Börsen-Roundtable: Was Zulauf, Faber, Gross und Co. jetzt raten
Bill Gross
Der Anleiheexperte ist Co-Gründer der Fondsgesellschaft Pimco, die seit 2000 zur Allianz-Gruppe gehört. Kürzlich verließ er das Unternehmen und wechselte zum Konkurrent Janus Capital
Foto: Brad Trent
Meryl Witmer
Die Milliardenfrau ist Partnerin der Investmentgesellschaft Eagle Capital Partners in New York, die über 20 Milliarden Dollar anlegt. Witmer ist einer der wenigen weiblichen Stars der Wall Street. 2013 berief Warren Buffett sie in das Direktorium seiner Holding Berkshire Hathaway.
"Es sieht so aus, als ob mehr Gier als Angst an den Märkten herrscht"
Foto: Brad TrentOscar Schafer
Der Hedgefondsmanager ist Partner der 2001 von ihm mitgegründeten Investmentfirma O.S.S. Capital Management und Chairman des 95 Millionen Dollar schweren Hedgefonds Rivulet Capital in New York. Schafer hat gut 33 Jahre Erfahrung, mehr als die meisten in der Branche.
Foto: Brad TrentMarc Faber
Der Schweizer ist einer der einflussreichsten Investoren der Welt. Von Thailand aus analysiert er die Märkte und verwaltet Kundengelder. Sein "Gloom, Boom & Doom Report" genießt bei Anlegern Kultstatus. Die oft pessimistischen Ansichten haben ihm den Titel "Dr. Doom" eingebracht.
"Die Fed hat keine Ahnung davon, was in der realen Welt passiert"
Foto: Brad TrentFred Hickey
Der Tech-Experte gibt seit 1987 den an der Wall Street viel beachteten Investmentnewsletter "The High-Tech Strategist" heraus. Hickey zählt zu den bekanntesten Spezialisten für Technologieaktien, schaut aber über den Tellerrand hinaus und analysiert ebenso das große Bild.
Foto: Brad TrentAbby J. Cohen
Die Dauer-Optimistin ist leitende Anlagestrategin bei der Investmentbank Goldman Sachs in New York. Berühmt machte sie ihre Prognose für den Bullenmarkt der Neunzigerjahre, das Platzen der Aktienblase 2000 und den großen Crash von 2008 sah sie aber nicht vorher.
"Die Fed hat sich Lorbeeren verdient, wir sind Europa um Jahre voraus"
Foto: Brad TrentScott Black
Der Value-Investor gründete 1980 den Vermögensverwalter Delphi Management in Boston. Die Investmentfirma verwaltet heute über 800 Millionen Dollar Vermögen. Black zählt zu den bekanntesten Sammlern impressionistischer, post-impressionistischer und früher moderner Kunst.
Foto: Brad TrentMario Gabelli
Der Milliardär ist Chef und Großaktionär von Gamco Investors in New York. Dieser börsennotierte Vermögensmanager verwaltet rund 40 Milliarden Dollar Anlegergeld. Mit einem Privatvermögen von geschätzt 1,35 Milliarden Dollar gehört Gabelli zu den 400 reichsten Amerikanern.
Foto: Brad TrentBrian Rogers
Der Fondsstratege ist Anlagechef von T. Rowe Price. Die 1937 gegründete Fondsgesellschaft aus Baltimore ging 1986 an die Börse, wo sie aktuell mit 20 Milliarden Dollar bewertet wird. Rogers ist verantwortlich für die Anlage von knapp 700 Milliarden Dollar an Kundengeldern.
Foto: Brad TrentFelix Zulauf
Der Makro-Denker berät mit seiner Investmentfirma Zulauf Asset Management Großanleger auf der ganzen Welt. Zusammen mit seinem Sohn Roman gründete er 2013 in Zug die Vicenda Asset Management. Deren Anlagestrategie richtet sich an makroökonomischen Trends aus.
"Wenn in China etwas schiefläuft, droht an anderen Börsen eine Panik"
Foto: Brad TrentBill, was haben die Börsen von der neuen Fed-Chefin Janet Yellen zu erwarten?
Bill Gross: Milliardenschwere Anleihekäufe der Fed haben die Zinsen auf ein historisch niedriges Niveau gedrückt. Obwohl diese Käufe jetzt gedrosselt und wohl Ende 2014 eingestellt werden, rechne ich nicht mit steigenden Anleiherenditen. Die Renditen hängen nach Auslaufen der Programme wieder vom Leitzins ab, und den wird Frau Yellen kaum ändern.
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass 2015 eine Zinserhöhung kommt?
Gross: Nahe null. Zuerst muss die Fed ihre Anleihekäufe einstellen. Danach, hat sie angedeutet, wird einige Zeit vergehen, bis sie die Zinsen anhebt.
Also bleiben die Renditen unten, und die Kurse der US-Anleihen werden steigen. Brian, Sie sehen das anders?
Brian Rogers: Ja. Die Renditen für zehnjährige Anleihen dürften eher nach oben gehen als nach unten. Ich kann mir eine Rally bei zehnjährigen Anleihen nicht recht vorstellen. Die US-Konjunktur ist auf Kurs, die Lage am Arbeitsmarkt verbessert sich, das spricht eher für steigende Zinsen.
Felix Zulauf: US-Anleihen sind im Vergleich zu anderen großen Rentenmärkten – Deutschland ausgenommen – zu niedrig bewertet. Zehnjährige französische Anleihen bringen 50 Basispunkte weniger als vergleichbare US-Bonds. Wenn der Dollar gegenüber anderen großen Währungen stabil bleibt oder leicht steigt, entsteht eine Arbitrage-Situation...
...das heißt, ausländische Anleger werden US-Anleihen kaufen.
Zulauf: Und das drückt die US-Renditen nach unten.
Gross: Wenn der japanische Yen nur leicht nachgibt, werden US-Staatsanleihen für japanische Anleger zur idealen Investition.
Abby Joseph Cohen: Damit könnte die internationale Nachfrage nach US-Anleihen steigen. Und sie könnten auch von Pensionsfonds stärker nachgefragt werden. All dies könnte einen Anstieg der Zinsen dämpfen. Dennoch gebe ich Brian recht. Am Rentenmarkt glaubte man bis vor einigen Monaten, die Zinsen würden nie mehr steigen. Aber sie sind gestiegen, speziell im mittel- und langfristigen Bereich. Und sie könnten weiter steigen. Das US-Wirtschaftswachstum wird in Ordnung sein. Deshalb werden die Zinsen leicht steigen.
Wie stark wächst die Wirtschaft?
Cohen: Wir rechnen 2014 mit 3,3 Prozent Wachstum. Die steuerliche Belastung ist geringer als im Vorjahr, als die Einkommensteuer erhöht wurde. Der Arbeitsmarkt entspannt sich, die verfügbaren Haushaltseinkommen und die Ausgaben steigen. Abzulesen ist das an den steigenden Autoverkäufen und am Häusermarkt. Zudem dürften Unternehmen mit starken Bilanzen weniger in Dividendenerhöhungen und Aktienrückkäufe stecken und wieder mehr investieren.
Scott Black: Die letzten Anleihekaufprogramme hatten kaum Einfluss auf das Wirtschaftswachstum, wohl aber auf die Finanzmärkte. Von 2000 bis Ende 2013 lag das reale Wachstum im Schnitt bei 1,8 Prozent pro Jahr. Das war die Periode mit dem geringsten Wachstum nach dem Zweiten Weltkrieg. Ich sehe nicht, wie Sie auf 3,3 Prozent Wachstum kommen wollen. Im letzten Quartal wurde Wachstum fast nur vom Häusermarkt und vom Aufbau der Lager der Unternehmen getragen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die US-Wirtschaft 2014 mehr als drei Prozent zulegen kann.
Mario Gabelli: Immerhin! Hauptsache, das Wachstum beschleunigt sich.
Jeden Winter veröffentlichen die internationalen Banken ihren Kapitalmarktausblick für das kommende Jahr: Wie entwickeln sich einzelne Währungen, Staatsanleihen, die Inflation, das Wirtschaftswachstum einzelner Länder und Wirtschaftsregionen oder die Leitindizes. Als Rückversicherung geben viele Geldhäuser neben ihren Prognosen aber auch gleich noch mit an, dass natürlich alles ganz anders kommen kann. So gab beispielsweise der Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg, Uwe Burkert, zum Abschluss seines Kapitalmarktausblickes zu, dass gleich ein ganzes Bündel möglicher Gefahren die Zuversicht der Investoren ins Wanken bringen und sämtliche Aktienprognosen über den Haufen werfen könnte. So könnte die Angst vor dem Platzen von Preisblasen an den Finanzmärkten für Verunsicherung sorgen.
Im Folgenden also die Analystenprognosen - wie immer ohne Gewähr.
Foto: FotoliaAktienprognose von Schroeders
Die Experten der britischen Vermögensverwaltung Schroeders gehen davon aus, dass europäische Aktien auch 2014 ein starkes Aufwärtspotenzial haben. "Ein verbessertes Ertrags-Momentum dürfte als nächster Impulsgeber für einen Aufschwung bei europäischen Aktien dienen", sagt Rory Bateman, Leiter britische und europäische Aktien bei Schroders. Für ihn ist im kommenden Jahr ein Stockpicking-Ansatz der Schlüssel zum Erfolg, um die Gewinner unter den europäischen Werten zu ermitteln. "Anleger sollten sich nun darauf konzentrieren, zwischen den verschiedenen Grautönen innerhalb des europäischen Marktes zu unterscheiden. Allgemeingültige Anlagestrategien für bestimmte Sektoren oder Ländern sind nämlich nicht mehr angebracht. 2014 wird für den europäischen Aktienmarkt ein Jahr der Einzeltitelauswahl", ist der europäische Aktienexperte überzeugt. Er rät beispielsweise zu Papieren von Unternehmen aus dem Lebensmittel- und Getränkesektor sowie zu Konsumgüterherstellern.
Foto: ScreenshotSchroeders zur Entwicklung bei den Banken
Mit Blick auf die viel befürchtete Bankenkrise in Europa kann Bateman beruhigen: „Das Risiko einer systemischen Bankenkrise in Europa ist praktisch nicht mehr vorhanden. Die Banken in der Region haben den Fremdkapitalanteil und die Risikopositionen in ihren Bilanzen abgebaut und geben Aktien aus. Der Sektor ist also auf dem richtigen Weg, um die in Basel III festgelegte Kernkapitalquote von zehn Prozent bis Ende 2013 umzusetzen – weit vor der gesetzlich vorgesehenen Frist.“
Außerdem werde die Europäische Zentralbank (EZB) 2014 die Vermögensqualität im Bankensektor prüfen. Und auch wenn einzelne Banken vermutlich zusätzliches Kapital benötigen werden, geht der europäische Aktienexperte davon aus, dass das Vertrauen damit nicht nur wiederhergestellt, sondern auch signalisiert werde, dass die europäischen Banken kein systemisches Risiko mehr darstellen. Während spanische Banken aufgrund von Immobilienkrediten mit Schwierigkeiten zu kämpfen hätten, würden notleidende Kredite auch den italienischen Banken gewisse Unsicherheiten bescheren.
Foto: dpaDAX-Prognose der Targobank
Der Targobank-Chefvolkswirt Otmar Lang blickt optimistisch in das kommende Börsenjahr: „Wir sehen für den DAX ein Rückschlagpotenzial bis 8.300 Indexpunkte, erwarten ihn aber zum Jahresende 2014 bei rund 10.700 Zählern“, sagt er. Obwohl der deutsche Leitindex in den letzten zwei Jahren gut 30 Prozent zugelegt habe, sei er noch nicht überwertet. "Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt in der Nähe der langfristigen Durchschnitte", so Lang. Die große Skepsis der Vergangenheit, die sich in sehr niedrigen Bewertungen niederschlug, sei in hoffnungsvolle Erwartungen umgeschlagen.
Foto: CLARK/obsRohstoffausblick der Targobank
Bei den Rohstoffmärkten werde sich auch 2014 nicht viel tun, so Lang. Jedenfalls lasse die Aufwärtsbewegung weiter auf sich warten.
