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Skandal bei Fast-Food-KetteKurswechsel bei Burger King lässt Fragen offen

Burger King reagiert endlich auf die skandalösen Zustände in vielen Filialen und setzt den Geschäftsführer Ergün Yildiz ab. Trotzdem bleiben viele Fragen offen. Will das Unternehmen nur den Imageschaden begrenzen?KOMMENTAR von Oliver Voß 06.05.2014 - 12:00 Uhr
Foto: dapd

Platz 20: Metro Group (Konzerngastronomie)

Zur Konzerngastronomie der Metro Group gehören Dinea und Metro C&C. Sie machten im vergangenen Jahr zusammen einen geschätzten Umsatz von 111 Millionen Euro. Beim Ranking der größten Systemgastronomie-Unternehmen in Deutschland landet der Konzern mit insgesamt 110 Betrieben auf dem 20. Rang – eine Verschlechterung um vier Plätze.

Foto: Presse

Platz 19: Kuffler Gruppe

Mit der Kurhaus Gastronomie Käfer’S in Wiesbaden, dem Münchner Restaurant Spatenhaus an der Oper, oder dem asiatischen Restaurant Mangostin bringt es die Kuffler Gruppe im Vergleich der Systemgastronomen ebenfalls unter die Top 20 – und das mit gerade einmal 45 Betrieben. Bewertet wird schließlich nach Umsatz und der betrug im vergangenen Jahr 112 Millionen Euro. Das sind übrigens 9,5 Millionen mehr als 2011. Da dürfte sich auch der Chef freuen, wie hier im Kuffler Weinzelt auf dem Oktoberfest.

Foto: dpa Picture-Alliance/Schellneg

Platz 18: Marché Int./Mövenpick

Mövenpick-Eis und Speisen bei Marché bringen die Unternehmensgruppe mit Schweizer Wurzeln auf einen Umsatz von 113,1 Millionen Euro. Dabei setzt Marché Int./Mövenpick auf deutlich weniger Restaurants und Cafés: Gerade einmal 28 Betriebe zählte die Wirtschaftsfachzeitschrift „food service“. Dabei ist die Gruppe im Vergleich zum Vorjahr noch geschrumpft: 2011 waren es noch 29 gewesen.

Foto: Screenshot

Platz 17: Deutsche Bahn AG

Den Kaffee im ICE oder das Croissant im Bahnhof? Die Deutsche Bahn selbst bietet diesen Service schon lange an – und offenbar auch erfolgreich, denn Zugcatering und die ServiceStores brachten dem Unternehmen 2012 einen Umsatz von 114,1 Millionen Euro – eine leichte Steigerung im Vergleich zum Vorjahr.

Foto: Creative Commons-Lizenz

Platz 16: Joey’s Pizza Service (Deutschland)

Der Pizzaservice „Joey’s“ startete 1988 mit einer Filiale in Hamburg. Mittlerweile können Kunden in vielen deutschen Städten Pizza bei dem Franchiseunternehmen bestellen. Insgesamt 203 Läden gibt es, davon sich 198 Franchise-Stores. Zusammen erwirtschafteten sie im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von 120,2 Millionen Euro.

Foto: Presse

Platz 15: Starbucks Coffee Deutschland

Ein US-Import ist bekanntermaßen die Kaffeekette Starbucks, die 1971 in San Francisco gegründet wurde. Seit 2002 verkauft das Unternehmen auch in Deutschland Frappuccinos und Co. Im Vergleich mit allen Gastronomieunternehmen auf dem deutschen Markt, hält sich Starbucks auf dem gleichen Platz wie im vergangenen Jahr – dafür mit einem geschätzten Umsatz von fünf Millionen mehr als 2011. Die mittlerweile 160 Betriebe (davon sind übrigens nur drei Franchise) brachten dem US-Unternehmen nämlich rund 125 Millionen Euro ein.

