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Deutsche TelekomDie Umbaupläne des neuen Konzernchefs

Abschied aus den USA, Zukäufe in Europa – der neue Vorstandschef Timotheus Höttges will die Deutsche Telekom zum stärksten europäischen Telekommunikationskonzern umbauen.Jürgen Berke 10.01.2014 - 14:52 Uhr

Der neue Finanzvorstandschef, Timotheus Höttges, will die Telekom zum stärksten europäischen Telekommunikationskonzern umbauen.

Foto: dpa

John Legere gehört zu den wenigen Topmanagern, die aus einem öffentlichen Auftritt eine echte Show-Veranstaltung machen können. In wenigen Sekunden verbreitete sich Anfang vergangener Woche die Nachricht durch die sozialen Netzwerke, dass der Chef der amerikanischen Telekom-Tochter T-Mobile während Consumer-Electronic-Messe CES in Las Vegas spätabends auf einer Party des Konkurrenten AT&T gesichtet wurde. Wenige Minuten später setzten ihn Wachleute vor die Tür – und der T-Mobile-Chef, der meist ein magenta-farbenes T-Shirt trägt und mit seinen langen schwarzen Haaren eher wie ein Popstar aussieht, hatte mit seiner Provokation sein Ziel erreicht.

Schwäche1: Bereinigte Kennzahlen verzerren das Bild

Wie fast kein anderes Unternehmen ist die Deutsche Telekom dafür bekannt, in ihren Zahlen ständig irgendwelche Sondereinflüsse auszuweisen. Berichtete und bereinigte Kennzahlen weichen regelmäßig meilenweit voneinander ab. Der Konzern hat zwar immer zahlreiche Begründungen für die Bereinigungen parat. Gleichwohl ist nicht von der Hand zu weisen, dass diese die Berichterstattung komplexer und schwerer verständlich machen.

Allein im Geschäftsjahr 2011 liegen berichtetes und bereinigtes Konzernergebnis 2,3 Milliarden Euro auseinander. Aufwendungen, die der Konzern als Sondereffekte deklarierte und somit auch bereinigte, waren unter anderem Ausgaben für den Konzernumbau wie etwa Personalmaßnahmen sowie Firmenwertabschreibungen auf die Tochtergesellschaften T-Mobile in den USA und OTE in Griechenland.

Foto: AP

Als positiven Sondereffekt bereinigte die Telekom die Ausgleichszahlung, die der Konzern vom US-Konkurrenten AT&T für das Platzen des T-Mobile USA-Deals erhielt. Zunächst sind alle diese Bereinigungen verständlich. Experten kritisieren aber, dass manche Sondereffekte seit Jahren auftreten - wie etwa die Aufwendungen für den Stellenabbau.

Aus Konzernkreisen heißt es dazu, dass die Sondereffekte, die den Konzernumbau betreffen, in der Zukunft abnehmen werden. Einmaleffekte aus Unternehmenstransaktionen (M&A) will die Telekom aber weiterhin bereinigen, um sich innerhalb der Branche vergleichbar zu machen.

Foto: dapd

Schwäche 2: Schuldenberg drückt auf die Bilanz

Ein Trostpflaster gibt es für die Telekom-Aktionäre. Die US-Tochter T-Mobile ist der Bonner Konzern im vergangenen Jahr zwar nicht losgeworden. Die Ausgleichszahlung für das Platzen des Deals von AT&T in Höhe von umgerechnet 2,3 Milliarden Euro half dem Konzern aber an anderer Stelle: Die Telekom konnte ihre Nettofinanzschulden - also die Differenz aus Bruttofinanzschulden und Zahlungsmitteln - um 2,2 Milliarden Euro oder 5,1 Prozent senken.

Gleichwohl bleiben die Nettofinanzschulden mit 40,1 Milliarden Euro weiterhin hoch. Im Verhältnis zum Eigenkapital machen die Nettofinanzschulden 100 Prozent aus. Zudem betragen sie das 2,1-Fache des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.

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Damit bleibt die Telekom zwar innerhalb ihres eigenen Zielkorridors. Von den Ratingagenturen wird der Konzern aber - unter anderem wegen der hohen Verschuldung - nur mit BBB+ (S&P, Fitch) beziehungsweise Baa1 (Moody's) bewertet. Damit liegt die Telekom nur drei Stufen über Ramschniveau. Ratingagenturen ziehen bei ihrer Bonitätsbeurteilung auch die Pensionsverpflichtungen hinzu.