Foto: dpaTargobank zur Inflation und Geldpolitik
Chefvolkswirt Lang geht davon aus, dass die US-Notenbank FED unter neuer Führung eine Wende in der Geldpolitik einleiten, aber sehr, sehr viel Augenmaß walten lassen wird. "Die Notenbanken werden ihre Geldpolitik nur ändern, wenn die Konjunktur anzieht." Es sei dennoch möglich, dass die FED im Laufe des zweiten Quartals 2014 ihr Anleihen-Ankauf-Programm reduziere. Und weiter: "Je lockerer die europäische Geldpolitik wird, desto fester notiert der Euro." Der Glaube an mögliche Wunderwaffen der EZB und vor allem an den "Magier" Draghi erstaune, solle aber nicht beiseite gewischt werden. "Wir sind skeptisch, ob ein Zurückfahren der lockeren Geldpolitik, womit im ersten Halbjahr 2014 gerechnet werden sollte, in den USA wirklich einen stärkeren Dollar bedingt. Das gilt umso mehr, wenn Europa sich 2014 aus der Rezession befreien kann."
Inflation spielt Lang zufolge 2014 keine Rolle. "Es ist sogar möglich, dass sich der Preisauftrieb für den gesamten Euroraum der Null-Linie nähert", prognostiziert er. "Das wird der EZB nicht gefallen." Auch die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit in den europäischen Südländern dürfte sie beunruhigen.
Foto: REUTERS
Targobank zur Weltkonjunktur und den Anleihemärkten
"Die Weltkonjunktur wird sich in den kommenden sechs Monaten nur langsam erholen", sagt Lang. "Belebungseffekte gehen von den USA aus, aber weiter nur sehr verhalten von den Emerging Markets." So werde die chinesische Wirtschaft erst in der zweiten Hälfte 2014 Fahrt aufnehmen. Europa könne sich zwar aus der Rezession befreien, doch ein konjunktureller Aufwärtstrend werde sich frühestens Mitte 2014 herausbilden. "Deutschland kann mit positiven Wachstumsraten rechnen", glaubt der Experte.
An den Rentenmärkten haben "Südeuropäische Anleihen Kurspotenzial, weil es der Politik gelingen sollte, die Euro-Krise weiter einzudämmen", sagt Lang. "Die jüngsten, wenn auch nur marginalen Rating-Verbesserungen für Griechenland und Spanien, sind Vorboten einer Stabilisierung in der Eurokrise." Das Schwerpunktinvestment der Targobank blieben aber dennoch Unternehmensanleihen mit kürzeren Laufzeiten.
Foto: dpaFidelity Investments zur Entwicklung am Aktienmarkt
Der aktuelle Optimismus an den Börsen sollte Anleger 2014 nicht unvorsichtig werden lassen. "Verbesserte Konjunkturaussichten bedeuten nicht automatisch höhere Erträge am Aktienmarkt", warnt Dan Roberts, Fondsmanager des Fidelity Global Dividend Fund. Er rechnet für 2014 mit weniger ausgeprägten Kurszuwächsen am Aktienmarkt. "Die Unternehmen müssen nun erst einmal den in den Kursen eingepreisten Erwartungen gerecht werden. Eine Strategie, die sich auf solide und ertragsstarke Aktien konzentriert, beinhaltet meines Erachtens im kommenden Jahr und langfristig die beste Aussicht auf gute Erträge."
Fidelity zur Entwicklung in den USA und Japan
Nach Ansicht von Adrian Brass, Fondsmanager des Fidelity America Fund, werden das Vertrauen in die US-Wirtschaft zurückkehren und die Lage am Arbeits- und am Häusermarkt wird sich entspannen. "So steigt das Konsumklima auch trotz der jüngsten Steuererhöhungen", so Brass. Die Erholung werde jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Sein Kollege Alex Treves, Leiter Aktien Japan bei Fidelity, warnt außerdem davor, Japan zu unterschätzen oder gar zu ignorieren. "Der japanische Markt tritt seit Monaten auf der Stelle", sagt er. Allerdings erkenne der geduldige Beobachter, dass die Gewinne steigen und die gesamtwirtschaftlichen Daten sich kontinuierlich bessern. "Auch wenn der Wandel nicht plötzlich kommt, langfristig sind die Aussichten für eine Rehabilitation der nach wie vor drittgrößten Volkswirtschaft der Welt wirklich gut. Es empfiehlt sich daher jetzt eine Strategie, die auf eine fundierte Titelauswahl setzt. Denn die Gewinner von morgen sind in der Regel andere als die Giganten von heute."
Foto: REUTERSFidelity zur Entwicklung in den Schwellenländern
Die Fidelity-Analysten werfen auch einen Blick nach Fernost. So sagt Nick Price, Leiter des Bereichs Schwellenländeraktien bei Fidelity, dass viele die geschwächten Schwellenländerwährungen für ein Problem halten, er jedoch davon ausgeht, dass die Währungsschwäche die Leistungsbilanzdefizite der Länder ausgleicht. "Zudem muss man sich um den Konsum in den Schwellenländern nicht sorgen: In vielen Konsumgüterbereichen steigen die Absatzzahlen weiterhin im zweistelligen Prozentbereich", glaubt Price. Seine Kollegin Polly Kwan, Fondsmanagerin des Fidelity Asia Pacific Dividend Fund, geht davon aus, dass 2014 exportorientierte Unternehmen aus ganz Asien von der anziehenden Konjunktur in den Industrieländern profitieren werden. "Das erwartete Wachstum des Bruttoinlandprodukts der Region liegt bei rund sechs Prozent aufs Jahr gerechnet." Besonders koreanische Autoherstellern, taiwanesische Technologieunternehmen und chinesische Baufirmen könnten sich lohnen.
Foto: dpa
Julius Bär zur Anlagestrategie 2014
Die Schweizer Privatbank Julius Bär hat bereits am 20. November einen Blick in die Zukunft der Finanzmärkte gewagt. "Die Risikoprämien auf Aktien dürften sich weiter zu Gunsten risikoreicherer Anlageklasse und auf Kosten von festverzinslichen Anlagen abbauen“, meint Christian Gattiker, Chefstratege und Head Research bei Julius Bär. Auch bei den Schwellenländer- und Rohstoffanlagen als Allheilmittel zeigen sich auf makroökonomischer Ebene deutliche Ermüdungserscheinungen: Viele Schwellenländer haben zu lange zu günstiges Kapital aus den reifen Märkten erhalten und sich an diesen Geldsegen gewöhnt. Das Resultat sind überzogene Konsumraten und Überinvestitionen.
Für 2014 rufen die Anlagespezialisten der Bank Julius Bär das Motto "Mut zum Risiko" aus - andernfalls ist das investierte Geld nämlich futsch. So paradox es klingen mag. Denn noch setzen die Anleger auf die trügerische Sicherheit bewährter Anlagestrategie und verlieren ihr Geld mit festverzinslichen Anlagen, Gold oder Schwellenländeraktien oder lassen ihre Barmittel über die Konsumentenpreise entwerten. Und zu viel Überwindung kostet es im Gegenzug, in Anlagen wie US-Aktien zu investieren, die auf einem Allzeithoch notieren. Oder in europäische Aktien, von denen einige Märkte fast um die Hälfte höher notieren als noch Mitte 2012. Wer 2014 eine Rendite erzielen will, muss aber in genau diese Papiere investieren und damit seine kuschelige, geldfressende Komfortzone verlassen. „Das Jahr 2014 wird wie jedes andere auch seine Krisen und Schwierigkeiten bereithalten. Dennoch stehen die Chancen gut, dass eine solide Rendite auf Risikoanlagen erzielt werden kann und sich somit das Verlassen der Komfortzone lohnt“, so Gattiker. Potenzial sieht er in der Wiederankoppelung der europäischen peripheren Kapitalmärkte an das steigende deutsche Zinsniveau, bei Wandelanleihen, im globalen Markt für Fusionen und Übernahmen, bei der Etablierung der chinesischen Währung als neue globale Reservewährung und bei thematischen Anlagen im Gesundheitswesen.
Foto: REUTERSJulius Bär zur expansiven Geldpolitik
Anders als die deutschen Analysten geht Julius Bär davon aus, dass die US-Notenbank Fed 2014 einen Teil ihrer geldpolitischen Maßnahmen zurückfahren oder sogar ganz beenden wird. Mit der ersten US-Leitzinserhöhung sei gemäß Bär-Experten frühestens Ende 2015 oder sogar erst 2016 zu rechnen, wenn sich die Arbeitslosenquote der 6.5 Prozent-Marke genähert hat. Auch die Notenbanken in Europa, Japan, Großbritannien und in der Schweiz werden ihre Leitzinsen 2014 nahe bei der Nullgrenze belassen, um so die noch schwache Konjunktur nicht zu gefährden. Dagegen mussten verschiedene Schwellenländer wie Brasilien, Indien und Indonesien bereits 2013 ihre Leitzinsen erhöhen, um sowohl gegen die Teuerung als auch schwache Lokalwährung anzukämpfen. Insgesamt gesehen werden die wichtigen Notenbanken alles tun, um ihre Politikänderungen für die Finanzmärkte möglichst verträglich umzusetzen.
Foto: APJulius Bär zur Eurozone
Der Eurozone prophezeit die Schweizer Bank für das kommende Jahr eine Inflationsrate von einem Prozent und ein mäßiges Wachstum. Nach wie vor bremsen Strukturanpassungen und Schuldenabbau die Nachfrage. „Dieses verhaltene Wirtschaftswachstum reicht nicht aus, die immer noch hohe Arbeitslosigkeit zu drücken. Auch könnte sich die anhaltende Kreditklemme der Banken in der Europeripherie mittelfristig zu einem erheblichen Konjunkturrisiko ausweiten, sollte sie 2014 nicht gelöst werden“, sagt Janwillem Acket, Chefökonom von Julius Bär. „Gegenüber den USA und Großbritannien, deren Wachstumsdynamik nächstes Jahr zwei bis drei Prozent erreichen wird, sind die Euroländer bei der Reduktion der privaten Schuldenlast mindestens zwei Jahre in Verzug.“
Foto: dpaPrognose der DZ Bank
Die DZ Bank blickt positiv ins kommende Jahr: „2014 zeichnet sich für die deutsche Wirtschaft eine deutliche Konjunkturbeschleunigung ab. Vor allem die DAX-Unternehmen werden dank ihrer Exportorientierung in hohem Maße von der Erholung der Eurozone und der stärkeren Weltkonjunktur profitieren. Dementsprechend rechnen wir mit einer Reihe positiver Impulse für die Aktienmärkte, insbesondere in Deutschland“, sagt Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt und Bereichsleiter Research & Volkswirtschaft der DZ BANK.
Für die Wirtschaft in Deutschland erwartet das DZ BANK Research im Jahr 2014 ein Wachstum von 2,3 Prozent. Den Stand des Deutschen Aktienindex (DAX) schätzen die Experten der DZ BANK zum Jahresende 2014 auf 10.200 Punkte. Die Inflationsrate werde indes in Deutschland moderat auf 2,1 Prozent im kommenden Jahr steigen und damit über dem Durchschnitt der Eurozone von 1,8 Prozent liegen. „Wie sich Wirtschaftswachstum, Inflation und Aktienmärkte danach weiter entwickeln, hängt wesentlich vom Agieren der Notenbanken ab. Mit der Ausweitung ihrer Bilanzen hat sich ihr Einfluss stetig vergrößert. Wir glauben aber nicht an ein baldiges Ende der expansiven Geldpolitik“, sagt Bielmeier.
Foto: dapdDZ Bank zur allgemeinen Wirtschaftsentwicklung
Auch für das deutsche Wirtschaftswachstum fallen die Prognosen der DZ Bank gut aus: „Die deutsche Wirtschaft kommt bereits aus einer Position der relativen Stärke. Das sich aufhellende internationale Umfeld wird 2014 für weiteres Wachstum sorgen“, sagt Michael Holstein, Leiter Volkswirtschaft der DZ BANK. Für die Weltwirtschaft erwarte man eine tiefgreifende Erholung mit einem Wachstum von 3,75 Prozent. Die Wirtschaft der Eurozone soll nach eineinhalb Jahren der Rezession voraussichtlich um 1,2 Prozent wachsen. Die expansive Geldpolitik der Notenbanken und das niedrige Zinsniveau sorgen außerdem für steigende Investitionsausgaben.