Foto: REUTERS

Platz 14: LeBuffet Restaurant & Café

Zwei Marken führt Karstadt auf dem deutschen handelsgastronomischen Markt: LeBuffet Restaurant und Café. Zusammen genommen sind das insgesamt 87 Betriebe, die schätzungsweise 130 Millionen Euro einbringen. Obwohl die Anzahl gleich geblieben ist, fiel der Umsatz um geschätzte fünf Millionen Euro. Auch im Ranking viel LeBuffet dadurch zurück: Von Platz 12 im Vorjahr auf Platz 14.

Foto: Presse

Platz 13: Block Gruppe

Die Block Gruppe verdient auf dem deutschen Markt für Systemgastronomie mit ihren Marken Block House, Elysée-Gastro, Jim Block und anderen. 141,3 Millionen Euro waren es an Umsatz im vergangenen Jahr – deutlich mehr als 2011. Gleiches gilt für die Zahl der Betriebe: Sechs Neue kamen 2012 hinzu. Dafür ging es im Ranking einen Platz nach oben.

Foto: Fotolia

Platz 12: Vapiano SE

Pasta, Pizza und Salat gibt es seit 2002 im „Fast-Casual-Prinzip“ bei Vapiano. 2012 war das Bonner Unternehmen 52 Mal in Deutschland vertreten und nahm 144,8 Millionen Euro ein. Ein Plus im Vergleich zum Vorjahr von satten 16 Millionen Euro.
Auch 2013 war Vapiano auf Erfolgskurs: 2013 konnte das Unternehmen seinen Umsatz nach eigenen Angaben im Vergleich zum Vorjahr um 10,6 Prozent in Deutschland und um 19,3 Prozent international steigern. Dazu trugen unter anderem 18 weitere Eröffnungen bei. Das Unternehmen hatte 2013 weltweit rund 9200 Mitarbeiter und über 140 Gaststätten. Rund 33,3 Millionen Gäste wurden verzeichnet.

Foto: dpa

Platz 11: Edeka Zentrale

Mit einem Bäcker-Imbiss ist auch die Einzelhandelskette Edeka im Gastronomiesektor vertreten. Schäfer’s, K&U oder Wünsche heißen die insgesamt auf 2700 geschätzten Betriebe. Damit hat Edeka unter den Top 100 mit Abstand die größte Anzahl an Betrieben. Im Ranking, das nach Umsatz listet, gibt es mit einem Gesamtumsatz von geschätzten 165 Millionen Euro aber nur Platz elf wie auch im Vorjahr.

Foto: dpa

Platz 10: Aral

Mit Kaffee, Baguettes und anderen Snacks lockt Aral Tankstellenkunden in seine PetitBistros, von denen es deutschlandweit 1.084 gibt. Obwohl der Umsatz im Vergleich zu 2011 auf 175,8 Millionen anstieg, ging es im Ranking von Platz acht abwärts. Trotzdem schafft Aral es damit gerade noch so unter die Top Ten der umsatzstärksten Unternehmen der deutschen Systemgastronomie.

Foto: Presse

Platz 9: Ikea Deutschland

Mit gerade einmal 46 „Filialen“ im Gastronomiebereich schafft es das schwedische Unternehmen unter die zehn umsatzstärksten Systemgastronomien. Die Ikea Restaurants brachten 2012 einen Umsatz von 179 Millionen Euro – vier Millionen mehr als 2011. Die Platzierung bleibt dieselbe.

Foto: Presse

Platz 8: SSP Deutschland

1916 wurde die MITROPA gegründet um Reisende in Schlaf- und Speisewagen gastronomisch zu versorgen. Die „MITteleuROPäische Schlaf- und Speisewagen Aktiengesellschaft“ heißt heute allerdings SSP Deutschland, ist aber noch immer als Bewirtungsgesellschaft für Reisende da – mittlerweile aber nicht nur an Bahnhöfen sondern ebenso an Flughäfen und Autobahnraststätten. Die insgesamt 280 Betriebe brachten es 2012 auf einen Gesamtumsatz von 182 Millionen Euro.