In ihrer Bilanz weist die Telekom 6,1 Milliarden Euro an Rückstellungen für die Altersversorgung ihrer Mitarbeiter aus. Ihre Nettoschulden erhöhen sich aus Sicht der Ratingagenturen entsprechend. Der geplante Verkauf der Tochter T-Mobile USA an den US-Konkurrenten AT&T für 39 Milliarden Dollar hätte die Schulden auf einen Schlag reduziert. Nun, da der Deal geplatzt ist, muss der Bonner Konzern Alternativen finden.

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Schwäche 3: Das Auslandsgeschäft bleibt mühevoll

Um das schrumpfende Geschäft im Heimatmarkt zu kompensieren, hat die Telekom in zahlreiche Auslandsmärkte investiert - mit gemischtem Erfolg. In den USA fällt es der Telekom-Tochter T-Mobile zunehmend schwer, mit starken nationalen Konkurrenten wie Verizon und AT&T zu konkurrieren. Der geplante Verkauf der Sparte an AT&T hatte daher Begeisterung bei den Investoren ausgelöst.

Seit der Deal wegen kartellrechtlicher Bedenken der US-Behörden scheiterte, warten die Aktionäre auf eine Alternative von Konzernchef René Obermann. In Griechenland ist die Telekom mit 40 Prozent an OTE beteiligt. Neben der Schuldenkrise machen dem Konzern dort vor allem die immer strengere Regulierung und die höheren Steuern zu schaffen.

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Die Telekom spielt daher auch schon die Konsequenzen eines Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone durch. Es heißt, der Konzern sei dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass die griechische Tochter OTE danach auch ohne Hilfen der deutschen Mutter überlebensfähig sei.

OTE muss auch im Falle eines Währungswechsels und einer spürbaren Abwertung der Drachme die finanziellen Verpflichtungen erfüllen können. Denn noch laufen Kredite und Anleihen in Euro, der Kapitaldienst würde sich drastisch verteuern. Weil OTE mit dem Mobilfunk momentan gutes Geld verdient und sich vor allem im ersten Quartal positive Trends zeigten, könne die OTE ihre Finanzierung allein stemmen, so die Hoffnungen der Telekom.

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Stärke 1: Anleger werden bei Laune gehalten

Als Wachstumswert kann die Telekom ihre Aktie den Investoren nicht verkaufen, dafür aber als Dividendenpapier. Bis einschließlich nächstes Jahr garantiert der Konzern die Ausschüttung sogar. Wie im Vorjahr sollen die Aktionäre für das abgelaufene Geschäftsjahr daher 70 Cent je Aktie erhalten. Das entspricht einer Ausschüttungssumme von drei Milliarden Euro.

Bei einem Konzernüberschuss von nur 557 Millionen Euro im Jahr 2011 erscheint der Betrag zunächst riesig. Doch da das Nettoergebnis durch zahlreiche Sondereinflüsse belastet ist, misst die Telekom ihre Ausschüttungsquote lieber am Free Cash-Flow. Das sind die freien Mittel, die nach Abzug der Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von den Zuflüssen aus dem operativen Geschäft noch übrig bleiben. Diese Relation liegt 2011 mit 43 Prozent unter dem Vorjahreswert von 59 Prozent.

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Im Vergleich zu den europäischen Wettbewerbern ist die Ausschüttung moderat: France Télécom schüttet 66 Prozent des Free Cash-Flows aus, Telefónica sogar 91 Prozent. Doch auch die Dividendenrendite ist bei den Wettbewerbern höher. Laut Datenanbieter Bloomberg kommen Telefónica und France Télécom auf jeweils über elf Prozent, während es bei der Telekom nur knapp acht Prozent sind.

Einen Vorteil haben die Telekom-Aktionäre allerdings: Anders als die Ausschüttung der Konkurrenten ist die Dividende der Telekom für die inländischen Aktionäre noch einige Zeit steuerfrei.

Foto: REUTERS

Stärke 2: In Deutschland verdient der Konzern gut

Im Gegensatz zu vielen ihrer Konkurrenten verdient die Deutsche Telekom in ihrem Heimatmarkt ausgesprochen gut. So kletterte die um Sondereffekte bereinigte Ebitda-Marge - also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen in Relation zum Umsatz - in Deutschland im vergangenen Jahr um 1,6 Prozentpunkte auf 39,9 Prozent. Bereits in den vergangenen Jahren hatte das Deutschland-Segment die Gewinnmarge deutlich gesteigert.