Das DZ BANK Research erwartet, dass die Arbeitslosenquote auf 6,8 Prozent im Jahr 2014 und dann auf 6,3 Prozent im Jahr 2015 sinkt. Als Ergebnis dieser Vielzahl positiver Impulse erwarten die Experten der DZ BANK eine weitere Beschleunigung des deutschen BIP-Wachstums von 2,3 Prozent im Jahr 2014 auf 2,6 Prozent im Jahr 2015.
Foto: dpaDas empfiehlt die DZ Bank Anlegern
Die positiven wirtschaftlichen Aussichten, die zunächst ausbleibende Zinswende und das Fehlen echter Anlagealternativen sprechen nach Ansicht von Christian Kahler, Chefanlagestratege der DZ BANK, weiter für ein Investment in Aktien. „Jedem Anleger sollte inzwischen klar sein, dass ein Großteil der bisherigen Performance am Aktienmarkt auf das Konto von Aktienrückkäufen und verbesserten Refinanzierungskonditionen der Unternehmen geht und nicht auf eine dynamische Gewinnentwicklung der Unternehmen“, so Kahler. „Das ändert sich mit der Konjunkturbelebung.“
Insbesondere deutsche und europäische Aktien seien im Vergleich zu den überteuerten Anleihemärkten immer noch günstig bewertet. „Deutschland ist ein klarer Profiteur in unserem Konjunkturszenario, weil hier der „Joker“ eines überdurchschnittlich starken Exportgeschäfts greift. Auf Basis der erwarteten Steigerung der Unternehmensgewinne sehen wir den DAX Ende nächsten Jahres bei 10.200 Punkten. Wir gehen davon aus, dass die Gewinne der DAX-Unternehmen 2014 nominal um rund 10 Prozent steigen werden“, sagt Kahler.
Foto: dpaDeutsche Bank zum Wirtschaftswachstum
Auch die Experten von Deutschlands größter Bank haben einen Blick in ihre Glaskugel geworfen. Wie die Kollegen von der DZ Bank gehen sie in ihrem Konjunkturausblick 2014 von einer weltweiten Beschleunigung des Wachstums aus. "Wir erwarten für 2014 ein Wachstum der Weltwirtschaft von rund drei Prozent, das damit deutlich höher ausfällt als im laufenden Jahr", sagte Stefan Schneider, Chef-Volkswirt der Deutschen Bank für Deutschland. Als Haupttreiber der Weltkonjunktur sieht Schneider die USA. Dort werden vom Immobilien- und vom Arbeitsmarkt deutliche Konjunkturimpulse erwartet. Damit sei der Weg frei für robustere Konsum- und steigende Investitionsausgaben des Unternehmenssektors.
Für Deutschland rechnet die Deutsche Bank 2014 mit einem Plus von 1,5 Prozent. Aber auch die Eurozone sollte 2014 nach zwei Jahren der Schrumpfung um gut ein Prozent zulegen. Aufgrund des robusten Arbeitsmarktes, steigender Realeinkommen und mehr Investitionen wird die Binnenkonjunktur kräftig zum deutschen Wachstum beitragen. Die zunehmende globale Nachfrage wird auch dem zuletzt schwächelnden Export wieder neue Impulse verleihen.
Foto: REUTERSDeutsche Bank zur Entwicklung an den Börsen
Wegen dieser prognostizierten Entwicklung ist die Deutsche Bank auch für die weitere Entwicklung an den Börsen optimistisch. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, sagte: "Die kurzfristigen Zinsen werden auch 2014 auf einem niedrigen Niveau bleiben." In diesem Umfeld kann der DAX nach Ansicht der Deutschen Bank neue Höchststände erreichen und bis Ende 2014 auf 9.800 Punkte zulegen. In einem optimistischen Szenario sind sogar höhere Indexstände denkbar. "Aufgrund des höheren Wachstums und steigender Unternehmensgewinne spricht auch 2014 vieles für die Aktie", so Stephan.
Foto: dpaDeutsche Bank zu Währungen und Anleihen
Da die Geldpolitik der Notenbanken in unterschiedliche Richtungen verläuft, sieht Experte Ulrich Stephan den Euro im Nachteil und rechnet mittelfristig mit einer Aufwertung des US-Dollars. Für die Anlageexperten der Deutschen Bank ist die sich abzeichnende Dollar-Stärke langfristig ein Leitmotiv der Vermögensstrukturierung: "Privatanleger sollten ihr ausgewogenes Portfolio stärker auf Aktien ausrichten mit Schwerpunkt auf Industrieländeraktien und US-Dollar", rät Stephan. Dazu empfiehlt er auch die Beimischung von Anleihen aus der Peripherie sowie Immobilien. Liquidität und Rohstoffe spielen in diesem Anlageuniversum mittelfristig eine eher untergeordnete Rolle.
Bei den Anleihen sieht es auch 2014 nicht gut aus. Laut Prognosen der Deutschen Bank werden sie auch 2014 kaum verzinst. Nach der jüngsten Leitzinssenkung ist eine deutliche Renditesteigerung nicht zu erwarten. Im defensiven Rentensegment bieten Staatsanleihen und Pfandbriefe (Covered Bonds) der europäischen Peripherieländer Chancen auf positive Realrenditen. Bei den 5-jährigen Staatsanleihen Italiens und Spaniens beträgt die Rendite jeweils 2,8 Prozent, bei Covered Bonds 3,5 Prozent bzw. 3,3 Prozent (deutsche Pfandbriefe: 1,1 Prozent). Staatsanleihen aus Schwellenländern sowie Unternehmensanleihen ohne Investment-Grade bieten laut Anlagestratege Stephan zwar mehr Zinsen, seien aber auch entsprechend risikoreicher, da sie von der Zinsentwicklung in den USA abhingen und damit schwankungsanfällig seien.
Foto: APDeutsche Bank zu Aktien und Anlagestrategien
Für konservative Anleger werde es voraussichtlich schwer, positive Erträge zu erwirtschaften, zumindest nach Bereinigung um die Inflationsrate. Diese sei zwar mit 1,6 Prozent niedrig, führe jedoch zu einem schleichenden Wertverlust bei Sparbüchern und Tagesgeldkonten.
Aktien seien deshalb die einzig sinnvolle Alternative. Für Anleger, die auf laufendes Einkommen Wert legen, empfiehlt Ulrich Stephan dividendenstarke Aktientitel. Der Anlageexperte sieht die Dividendenrenditen vieler Aktienindizes weltweit über der für 2014 prognostizierten Inflationsrate für den Euroraum. So könne die Dividendenrendite in Europa 2014 über drei Prozent betragen. Das höhere Wirtschaftswachstum sowie eine robuste Gewinnentwicklung erhöhen zudem die Stabilität der Dividenden. Die Rahmenbedingungen für weitere Kursgewinne auch am deutschen Aktienmarkt sind weiterhin gut. Steigende Gewinne trauen die Anlageexperten auch amerikanischen Firmen zu, bei denen es bereits 2013 positive Entwicklungen gegeben hat. Die Unternehmensgewinne und damit auch die Kurse dürften im Schnitt weiter steigen. Für die Experten der Deutschen Bank sind US-Aktien im Jahr 2014 ein Kerninvestment. "US-Aktien sollten 2014 ein sicherer Hafen am Aktienmarkt sein", betonte Stephan. "Wenn sich Bewertungen und Gewinnwachstum auf normalem Niveau entwickeln, ist in den USA eine Jahresperformance im hohen einstelligen Bereich möglich." Der Chef-Anlagestratege hält in einem ausgewogenen Aktiendepot eine Allokation von jeweils einem Drittel USA, Europa sowie Asien für sinnvoll. In Asien bietet sich eine Aufteilung von etwa einem Drittel Japan und zwei Drittel Emerging Asia an.
Foto: dpaDeka-Bank zur Wirtschaftsentwicklung
Auch die Deka-Gruppe sieht die Finanzmärkte und die globale Wirtschaft in den nächsten beiden Jahren auf Erholungskurs. Für die meisten Regionen der Weltwirtschaft und in Europa prognostizieren die Experten der Dekafür 2014 und 2015 erfreuliche Wachstumsraten. „Die Kombination aus finanzieller Repression mit ultraniedrigen Zinssätzen und Aufkäufen von Staatsanleihen hat das Vertrauen in das Funktionieren der Finanzmärkte gestärkt“, resümiert Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank. Die globale Wirtschaft soll nach den Prognosen der Deka-Gruppe in den kommenden beiden Jahren um mehr als drei Prozent (3,3 Prozent für 2014 und 3,6 Prozent in 2015) wachsen.
Foto: dpa
Dekabank-Prognose zu den Schwellenländern
Weniger optimistisch sind die Einschätzungen in Teilen der Schwellenländer wie beispielsweise Indien, Brasilien oder China. Die in diesen Ländern bereits seit 2012 abgeschwächte Wirtschaftsdynamik wird in den kommenden beiden Jahren voraussichtlich weiter an Kraft verlieren.
Foto: APDeka-Prognose für das Euroland
Für die Eurozone unterbieten die Deka-Analysten die Inflationsprognosen der Kollegen aus anderen Häusern. Sie rechnen mit einer Teuerungsrate von 1,2 Prozent für 2014 und 1,5 Prozent in 2015. In Deutschland sei mit leicht erhöhten Raten von 1,6 Prozent im kommenden Jahr und 2,1 Prozent in 2015 zu rechnen. Die Experten der Deka-Gruppe gehen von einer Weiterführung der expansiven Geldpolitik und einem anhaltenden Niedrigzinsumfeld in den nächsten Jahren aus. Eine Fortsetzung dieser Geldpolitik, warnt der DekaBank-Chefvolkswirt Ulrich Kater, ziehe jedoch Kollateralschäden nach sich. „Im Ergebnis steigen die Belastungen für die deutschen Sparer, denn immer größere Teile ihres Geldvermögens werden zu Phantomersparnissen“, betont Kater.
Foto: dpaDekabank zur Entwicklung an den Aktienmärkten
Aus Sicht von Frank Hagenstein, Chefanlagestratege der Deka, stellen Kursrückgänge an den entwickelten Aktienmärkten weiterhin Einstiegsgelegenheiten dar. Angesichts attraktiver Dividendenrenditen bleiben Aktien das attraktivste Investment. Allerdings sind die Prognosen nicht mehr ganz so positiv wie zu Beginn des Jahres 2013. Hagenstein weist darauf hin, dass die jüngsten Kurssteigerungen primär liquiditätsgetrieben waren. Das erhöhe die Gefahr von Kursrücksetzern. „Weitere Zuwächse an den Aktienmärkten bedürfen daher deutlicher Gewinnsteigerungen der Unternehmen“, so Hagenstein.
Foto: REUTERSDekabank zur Entwicklung an den Rentenmärkten
Auf der Rentenseite rechnet der Chefanlagestratege der Deka mit moderaten Zinssteigerungen bei Staatsanleihen der Kernmärkte. High-Yield-Anleihen sollten im Jahr 2014 dagegen zu den begünstigten Rentensegmenten gehören. Sie bieten Renditepuffer für den Fall steigender Zinsen und profitieren von der anhaltenden Rotation innerhalb dieser Anlageklasse. Potenzielle Risiken sieht Frank Hagenstein in einem stärkeren Renditeanstieg bei länger laufenden Staatsanleihen der Kernländer.
Foto: dpaDax-Prognose der Landesbank Baden-Württemberg
Die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sind besonders euphorisch, was die Entwicklung des DAX anbelangt: "Nachdem der DAX in diesem Jahr rund 1500 Punkte gewonnen hat, erscheint bis Ende 2014 ein Anstieg auf 9800 Zähler realistisch", sagte Aktienstratege Berndt Fernow. "Selbst ein zeitweises Allzeithoch von 10000 Punkten liegt im Bereich des Möglichen." Für Fernow werden im kommenden Jahr Gewinnsteigerungen die Kurse treiben: "Ertragszusätze um knapp zehn Prozent erscheinen realistisch."
