger (wie hier Google-Mitbegründer Sergey Brin) E-Mails, Kurznachrichten, Google-Maps, die Google-Suche, die Wettervorhersage und etliche weitere Funktionen im Blickfeld an. Gesteuert wird die Brille unter anderem per Spracherkennung. So können beispielsweise Aufträge wie „take a picture“, „record this“ oder „share on facebook“ erteilt werden. Auch ein Navigationsgerät und eine Übersetzungsfunktion sind integriert. Wann die Brille letztlich auf den Markt kommen wird, ist bisher nicht bekannt.
Foto: REUTERSEmbrace
Ebenfalls per Crowdfunding ist das Fitness-Armband "Embrace" finanziert worden. Es ist eigentlich nichts weiter als eine Art visueller Alarm, der mit dem Smartphone verknüpft wird. Sobald ein Anruf, eine Nachricht oder eine E-Mail eingeht oder auch die Batterie sehr niedrig ist, blinkt das Armband, um den Träger daran zu erinnern. Der Vorteil: Das Smartphone kann auch mal in der Tasche bleiben, ohne dass etwas verpasst wird.
Foto: Screenshot
Kalorien
Ein paar Pfunde verlieren oder den Cholesterinspiegel in den Griff bekommen - wer wirklich gesund leben will, muss sich gut ernähren.
MyFitnessPal (iOS, Android, Blackberry, Windows Phone)
MyFitnessPal ist nicht nur eine App sondern eine ganze Community, die sich rund um das Thema Abnehmen dreht. Hier kann man sich ein Profil erstellen und darin abspeichern, was, wann wo gegessen wurde. Der Vorteil an der Gruppe: Der User kann sich mit anderen vergleichen und wird so extra angespornt. In die App integriert ist auch ein Sport-Tool, dass einem je nach Länge der Aktivität anzeigt, wie viele Kalorien man wieder verbaucht hat.
Die App zeigt mit einem Mouse-Klick an, wie viele Kalorien in dem Essen stecken.
FoodNavi hilft dabei den Überblick über die eigenen Ernährung zu behalten und zeigt in Diagrammen an, wie viele Milchprodukte, wie viel Obst und wie viele Kohlenhydrate der User schon zu sich genommen hat.
Foto: REUTERSBlutdruck und Puls
Wenn der Blutdruck Achterbahn fährt, gilt es Ruhe bewahren und vor allem den eigenen Körper genau im Auge behalten. Dabei helfen etliche Tools.
Blutdruck Daten (iOS, Android)
Der digitale Blutdruck-Pass erfasst alle Blutwerte, die mit einem extra Gerät gemessen werden müssen. Das Tool ist kostenlos.
Blutdruck+Puls Grapher (iOS und Android)
Ganz ähnlich funktioniert der Grapher. Hier können nicht nur die Blutdruckwerte, sondern auch die Ernährung des Tages sowie die jeweiligen Tagesaktivitäten eingetragen werden. Zum Beispiel "Fußball auf dem Sofa mit einer Tüte Chips".
Der Brustgurt Ithlete misst den Puls beim Sport machen: Ganz gleich ob beim Laufen, Radfahren oder Schwimmen. Die Ergebnisse der Messung werden direkt auf die App überspielt.
Foto: dpaSchrittzähler
Wer den ganzen Tag im Büro sitzt, kennt das Problem: Man bewegt sich viel zu wenig. Wie schlimm es um einen wirklich bestellt ist, zeigen Schrittzähler an. Diese dokumentieren wie viele Schritte der einzelne pro Tag absolviert.
Von Runtastic stammt der Pedometer. Die App nutzt den Beschleunigungssensor des Smartphones, um die Anzahl der Schritte zu ermitteln. Die Distanz und die Zeit der Aktivität werden am Ende übersichtlich angezeigt. Das Smartphone kann überall am Körper getragen werden.
Apple-User können auch Ultimate nutzen. Der Schrittzähler misst die Bewegung via GPS.