Foto: Fotolia

Platz 7: Subway

Zwar mit zwölf Betrieben weniger aber dafür drei Platzierungen weiter oben im Ranking findet sich die die US-Kette Subway. Der Umsatz wird für das vergangene Jahr satte zehn Millionen Euro höher geschätzt als noch 2011. Damals hatte „food service“ den Umsatz mit 175 Millionen beziffert. Neben Aral ist Subway übrigens das einzige Unternehmen unter den Top 20, dessen Betriebe ohne Ausnahme nach dem Franchise-Modell organisiert sind.

Foto: Creative Commons-Lizenz

Platz 6: Yum! Restaurants International

Die US-amerikanischen Fast-Food-Ketten KFC und Pizza Hut kommen in Deutschland insgesamt auf 157 Betriebe. Für die Gruppe Yum! Restaurants International bedeutete das 2012 auf dem deutschen Markt einen Zuwachs von insgesamt 38 „Filialen“. Auch der Umsatz war im Aufwärtstrend. Mit 199 Millionen Euro 2012 konnte Yum! über 21 Millionen Euro mehr einnehmen als im Vorjahr. So schafften es KFC und Pizza Hut im Ranking einen Platz nach oben.

Foto: REUTERS

Platz 5: Nordsee

Gleiche Platzierung, weniger Umsatz gab es dafür für die Restaurantkette Nordsee aus Bremerhaven. Während sie 2011 noch 301 Millionen Euro Umsatz machte mit 345 Restaurants, waren es im vergangenen Jahr mit 383 Betrieben nur noch 291 Millionen Euro.

Foto: AP

Platz 4: Autobahn Tank & Rast

T&R Raststätten konnten sich wiederum über einen Zuwachs freuen. Zwar blieb auch hier die Platzierung gleich – übrigens wie bei allen Höherplatzierten – aber der Umsatz steigerte sich leicht auf geschätzte 599 Millionen Euro. Im Gegensatz dazu hatte Autobahn Tank & Rast 2011 einen Betrieb in Deutschland geschlossen.

Foto: Presse

Platz 3: LSG Lufthansa Service

Im Ranking der „food service“ wird auch die Catering-Tochter der Deutschen Lufthansa berücksichtigt. Die LSG Lufthansa Service, die mittlerweile den Dachnamen LSG Sky Chefs trägt, kommt zwar insgesamt nur auf 19 Betriebe, brachte aber 2012 einen Umsatz von 730 Millionen Euro. Damit gibt es einen Platz auf dem Treppchen.

Foto: Presse

Platz 2: Burger King

Deutlich mehr Filialen aber „nur“ 100 Millionen Euro mehr Umsatz machte Burger King im vergangenen Jahr. Mit schätzungsweise 833 Millionen Euro konnte die Burgerkette aus den USA ihren Umsatz um 43 Millionen Euro steigern. Auch die Zahl der Filialen wuchs im Vergleich zu 2011: Im vergangenen Jahr gingen in 700 Betrieben Whopper und Co. über die Ladentheke.

Foto: dapd

Platz 1: McDonald’s Deutschland

Das Gastronomieunternehmen, das Burger King im Ranking überholt, ist auch dessen schärfster Konkurrent. Satte 3,25 Milliarden Euro nahm McDonalds mit seinen Restaurants und seiner Kaffeekette McCafé 2012 insgesamt ein. 1440 Filialen sorgten für diesen enormen Umsatz. Dafür gibt es eindeutig den ersten Platz der umsatzstärksten Unternehmen in der deutschen Systemgastronomie.

Foto: AP

Plötzlich geht alles ganz schnell. Nach dem RTL-Bericht von „Team Wallraff“ räumt Burger King kräftig auf. Alle 90 Restaurants, die der Konzern vor einem Jahr an die Yi-Ko-Holding verkauft hat, werden derzeit genau geprüft. Nach Angaben des Unternehmens wurden bereits sechs Filialen vorübergehend geschlossen. Zudem wurde der umstrittene Yi-Ko-Geschäftsführer Ergün Yildiz abgesetzt.