Foto: dpaLBBW zur Entwicklung der deutschen Wirtschaft 2014
Die LBBW ist sich sicher: 2014 wird das Jahr der deutschen Wirtschaft. Erstmals seit rund 15 Jahren soll die Bundesrepublik wieder eine lebhaftere Binnennachfrage vorweisen. "Nicht mehr die Exporte werden das Wachstum treiben, sondern die Binnennachfrage", sagt LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert. Er verwies nicht nur auf die verlangsamte Importneigung der Schwellenländer und die Fortschritte der europäischen Krisenstaaten bei den Lohnstückkosten. Erstmals seit Ende der Neunzigerjahre rechnet er 2014 wieder mit Konsumzuwächsen von rund zwei Prozent: "Die Neigung zum Kauf langlebiger Konsumgüter – und in der Folge die lang erwartete Belebung der privaten Konsumnachfrage – ist so hoch wie seit langem nicht mehr." Eine weitere Schlüsselgröße für die erwartete Konjunkturerholung seien die Ausrüstungsinvestitionen, die angesichts rekordtiefer Zinsen und mehr politischer Sicherheit wieder anziehen sollten. Die deutsche Wirtschaft sieht er im kommenden Jahr um 2,0 Prozent wachsen.
Foto: dpaLBBW zu Rohstoffpreisen
Bei der Entwicklung des Goldpreises malen die LBBW-Experten allerdings kein rosiges Bild: "Beim Goldpreis gehen wir von leicht nachgebenden Notierungen 2014 aus", sagte Rohstoffanalyst Frank Schallenberger voraus. In der westlichen Welt sei angesichts des freundlicheren Konjunkturumfelds kaum mit einer Zunahme der Anlegernachfrage zu rechnen. In Asien dürften zudem geringere Goldimporte Indiens nur unvollständig durch eine steigende Nachfrage aus China ausgeglichen werden, begründete er seine Prognose. Für Ende 2014 sieht Schallenberger die Feinunze Gold bei 1200 US-Dollar.
Bei den sogenannten Basismetallen sowie Silber, Platin und Palladium sollen die Notierungen im kommenden Jahr dagegen wieder steigen. Grund seien die verbesserten Konjunkturaussichten.
Foto: dpaEntwicklung des Euro aus Sicht der LBBW
Die Analysten der LBBW sind, wie auch ihre Kollegen aus anderen Banken, davon überzeugt, dass die US-Notenbank Fed das Bild der Devisenmärkte weiter prägen wird. Den Kurs des Euro sieht Chefvolkswirt Burkert deshalb bis Ende 2014 auf 1,30 Dollar sinken. "Erstens wird die Federal Reserve ihre Leitzinsen früher anheben als die EZB. Zudem sollte die US-Wirtschaft mit drei Prozent Wachstum den Euroraum weit hinter sich lassen", betont er. Drittens zeigen LBBW-Berechnungen den Euro zum US-Dollar überbewertet.
Foto: dpa
Zulauf: Die Weltwirtschaft ist im Wandel. Seit den frühen Achtzigern schreiben die USA stetig steigende Defizite. Das bedeutete für den Rest der Welt eine gewaltige Stimulierung. Nun schrumpfen diese Defizite wieder, weil der US-Arbeitsmarkt wieder wettbewerbsfähiger wird und die Industrie vom Energieboom profitiert. Das bremst die Wirtschaft in den Überschussländern. Ich habe Probleme mit der Meinung, dass sich die Weltwirtschaft normalisiere. Die Leute glauben, das an Statistiken wie dem Einkaufsmanagerindex ablesen zu können. Aber das sind Stimmungsbarometer, die von der Börse bewegt werden. Und die Börse wird primär von der lockeren Geldpolitik der Fed getrieben.
Was folgt daraus?
Zulauf: Die Weltwirtschaft wird enttäuschen. In China verlangsamt sich das Wachstum dramatisch. Das bedeutet Rezession für die Schwellenländer und gedämpfte Rohstoffpreise. In Europa gibt es praktisch kein Wachstum. Die USA könnten mit 2,5 bis 3,0 Prozent Wachstum die Ausnahme bilden. Dann könnte der Dollar aufwerten.
Marc, teilen Sie diese Ansicht?
Marc Faber: Zunächst. Kaum jemand kann eine noch schlechtere Meinung über die Fed haben als ich. An deren Spitze steht eine unfähige Gruppe von Wissenschaftlern. Die haben keine Ahnung davon, was in der Welt passiert. Sie glauben, man könne mit Gelddrucken Jobs schaffen. Aber sie werden die Welt in den Bankrott reißen. Ex-Fed-Chef Bernanke hat gesagt, das Ziel des dritten Anleihekaufprogramms QE3 sei gewesen, die langfristigen Renditen zu drücken. Tatsächlich erreichten die Renditen ihr Tief am 25. Juli 2012. Seither sind sie gestiegen. Diese Politik hat versagt.
Ziel von QE war es auch, die Arbeitslosenrate zu senken. Und die ist gefallen.
Faber: Nach dem Zweiten Weltkrieg steckte Hongkong in der Depression. Aber die Wirtschaft entwickelte sich rasch unter der Führung des britischen Finanzstaatssekretärs Sir John James Cowperthwaite. Gefragt, wie er dieses Wirtschaftswunder hinbekommen habe, antwortete er, er habe gar nichts getan – nur andere daran gehindert, schlechte Maßnahmen zu ergreifen.
Was wollen Sie uns damit sagen?
Faber: Die US-Beschäftigung wäre ohne die Gelddruckerei der letzten Jahre noch stärker gestiegen. Die Fed hat richtig gehandelt und das Finanzsystem in der Krise gerettet. Nur hatte sie diese Finanzkrise mit ihrer lockeren Geldpolitik seit den späten Neunzigerjahren erst verursacht. Aber Frau Yellen könnte auch auf einem Pulverfass sitzen, Benzin darübergießen und sich eine Zigarette anzünden – sie würde die Gefahr nicht erkennen.
Mario Gabelli: Sie raucht nicht.
Fred Hickey: Als die lockere Geldpolitik erst die Technologieblase und dann die Blase am US-Häusermarkt entstehen ließ, wuchs die US-Wirtschaft mit mehr als sechs Prozent pro Jahr. Jetzt haben wir zwei Prozent Wachstum und Blasen bei Immobilien, Kunst, Farmland, Hochzinsanleihen und schicken Autos.
Faber: Und bei staatlicher Regulierung.
Hickey: Das Finanzvermögen privater US-Haushalte stieg zwischen 2009 und 2013 um rund 30 Billionen Dollar auf geschätzt 80 Billionen Dollar. Was passiert, wenn ein Teil dieser 30 Billionen durch einen Rückgang der Börsen wieder verloren geht?
Faber: Wer besitzt diese 30 Billionen? Nicht der Normalbürger.
Waffen haben bei ethisch-ökologischen Geldanlagen nichts zu suchen – darüber sind sich die meisten Anleger einig. Ansonsten gehen die Meinungen zu diesem Thema allerdings ziemlich weit auseinander. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Stiftung Warentest. Das Meinungsforschungsinstitut hat 1014 Personen, die in ihrem Haushalt über die Finanzen entscheiden gefragt, in welche Branchen bei einer ethisch-ökologischen Geldanlage auf keinen Fall Geld fließen darf. Die häufigsten Antworten.
Foto: FotoliaPlatz 17: Bergbau (6 Prozent)
Die großen Bergbaukonzerne der Welt stehen häufig am Pranger – nicht nur wenn es um Nachhaltigkeit geht. Anleger mit Nachhaltigkeitsfokus haben trotzdem eher wenige Bedenken bei der Branche: Nur Sechs Prozent würden hier kein Geld investieren.
Foto: dpaPlatz 16: Hersteller von Verhütungsmitteln/Betreiber von Abtreibungseinrichtungen (6 Prozent)
Ebenfalls 6 Prozent finden Verhütungen und Abtreibungen ethisch bedenklich und würden hier kein Geld investieren. Erfahrungen mit ethisch-ökologischen Geldanlagen hatte übrigens nur jeder zwanzigste der Befragten.
Foto: APPlatz 15: Autobranche (7 Prozent)
Knapp ein Drittel der übrigen Befragten hat aber generell Interesse. Diejenigen, die aus dem Osten der Bundesrepublik stammen oder älter als 60 Jahre sind, sind seltener für ethisch-ökologische Geldanlagen zu begeistern. Sieben Prozent der Verbraucher haben ein grundsätzliches Problem damit, Geld in die Automobilbranche zu investieren.
Foto: dpaPlatz 14: Chemiebranche (9 Prozent)
Vor die Wahl gestellt hielt fast die Hälfte der Teilnehmer ethische Aspekte für wichtiger als ökologische. Nur ein gutes Viertel gab der Umwelt den Vorzug, der Rest mochte sich nicht entscheiden. Fast zehn Prozent der Befragten können sich nicht vorstellen, ihr Geld in der Chemiebranche anzulegen.
Foto: dpaPlatz 13: Pharmabranche (12 Prozent)
Trotz ihrem Beitrag zum medizinischen Fortschritt: In der Bevölkerung herrscht traditionell das Bild der bösen Pharmaindustrie vor. Das spiegelt sich auch in der Umfrage wieder: Für 12 Prozent der Befragten käme eine Investition in das Geschäft mit den Medikamenten nicht in Frage.
Foto: dpaPlatz 12: Biogas- und Biosprit-Herstellung (13 Prozent)
Ein Großteil der landwirtschaftlich angebauten Lebensmittel wird mittlerweile für die Produktion von Biogas und Biosprit verwendet. Das ist in manchen Regionen der Welt problematischer als in anderen, denn die Verknappung der Lebensmittel kann die Konkurrenz zwischen Teller und Tank verschärfen. 13 Prozent der Befragten schließen die Branche bei ihren Geldanlagen deshalb kategorisch aus.
Foto: dpaPlatz 11: Erdölbranche (18 Prozent)
In den Neunziger Jahren wurde die ethische Geldanlage als Gegenpol zur in die Kritik geratene Globalisierung und der Zunahme profitorientierter Finanzspekulationen immer beliebter. Die Erdölbranche schneidet dabei meist eher schlecht ab. Auch in der Forsa-Umfrage gab fast ein Fünftel der Befragten an, sie bei der Geldanlage nicht zu berücksichtigen.
Foto: dpaPlatz 10: Kohlekraftwerke (19 Prozent)
Eher ökologisch bedenkliche Bereiche wie Bergbau oder Erdöl-Branche landen im Ranking auf den hinteren Plätzen. Auch die Kohlekraft belegt mit 19 Prozent nur Platz 10. Das zeigt: Verbraucher finden Ethik wichtiger als Umweltschutz.
Foto: dpaPlatz 9: Finanzdienstleister (22 Prozent)
Bemerkenswert: Auch die Finanzdienstleister schaffen es in die Top Ten. Sie schieben sich sogar vor die meisten ökologisch bedenklichen Branchen, in die kein Geld fließen soll.
Foto: rtrPlatz 8: Alkoholherstellung (31 Prozent)
Auch die klassischen Laster stoßen in der Umfrage auf wenig Gegenliebe: Etwas mehr als 30 Prozent der Befragten haben ein grundsätzliches Problem damit, in die Spirituosenbranche zu investieren.
Foto: dpa Picture-AlliancePlatz 7: Tabakbranche (42 Prozent)
Deutlich schlechter ist allerdings das Image der Tabakindustrie. 42 Prozent der Befragten würden hier niemals investieren.
Foto: ZBSPPlatz 6: Gentechnik in der Landwirtschaft (43 Prozent)
Der Streit um die Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft tobt seit einigen Jahren. Dass das Verfahren noch immer umstritten ist, zeigt die Umfrage: 43 Prozent haben ein Grundsätzliches Problem damit, die Branche bei ihrer Geldanlage zu berücksichtigen.
Foto: dpa-dpawebPlatz 5: Industrielle Tierhaltung (51 Prozent)
Die industrielle Tierhaltung degradiert ein Lebewesen zum Produkt. Eines, das möglichst schnell und möglichst kostengünstig auf den Markt soll. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten können sich mit diesem Gedanken nicht anfreunden und wählen die industrielle Tierhaltung auf Platz 5.