Im Gesamtkonzern legte die Ebitda-Marge zuletzt zwar ebenfalls wieder zu, lag aber nur bei 31,8 Prozent. Erreicht hat die Telekom die guten Renditen im Deutschland-Geschäft, weil das Ergebnis trotz rückläufiger Umsätze relativ stabil blieb. Während im Jahr 2008 noch 26,4 Milliarden Euro Umsatz hierzulande erzielt wurde, waren es 2011 nur noch 24 Milliarden Euro.

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Besonders die Erlöse in der Sprachtelefonie gehen wegen des zunehmenden Preisverfalls kontinuierlich zurück. Das Wachstum in den anderen Bereichen ist zwar erfreulich: Dank der starken Verbreitung von Smartphones stiegen die Datenumsätze im Mobilfunk 2011 um mehr als 30 Prozent, das TV-Angebot Entertain verzeichnete einen Kundenzuwachs von über 33 Prozent. Die Rückgänge bei Festnetzanschlüssen gleicht das aber bislang nicht aus. Das Ebitda lag dagegen nahezu konstant bei 9,6 Milliarden Euro. Die Telekom begründete das mit effektivem Kostenmanagement. Die operativen Kosten seien durch diverse Maßnahmen in den Bereichen Technik und Vertrieb gesunken.

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Stärke 3: Bei Geschäftskunden gibt es Potenzial

Klein aber fein - so würde sich T-Systems wohl selbst bezeichnen. Die Geschäftskundensparte der Telekom hat 2011 zwar nur gut elf Prozent zum Gesamtumsatz beigetragen, vor Zinsen und Steuern fuhr das Unternehmen sogar einen Verlust ein. Gleichwohl steckt in T-Systems noch eine Menge Potenzial, viele Probleme wurden zuletzt beseitigt: Nachdem der IT-Dienstleister zu viele Großaufträge auf einmal an Land gezogen hatte, folgten prompt Qualitätsprobleme.

Das Jahr 2011 nutzten T-Systems-Chef Reinhard Clemens und sein Team, um aufzuräumen und die Strategie auf ein neues Fundament zu stellen. Nach diesem Kurswechsel soll sich die Geschäftskundensparte der Telekom künftig nicht mehr ausschließlich auf die Megadeals konzentrieren, sondern vermehrt auch kleinere, standardisierte Lösungen anbieten.

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Nicht zu vergessen ist auch, dass Konzernchef René Obermann der Sparte in seiner Strategie eine wichtige Rolle zugewiesen hat. T-Systems soll helfen, Rückgänge im klassischen Telefonmarkt aufzufangen - mit Innovationen wie dem eben erst vorgestellten intelligenten Hausnotruf-System. Dieses erkennt die Notlage von Senioren und alarmiert selbstständig den Pflegedienst.

In diesen jungen Geschäftsfeldern wollen zwar viele Anbieter punkten. T-Systems profitiert aber davon, Spezialwissen sowohl in der Telekommunikation als auch in der Informationstechnologie zu haben. Telekom-Vorstand Clemens muss diesen Vorteil nun ausspielen.

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Die ganze Welt spricht seitdem über den Preiskampf, den Legere gerade anzettelt und der den amerikanischen Mobilfunkmarkt so kräftig wie schon lange nicht mehr durcheinanderwirbelt.  Allein im gerade abgeschlossenen Weihnachtsquartal wechselten 1,6 Millionen Neukunden zu T-Mobile, so viele wie seit acht Jahren nicht mehr. Und neue Lockangebote sollen dafür sorgen, es in den nächsten Quartalen noch mehr werden. „Wir sind der am schnellsten wachsende landesweite Mobilfunkbetreiber“, verkündet Legere stolz. Und das soll auch so bleiben. Mit der Ankündigung, jedem Netzwechsler künftig auch noch die fälligen Strafgebühren bis zu einer Höhe von 350 US-Dollar bei einer vorzeitigen Vertragskündigung zu erstatten, will Legere noch stärker in den Kundenbeständen der großen Konkurrenten AT&T, Verizon und Sprint wildern.

Sieben Jahre CEO bei der Deutschen Telekom: Rene Obermann hat viel bewegt, nach Meinung der Kritiker auch Vertrauen zurückgewonnen. Nur die T-Aktie, die blieb auch unter Obermann ein Fall für sich.

Knapp 9000 Kilometer entfernt, im Foyer der Bonner Zentrale der Deutschen Telekom, tritt einen Tag später der neue Vorstandsvorsitzende Timotheus Höttges auf die Bühne und erläutert in einer Grundsatzrede, welche strategischen Schwerpunkte er in den nächsten fünf Jahren setzen will. 60 Minuten redet der neue Mann auf der Kommandobrücke zu den rund 2000 anwesenden Mitarbeitern, fast alle Erfolge und Probleme spricht Höttges in seinem Parforce-Ritt durch den Konzern an.