Diese Schritte sind wichtig und richtig. Es ist gut, dass Burger King nun endlich Konsequenzen aus den skandalösen Zuständen in vielen seiner Restaurants zieht. Trotzdem bleiben viele Fragen offen.

Zum einen muss Burger King erklären, warum das Unternehmen nicht schon viel früher gehandelt hat. Die Schikanen gegen Mitarbeiter begannen direkt nach der Übernahme durch Yi-Ko, seit Monaten berichten die WirtschaftsWoche und andere Medien immer wieder über die Missstände bei Burger King. Auch, dass auf Kosten der Qualität und somit der Kunden gespart wird, ist kein neuer Vorwurf. Bereits im vergangenen Sommer berichteten Mitarbeiter, dass sie aufgrund neuer Vorschriften Burger verkaufen müssen, die eigentlich in den Müll gehören.

Ohne die TV-Sendung und die Empörung der Kunden wäre diese Praxis wohl ewig weitergegangen. Denn über Monate ignorierte der Konzern solche Berichte und hat diese Praktiken somit stillschweigend akzeptiert. Mehr als „intensive Gespräche“ mit Yildiz gab es nicht. Das erweckt den Eindruck, dass der Burger King seinen Sparkurs insgeheim als Mittel zur Gewinnsteigerung in einem umkämpften Markt gebilligt hat.

Ob sich beim größten deutschen Franchisenehmer nun tatsächlich grundlegend etwas ändert, muss Burger King daher noch beweisen.

Dabei stellt sich auch die Frage, welche Rolle Yildiz künftig spielt. Denn er bleibt Gesellschafter und Namensgeber der Yi-Ko. Wäre es nicht konsequenter, Yi-Ko ganz die Lizenz zu entziehen? So erging es schließlich anderen Franchisenehmern wegen viel geringerer Vergehen.

Auch die wichtigste Personalie wirft Fragen auf. Nicole Gottschalk wurde als neue Yi-Ko-Geschäftsführerin ausgewählt. Das Unternehmen beschreibt sie als erfahrene Expertin für Qualitätskontrollen und Hygiene. Gottschalk war bisher für die Betreuung der Franchisenehmer zuständig. Warum hat sie Yi-Ko nicht schon früher Einhalt geboten? Wieso fielen ihr und Burger King die Probleme bei den regelmäßigen Qualitätskontrollen nicht auf?

Auch in Sachen Transparenz gibt es Verbesserungspotenzial. Warum sagt Burger King nicht, welche Filialen geschlossen wurden, sondern überlässt seine Kunden dabei den Mutmaßungen von Facebook-Nutzern?

Der vielleicht wichtigste Punkt ist jedoch der Umgang mit den Mitarbeitern. Immer wieder wurden Löhne und Zuschläge nicht oder verspätet gezahlt. In 320 Fällen musste die Gewerkschaft NGG daher Mitgliedern rechtlich helfen. Zudem wurden beinahe wöchentlich Betriebsräte verklagt, Yi-Ko scheiterte damit regelmäßig vor Gericht. Doch diese Zermürbungstaktik hatte System. Monatelang erklärte Burger King dazu nur, man könne den unabhängigen Franchisenehmern „beim Thema Personalverwaltung nur beratend zur Seite stehen“.

Dass das Unternehmen durchaus mehr Möglichkeiten hat, beweisen die jüngsten Maßnahmen.

Es wäre erfreulich, wenn die Empörung über Gammel-Salate zur Änderung aller unappetitlicher Geschäftsmethoden führt. In den kommenden Wochen muss sich zeigen, ob Deutschland-Chef Andreas Bork nur die Reißleine gezogen hat, um einen noch schlimmeren Imageschaden abzuwenden - oder ob er wirklich einen Kurswechsel betreibt.

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