Foto: dpaJoggen
Wie die Schrittzähler funktionieren auch andere Tools für das Laufen - vom leichten Joggen bis zum Marathontraining. Hinter den beiden Apps steht jeweils eine Community mit Personen, die sich zum Thema austauschen und auch gegenseitig anfeuern.
Runtastic (iOS, Android, Blackberry, Windows Phone, Bada)
Eine der beliebtesten Trainings-Apps ist Runtastic. Via GPS wird der Verlauf der Jogging-, Fahrrad- oder Skaterstrecke gespeichert und innerhalb der Plattform hochgeladen. Wer möchte, kann nach dem Lauf auch sein Ergebnis bei Facebook oder Twitter hochladen. Außerdem bietet das Tool die Möglichkeit gegen die eigenen Leistung oder die anderer anzutreten. Auch einfache Gymnastik-Trainings oder Yoga-Übungen lassen sich manuell hinterlegen.
Ganz ähnlich funktioniert Runkeeper. 17 Millionen Menschen nutzen nach Anbieter-Angaben die App weltweit.
Foto: dpaSchlaf
So verrückt es klingt, immer mehr Menschen verfolgen ihren Schlaf genau. Wie oft wird man wach? Wie viele Stunden Schlaf bekomme ich in der Woche.
Die App des Anbieters Zeo verfolgt genau wie lange und wie gut ein User schläft. Ein integrierter Wecker weckt genau in dem Moment, in dem eine Tiefschlafphase vorbei ist.
Eine Alternative für Android-Nutzer ist die App ElectricSleep, die ebenfalls von Zeo auf den Markt gebracht wurde.
Foto: dpaStimmung
Einfach mal messen, wie es einem so geht. Auf dem Markt gibt es zig Tools, die einem dabei helfen. Eine Empfehlung:
Ein kleiner Panda ist der Begleiter durch den Tag. In der ansprechend gestalteten App können Stimmungsschwankungen genau festgehalten und visualisiert werden. Einzelne Ereignisse lassen sich auch auf Twitter oder Facebook verbreiten.
Foto: dpa
Zeit
Wie gerne würde man einmal die Zeit zurückdrehen können - viel zu schnell scheint sie an manch Tagen zu vergehen. Dabei müsste man sich viel häufiger die Frage stellen, was man eigentlich den ganzen Tag tut, was einem so sehr die Zeit raubt. Dabei hilft der:
Wie lange habe ich E-Mails gelesen, wie lange im Internet gesurft und wie lange telefoniert. Den eigenen Tagesablauf genau zu messen, kann sinnvoll sein. So lässt sich ganz einfach herausfinden, an welchen Stellen des Tages Zeit vergeudet wurde. Das tolle daran: Das Programm läuft im Hintergrund des Smartphones und speichert so alle Verhaltensweisen.
Foto: dpaPeriod Tracker (iOS und Android)
Frauen kennen das Dilemma: Bei jedem Frauenarzt-Termin, will der Mediziner genau wissen, wann der Zyklus begonnen hat. Und wer sich ein Kind wünscht, muss genau im Auge behalten, wann die fruchtbaren Tage sind. Daher führen nicht wenige Frauen sowieso einen Mentruations-Kalender. Technisch hilft dabei der Period-Tracker.
Foto: dpaGesundheit
Die eigene Gesundheit im Auge zu behalten ist nicht immer ganz einfach. Diese App kann helfen:
Wie ist der Vitaminhaushalt in meinem Körper? Wie gut schlägt mein Herz und wie gesund sind Knochen, Herz, Leber und Niere? All diese Dinge lassen sich mit Hilfe der App beobachten. Dafür muss ein Account eingerichtet und in einem Labor Blut analysiert werden. Die Ergebnisse werden in die Maske der App eingegeben. Aufgrund der Ergebnisse spuckt die App Empfehlungen aus, wie der eigenen Körper noch fitter gemacht werden kann. Um Ergebnisse über einen längeren Zeitraum hinweg zu erheben, sollte alle drei bis sechs Monate Blut gespendet werden.
