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GlücksmanagementChefs, macht eure Leute glücklich!

Überwachung als Führungsmethode hat ausgedient. Vorgesetzte sollten sich das Glück der Mitarbeiter zum Ziel nehmen. Management auf Basis der Glücksforschung macht es möglich.Karlheinz Ruckriegel 18.12.2014 - 08:03 Uhr

Glückliche Mitarbeiter sind gut fürs Unternehmen - aber wo ist das Glück am größten? Die Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu hat rund eine Million Mitgliederbewertungen zu mehr als 200.000 deutschen Unternehmen analysiert und anhand der Zufriedenheitsfaktoren Vorgesetztenverhalten, Kollegenzusammenhalt, interessante Aufgaben und Arbeitsatmosphäre einen "Glücks-Score" ermittelt. Die Skala reicht von eins (sehr unglücklich) bis fünf (sehr glücklich). Demnach arbeiten die glücklichsten Mitarbeiter Deutschlands in Hamburg. Die Hansestadt setzt sich mit einem Score von 3,66 Punkten an die Spitze. Auf dem zweiten Platz landet Berlin mit 3,61 Punkten, Bayern liegt an dritter Stelle (3,56). Das Schlusslicht bildet Sachsen-Anhalt mit 3,18 Punkten.

Der Bundesdurchschnitt liegt übrigens bei 3,46.

Neben diesen Glücksfaktoren, die kununu ermittelt hat, spielt aber auch der Job an sich eine entscheidende Rolle...

Foto: dpa

Die Jobsuchmaschine Indeed hat sich der Zufriedenheit deutscher Arbeitnehmer angenommen und nachgefragt, wer mit seinem Job besonders zufrieden ist. Die glücklichsten Berufe in Deutschland sind demnach eine bunte Mischung aus allen Ausbildungswegen und Hierarchiestufen. So gehören zu den Top 20 der zufriedensten Berufe viele traditionelle Handwerksberufe wie Maurer, Tischler oder Elektriker. Zufrieden sind allerdings auch - entgegen aller Klischees - Lehrer und Krankenschwestern. An der Spitze der Liste stehen Trainer, studentische Hilfskräfte und, wenig überraschend, Geschäftsführer.

Laut dem Meinungsforschungsinstituts YouGov sind allgemein nur sieben Prozent der Deutschen wirklich unzufrieden mit ihrem Job, 75 Prozent der Arbeitnehmer macht ihre Arbeit mehrheitlich Spaß. Damit sie sich im Beruf wohl fühlen, brauchen 27 Prozent der Beschäftigten neue Herausforderungen, für 18 Prozent ist ein abwechslungsreicher Arbeitsalltag wichtig, für 15 Prozent bessere Gehaltsaussichten. Immerhin 14 Prozent wollen „etwas Sinnvolles“ für die Gesellschaft tun.

Die folgenden Berufe erfüllen diese Kriterien - und machen glücklich.

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Gärtner und Floristen sind zu 87 Prozent glücklich. "Ich arbeite in einer Umgebung, die ich mag, und tue etwas lohnendes und sinnvolles", gaben sogar 89 Prozent von ihnen an.

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79 Prozent der Friseure und Schönheitspfleger sind nach eigenen Angaben glücklich. Das tut sicher auch ihren Kunden gut.

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"Ich bin Klempner von Beruf. Ein dreifach Hoch dem, der dies schöne Handwerk schuf", singt Reinhard Mey. Tatsächlich sind Klempner und Installateure zu 76 Prozent glücklich – und das in England, wo keine Handwerkskammer über ihre Leistungen wacht.

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Die ersten Nicht-Handwerker in der Glücksrangliste sind ausgerechnet Marketing- und PR-Leute (75 Prozent). Die Wahrheit steht offenbar nicht in direktem Zusammenhang mit dem Glück.

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Glück der Erkenntnis: 69 Prozent der Wissenschaftler sind glücklich. Wenn ihr Arbeitsleben nicht so unsicher wäre, wären es vermutlich noch mehr.

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Arbeiten, wo andere Urlaub machen: Die Angestellten der Tourismus- und Freizeitwirtschaft sind zu 67 Prozent glücklich.

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Arbeit an der frischen Luft – und dazu noch schicke Helme: Auch zwei von drei Bauarbeitern sind glücklich.

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Menschen helfen und dafür noch besonders gut bezahlt werden, macht 65 Prozent der Ärzte glücklich.

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Das Recht als Quelle des Glücks? Immerhin 64 Prozent der britischen Anwälte sagen ja.

Foto: CLARK/obs

Menschen helfen und dafür leider ziemlich schlecht bezahlt werden, macht 62 Prozent der Krankenschwestern glücklich.

