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ReformDie große Katastrophe der Rente mit 63

Andrea Nahles’ Reformpläne vernichten die Erfolge am Arbeitsmarkt, weil sie Frühverrentung wieder attraktiver machen. Somit reißt die Rente mit 63 Lücken in die Belegschaft vieler Unternehmen.Max Haerder, Harald Schumacher 27.01.2014 - 06:00 Uhr

Die Pläne zur Rentenreform von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) gefährden die positiven Effekte der letzten Jahre auf dem Arbeitsmarkt.

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Dass die Welle anrollt, hatte Hans-Jürgen Credé gewusst. Aber dass diese Welle so heftig über sein Unternehmen kommt, das konnte er nicht ahnen. 500 Ruheständler in den nächsten zehn Jahren, darauf war der Personalvorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe durchaus eingestellt. Dann aber kam die große Koalition. Deren Pläne für eine abschlagsfreie Rente mit 63 sollen nun großzügiger ausfallen. 700, vielleicht sogar 800 Mitarbeiter könnten nun allein bei Credé in Dresden davon profitieren. „Die Rentenreform“, sagt er, „führt dazu, dass sich künftig unsere Personalsituation ändern wird.“ Die Zahl 800 würde den Exodus von nahezu der Hälfte der Belegschaft bedeuten. „Das wird eine gewaltige Herausforderung.“

Diese Lage verdankt Credé der neuen Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD). Im Eiltempo hatten ihre Beamten über Weihnachten und Neujahr den Gesetzentwurf geschrieben. Die zentralen Wahlkampfschlager – CDU-Mütterrente auf der einen, SPD-Rente mit 63 auf der anderen Seite – sollen schließlich schon Mitte des Jahres in Kraft treten.

Nun wird deutlich: Das erste große Reformvorhaben der großen Koalition hat fatale Nebenwirkungen. Die milliardenteure Aufstockung der Mütterrenten verzehrt die Rücklagen der Rentenkasse. Und die Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren droht einen äußerst mühsam gefundenen Konsens der vergangenen Jahre ohne Not einzureißen – den nämlich, dass längere Lebenszeit längere Arbeitszeit nach sich ziehen muss, wenn die Alterung der Gesellschaft das Rentensystem nicht vollends sprengen soll.

Die geplante Rente mit 63 (die langsam zur Altersgrenze von 65 aufwächst) führt sogar dazu, dass Arbeitgeber und Gewerkschaften gerade sehr ähnliche Sorgen plagen: Viele Unternehmer fürchten, dass ihre erfahrenen, lang gedienten Facharbeiter den Betrieben dann sofort den Rücken kehren werden, statt noch weiter zu malochen. Um sie zu halten, werden intensivere Anstrengungen und mehr Geld nötig sein.

Der DGB wiederum warnt vor einem Rückfall in überwunden geglaubte Zeiten. Betriebe, die Personal abbauen müssen, könnten ihren Beschäftigten jenseits der 60 zukünftig wieder goldene Brücken bauen: Erst Kündigung, dann zwei Jahre Arbeitslosengeld (Alg I), versüßt mit Firmenzuschlägen, schon wäre die Rente mit 63 ohne Abschläge möglich.

Nahles’ Entwurf macht es möglich. Phasen ohne Job, in denen Arbeitslosengeld I ausgezahlt wurde, sollen nämlich als Beitragszeiten angerechnet werden. Bliebe es bei dieser Regelung, würde die Ministerin gewaltige Erfolge der vergangenen Jahre infrage stellen, mal eben so. Die schrittweise Einführung der Rente mit 67 trägt sehr viel dazu bei, dass Ältere länger im Berufsleben bleiben – und damit als Einzahler die Rentenkasse massiv entlasten. Heute arbeiten mehr als doppelt so viele Menschen zwischen 60 und 65 als noch vor zehn Jahren.