Foto: dpaPlatz 4: Atomkraft (60 Prozent)
Atomkraft? Nein danke. Das dachten sich nur 60 Prozent der Befragten. Auch bei der Frage, in welchen Bereichen auf alle Geld fließen sollte, haben die ökologischen Themen das Nachsehen. Am häufigsten wurden Armutsbekämpfung, Krankenhäuser und Bildung gewählt. Erst danach folgen Erneuerbaren Energien, ökologische Landwirtschaft und nachhaltige Forstwirtschaft.
Foto: dpaPlatz 3: Pornografie (60 Prozent)
Interessant: Wenn sie keine Vorgaben bekamen, antworteten die Teilnehmer auf die Frage nach Bereichen, in die auf alle Fälle Geld fließen sollte, am häufigsten Klima- und Umweltschutz. So oder so – in die Pornografie würde die Mehrheit der Befragten überhaupt kein Geld Investieren.
Foto: dpaPlatz 2: Glücksspiel (60 Prozent)
Fast die Hälfte der Befragten spricht sich für die Vorgabe aus, die hinsichtlich ethischer und ökologischer Aspekte vorbildlichsten Unternehmen einer Branche zu berücksichtigen. Nur ein Drittel befürwortet einen strengen Ansatz, der Investments aus umstrittenen Bereichen generell ausschließt. Zu diesen Bereichen gehört auch das Glücksspiel: 60 Prozent der Befragten finden, dass die Branche in einem ethischen Depot nichts zu suchen hat.
Foto: dpaPlatz 1: Waffen- und Rüstungsindustrie (79 Prozent)
Das absolute No-Go in einem ethisch einwandfreien Depot sind allerdings Waffen. Fast 80 Prozent der Befragten sind sich darüber einig, dass die Rüstungsindustrie mit einer ethisch-ökologischen Geldanlag nichts zu tun hat.
Foto: dpa
Gabelli: Das stimmt nicht. Gewöhnliche Amerikaner haben ihre Pensionspläne. Die Behauptung, dass nur ein Prozent der Bevölkerung das gesamte Aktienvermögen besitzt, gehört hinterfragt.
Faber: Der Aufwärts-Zyklus der Konjunktur befindet sich im fünften Jahr. Am 6. März jährt sich der Bullenmarkt bei Aktien zum fünften Mal. Historisch gesehen ist das lange. Irgendwann in diesem Jahr könnte der Aktienmarkt abstürzen, so wie 1987. Dann werden langfristige Anleihen im Kurs stark zulegen, und Bill Gross wird belohnt.
Warum wird die Börse abstürzen?
Hickey: Die gewaltige Aktienrally verdankt ihre Schubkraft der Politik des Gelddruckens. Nach vier sehr guten Jahren konnte der Dow Jones 2013 noch einmal 27 Prozent zulegen. Der Standard & Poor’s-500-Index kletterte 30 Prozent, der Nasdaq 38 Prozent. Amazon.com notiert zum 530-Fachen des Jahresgewinns. Die Marktkapitalisierung von Google ist im letzten Quartal 2013 um 90 Milliarden Dollar gestiegen. Das ist doch alles nicht normal.
Meryl Witmer: Es herrscht mehr Gier als Angst an den Märkten.
Hickey: Als QE1 beendet wurde, ging der Markt innerhalb weniger Monate um 13 Prozent zurück; deshalb beschloss die Fed eine zweite Phase quantitativer Lockerung, QE2. Als die zu Ende ging, gab der Markt 17,5 Prozent nach. Wenn Bill Gross recht hat und die Fed ihre Anleihekäufe bis Ende 2014 einstellt, fliegt uns die Börse binnen Jahresfrist um die Ohren. Derzeit liegen die Bewertungen weit über dem Niveau am Ende von QE1 oder QE2. Der Markt ist weit instabiler.
Gross: Die Aktienrückkäufe der Unternehmen haben ebenfalls zu der starken Rally beigetragen. Insgesamt hat der US-Unternehmenssektor – gestützt auf leicht verfügbares Geld – 2013 rund 500 Milliarden Dollar für den Rückkauf eigener Aktien aufgewendet; das entspricht zwei Prozent des Börsenwerts aller 500 Aktien im S&P 500.
Das sind 50 Prozent der Summe, welche die Fed im Vorjahr ausgegeben hat.
Gross: Wenn die Unternehmen keine Rückkäufe mehr tätigen, müssen die übrigen Anleger die Kurse hoch halten.
Hickey: Zahlreiche Unternehmen finanzieren die Rückkäufe über Kredite. Wenn die Zinsen steigen, werden Rückkäufe schwerer finanzierbar.
Gabelli: An den globalen Kapitalmärkten standen zu Jahresende 85 Billionen Dollar an Schulden 62 Billionen Dollar an Aktien gegenüber. Die Kredite zum Kauf von Wertpapieren stehen auf einem Allzeithoch. Die Regulierer sollten die Sicherheiten, die Anleger für Wertpapierkredite hinterlegen müssen, kräftig erhöhen und so das Risiko spekulativer Blasen senken, ohne der Wirtschaft zu schaden.
Gross: Da gebe ich Ihnen recht.
Hat die US-Notenbank eine Börsenblase aufgepumpt?
Cohen: Die Fed ist nicht perfekt, aber die Herausforderungen, mit denen sie sich mitten in der katastrophalen Wirtschaftslage weltweit konfrontiert sah, werden hier nicht genug gewürdigt.
Zulauf: Diese Lage hat sie selbst herbeigeführt.
Cohen: Entschuldigen Sie, jetzt rede ich. Wir müssen weit zurückblicken in der amerikanischen Geschichte, um einen Fall zu finden, in dem die Regierung eine tiefe Rezession durch Herbeiführung von Steuerverschärfungen noch verschlimmert hätte. Zusätzlich unter Druck geriet die Fed, weil andere nichts taten, um sich zu schützen. Die Europäische Zentralbank war zu Beginn der Finanzkrise um die Stabilität des Euro weit stärker besorgt als um das Wirtschaftswachstum in Europa. Die Fed holte die Finanzindustrie viel erfolgreicher aus der Krise als die Europäer. Die Bilanzen der US-Banken sind viel stärker als die der europäischen. Wir sind anderen Jahre voraus. Die Fed hat Lorbeeren verdient.
Platz 15: RWE
Der zweitgrößte Energieversorger Deutschlands RWE hat es derzeit nicht leicht. Zwar konnte RWE einen Rechtsstreit mit Gazprom gewinnen, hob seine Prognose aber nicht an - das enttäuschte die Anleger. Größtes Problem für die deutschen Versorger bleibt immer noch die Energiewende. Einige wetten bei der Aktie auf ein Comeback. Man kann aber auch mit Zertifikaten auf die RWE-Aktie wetten. Insgesamt handelten die Deutschen mit dem Basiswert RWE Zertifikate im Volumen von 80 Millionen Euro.
Foto: dpa-dpawebPlatz 14: MDax
Der kleine Bruder des Dax schlägt den großen Index bei der Performance um Längen. Allerdings gilt der MDax als schwankungsanfälliger. Als Spekulationsobjekt ist der MDax jedoch nicht so beliebt wie der Dax. Die deutschen Investoren orderten Zertifikate auf den MDax in einem Gesamtvolumen von 87 Millionen Euro.
Foto: dpaPlatz 13: Bayer
Die Bayer-Aktie wird öfter von Patentstreitigkeiten und Zulassungsverfahren in den USA durchgeschüttelt. Erhält Bayer beispielsweise keine Lizenz, belastet dies häufig den Aktienkurs. Man kann somit hervorragend auf die Aktie spekulieren. Die Deutschen taten dies auch. Sie kauften und verkauften Derivate im Volumen von 102 Millionen Euro. Mit einem Volumen von 60 Millionen Euro war das Discount-Zertifikat am beliebtesten.
Foto: dpaPlatz 12: BMW
Die Aktie des Premium-Autobauers hatte in den vergangenen Jahren eine tolle Performance. Gemeinsam mit Audi und Mercedes kämpfen BMW um das Premiumsegment, wobei Mercedes zuletzt deutlich abgehängt wurde. BMW ist auch ein beliebter Zockerwert für die Deutschen. Sie handelten Zertifikate im Volumen von 104 Millionen Euro.
Foto: dpaPlatz 11: Gold
Bei kaum einem Anlageprodukt scheiden sich die Geister so stark wie bei Gold. Während die einen die Goldrally für beendet erklären, schwören die anderen auf die gelben Barren in dem Glauben, die Euro-Krise werde sich verschärfen. Kein Wunder also, dass auf Gold auch viel spekuliert wird. Die Deutschen orderten Zertifikate im Wert von insgesamt 106 Millionen Euro. Den größten Teil mit 96 Millionen Euro bildeten die Index- und Partizipationsscheine.
Foto: dpaPlatz 10: Nikkei 225
Die Geldflut der japanischen Notenbank hat die japanischen Aktien in die Höhe getrieben. Erste Anzeichen einer Besserung der Wirtschaftslage gab es auch. Die Notenbanken, einschließlich der Bank of Japan, rücken immer mehr in den Fokus der Marktteilnehmer. Japan wurde damit für deutsche Anleger wieder interessant. Sie handelten Zertifikate auf den Nikkei im Volumen von 110 Millionen Euro.
Foto: APPlatz 9: Eon
Der Energieversorger Eon hat mit der Energiewende zu kämpfen. Versorger-Aktien sind für ihre hohen Dividenden bekannt, da der Kursverlauf der Aktien recht unspektakulär ist. Anleger wetten gerne mit der Eon-Aktie, und zwar in einem Volumen von 110 Millionen Euro. Am meisten handelten sie Discount- und Bonus-Zertifikate.
Foto: REUTERSPlatz 8: Deutsche Telekom
Die Telekom-Aktie machte den Dax berühmt. Mit einem unvergleichlichen medialen Tamtam ging Deutschlands größter Netzbetreiber an die Börse. Seitdem schlummert die T-Aktie in vielen Depots - und bescherte überwiegend Verluste. Als Spekulationswert bleibt die T-Aktie jedenfalls beliebt: Zertifikate im Wert von 182 Millionen Euro wurden im ersten Halbjahr 2013 ge- und verkauft.
Foto: dpaPlatz 7: Volkswagen
VW rockt derweil die Neuzulassungsstatistik in Deutschland. Bei Zertifikaten ist VW allerdings auch sehr beliebt. Insgesamt orderten die Deutschen Derivate im Wert von 188 Millionen Euro mit dem Basiswert VW-Aktie.
Foto: dpaPlatz 6: Allianz
Deutschlands größter Lebensversicherer gehört zu den liebsten Spekulationsobjekten der Deutschen. Insgesamt orderten sie Zertifikate auf diesen Basiswert in Höhe von 206 Millionen Euro. Den größten Anteil bildete das Discount-Zertifikat mit einem Volumen von 107 Millionen Euro.
Foto: REUTERSPlatz 5: Deutsche Bank
Jedes Mal, wenn die Euro-Krise aufflammt stürzen europäische Bankaktien ab. Legt sich der Sturm, legen sie wieder überdurchschnittlich zu. Kein Wunder also, dass die Deutschen gerne auf die Aktie der Deutschen Bank wetten. Mit diesem Basiswert wurden Derivate im Volumen von 221 Millionen Euro gehandelt.
Foto: dpaPlatz 4: Daimler
Die Deutschen lieben nicht nur ihre eigenen Autos, sondern auch ihre Autoaktien. Die Daimler-Aktie als Basiswert musste für Zertifikate im Wert von 234 Millionen Euro herhalten. Unter die Top 20 der Zockerprodukte haben es damit alle drei Aktien (VW, BMW, Daimler) der großen deutschen Autobauer geschafft.
Foto: dpaPlatz 3: BASF
BASF ist der größte Chemiekonzern der Welt und die Aktie des Konzerns gilt eher als konservativ. Doch wetten kann man damit trotzdem gut. Insgesamt wechselten Zertifikate im Wert von 260 Millionen Euro den Besitzer.
Foto: dpaPlatz 2: Euro Stoxx 50
Weit vor dem dritten Platz hält sich der Index der 50 größten Unternehmen der Euro-Zone. Deutsche Anleger wetteten intensiv auf den Euro Stoxx 50. Insgesamt wurden mit diesem Basiswert Zertifikate im Wert von 1,37 Milliarden Euro gehandelt. Mit großem Abstand war das Bonus-Zertifkat das meistgehandelte mit einem Volumen von 630 Millionen Euro.