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Auch die meisten Architekten, jenseits der Stars, verdienen verglichen mit anderen Akademikern eher bescheiden. Häuser zu bauen macht 62 Prozent von ihnen dennoch glücklich.

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Kinder machen glücklich, aber nicht immer die von anderen Leuten. 60 Prozent der britischen Kindergärtner sind happy.

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Mit zunehmendem Alter der Kinder sinkt offenbar die Begeisterung: Lehrer sind nur zu 59 Prozent glücklich.

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Trotz Ärmelschoner-Image und Zahlenkolonnen sind immerhin 58 Prozent der Buchhalter glücklich mit ihrem Los.

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An Autos und Geräten herumzuschrauben macht  57 Prozent der Mechatroniker glücklich.

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Wenn man eine gewischt bekommen kann, macht die Schrauberei schon weniger Spaß. Elektriker sind nur zu 55 Prozent glücklich.

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Für geliebte Menschen zu kochen ist bekanntlich das reine Glück. Für professionelle Köche gilt das nur zu 55 Prozent.

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Die Branche wird immer wichtiger und besser bezahlt. Aber ihr Glück finden in IT und Telekommunikation nur 48 Prozent der Beschäftigten.

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Das wird manchen Nicht-Banker mit Schadenfreude erfüllen: Ausgerechnet die wohlbezahlten Banker sind nur zu 44 Prozent glücklich im Beruf.

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Leider spukt dieses Menschenbild immer noch in vielen Manager-Köpfen herum: Der Mensch habe grundsätzlich eine angeborene Abscheu vor jeder Arbeit und versuche sie daher stets zu vermeiden. Angestellte müssten deshalb kontrolliert und mit Strafen bedroht werden, um überhaupt etwas Produktives zu leisten.

Es ist das Menschenbild der Ökonomen der sogenannten Neoklassik, das bis vor kurzem noch weite Teile der Volks- und Betriebswirtschaftslehre prägte. Douglas McGregor, einer der Gründerväter des modernen Managements, sprach schon vor fast 60 Jahren von der Existenz zweier gegensätzlicher Menschenbilder im Wirtschaftsleben.

Zum Autor
Ruckriegel lehrt Volkswirtschaftslehre an der Fakultät Betriebswirtschaft der TH Nürnberg. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich Makroökonomik, insbesondere Geld- und Währungspolitik, Verhaltensökonomik (Behavioral Economics) und der interdisziplinären Glückforschung. Zuletzt veröffentlichte er gemeinsam Günter Niklewski und Andreas Haupt: Gesundes Führen mit Erkenntnissen der Glücksforschung, Haufe-Verlag,  Freiburg 2014.

Die „X-Theorie“, wie McGregor sie nannte, entspricht dem Menschenbild der Neoklassik: Sie geht ohne Belege davon aus, dass die meisten Menschen, also auch die Angestellten, geführt werden und Verantwortung vermeiden wollen. Die Neoklassik spricht hier auch von Arbeitsleid, dass durch den Lohn als Schmerzensgeld entschädigt werden muss. Man arbeite also nur, um sich Konsumgüter leisten zu können.

Der „Y-Theorie“ entspricht das gegenläufige Menschenbild, das durch die Glücksforschung empirisch belegt ist. Demnach kann Arbeit eine Quelle der Zufriedenheit mit dem Leben sein. Wenn Menschen sich mit den Zielen der Organisation identifizieren, sind externe Kontrollen unnötig, weil sie sich selbst disziplinieren und eigene Initiative entwickeln.

Wir wissen aus der Glücksforschung, dass Arbeit unter diesen Bedingungen neben gelingenden sozialen Beziehungen und physischer und psychischer Gesundheit ein wesentlicher "Glückfaktor" ist.  Damit sie das sein kann, müssen jedoch im Unternehmen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein.    

Wohlbefinden als Unternehmensziel

Viele Arbeitgeber gehen immer noch davon aus, dass das Glück ihrer Angestellten nur deren Privatangelegenheit ist. Doch es gibt einige auch betriebswirtschaftlich überzeugende Gründe, das Wohlbefinden zum Unternehmensziel zu machen:

Glückliche Mitarbeiter sind engagierter, kreativer, produktiver, loyaler und kooperativer. Sie verbessern die betrieblichen Ergebnisse. Während unter einem Burnout nicht nur der Betroffene selbst, sondern auch die Produktivität leiden.

Angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland wird das Gewinnen und Halten von guten Mitarbeitern durch ein gutes Image zum entscheidenden Faktor der Konkurrenzfähigkeit. Wer sich wohlfühlt bei der Arbeit, wird eher bereit sein, freiwillig später in den Ruhestand zu treten.  