Foto: dpaDie (Fast)-Alleskönner
Unter den Quantified Self-Freunden haben sich bestimmte Gadgets und ihre dazugehörigen Apps besonders etabliert.
Das kleine Fitbit-Tracker hilft dabei das Gewicht zu kontrollieren, mehr Sport zu trieben, den Schlaf zu beobachten und sich besser zu ernähren. Der Tracker, in Form eines Armbands oder kleinen Sensors, lässt sich mit einer entsprechenden Smartphone-App verknüpfen. Jede Sportliche Aktivität kann mit der anderer Fitbit-User verglichen werden.
Der kostenlose Fitness-Tracker für das iPhone speichert die Bewegungen von einem Ort zum anderen: Die Fahrradfahrt zwischen Arbeitsplatz und Zuhause, der Gang zum Supermarkt und das Treppensteigen im Büro.
Bei dem Fitness-Armband handelt es sich im Wesentlichen um einen Schrittzähler. Es erkennt im Wesentlichen ob und wie viel sich der Anwender bewegt. Auf Basis dieser Informationen und der persönlichen Angaben des Nutzers zu Gewicht, Körpergröße, Alter und Geschlecht wird dann der Kalorienverbrauch geschätzt. Außerdem wacht das Armband über den Schlaf der User.
Das Fuel Band richtet sich vor allem an Sportler. Vom Joggen bis zu Basketball trackt das Band alle möglichen Aktivitäten und speichert sie auf einer dazugehörigen App. Auch hier lassen sich die sportlichen Ergebnisse mit Freunden über Twitter und Facebook tauschen.
Foto: PressebildSeit Informations- und Kommunikationstechnik zum mobilen Netz verschmolzen sind, begleitet uns das mobile Internet in Form von Smartphones, Tablets und Notebooks auf Schritt und Tritt. Es lässt uns sogar dann nicht mehr los, wenn wir es getrost für ein paar Stunden vergessen sollten.
Mit exponentiellen Wachstumsraten verbreiten sich die Smartphones zurzeit auf der ganzen Welt. Nach jüngsten Prognosen hat die Invasion sogar gerade erst richtig begonnen: Rund 1,9 Milliarden Smartphones sind derzeit global in den Mobilfunknetzen angemeldet. 5,6 Milliarden, also fast dreimal so viele, könnten es nach Schätzung des Mobilfunkausrüsters Ericsson in fünf Jahren schon sein. Der mobile Datenverkehr soll sich im selben Zeitraum sogar verzehnfachen.
Die Gründe für den Smartphone-Boom kann jeder Benutzer aus eigener Erfahrung nachvollziehen: Die Kombination von jederzeit und (fast) überall bequem verfügbarem mobilem Datenzugang einerseits und dem handschmeichlerischen Alleskönner in der Tasche andererseits ist einfach unwiderstehlich: immer dabei, jederzeit griffbereit, stets schlau und auskunftsfreudig... ein smarter kleiner Helfer, auf den immer Verlass ist, dem man sich willig anvertraut und den man partout nicht mehr missen mag.
Auf dem Nachhauseweg in der S-Bahn noch schnell online einkaufen? In der fremden Großstadt mühelos zur Adresse des nächsten Termins navigieren oder im Urlaub ein paar Schnappschüsse von der Skipiste für die Daheimgebliebenen ins Facebook stellen? Bei Gesprächen unter Freunden mal eben ein schlagendes Argument für die Diskussion googeln? Alles kein Problem.
So viel Komfort schafft feste Bindungen, um nicht zu sagen Hörigkeit. Aber noch nie haben die Menschen den Gang in die Abhängigkeit so beschwingt und lustvoll angetreten wie jetzt mit dem Smartphone in der Tasche. Die liebsten und stabilsten Fesseln sind schließlich die, die man sich selber anlegt. Und die dauerhafteste Unfreiheit ist die, in die sich der Mensch aus freien Stücken begibt: ständige Verfügbarkeit per Whatsapp, E-Mail und SMS; fortgesetzte Status-Updates per Facebook, Twitter, Foursquare; visuelle Kommunikation in Echtzeit per Instagram, Skype und Chat-Diensten.