Nur das völlig überraschende Comeback von T-Mobile in den USA erwähnt er nur beiläufig ganz am Rande. Den hier versammelten Mitarbeitern ist seit dem gescheiterten Verkauf von T-Mobile an AT&T vor zwei Jahren klar, dass der Abschied aus den USA nur noch eine Frage der Zeit ist. Sobald ein neuer Interessent ein lukratives Übernahmeangebot vorlegt und auch die Bedenken der Wettbewerbshüter ausräumt, zieht der neue Vorstandschef einen dicken Schlussstrich unter das Kapitel USA. Bis dahin genießt Legere alle Freiheiten. Ein rasant wachsender Mobilfunkbetreiber lässt sich schließlich teurer verkaufen als einer mit Kundenschwund. Da lässt sich leicht verkraften, wenn die operativen Kosten aufgrund der teuren Kundenakquise plötzlich steigen.

Für wen gelten die Obergrenzen?

Zunächst einmal geht es nur um Neukunden, die einen Vertrag vom 2. Mai 2013 an abschließen. "Bestehende Verträge sind von den Änderungen nicht betroffen“, versprach die Telekom in ihrer Mitteilung am Montag. Greifen soll die Tempo-Bremse zudem "nicht vor 2016“.

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Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein gewöhnlicher Haushalt die Obergrenze in seinem Tarif überschreitet?

Das lässt sich heute mit Blick auf das Jahr 2016 schwer sagen. Der Telekom zufolge kommt ein Kunde heute im Schnitt auf 15 bis 20 Gigabyte im Monat. Das passt zwar mehrfach in die niedrigste angekündigte Daten-Obergrenze von 75 Gigabyte für Anschlüsse mit einer Geschwindigkeit von bis zu 16 MBit pro Sekunde. Allerdings nimmt der Videokonsum aus dem Netz rasant zu. Neue TV-Geräte sind internettauglich, Sender bauen ihre Mediatheken aus, immer mehr Dienste bieten Streaming von Filmen und Serien an. Bis 2016 kann der Datenhunger der deutschen Haushalte also noch stark wachsen.

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Wie weit kommt man denn so mit 75 Gigabyte?

Laut Telekom reicht das neben dem Surfen im Netz und dem Bearbeiten von Mails zum Beispiel für zehn Filme in herkömmlicher Auflösung sowie drei HD-Filme, 60 Stunden Internetradio, 400 Fotos und 16 Stunden Online-Gaming. Wenn solche Online-Dienste insbesondere in einem Haushalt mit mehreren Personen fest zum Alltag gehören, häuft sich locker eine höhere Nutzung an. Allerdings: Der hauseigene Telekom-Videodienst Entertain zehrt nicht an dem Daten-Kontingent.

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Und was ist mit den anderen Anbietern?

Nach aktuellem Stand würden die Nutzung von Entertain-Konkurrenten wie Apples iTunes-Plattform, Amazons Streaming-Dienst Lovefilm oder des ähnlichen Angebots Watchever sowie von YouTube das Inklusiv-Volumen verbrauchen. Bis 2016 könnten die Anbieter aber noch Partnerschaften mit der Telekom abschließen, die ihnen für gesonderte Bezahlung einen "Managed Service“ garantiert. Dienste solcher Partner tasten das Daten-Kontingent ebenfalls nicht an. Oder die Anbieter könnten sich zum Kampf gegen die Regelung entschließen.

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Was passiert, wenn man das Inklusiv-Datenvolumen überschritten hat?

Entweder man begnügt sich mit der Vor-DSL-Geschwindigkeit von 387 Kilobit pro Sekunde, mit der man vielleicht E-Mails checken und mit viel Geduld auch im Internet surfen kann. Oder man bucht mehr Datenvolumen hinzu. Die Tarife dafür wurden von der Telekom noch nicht genannt. UPDATE: Die neue Grenze liegt bei 2 MG/s (Stand: 12. Juni 2013).

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Machen andere Internet-Provider bei der Drosselung mit?