So finden Sie den Spaß im Job wieder!
"Keinen Bock mehr?" lautet der Titel des Buches von Klaus Schuster. Der ehemalige Vorstand einer internationalen Bankengruppe gibt Tipps, wie Sie wieder mehr Spaß bei der Arbeit haben. Das Buch ist im Redline Verlag erschienen.
Sie müssen die gleiche Tätigkeit immer wieder erfüllen - ohne, dass sich ein Sinn ergibt: Sprechen Sie mit Ihrem Chef. Ist es zum Beispiel ein Statusbericht, greifen Sie auf den alten zurück und aktualisieren Sie lediglich die Daten. Wenn der Chef dahinterkommt, ist ein Gespräch immer noch möglich. Es ist die Entscheidung zwischen Kadavergehorsam und Emotional Leadership.
Ein langer Konflikt im Vorstand eines Unternehmens. Alle Beteiligten schreiben einen Brandbrief, der zur Klärung auffordert und mit Streik droht. Beteiligen Sie sich daran.
Wenn Arbeit keine Freude bereitet, dann liegt das oft daran, dass eine Entscheidung verschleppt wurde. Treffen Sie diese! Wenn Sie nicht zuständig sind, bringen Sie einen übergeordneten Entscheidungsträger auf Trab. Opfer haben wenig Spaß, Spaß haben die Gestalter.
Kennen Sie den Unterschied? In vielen Führungsjobs gibt es die Gefahr, dass man es mit dem Spaß übertreibt, einfach zu viel davon haben will. Es gibt Gründe, wieso einige Manager zerrüttete Familien haben, Ehefrauen sich scheiden lassen, die Gesundheit leidet und die Kinder verhaltensauffällig sind. Wieso? Weil man sich selbst verarscht. Spaß muss gemanagt werden - bevor man eine Überdosis davon schnupft. Sonst nutzt er nicht.
Es eröffnet sich für Sie eine Chance, eine potentielle Erfolgsgelegenheit - hadern Sie nicht lange: Treffen Sie die Entscheidung. Sonst zieht sie an Ihnen vorbei. Es gilt: Du bist Manager! Du willst Erfolg! Und für Erfolg schämt man sicht nicht! Diese Imperative sollte man konsequent im Alltag beherzigen und verfolgen. Das ist Emotional Leadership.
Wenn man Ihnen mit beruflichem Misstrauen begegnet, versuchen Sie die Gründe zu finden und reagieren Sie darauf. Sprechen Sie die Person darauf an. Vielleicht können Sie den Spieß sonst umdrehen. Seien Sie in jedem Fall so offen wie möglich - das schafft Vertrauen!
Niemand braucht einen Hammer. Aber viele einen Nagel in der Wand. So weit der Leitspruch. Das sollte man auch im Geschäftsalltag beherzigen. Wenn es um den Verkauf geht zum Beispiel. Eine Schuhverkäuferin sollte es nicht darum gehen, um jeden Preis ein Paar zu verkaufen. Sondern als Emotional Leader auch dem Kunden ein gutes Gefühl mitgeben. Dann kommt er wieder.
Je besser Sie sich selbst kennen, desto mehr Spaß haben Sie an Leben und Arbeit. Es gibt verschiedene Typen: Exra- und Introvertierte, Kopf- und Bauchmenschen, Praktiker und Visionäre, Ordnungsliebende und Spontane. Wenn Sie wissen, welcher Typ Sie selbst sind, können Sie Ihre eigenen Entscheidungen besser einschätzen und wissen, wie Sie damit umgehen sollten.
Es geht um Mohrrüben: Chefetagen halten sie Managern gerne vor die Nase. Sie wollen den Mitarbeitern Anreize geben. Das führt oft dazu, dass man sich zu Falschem verleiten lässt und über das Ziel hinaus schießt. Vermeiden Sie Pyrrhus-Siege, lassen Sie sich nicht aufs Kreuz legen - bleiben Sie Ihrer Erfolgsdefinition treu.
Sich die Zähne putzen - ob man dabei Spaß hat oder nicht, das Ergebnis ist das gleiche. Anders ist es im Job. Den großen Durchbruch, Quantensprünge im Job dagegen, das ist viel leichter, wenn wir Freude an unserer Arbeit haben.
Natürlich ist Freude eine Emotion, aber auch ein Tool. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie zu viel Spaß abgekommen, verhalten Sie sich wie ein Emotional Leader: Ziehen Sie sich selbst aus dem Verkehr und gehen Sie zum Beispiel für drei Tage in eine Therme. Sie sollten die Kontrolle über Ihren eigenen Spaß behalten.
Schenken Sie Ihren Mitarbeitern Vertrauen: Nicht den Dumpfbacken und Lemmingen, wohl aber den selbstständig denkenden und engagierten Kollegen. Setzen Sie mehr kontrolliertes Vertrauen in Ihre Leistungsträger. Als Lohn bekommen Sie Motivation, Engagement, Respekt, Loyalität und Leistung.
Zwei junge Leute kommen zu Reinhard, er ist im Vorstand einer Volksbank tätig. Als Bauchmensch will er ihnen eine Freude machen. Damit hilft er dem jungen Paar. Die sind so dankbar, dass sie bald darauf zu ihm kommen und ihr ganzes Geld mitbringen: Sie vertrauen ihm. Er soll alles anlegen. Die größte Freude ist das Vertrauen des Kundens. Es ist mehr wert als Preis, Qualität und Leistung. Deshalb versuchen Sie auch als Kopfmensch Ihr Bauchgefühl zu aktivieren.
Notieren Sie die Liste mit fünf Kundennamen. Was fällt Ihnen, wenn Sie die Namen durchgehen, bei den Einzelnen auf Anhieb ein. Dem Emotional Leader fällt sofort ein, was dem jeweiligen Geschäftspartner am meisten Spaß im Leben oder im Business bringt. Das ist das Sesam-öffne-dich jeder Verhandlung.