Früher war alles besser? Von wegen. Wer heutzutage einen Reise buchen will, geht nicht als erstes in ein Reisebüro, sondern sucht im Internet. Dort gibt es alles, individuell zusammenstellbar und vom heimischen Rechner aus.
Foto: dpa/dpawebKönnen Sie sich erinnern, wann Sie das letzte Mal bei der Auskunft angerufen haben, weil Sie eine Telefonnummer nicht gefunden haben? Halt: Kennen Sie eine Nummer, bei der Sie anrufen könnten? Eben.
Foto: dpaErinnern Sie sich noch? Irgendwann landete die Abholkarte in der Post, mit der jeder Haushalt sein persönliches Exemplar des Telefonbuchs und der Gelben Seiten ausgehändigt bekam. Zwar gibt es die Papierausgaben immer noch. Doch vieles spricht für die digitale Ausgabe - Verfügbarkeit, Aktualität und Benutzerfreundlichkeit sind da nur drei Argumente.
Foto: APIm Bücherregal machen die dicken Wälzer natürlich schon was her. Doch selbst Duden und Wörterbücher sind online deutlich bequemer zu benutzen als auf Papier.
Foto: dpa/dpawebSaßen Sie in ihrer Jugend auch sonntags vor dem Radio, um während der Chartsendung die Lieblingslieder auf Kassette aufzunehmen? Wie groß der Ärger doch jedes Mal war, wenn der Moderator in die letzten Sekunden des Songs hineinquasselte. Und wie gehütet wurde die eigens für einen aufgenommene Kassette der ersten großen Liebe. Heute ist alles digital. Kaum noch Musiksammlungen, die man beim ersten Date in der eigenen Wohnung durchsuchen kann. Dabei war das doch die perfekte Methode, schon frühzeitig Konfliktpotenzial aufgrund unterschiedlicher Geschmäcker aus dem Weg zu räumen.
Foto: REUTERSWie aufwändig es das Fotografieren und Austauschen von Fotos doch einmal war. Jetzt gibt es Fotos fast nur noch digital und wer die Printvariante bevorzugt, bekommt sie innerhalb weniger Minuten ausgedruckt.
Foto: dapdWer heute einmal nicht telefonieren kann, hat entweder gerade ein leeres Akku oder gehört zu der Minderheit, die sich bewusst gegen ein mobiles Telefon entschieden hat. Auf die Idee, ein öffentliches Telefon zu benutzen, kommen daher die wenigsten, weshalb die Telefonsäulen in den vergangenen Jahren immer mehr aus dem Stadtbild verschwunden sind.
Foto: APEine Sache, die eigentlich ziemlich traurig ist: Durch die Digitalisierung schreiben wir immer weniger Briefe. E-Mails, SMS oder andere Formen von Kurznachrichten, die wir über unsere Smartphones verschicken, haben den privaten Brief abgelöst. Handgeschriebene Post beschränkt sich meist auf Post-ITs a la "Bitte Milch kaufen" oder ein paar Grüße an Weihnachten. Dabei sprechen auch wissenschaftliche Gründe dafür, öfter mal wieder mit der Hand etwas zu schreiben: Denn der dafür zuständige Hirnteil wird durch die fortschreitende Digitalisierung immer weniger benutzt - Forscher befürchten, dass er deshalb sogar schrumpft. Je weniger wir das gesamte Hirn nutzen, desto schneller werden wir im Alter vergesslich. Es lohnt sich also, ein bisschen retro zu sein.
Foto: ZBSPDeshalb beenden wir diese Liste mit einem Aufruf: Schreiben Sie wieder! Und wenn es nur eine Postkarte aus dem Urlaub ist. Sie fordern damit nicht nur ihr Gehirn, sondern könnten damit auch der Ansichtskarte zu einem Comeback verhelfen. Auch sie leidet nämlich unter dem Mobiltelefon.