Foto: dpaPlatz 1: Dax
Der deutsche Leitindex Dax bleibt der Liebling der Deutschen. Auf keinen anderen Wert wurde im ersten Halbjahr 2013 so gewettet. Insgesamt wurden Zertifikate im Wert von 2,46 Milliarden Euro gehandelt. Den größten Anteil bildeten dabei Discount-Zertifikate im Volumen von 616 Millionen Euro.
Foto: dpa
Hickey: Warum? Keine einzige Prognose war je richtig. Es werde nie ein Hypothekenproblem geben, behauptete sie. Auch die Blase am US-Häusermarkt hielt sie für ausgeschlossen. Und sie schuf die Technologieblase. Die Fed hat alle unsere Probleme geschaffen; auch die heute vielfach gigantischen Bewertungen spekulativer Aktien gehen auf ihre Kappe. Und sie wird die Schuld tragen an dem Crash, der notgedrungen folgt.
Cohen: Erklären Sie mir, warum die Fed die Technologieblase erzeugt hätte.
Hickey: Das hat sie.
Cohen: Dazu haben andere Faktoren genauso beigetragen, etwa die überbordende Begeisterung der Anleger für alles, was mit dem Internet zu tun hatte, aber erst nach dem Jahr 2000 Wirklichkeit wurde. Sie übersehen auch, dass die Regierung den Unternehmen zur Vorbereitung der Computer auf die Jahrtausendwende enorme Steuererleichterungen einräumte.
Hickey: Da zerbrach sich die Fed den Kopf über ein Problem, das es nicht gab.
Cohen: Hat sich nur die Fed diese Sorgen gemacht?
Hickey: Nein, aber sie hat 50 Milliarden Dollar ins Finanzsystem gepumpt und damit der Börsenrally ein dickes Sahnehäubchen aufgesetzt.
Können wir zurück ins Jahr 2014?
Rogers: Manchmal kann man eine Blutung schon im Rettungswagen stoppen; und genau das gelang der Fed mitten in der Finanzkrise.
Zulauf: Brian, sie handelte wie ein Feuerwehrmann, der den Brand löscht, den er gelegt hat.
Rogers: Manchmal, Felix, muss man das verdammte Feuer einfach löschen.
Black: Auch ein Grund für den Schlamassel, in dem wir stecken, waren zwei Kriege, für die uns die Mittel fehlten. In den Irak zogen die USA zum ersten Mal überhaupt in einen Krieg, ohne die Steuern zu erhöhen. Als Präsident Bush 2001 ins Amt kam, hatten wir Überschüsse, so weit das Auge reichte. Er hat sie verprasst, und die Verschuldung begann zu steigen.
Hickey: Historisch steht hinter jeder Blasenbildung leicht verfügbares Geld.
Zulauf: Das ist das Problem mit einem Papiergeldsystem. Aber das ist nun einmal unser System, und wir werden und können es nicht ändern. Für den Durchschnittsmenschen ändert die Zeit in so einem System nie etwas zum Besseren, nur zum Schlechteren.
Gross: In diesem Punkt stimme ich Felix zu. Die Zentralbanken stehen im Zentrum des Papiergeldsystems. Es basiert auf Krediten, die im Idealfall für produktive Zwecke eingesetzt werden. In den letzten 10 oder 20 Jahren wurde das Geld aber nicht für Investitionen in die Realwirtschaft, sondern für spekulative Zwecke verwendet, nämlich um die Finanzmarktpreise höher zu treiben. Jetzt bekommen wir die Rechnung serviert.
Zulauf: Ex-Fed-Chef Paul Volcker hinterließ Alan Greenspan saubere Verhältnisse. Greenspan hat die Sache vergeigt, Bernanke hat sie vergeigt, und Yellen wird wohl auf die gleiche Tour weitermachen.
Genug! Meryl, wie lautet Ihre Prognose?
Witmer: Die US-Wirtschaft könnte drei Prozent Wachstum schaffen, vielleicht ein wenig mehr. Der Unternehmenssektor ist gut unterwegs. Billige Energie trägt zum Wachstum bei. Produzierende Unternehmen kommen wieder aus dem Ausland in die USA zurück. Aktien sind allerdings nicht billig. Derzeit gibt es Debatten über Gewinnmargen. Sie sind unhaltbar hoch, daher könnten Aktien schon bald teurer erscheinen.
53 Prozent ohne Finanzbildung
Mehr als die Hälfte der Deutschen gibt an, keine Finanzbildung erhalten zu haben. Dies ergab eine Umfrage der Ing-Diba in Zusammenarbeit mit Ipsos Marktforschung. Auf die Frage: „Haben Sie jemals Finanzbildung erhalten?“ antworteten 53 Prozent der Deutschen mit „Nein“, was die höchste Quote unter den befragten Ländern war. Für finanziell besser gebildet halten sich dagegen...
Foto: dpa...die Polen. Dort antworteten nur 39 Prozent mit „Nein“. Auf Platz zwei landete Luxemburg. Dort gaben 42 Prozent an, keinerlei Finanzbildung erhalten zu haben.
Foto: dpaAlle wollen sie, kaum einer kriegt sie
In Großbritannien fordern 88 Prozent der Befragten Finanzbildung in der Schule. Doch nur zwölf Prozent haben sie auch wirklich erhalten. In Deutschland wünschen sich 78 Prozent, dass Finanzbildung in der Schule vermittelt wird. Jedoch nur 18 Prozent bekamen diese auch in der Schule. Damit haben etwa 40 Millionen Erwachsene keinerlei Finanzbildung in der Schule erhalten.
Foto: dpaFrauen kennen sich besser aus
Auf die Frage: „Wer kann besser Geld verwalten, Mann oder Frau?“ antworteten in Deutschland 25 Prozent mit „Frau“ und 14 Prozent mit „Mann“. 54 Prozent gaben an, dass es keinen Unterschied gebe. Die größte Differenz bei dieser Frage gab es...
Foto: dpa...in der Türkei. Dort sagten 46 Prozent, dass Frauen Geld besser verwalten könnten, 30 Prozent stimmten für die Männer. 20 Prozent gaben an, es gebe keinen Unterschied. In allen befragten Ländern lief es auf dasselbe hinaus: Frauen können es besser.
Foto: dpaDie wenigsten Unterschiede zwischen Mann und Frau sahen die Luxemburger und die Österreicher. Hier gaben 58 Prozent an, dass es zwischen Männern und Frauen keinen Unterschied in der Finanzkompetenz gebe.
Foto: dpaDie eigene Bank via Social Media kontaktieren? In Deutschland noch eine Seltenheit. Nur 20 Prozent der Deutschen gaben an, dass sie ihre Bank oft per Social Media ansprechen würden. 73 Prozent antworteten mit „selten/nie“. Anders ist dies dagegen in...
Foto: REUTERS...in Südeuropa. So gaben 50 Prozent der Türken an, ihre Bank oft via Social Media zu kontaktieren. In Rumänien sind es 49 Prozent und in Spanien 38 Prozent, die Social Media oft als Kontaktkanal nutzen.
Foto: REUTERSAuch in anderer Hinsicht passt bei den Deutschen Social Media mit Finanzen wenig zusammen. So erkundigen sich nur acht Prozent der Deutschen in sozialen Netzwerken, bevor sie ein Konto eröffnen. In Polen sind es dagegen 21 Prozent. Am wenigsten halten von Social Media als Informationsquelle die Luxemburger. Dort informieren sich nur drei Prozent über soziale Netzwerke bezüglich ihres Kontos.
Die gesamte Ing-Diba-Studie kann hier heruntergeladen werden: https://www.ing-diba.de/imperia/md/content/pw/content/presse/pressemeldungen/2013/ing_diba_studie_2013.pdf
Foto: dpa
Fallen die Margen?
Zulauf: Die Unternehmen im S&P 500 erwirtschaften etwa die Hälfte ihrer Erträge im Ausland. Steigt der Dollar gegenüber anderen Währungen, fallen die Gewinnspannen.
Cohen: In einem normalen Zyklus kommen die Margen in dem Maß unter Druck, in dem die Inflation und die Arbeits-, Energie- und sonstigen Kosten steigen. Wie sich aus unserem Gespräch erkennen lässt, dürfte das 2014 kein Thema sein.
Gross: Aber langfristig stellt sich hier ein enormes Problem. Der Gewinnkuchen wird zwischen Unternehmen, Arbeitern und dem Staat aufgeteilt. In den vergangenen 40 Jahren hat sich der Anteil der Arbeiter zunehmend verkleinert. Letztlich, wenn auch vielleicht nicht im Jahr 2014, wird es eine Neuausrichtung geben.
Zulauf: Das Gleiche gilt für andere Industrieländer.
Rogers: Ich würde nicht auf weitere Margensteigerungen wetten– ich wette nie auf etwas, was auf Rekordniveau ist.
Und was ist, wenn die Margen fallen? Gibt es dann sonst noch etwas, das verhindert, dass Aktien plötzlich als überteuert entlarvt werden?
Gross: 20 bis 30 Prozent der Margenverbesserungen verdanken Unternehmen den niedrigeren Zinsen. Wenn die Zinsen ihren Tiefpunkt tatsächlich im Jahr 2012 erreicht haben, müssen die Margen unter Druck kommen.
Gabelli: Die USA haben mit derzeit 35 Prozent mit die höchsten Unternehmenssteuersätze weltweit. Die könnten gesenkt werden, das würde die Rentabilität der Unternehmen steigern. Sie könnten auch den Verschuldungsgrad erhöhen und so die Eigenkapitalrentabilität verbessern. Es gibt eine Menge Möglichkeiten.
Sind Aktien zu teuer?
Black: Die Konsensschätzung der Analysten für den Durchschnittsgewinn im S&P 500 für 2014 lautet auf 121,50 Dollar gleich gut 13 Prozent Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Das ist absurd hoch. Meine Schätzung liegt bei 116 Dollar. Beim jüngst erreichten Hoch von 1842 Punkten notierte der S&P 500 dann beim 15,9-Fachen des erwarteten Gewinns. Historisch gesehen ist dies eine einigermaßen faire Bewertung. Der Mittelwert in der Nachkriegszeit liegt beim 16-Fachen. Das vom Russel-2000-Index abgebildete Segment der kleineren Aktien notiert zum 22-Fachen des für das laufende Jahr erwarteten Gewinns, das der mittelgroßen Aktien zum 21,1-Fachen. Mario würde sagen, man kann immer billige Aktien finden. Large Caps sind derzeit jedenfalls viel günstiger als die Aktien kleiner oder mittelgroßer Unternehmen. Ich rechne mit anhaltend niedrigen Zinsen, weil Yellen einen sanften Kurs fahren wird. Mit reinvestierter Dividende ist im S&P 500 eine Gesamtrendite von 10 bis 15 Prozent möglich. Entgleisen könnte der Markt, wenn sich Demokraten und Republikaner nicht über die Anhebung der Schuldenobergrenze einig werden oder wenn Israel den Iran angreift oder die Fed die Anleihekaufprogramme abrupt beendet. Aber die Geschichte zeigt, dass sich die Börse, wenn sie im Jahr zuvor 20 oder mehr Prozent plus gemacht hat, im Folgejahr gut entwickelt.
Oscar, im Vorjahr haben Sie in dieser Runde für 2013 eine extrem optimistische Aktienprognose gegeben. Sie haben es gut getroffen. Wie sehen Sie 2014?
Oscar Schafer: Ökonomen und Aktienanalysten leiden an einem professionellen Minderwertigkeitskomplex. Ich nenne das Neid auf die exakten Wissenschaften. Dieser Neid entsteht, wenn die Leute zu Dingen, die sich nicht messen lassen, wissenschaftlich exakte Prognosen stellen wollen. Deshalb bin ich, auch wenn Scott alles mit Zahlen belegt, viel optimistischer als er, weil die Arbeitskosten relativ niedrig sind. Die US-Industrieproduktion wird sich besser als erwartet entwickeln, und der Aktienmarkt wird ebenfalls auf Kurs bleiben. Niemand in dieser Runde hätte im Vorjahr gedacht, dass die Aktienkurse so stark klettern würden. Die Rede war von bis zu fünf Prozent. Inzwischen sind Aktien teurer, aber es gibt Kaufgelegenheiten. Akute Blasengefahr besteht nicht, weil zu viel Besorgnis herrscht – über das US-Haushaltsdefizit, den Nahen Osten und so weiter.