Deutschland

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind in Deutschland immer mehr Menschen über 60 auf dem Arbeitsmarkt aktiv, um ihre Rente aufzubessern - vor allem Frauen. Im Jahre 2012 waren es 2,35 Millionen Erwerbstätige über 60. Zehn Jahre zuvor lediglich 1,39 Millionen. Grund für diese Entwicklung sei, dass der Gesetzgeber die Möglichkeiten für den Vorruhestand eingeschränkt habe. Die Erwerbslosenquote der Älteren verringerte sich von 9,5 auf 6,4 Prozent.

Die Arbeitnehmer in Deutschland sind nach Informationen der „Bild-Zeitung“ im vergangenen Jahr so spät in Rente gegangen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Gleichzeitig sanken die Abschläge wegen vorgezogenen Renteneintritts auf den niedrigsten Wert seit 2003, berichtet die Zeitung unter Berufung auf eine Rentenzugangsstatistik der Deutschen Rentenversicherung.

Danach stieg das durchschnittliche Renteneintrittsalter der Männer 2012 von 60,9 auf 61,2 Jahre. Frauen gingen mit 61 (2011: 60,8) Jahren in Rente. Das waren die höchsten Werte seit mehr als 20 Jahren. Im Jahr 2000 wechselten Männer noch im Schnitt mit 59,8 Jahren aufs Altenteil, Frauen mit 60,5 Jahren.

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Frankreich

Auch in Frankreich ist das Renteneintrittsalter gestiegen: 2009 - vor der Anhebung der Altersgrenze - gingen die Franzosen noch mit durchschnittlich 59,3 Jahren in Pension, 2012 waren sie im Schnitt 62 Jahre und 2 Monate alt (2011: 61 Jahre und 11 Monate). Wer vor seinem 20 Lebensjahr angefangen hat zu arbeiten und in die Rentenkasse einzuzahlen, darf bereits mit 60 Jahren aufs Altenteil wechseln, ohne Abschläge befürchten zu müssen.

Foto: AP

Griechenland

2012 haben sich die griechische Regierung und die Troika aus Europäischer Zentralbank, Europäischer Union und Internationalem Währungsfondsdarauf geeinigt, das Renteneintrittsalter in dem Schuldenstaat anzuheben. Seit dem gehen die Griechen - zumindest nach Plan - mit 67 statt wie zuvor mit 65 Jahren in den Ruhestand. 2011 betrug das durchschnittliche Renteneintrittsalter in Griechenland 61,4 Jahre.

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Italien

Italienische Frauen verbringen inzwischen durchschnittlich 27,3 Jahre im Ruhestand, Männer knapp 23. In Rente gehen die Italiener im Schnitt mit 60,8 Jahren. Wenn sie keine Abschläge hinnehmen wollen, müssten sie eigentlich bis 62 arbeiten.

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Spanien

2011 hat sich auch die spanische Regierung angesichts eines gigantischen Schuldenberges dazu entschlossen, die Altersgrenze anzuheben: Wie auch in Deutschland und Griechenland soll das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 Jahre angehoben werden. Zuvor gingen die Spanier im Schnitt mit 62,6 statt 65 Jahren in Rente. Beschäftigte, die bereits 38,5 Jahre gearbeitet haben, haben allerdings weiterhin ab dem 65 Lebensjahr einen Anspruch auf volle Rentenbezüge.

Foto: dapd

Großbritannien

Seit 2011 gibt es in Großbritannien kein offizielles Rentenalter mehr. Die Briten können also selbst entscheiden, wann sie in den Ruhestand gehen. Zuvor konnten die Briten mit 60 Jahren (Frauen) beziehungsweise 65 Jahren (Männer) die Arbeit Arbeit sein lassen. Das tatsächliche Eintrittsalter lag vor der Abschaffung des Rentenalters bei 63,1 Jahren.

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Irland

Die Iren arbeiten am längsten: So müssen auf der grünen Insel Männer und Frauen noch bis 65 arbeiten und tun es auch - zumindest bis sie (im Durchschnitt) 64,1 Jahre alt werden. Wegen des Schuldenberges der grünen Insel erhöht die irische Regierung nun schrittweise das Rentenalter von 65 auf 68 Jahre.