Foto: dpaWer sich dann den Luxus herausnimmt, einfach einmal abzuschalten, um ein paar Stunden lang „incommunicado“ zu sein, lebt nicht nur mit dem geheimen Unbehagen, etwas verpassen zu können. Offline zu gehen, erzeugt heute geradezu Schuldgefühle. War das Crackberry-Syndrom – die Sucht nach ständiger Erreichbarkeit – einst eine typische Managerkrankheit, so ist digitales Junkietum heute eher Volkskrankheit geworden. Bezeichnend ist eine Forsa-Umfrage unter jugendlichen Handybenutzern, die ergab, dass eine deutliche Mehrheit der Befragten lieber auf Sex als aufs Smartphone verzichten würden.
Vielleicht wäre das ja anders, wenn sich auch das Liebesleben in Bits und Bytes quantifizieren ließe. Denn kaum etwas liegt bei der Generation Smartphone so sehr im Trend wie das Phänomen des quantifizierten Selbst. Sichtbarer Ausdruck für diese digital gestützte Form des Körperkults ist das lustvolle Sammeln, Protokollieren und Veröffentlichen eigener Körperdaten.
Vom Essen übers Laufen, Radfahren und Fitness-Workout bis hin zu den Schlafstunden lässt sich heute alles in Kilokalorien und Kilojoule, Stunden und Minuten, Kilometer und Höhenmeter registrieren, in Food- und Fitness-Datenbanken eingeben, in sozialen Netzwerken teilen. Ganz zu schweigen von den Zeitgenossen, die heute fast schon zwanghaft alles, was auf ihrem Teller liegt, fotografieren und ins Netz stellen, ehe sie es essen. Und weil, was hip ist, einen Namen braucht, heißt dieser Trend „Food-Porn“.
Ein rapide wachsender Markt von „Wearable Technology“, also mobilen Sensoren wie digitalen Schrittzählern, Fitness-Armbändern, Puls- und Blutdruckmessern hilft Joggern, Marathonläufern, Radfahrern, Wanderern und fitnessbewussten Senioren, ihre Aktivitäten auf den Schritt genau zu erfassen, in verbrauchte Kalorien umzurechnen und die Ergebnisse per Smartphone direkt in die Cloud und in diverse soziale Netzwerke hochzuladen.
Was dem Häftling beim Freigang die elektronische Fußfessel, das ist dem Sportbegeisterten der Fitness-Tracker am Handgelenk. Wirklich frei kann und sollte man sich dabei nicht mehr fühlen. Das Ganze schaukelt sich in sozialen Netzen schließlich zu einem exhibitionistisch angehauchten Gruppenerlebnis hoch. Dabei lassen sich die Cybersportler schon während ihres Workouts „real time“ von einem virtuellen Publikum anfeuern, und die Diät-Jünger beglückwünschen sich online gegenseitig zu den jüngsten Enthaltsamkeitsrekorden.
Zugleich wächst der selbsterzeugte Druck. Bei Twitter sind schon vor dem Frühstück öffentliche Selbstanklagen wie diese zu lesen: „immer diese morgenläufer in meiner timeline. das schlechte gewissen ist schon zum riesen gewachsen“.
Durchaus denkbar, dass eines Tages nicht mehr das eigene schlechte Gewissen, sondern die Krankenkasse den Morgenlauf per Smartphone anmahnt. Warum auch nicht? Möglicherweise ist es nur eine Frage der Zeit, wann die Krankenkassen – natürlich im Einverständnis mit ihren Versicherten – auf deren Fitness-Daten in der Cloud zugreifen, um günstigere Tarife für gesundheitsbewusste Kunden zu kalkulieren.
Geradeso, wie es die ersten Autoversicherungen jetzt mit vergünstigten Telemetrie-Policen für disziplinierte Autofahrer testen, die bereit sind, ihr Fahrverhalten durch einen elektronischen Sensor im Auto kontrollieren zu lassen.