Tagesgeld gehört bei deutschen Sparern zu einer der beliebtesten Geldanlagen, schließlich gilt es als eine der sichersten Formen des Sparens. Gleichzeitig bleiben die Sparer flexibel, das Geld ist täglich verfügbar. Das ist gerade für jüngere Anleger ein entscheidender Vorteil. Drohen einmal unvorhergesehene hohe Ausgaben, kann auf die Reserven auf dem Tagesgeldkonto zugegriffen werden.
Foto: gmsEinen Haken gibt es allerdings, denn die Sicherheit des Tagesgeldkontos hat für Anleger ihren Preis. Die Zinsen sind immer weiter gesunken, zieht man die aktuelle Preissteigerung ab, bleiben für Anleger kaum Zinserträge übrig. Im Gegenteil, bei einigen Anbietern sind nach inflationsbereinigt sogar Verluste möglich.
Foto: dpaAm Markt wimmelt es an Angeboten für Tagesgeldkonten. Mit Hilfe eines Tagesgeldrechners lassen sich die Angebote am besten miteinander vergleichen. Rechner wie der von WirtschaftsWoche Online zeigen nicht nur die besten Angebote für Neukunden, sondern auch für Kunden, die bereits ein Konto bei der jeweiligen Bank haben.
Foto: dpaAktuell bietet RaboDirect, die Direktbanktochter der niederländischen Rabobank, mit 1,85 Prozent die höchsten Zinsen für Bestandskunden mit einer Anlagesumme von 10.000 Euro. Für dreimonatige Einlagen in Höhe von 10.000 Euro zahlt die Bank also rund 46 Euro Zinsen und ist damit Spitzenreiter.
Foto: REUTERSEtwas besser sieht es für Neukunden aus. Hier zahlt Wüstenrot immerhin zwei Prozent Zinsen auf die Einlagen der Sparer. Normalerweise liegen die Zinssätze für Neukunden etwas über denen für Bestandskunden. So soll den Verbrauchern die Eröffnung eines neuen Kontos schmackhaft gemacht werden. Von diesem Neukundenbonus sollten Anleger sich aber nicht blenden lassen, denn nach den ersten Monaten fällt der erzielte Zins normalerweise auf das Niveau der Bestandskunden zurück. Einziger Ausweg: Der erneute Wechsel des Anbieters.
Foto: dpaNeben der RaboDirect bietet auch die Renault Bank einen Zinssatz von 1,85 Prozent. Erst seit wenigen Tagen bietet die Hausbank des französischen Autoherstellers über ihre deutsche Zweigstelle ein Tagesgeldkonto an. Auch andere Auto-Banken sind auf dem Markt aktiv, beispielsweise die VW-Bank oder die Hausbank von BMW.
Foto: REUTERSInsgesamt sind auf dem Markt für Tagesgeldkonten viele Auslandsbanken aktiv. Dazu gehören neben der niederländischen ING DiBa auch die Bank of Scotland oder die ebenfalls aus den Niederlanden stammende Moneyou. Die ausländischen Banken bieten in der Regel vergleichsweise hohe Zinsen. Sie sammeln das Geld der deutschen Sparer ein und nutzen es dann zur Refinanzierung.
Foto: dpaGrundsätzlich entscheidet der Zins darüber, ob das Tagesgeldkonto einer schottischen oder niederländischen Bank den Vorrang vor einer deutschen Bank bekommt. Allerdings sollten sich Anleger vorher erkundigen, in welcher Höhe die Einlagen der Bankkunden besichert sind. In Deutschland besteht der Einlagensicherungsfonds, dem neben den deutschen Banken auch einige Töchter von Auslandsbanken angehören. Dieser freiwillige Sicherungsfonds ist eine Ergänzung zur gesetzlichen Absicherung. Jeder Mitgliedstaat der EU ist im Falle einer Bankenpleite zu einer Entschädigung von bis zu 100.000 Euro verpflichtet.
Foto: dapdIm Schnitt sind die Zinsen bei Filialbanken geringer als bei Direktbanken. Viele zahlen nur noch zwischen 0,3 und 0,8 Prozent für die Einlagen der Sparer auf den Tagesgeldkonten. Besserung ist nicht in Sicht, in den vergangenen Wochen hat keine Bank ihre Zinsen erhöht, lediglich Zinssenkungen waren zu beobachten.
Foto: dpaIm Moment sieht es nicht danach aus, als ob die Zinsen der Banken für Tagesgeld in naher Zukunft stark steigen würden. Denn an Liquidität fehlt es den Geldinstituten nicht, im Gegenteil: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat genug Geld ins System gepumpt. Auf das Geld der Sparer sind die Banken damit kaum angewiesen, hohe Zinsen als Lockmittel sind daher unnötig.
Foto: dapd
Hickey: Solange die Fed weiter Geld druckt, kann die Börse weiter steigen. Die starken Schwankungen aber werden zurückkehren, ausgelöst von einem geopolitischen Ereignis, einer Zuspitzung in den Schwellenländern oder einer stark bremsenden Fed. Dann purzeln die Kurse sicher, aber dann wird Anleihekaufprogramm QE5 folgen und der Markt flugs wieder steigen. Normalerweise würde ich, wie 2000 und 2007, wegen der hohen Bewertungen der Tech-Werte auf fallende Kurse setzen. Aber ich kann nicht, denn die Kurse werden weiter steigen. Irgendwann in diesem Jahr werden sie kräftig einbrechen, doch letztlich dürfte der Markt das Jahr dort beenden, wo er derzeit steht.
Rogers: Ich rechne mit einer Fortsetzung der Aktienrückkäufe. Das wird der Börse nützen. Aber die Verantwortlichen in den Vorstandsetagen haben ein notorisch schlechtes Händchen, wenn es um das richtige Timing von Rückkäufen geht; sie kaufen gerne, wenn die Kurse hoch sind. Und wo immer ich hingehe, fragen mich die Leute, wann mit dem nächsten Börsengang eines US-Unternehmens zu rechnen sei. In manchen Einzelbereichen herrscht irrationaler Überschwang, aber generell könnten die Aktienkurse weiter steigen. Unter dem Strich erwarte ich eine Gesamtrendite von sieben Prozent. Im Vergleich zu anderen Anlagen ist das ordentlich.
Gross: Die Zeiten, in denen man mit Aktien schnell reich werden konnte, sind vorbei; die Zeiten, in denen man langsam reich werden konnte, könnten auch schon vorbei sein.
Welche Alternativen gibt es?
Gross: Das ist der Punkt. Die Aktienrenditen könnten bei rund fünf Prozent liegen, die Anleiherenditen bei etwa drei Prozent. Wenn man Geld für die Uni oder die Rente sparen will, ist das nicht viel. Damit kann man seine Rechnungen nicht zahlen.
Tagesgeld gehört bei deutschen Sparern zu einer der beliebtesten Geldanlagen, schließlich gilt es als eine der sichersten Formen des Sparens. Gleichzeitig bleiben die Sparer flexibel, das Geld ist täglich verfügbar. Das ist gerade für jüngere Anleger ein entscheidender Vorteil. Drohen einmal unvorhergesehene hohe Ausgaben, kann auf die Reserven auf dem Tagesgeldkonto zugegriffen werden.
Foto: gmsEinen Haken gibt es allerdings, denn die Sicherheit des Tagesgeldkontos hat für Anleger ihren Preis. Die Zinsen sind immer weiter gesunken, zieht man die aktuelle Preissteigerung ab, bleiben für Anleger kaum Zinserträge übrig. Im Gegenteil, bei einigen Anbietern sind nach inflationsbereinigt sogar Verluste möglich.
Foto: dpaAm Markt wimmelt es an Angeboten für Tagesgeldkonten. Mit Hilfe eines Tagesgeldrechners lassen sich die Angebote am besten miteinander vergleichen. Rechner wie der von WirtschaftsWoche Online zeigen nicht nur die besten Angebote für Neukunden, sondern auch für Kunden, die bereits ein Konto bei der jeweiligen Bank haben.
Foto: dpaAktuell bietet RaboDirect, die Direktbanktochter der niederländischen Rabobank, mit 1,85 Prozent die höchsten Zinsen für Bestandskunden mit einer Anlagesumme von 10.000 Euro. Für dreimonatige Einlagen in Höhe von 10.000 Euro zahlt die Bank also rund 46 Euro Zinsen und ist damit Spitzenreiter.
Foto: REUTERSEtwas besser sieht es für Neukunden aus. Hier zahlt Wüstenrot immerhin zwei Prozent Zinsen auf die Einlagen der Sparer. Normalerweise liegen die Zinssätze für Neukunden etwas über denen für Bestandskunden. So soll den Verbrauchern die Eröffnung eines neuen Kontos schmackhaft gemacht werden. Von diesem Neukundenbonus sollten Anleger sich aber nicht blenden lassen, denn nach den ersten Monaten fällt der erzielte Zins normalerweise auf das Niveau der Bestandskunden zurück. Einziger Ausweg: Der erneute Wechsel des Anbieters.
Foto: dpaNeben der RaboDirect bietet auch die Renault Bank einen Zinssatz von 1,85 Prozent. Erst seit wenigen Tagen bietet die Hausbank des französischen Autoherstellers über ihre deutsche Zweigstelle ein Tagesgeldkonto an. Auch andere Auto-Banken sind auf dem Markt aktiv, beispielsweise die VW-Bank oder die Hausbank von BMW.
Foto: REUTERSInsgesamt sind auf dem Markt für Tagesgeldkonten viele Auslandsbanken aktiv. Dazu gehören neben der niederländischen ING DiBa auch die Bank of Scotland oder die ebenfalls aus den Niederlanden stammende Moneyou. Die ausländischen Banken bieten in der Regel vergleichsweise hohe Zinsen. Sie sammeln das Geld der deutschen Sparer ein und nutzen es dann zur Refinanzierung.
Foto: dpaGrundsätzlich entscheidet der Zins darüber, ob das Tagesgeldkonto einer schottischen oder niederländischen Bank den Vorrang vor einer deutschen Bank bekommt. Allerdings sollten sich Anleger vorher erkundigen, in welcher Höhe die Einlagen der Bankkunden besichert sind. In Deutschland besteht der Einlagensicherungsfonds, dem neben den deutschen Banken auch einige Töchter von Auslandsbanken angehören. Dieser freiwillige Sicherungsfonds ist eine Ergänzung zur gesetzlichen Absicherung. Jeder Mitgliedstaat der EU ist im Falle einer Bankenpleite zu einer Entschädigung von bis zu 100.000 Euro verpflichtet.
Foto: dapdIm Schnitt sind die Zinsen bei Filialbanken geringer als bei Direktbanken. Viele zahlen nur noch zwischen 0,3 und 0,8 Prozent für die Einlagen der Sparer auf den Tagesgeldkonten. Besserung ist nicht in Sicht, in den vergangenen Wochen hat keine Bank ihre Zinsen erhöht, lediglich Zinssenkungen waren zu beobachten.
Foto: dpaIm Moment sieht es nicht danach aus, als ob die Zinsen der Banken für Tagesgeld in naher Zukunft stark steigen würden. Denn an Liquidität fehlt es den Geldinstituten nicht, im Gegenteil: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat genug Geld ins System gepumpt. Auf das Geld der Sparer sind die Banken damit kaum angewiesen, hohe Zinsen als Lockmittel sind daher unnötig.
Foto: dapd
Felix, kaufen Anleger US-Aktien, oder schauen sie sich im Rest der Welt um?