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Schweden

In Schweden betrug das gesetzliche Rentenalter bisher für Männer und Frauen gleichermaßen 61 Jahre. Wer darüber hinaus länger arbeitete, wurde über einen Sonderzuschlag entlohnt, der bis zum 70. Lebensjahr kontinuierlich steigt. Tatsächlich aber arbeiten die Schweden nicht ganz so lange und treten im Durchschnitt mit 63,8 die Rente an.

Vergangenes Jahr hat der schwedische Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt die Rente mit 75 gefordert und damit bei seinen Landsleuten einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

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Niederlande

In den Niederlanden sollten Männer und Frauen bislang mit 65 den gesetzlichen Ruhestand antreten - im Durchschnitt arbeiteten sie allerdings etwas weniger und gingen mit 63,2 Jahren in Rente. 2012 beschloss jedoch die Erste Kammer des Parlaments in Den Haag, das Rentenalter stufenweise auf 67 anzuheben.

Foto: REUTERS

Rumänien

Ein ganz anderes Bild zeigt sich in Osteuropa: Im Jahr 2010 hat das rumänische Parlament das Rentenalter auf 65 Jahre erhöht. Die Rente mit 65 soll schrittweise bis 2030 eingeführt werden. Derzeit liegt das gesetzliche Rentenalter in Rumänien bei 63,5 Jahren für Männer und 59,5 Jahren für Frauen. Vorruhestandsregelungen haben jedoch dazu geführt, dass das tatsächliche Renteneintrittsalter bei 55,5 Jahren liegt. In dem Balkanland stehen rund sechs Millionen Rentner 4,9 Millionen Beschäftigten gegenüber.

Foto: REUTERS

Polen

Auch in Polen lagen zwischen gesetzlichem und tatsächlichem Renteneintrittsalter jahrelang Welten: So betrug das gesetzliche Rentenalter für Männer im Jahre 2009 für Männer 65 und für Frauen 60 Jahre - das tatsächliche Rentenalter jedoch lag mit 56,6 Jahren weit darunter. Im Juni 2012 unterzeichnete der polnische Präsident Bronislaw Komorowski dann ein entsprechendes Gesetz, das die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre vorsieht.

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Diskutiert werden derzeit Möglichkeiten die "goldenen Brücken" zu verhindern. Denkbar wäre die Anrechnung von Arbeitslosigkeit bei fünf Jahren zu deckeln.

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Anstatt diese Großtat weiter wirken zu lassen, wird sie kurzfristig konterkariert. „Wer mit 63 ohne die sonst üblichen Abschläge in den Ruhestand gehen kann, wird das überwiegend auch tun“, bilanziert der Rentenexperte Alfred Boss vom Kieler Institut für Weltwirtschaft. „Angesichts unserer demografischen Aussichten ist das eine Katastrophe.“

Die anfallenden Aufräumarbeiten werden Manager wie Hans-Jürgen Credé bewältigen müssen. Sein Unternehmen steht beispielhaft für jene, die besonders herausgefordert werden: mit Angestellten, die schon Jahrzehnte im Unternehmen sind; mit Facharbeitern, die als 15-, 16-Jährige ihre Ausbildung als Schlosser oder Mechaniker angefangen haben und die 45-Jahres-Grenze mit Anfang 60 erreicht haben.

Credé macht sich keine Illusionen. „Die meisten unserer erfahrenen Leute werden die vorgezogene Rente in Anspruch nehmen.“ Warum auch nicht? Abschlagsfrei heißt eben auch zuschlagsfrei. Wer also noch nicht aufhört, bekommt zwar weiter seinen normalen Lohn, nur für die Rente zahlt es sich nicht mehr zusätzlich aus, bis 65 oder 67 weiterzumachen. Ohne jegliche Beschränkung bei der Arbeitslosigkeits-Anrechnung könnte jeder dritte Neurentner die 63er-Regel erfüllen, heißt es in einer Stellungnahme aus Nahles’ Ressort für die Grünen. Und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände beziffert den Kreis der Begünstigten im engeren Sinne des Gesetzentwurfs immerhin noch „auf etwa jeden Vierten“.