Vodafone will nicht mitziehen: „Wir haben keine Pläne, die DSL-Geschwindigkeit unserer Kunden zu drosseln.“ Auch Unitymedia Kabel Baden-Württemberg erteilte einer Drosselung eine Absage: Bereits heute könnten Datenübertragungsraten von 150 Megabit pro Sekunde angeboten werden, die mit wenigen technischen Anpassungen auf 400 MBit pro Sekunde erhöht werden könnten. Bei Kabel Deutschland dagegen gibt es bereits Datengrenzen - sie funktionieren aber anders als bei der Telekom. So ist ein Tages-Volumen von 10 Gigabyte vorgesehen, nach dem das Tempo gedrosselt werden kann. Derzeit passiert das aber erst ab 60 GB am Tag. Bei 1&1 gehört das Prinzip fest zum günstigsten Tarif dazu: Bis 100 GB im Monat surft man mit bis zu 16 MBit pro Sekunde, danach nur noch mit der langsamsten DSL-Geschwindigkeit von 1 MBit pro Sekunde.

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Die Deutsche Telekom nimmt Abschied von der Vision des Global Players und konzentriert sich ganz auf den alten Kontinent. Mehrfach hebt Höttges in seiner Antrittsrede hervor, dass sein Fokus ausschließlich auf Europa gerichtet ist. „Unser gemeinsames Ziel muss es sein, der führende europäische Telekommunikationskonzern zu werden“, schwört der Nachfolger von René Obermann seine Mannschaft ein. Das Versprechen lässt sich nur einlösen, wenn Umsatz, Gewinn und Börsenwert gleichermaßen steigen. Schon heute ist die Deutsche Telekom in 14 europäischen Ländern präsent, doch mit dem vorhandenen Beteiligungsportfolio ist Höttges längst nicht zufrieden. Ihm schwebt der Bau eines integrierten Telekommunikationskonzerns vor, der im Festnetz und Mobilfunk die beste und schnellste Infrastruktur kontrolliert und nicht nur Privatkunden, sondern auch verstärkt auch Geschäftskunden die besten Internetzugänge bieten kann. „Dafür müssen wir uns neu aufstellen“, kündigt Höttges an. „Der Kunde interessiert sich überhaupt nicht dafür, ob ein Signal aus dem Mobilfunk, aus dem Festnetz oder aus dem Hotspot bekommt. Der Kunde will überall den schnellsten Zugang haben. Deshalb müssen wir die Netze integrieren. Dann haben wir einen Riesenvorteil gegenüber reinen Mobilfunkbetreibern und den TV-Kabelnetzbetreibern.“

In welchen Ländern die Deutsche Telekom ein pan-europäisches Netz aus Mobilfunk, Festnetz und Hotspots ausrollt, dass soll sich noch in diesem Jahr entscheiden. In einigen Ländern wie Deutschland, Ungarn, der Slowakei und Griechenland ist die Telekom mit Mehrheitsbeteiligungen an ausländischen Ex-Monopolisten bereits integriert aufgestellt. Andere Länder wie Großbritannien, die Niederlande oder Österreich, wo die Telekom nur Mobilfunk-Töchter besitzt, stehen dagegen auf dem Prüfstand. „Wir müssen unsere Beteiligungsstruktur an dieses Geschäftsmodell anpassen und ausbauen“, kündigt Höttges an. „Das heißt übrigens nicht verkaufen, wo wir nicht integriert sind. Das ist nur die ultima ratio. Wir wollen uns Schritt für Schritt verstärken in unseren Ländern, um ein paneuropäisches Netz aufzubauen.“

Wie wichtig das Projekt für den neuen Konzernchef ist, zeigt sich auch an der Beförderung der maßgeblich daran beteiligten Telekom-Manager.

An den Vorstandssitzungen nimmt ab sofort auch ein neues „Executive Committee“, kurz ExCom, teil, das den Bau des pan-europäischen Netzes in all seinen Facetten koordinieren und künftig schneller mit dem Vorstand abstimmen soll. Dem neuen Gremium gehören der Chief Technology Officer Bruno Jacobfeuerborn, der Chief Innovation Officer Thomas Kiessling, der für die IT-Systeme zuständige Chief Information Officer Markus Müller, der für Zu- und Verkäufe zuständige Leiter des Bereichs Unternehmensentwicklung Thorsten Langheim sowie der für Transformation zuständige neue Büroleiter von Höttges, Raphael Kübler, an.

Der zu erwartende Milliardenerlös auf dem Verkauf von T-Mobile in den USA, so viel scheint jetzt schon festzustehen, soll zum größten Teil in den Aus- und Umbau superschneller Internet-Infrastrukturen in Europa fließen. Das hat Höttges jetzt zur Chefsache erklärt und das steht ganz oben auf seiner Agenda.

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