Zulauf: Der US-Markt ist historisch hoch bewertet, aber die Bewertungen allein lassen noch keinen Bärenmarkt entstehen. Auch die Stimmung ist stark positiv, professionelle Vermögensverwalter haben hohe Aktienengagements. Nach einem mehrere Jahre dauernden Bullenmarkt ist das Karriere- und Geschäftsrisiko so hoch, dass jeder, der nicht investiert ist, längst Probleme bekommen würde. Wir wissen nicht, wann der Markt kippen wird, aber die weltweite Lage ist fragiler geworden. In Asien nimmt das Säbelrasseln zwischen China und Japan zu. Die chinesische Konjunktur schwächelt stärker als generell wahrgenommen. Chinesische Statistiken sind auf Autopilot gestellt, man kann ihnen kein Vertrauen schenken. China dürfte in diesem Jahr drei bis vier Prozent wachsen. Die Zinssätze sind gestiegen, nicht weil die chinesische Zentralbank die Zügel strafft, sondern weil Kredite schwerer zu bekommen sind. Es gibt dort eine Kreditblase. Wenn in China etwas schiefläuft, könnte dies zu einer Panik auf anderen Aktienmärkten führen. Die Russland- und die Asienkrise in den späten Neunzigern etwa ließen den US-Markt in wenigen Wochen um 25 Prozent absacken. Der Markt wird im ersten Quartal ein Hoch aufbauen. In den folgenden Monaten aber gibt es Spielraum für eine solche Panik.
Kann Chinas Zentralbank nicht einschreiten?
Zulauf: Wenn sie mehr Liquidität in den Markt pumpt, fällt die Währung. Dazu kommt in China ein soziales Problem, die chinesische Variante von sozialer Sicherheit. Sie verlangt, dass Eltern einem Sohn zur Hochzeit eine Wohnung schenken unter der Voraussetzung, dass das junge Paar im Alter für die Eltern sorgen wird. Da nun die Immobilienpreise steigen, können sich weniger Leute eine Wohnung leisten. China kann die Geldmenge nicht explodieren und die Immobilienpreise weiter steigen lassen. Die Regierung handelt klug.
Schön, da kann man ihr nur Glück wünschen.
Zulauf: Wenn an der Börse eine Panik ausbricht und der S&P 500 auf 1600 Punkte fällt, ist es mit der Drosselung vorbei. Alle Zentralbanken werden Liquidität in die Märkte pumpen. Manche werden erstmals Aktien kaufen. Die Angst vor dem systemischen Risiko ist allerorten groß.
Gross: Die globale Wirtschaft bleibt hoch verschuldet, ohne irgendeine Sicherheitsmarge. Politische Optionen wurden schon ausgeschöpft. Wegen der hohen Verschuldung könnte schon der Flügelschlag eines Schmetterlings eine globale Krise auslösen.
Zulauf: Diesen Schmetterlingseffekt hat man schon erlebt, als die Fed die geplante Drosselung nur andeutete. Die Schwellenländer wurden rasch zum Opfer. Aktuell sagen alle, Alternativen zu Aktien gebe es nicht. Gold hat in den letzten zwei Jahren nicht funktioniert.
Marc, was überlegen Sie?
Gabelli: Er kratzt gerade seinen Optimismus zusammen.
Faber: Ich neige zur Ansicht von Felix, der in China vier Prozent Wachstum erwartet. Das chinesische Wachstum hat immense Bedeutung für die Schwellenländer; nicht so das amerikanische, denn die USA sind eine Dienstleistungsökonomie. Mitte der Achtziger unternahmen weniger als drei Millionen Chinesen Auslandsreisen; heute sind es 100 Millionen, und man sieht kaum mehr US-Touristen in Asien.
Verraten Sie uns noch Ihre Empfehlungen für den US-Markt?
Faber: Alle Vermögenspreise sind exorbitant hoch, sei dies ein Picasso, ein Warhol oder das Penthouse von Steve Cohen.
Der Hedgefondsmanager will dafür 100 Millionen Dollar...
Faber: Wir befinden uns in einer Blase. Wir sind die Blase. Die Frage ist nur, welche Vermögenswerte weniger betroffen sein könnten. In den USA sind die Preise hoch, verglichen mit dem europäischen Markt und den Schwellenländern. Ausgehend von den heutigen globalen Aktienbewertungen ist in den nächsten sieben bis zehn Jahren wenig bis gar nichts zu erwarten. Mexikos Börse ist von 1984 bis 1987 um das 343-Fache gestiegen, weil sie Geld gedruckt haben. Dann brach die Währung zusammen. Der Dollar kann nicht zusammenbrechen, also wird Gold in den Vordergrund treten.
Was ist mit Anleihen?
Faber: Ein gut gemanagter Anleihefonds könnte bessere Ergebnisse erzielen als der Aktienmarkt. Dieser hat seit Oktober 2011 keine Korrektur über elf Prozent mehr gesehen. Die Begeisterung für die US-Börse erinnert mich an Indonesien und Thailand vor gut neun Monaten. Seither haben diese Märkte über ein Drittel nachgegeben. Inzwischen ist es zu spät, um noch in den US-Markt zu investieren, aber zu früh für die Schwellenländer. Sie sind nicht so unglaublich billig, mit Ausnahme vielleicht von Vietnam und Irak, und es könnte weitere Kapitalabflüsse geben. Ich würde eher Immobilien kaufen als Aktien.
Zulauf: Die starken Aktienmärkte sind überkauft und könnten fallen; die schwachen haben noch nicht aufgehört zu fallen. Die Situation erinnert an die späten Neunzigerjahre und den Ausbruch der Asien- und der Russlandkrise. Wichtig in unserem Zusammenhang ist, dass es damals außerhalb Asiens keine Rezession gab, aber die Anleger wurden weltweit von Panik erfasst. Derzeit rentieren zehnjährige US-Regierungsanleihen mit rund drei Prozent, deshalb will ich diese Papiere kaufen. Generell sehe ich den Anleihemarkt nach 30 Jahren fallender Renditen mit kritischen Augen, aber Zehnjährige sind von 1,4 Prozent auf 3,0 Prozent geklettert und könnten leicht um 75 bis 100 Basispunkte nachgeben. Der Dollar wird gegenüber den meisten übrigen Währungen an Wert gewinnen, und die Zeit ist günstig für Gold, das komplett daniederliegt. Gold ist der meistgehasste Vermögenswert. Gibt es eine Panik, wird es kräftig steigen.
Black: Warum soll Gold steigen, wenn es keine Inflation gibt?
Zulauf: Mit Gold kann man sich gegen viele Risiken absichern. Inflation ist nur eines. Eine Panik wird systemische Ängste wiederbeleben. Wer Gold verkaufen wollte, hat es bereits getan. Im vergangenen Jahr hat China die gesamte globale Produktion an physischem Gold aufgekauft. Westliche Investoren, Vermögensverwalter, börsengehandelte Fonds, alle haben ihr Gold in einer dramatischen Liquidationswelle verkauft. Physisches Gold ist aus westlichen in östliche Hände gewandert. Ich habe Goldaktien schon seit sieben oder acht Jahren nicht mehr empfohlen. Jetzt ist die Zeit reif für einen Einstieg.
Abby, welche Aktien interessieren Sie?
Cohen: Mitte 2013 gab es ein paar Wendepunkte, Veränderungen, die uns einige Zeit begleiten könnten. Die Verlagerung weg von liquiditätsgetriebenen Märkten hin zu Märkten, die stärker vom Wachstum der Konjunktur, der Unternehmenserträge und von Aktienmarktbewertungen bestimmt werden. Die besten Aktien waren zuvor jene von Unternehmen mit starken Bilanzen, die Dividendenerhöhungen und Aktienrückkäufe möglich machten. In den USA hat sich die Rally auf Wachstumsaktien verlagert. Wir haben heute wiederholt gehört, der US-Aktienmarkt sei der teuerste weltweit. Doch die Konjunkturaussichten sind weit besser als in Europa und Japan. Und 2013 lag die Eigenkapitalrendite im S&P 500 bei 14,2 Prozent, aber bei nur 8,4 Prozent in Europa und nur 5,3 Prozent in Japan.
Marc, Ihre Prognose?
Faber: Ich zitiere Fondsmanager John Hussmann. Bei Blasen müsse man sich entscheiden, ob man vor oder nach dem Höhepunkt als Idiot dastehen wolle. Die Signale, die früher halfen, stehen schon seit Ende 2011 auf Rot. US-Aktien sehe ich negativ, speziell kleinere Unternehmen im Index Russell 2000. Mit Ausnahme des Energiesektors verkaufen Unternehmensinsider Aktien wie verrückt, und die Unternehmen kaufen sie ihnen ab.
Zulauf: Das handeln dieselben Leute.
Faber: So ist es. Die Gewinne der Unternehmen aber werfen eine Menge Fragen auf. Wie konnten sie zum Beispiel ihre Gewinne steigern, aber ihre Pensionsfonds nicht ausreichend aufstocken?
Was machen Sie mit Ihrem eigenen Geld?
Faber: Ich habe US-Staatsanleihen gekauft und besitze eine Menge Bargeld.
Gabelli: In welcher Währung?
Faber: Vorwiegend in US-Dollar; zum Teil Singapur-Dollar und Malaysische Ringgit.
Black: Sie trauen der Fed nicht, halten aber den Großteil Ihres Vermögens in US-Dollar?
Faber: Ich habe kein Vertrauen in Papiergeld, Punkt. Demnächst wird es auch bei Goldaktien hohe Insider-Käufe geben. Gold hat sich extrem schwach entwickelt. Vielleicht fällt der Preis noch ein wenig, aber Anleger, wie auch die Mitglieder dieser Runde, sollten etwas Gold haben. Rund 20 Prozent meines Vermögens stecken in Gold. In meinem Portfolio bewerte ich es nicht einmal. Wenn der Goldpreis 30 Prozent klettert, könnten Goldminenaktien 120 Prozent steigen. Sie bewegen sich bereits. Ich persönlich besitze physisches Gold, weil das bestehende System in sich zusammenbrechen wird. Wer Papierwerte hat, ist dann verloren.
Zulauf: Können Sie den Zeitpunkt dieses Zusammenbruchs genauer spezifizieren?
Faber: Genießen wir unser Abendessen heute. Es kann schon morgen krachen. In China ist die Umweltverschmutzung so schlimm geworden, dass Leute mit Kindern das Land verlassen. Manchmal brechen ganze Städte zusammen. In Hongkong oder in Shanghai gibt es kaum mehr einen Tag mit klarem Himmel. In der Landwirtschaft herrscht Chaos, weil das Grundwasser absinkt. Die Agrarpreise sind massiv gefallen, ungeachtet des vielen frisch gedruckten Geldes. Inzwischen sind Soja, Mais und Weizen wieder auf einem vernünftigen Niveau. Ich empfehle die Aktie eines Agrobusiness-Unternehmens, das sich auf Palmölprodukte und Zucker spezialisiert hat.
Cohen: Der hohe Anteil an gesättigten Fettsäuren im Palmöl gilt als gefährlich. Die Lebensmittelindustrie will weg vom Palmöl. Macht Ihnen das keine Sorgen?
Gabelli: Er trinkt und raucht, also was kümmert ihn das?
Faber: Nach allem, was ich weiß, gibt es heute keine gesunden Lebensmittel mehr.
Wo investieren Sie noch?
Faber: Ich rate noch zu Leerverkäufen von Wachstumsaktien, darunter Tesla Motors, Netflix, Facebook, Twitter, Veeva Systems und 3D Systems. Das sind vielleicht gute Unternehmen, aber überteuert.
Gross: Die Kurse sind gestiegen, weil die Fed laufend Schecks ausstellt, in der Größenordnung von einer Billion Dollar im Jahr. Anleger sollten sich fragen, wer noch kauft, wenn sich die Fed zurückzieht. Es gibt nur zwei Kategorien von Käufern: den Privatmarkt und die Zentralbanken. Der private Markt trat 2013 vorwiegend mit Rückkäufen eigener Aktien seitens der Unternehmen in Erscheinung. Ich zitiere Will Rogers, den berühmten Komiker und Journalisten. In der Depression kümmere ihn nicht so sehr, was sein Geld abwerfe, sondern nur, dass er es zurückbekomme. In diesem Jahr laufen Anleger bei allen Vermögenswerten Gefahr, ihr Geld nicht wiederzusehen, nicht nur bei Anleihen.
Faber: Glauben Sie wie ich an die Möglichkeit, dass die Fed ihre Ankäufe in den kommenden zwei Jahren auf monatlich 200 Milliarden Dollar ausdehnt?
Gross: Das passiert nur in Ihrer Welt. Aber komplett von der Hand weisen kann ich Ihre Untergangsprognosen nicht.