An letzter Stelle stehen die Krankheiten des Kreislaufsystems, also zum Beispiel Herzinfarkte, Schlaganfälle und Durchblutungsstörungen. An ihnen erkrankten im Jahr 2010 18.068 Personen (10,0 Prozent). Interessant: mehr als die Hälfte der Erkrankten sind männlichen Geschlecht - gleich 13.023 Männer.

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Die Anzahl der Personen, die an früheren Krankheiten wiedererkrankten, liegt dagegen bei 24.036 Personen (13,3 Prozent), die fast gleichmäßig auf Männer und Frauen verteilt sind. Die Veränderung zu 2007 ist marginal - die Zahl stieg um 3,5 Prozent im Vergleich zu 2007.

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Dagegen mussten 26.494 Personen (14,7 Prozent) wegen Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes ihre Arbeit ruhen lassen. Das waren 2,1 Prozent mehr als im Jahr 2007, die an Arthritis, Rückenschmerzen oder Bandscheibenvorfällen leiden mussten.

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Die übrigen Diagnosen, also andere Krankheiten, haben 41.206 Personen (22,8 Prozent) aus dem Beruf geworfen. Auch hier ist die Veränderung zum Jahr 2007 minimal - ein Plus von 2,8 Prozent.

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Der Hauptgrund für die frühzeitige Pensionierung: Psychische Krankheiten und Verhaltensstörungen. Darunter fallen Erkrankungen wie Depression und Burn-Out. Gleich 70.946 Menschen (39,3 Prozent) mussten deswegen 2010 die Arbeit ruhen lassen. Gegenüber 2007 ist die Zahl dramatisch gestiegen - um satte 31,7 Prozent.

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Möglichkeiten, die Anreize zum Frühausstieg zu verhindern, gäbe es durchaus. So könnte sich die Koalition darauf verständigen, zumindest den Alg-I-Bezug direkt vor Eintritt in die Rente nicht mitzuzählen, um die goldenen Brücken zu verhindern. Denkbar wäre ebenfalls, statt Arbeitslosengeld alle Zeiten der Arbeitslosigkeit zu werten, dann aber die Anrechnung bei fünf Jahren zu deckeln. Das sei am Ende der Koalitionsverhandlungen eigentlich Konsens der Parteichefs gewesen, heißt es aus der Koalition. Außerdem wäre es möglich, die Erstattungspflicht für Arbeitslosengeld wieder einzuführen. Bis 2006 mussten Arbeitgeber der Arbeitsagentur die Kosten für Entlassungen Älterer ersetzen. Das hätte der DGB gerne.

Es sei „nicht unsere politische Absicht, Leute vor dem 63. Lebensjahr über welche Brücken auch immer“ ausscheiden zu lassen, verspricht Nahles. Doch wenn sie an ihren Plänen nichts ändert, wird die Rente mit 63 Personalabbau mindestens da erleichtern, wo er ohnehin geplant ist.

Zu denkbaren Mitnahmeeffekten mag sich zwar kein Unternehmen äußern. In der Bau- und Baudienstleistungsbranche aber streichen in diesem Jahr Hochtief und Bilfinger jeweils rund 800 Arbeitsplätze, in der Energiewirtschaft baut RWE allein in Deutschland 4700 Stellen ab und E.On ähnlich viele. Das würde viel leichter und auch billiger, wenn einige 100 Betroffene via Frühverrentung ausscheiden. Die Folge: Die gesetzliche Rentenversicherung entlastet die Strommultis.

Bayer zeigt derzeit, wie sich Unternehmen vor drohendem Wissensverlust schützen können und bietet leitenden Angestellten seit Ende 2010 die Möglichkeit, auch über die Pensionierung hinaus für den Pharmakonzern tätig zu sein.