Spätestens an dieser Stelle dürfte klar werden, dass die Technik nicht nur die Welt, sondern auch uns Menschen verändert – unsere Denkstrukturen, unsere Wertvorstellungen, unser Kommunikationsverhalten, unsere Empfindungen.
Internet-Skeptiker wie der amerikanische Autor Nicholas Carr („Wer bin ich, wenn ich online bin ... und was macht mein Gehirn solange?“) argwöhnen, dass das Netz die Menschen zur Denkfaulheit erzieht, sie der Konzentrationsfähigkeit beraubt und ihnen letztlich die Mutter aller Freiheiten – die des autonomen Denkens – nehmen könnte. „Ich stelle fest, wie sich meine eigenen Denkgewohnheiten dramatisch gewandelt haben, seit ich mich vor 15 Jahren zum ersten Mal ins Web einwählte“, schreibt Carr, „und ich mag nicht, was der Computer mit mir anstellt.“ Derselbe Autor räumt freilich auch ein, dass die Menschen „dankbar sein sollten für die Reichtümer an Information, die das Netz bietet“.
So what? Sind wir jetzt etwa im Begriff, Denkfreiheit gegen Informationsfülle einzutauschen? Ist das grenzenlose Vertrauen auf Googles Suchfilter-Algorithmen gar der Beginn des digitalen Idiotentums? Werden wir, wie der weißrussische Netz-Verteufler Evgeny Morozov in seinem Erfolgsbuch „Smarte neue Welt – Digitale Technik und die Freiheit des Menschen“ prophezeit, am Ende „smarte Geräte, aber dumme Menschen“ haben?
Letztlich sind solche zutiefst pessimistischen Visionen Ausdruck eines archaischen, nur tiefenpsychologisch erklärbaren Technik-Unbehagens, das sich bis zum griechischen Philosophen Sokrates zurückverfolgen lässt. Sokrates hatte eine ausgeprägte Abneigung gegenüber der Schrift, die als Technologie damals fast so umwälzend war wie heute das Internet.
Der Philosoph schwor auf mündliche Kommunikation und lehnte es strikt ab, seine Lehre schriftlich festzuhalten, weil er in der Schrift eine Gefahr fürs freie Denken und eine Korrumpierung der Philosophie sah. Zum Glück brachen seine Schüler die Regel des Meisters, denn sonst wüsste heute ironischerweise kein Mensch mehr etwas über den Vater der abendländischen Philosophie.
Technischer Fortschritt und Freiheit lassen sich also beileibe nicht so einfach saldieren, wie die Netzkritiker uns vorrechnen wollen. Was die Informationstechnik mit der Freiheit anstellt? Ob und in welchem Umfang die an die Technik verlorenen Freiräume tatsächlich durch neue Freiheiten auf anderer Ebene kompensiert werden, liegt also letztlich im Auge des Betrachters.
Was Kulturpessimisten, Nostalgiker und Technophobe in grober Unterschätzung des menschlichen Gehirns, seiner Anpassungsfähigkeit und seiner Emergenz als digitale Selbstversklavung verteufeln, ist für überzeugte Netzwerker eine technikgestützte Form der Emanzipation, eben Freiheit auf einer neuen, anderen Ebene.
Anstatt auf die Technik zu starren, wie das Kaninchen auf die Schlange, und vor vermeintlichen Freiheitsberaubungen durch die Technik zu bibbern, sollten wir auf die Emergenz des menschlichen Gehirns und auf die Anpassungsfähigkeit des Denkens vertrauen und lernen, mit den neuen Freiheiten, die die Technik gewährt, richtig umzugehen, sie gewinnbringend zu nutzen.
Die beste Methode für uns Menschen, das autonome Denken ungeachtet der digitalen Helfer nicht zu verlernen, ist, es systematisch und kontinuierlich zu praktizieren, also den Komfort des mechanischen Denkens nicht überhand nehmen zu lassen, das Denken nicht den Maschinen zu überlassen.
Die Freiheit – vor allem die des Denkens – ist ein Muskel. Man muss ihn trainieren, damit er funktioniert.