Foto: dpa/dpaweb

Auch Dietmar Welslau, Geschäftsführer Personal der Telekom Deutschland, sieht Vorteile in einer Rente mit 63. Der Dienstleister ist seit vielen Jahren dabei, Personalüberhänge in Deutschland abzubauen. Von 130 000 Mitarbeitern im Jahr 2008 schrumpfte die Telekom auf heute 119 000. Neben den üblichen Altersversorgungsinstrumenten – gesetzliche Rentenversicherung, betriebliche Altersvorsorge, Telekom-Pensionsfonds zur Eigenvorsorge – setzt der Bonner Konzern auch auf Arbeitszeitmodelle, die einen individuellen Renteneintritt unterstützen. „Alles, was dabei Flexibilität schafft, hilft!“, sagt Welslau. Da derzeit 44 Prozent der deutschen Telekom-Beschäftigten zwischen 46 und 55 Jahre alt sind, würde der zusätzliche Spielraum dabei helfen, die „Babyboomer-Wanderdüne“ Richtung Ruhestand zu bewegen.

Joerg Dederichs, Personalchef der Deutschland-Tochter des US-Technologiekonzerns 3M in Neuss, ist aus einem ganz anderen Grund entspannt: „Von unseren 6300 Mitarbeitern in Deutschland weist allenfalls ein Dutzend der 63- bis 65-Jährigen die nötigen 45 Rentenjahre auf.“

Das ist die eine Seite. Die andere wird manchen Unternehmen noch mehr Engagement abverlangen, um verdiente Mitarbeiter doch länger im Betrieb zu halten. Wie sich Unternehmen vor drohendem Wissensverlust schützen können, macht Bayer vor. Das „Bayer Senior Experts Network“, kurz BaySEN, bietet leitenden Angestellten seit Ende 2010 die Möglichkeit, auch über die Pensionierung hinaus für den Pharmakonzern zu arbeiten. Die erfahrenen Senioren können sich mit ihrem Profil in der BaySEN-Datenbank registrieren lassen und werden dann je nach Bedarf und Eignung als Berater zu einem Projekt hinzugezogen.

So mancher Mittelständler reagiert ebenfalls differenziert auf die Berliner Pläne. „Faktisch ist es ohnehin schwierig, jemanden bis 67 im Gleisbau zu beschäftigen“, sagt Nicole Trettner vom Bauunternehmen Hering aus Burbach im Siegerland. Bei den Angestellten unterscheidet die Personalerin des 480-Mann-Betriebs: „Es wird Fälle von früherem Renteneinstieg geben, wo beide Seiten nicht traurig sind, schneller voneinander loszukommen, und andere Fälle, wo uns das Know-how fehlen würde. Aber auch für die wird uns eine Lösung einfallen.“ Hering wurde mehrfach prämiert für kreative Modelle, die älteren Mitarbeitern das Arbeiten bis zum regulären Renteneintritt erleichtern.

Das Familienunternehmen setzt bewusst im Gleisbau und bei der Herstellung von Betonfertigteilen Teams aus jüngeren und älteren Mitarbeitern zusammen. „Die einen haben die größere körperliche Leistungsfähigkeit, die anderen die Erfahrung. Und beides ergänzt sich perfekt.“

Auch Hans-Jürgen Credé in Dresden betreut schon heute 120 Azubis im Unternehmen, um wenigstens einen Teil des dringend nötigen Nachwuchses im eigenen Haus zu rekrutieren. Er will künftig auch intensiver ins Ausland schauen, zum Beispiel nach Tschechien. Kontakte zur Prager Verkehrsschule hat er bereits aufgebaut, er hofft dort in den nächsten Jahren auf einen Qualifizierungsschub. „Wir müssen“, sagt er, „kreativ bleiben und neue Arbeitsmodelle entwickeln, um diese Herausforderung zu bewältigen.“

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