In der Generation Y (der zwischen 1980 und 1995 Geborenen) hat außerdem ein Wertewandel stattgefunden. Ein ganzheitliches, zufriedenes oder gar glückliches Leben ist für junge Menschen das wichtigste.

Außerdem wurde 2013 die  „Klarstellung“ in das Arbeitsschutzgesetz aufgenommen, dass sich die seit Mitte der Neunzigerjahre gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung auch auf psychische Belastungen bei der Arbeit bezieht.

Vor kurzem haben sich daher die GDA (Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie),  Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände auf gemeinsame Empfehlungen zur "Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen" geeinigt.

Die GDA ist eine auf Dauer angelegte konzertierte Aktion von Bund, Ländern und Unfallversicherungsträgern zur Stärkung von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Eine überzeugende, wissenschaftlich basierte "Glücksstrategie" wird daher schon bald zentraler und unverzichtbarer Bestandteil eines erfolgreichen "Employer Branding" sein. Was können Unternehmen also tun, um das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter zu fördern?

Mangelnde Wertschätzung

Wird der Beitrag eines Mitarbeiters zum Unternehmenserfolg nicht als wichtig anerkannt, geht die Motivation, sich weiter zu engagieren und sich einzubringen, schnell verloren. Also nie vergessen: Die eigenen Mitarbeiter ermutigen und wertschätzen!

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Angst

Angst ist der Grund Nummer eins dafür dass Mitarbeiter aufhören etwas zu tun. Sie gehen keine Risiken mehr ein und bleiben hinter ihren Möglichkeiten. Angst kann ein komplettes Team lahmlegen. Eine Teamkultur, die Fehler erlaubt und sie als Chance sieht, dazuzulernen, hilft Angst zu reduzieren.

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Den eigenen Wert kennen und betonen

Machen Sie einem dominanten Chef immer unmissverständlich klar, was er von Ihnen hat. Durch eine selbstbewusste Kommunikation verschaffen Sie sich Respekt.

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Schleimen schadet nicht

Es gilt ebenfalls: „Immer das Ego streicheln!“. Das ist beim typischen Alpha-Tier sehr groß und braucht viel Aufmerksamkeit. Wertschätzen Sie Ihren Vorgesetzten also für seine Erfolge und seine Leistung.

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Meinungsstark sein

Durch die Unfähigkeit, Feedback anzunehmen, schrumpft das kritisch hinterfragende Umfeld und die „Ja-Sager“ bekommen mehr Gehör. Reihen Sie sich auf keinen Fall in diese Riege ein, da ein Alpha diesen Personen kaum Bedeutung beimisst. Haben Sie auf jeden Fall Ihre eigene Meinung und vertreten Sie diese auch. Wenn Sie gute Argumente vorbringen und sich auch einmal auf ein hitzigeres „Wortgefecht“ einlassen, erlangen Sie Respekt. Natürlich sollte dies nicht in dauernde Diskussionen ausarten. Das mögen Vorgesetzte gar nicht, da es nur Zeit kostet. Konstruktiv, sachlich und dennoch bestimmt. Das ist der Schlüssel.

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Routine

Nichts ist frustrierender als die gleiche Aktivität wieder und wieder abzuspulen. Dabei geht schnell das Interesse an Arbeit und Unternehmenserfolg verloren. Veränderung und der Umgang damit muss heutzutage fester Bestandteil der Firmenkultur sein. So kommt keine Langeweile auf und es geht vorwärts.

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Sparen Sie sich Plaudereien

Es herrscht der weit verbreitete Glaube, dass Gespräche über Interessen und Hobbys nützlich für den Beziehungsaufbau sind. Das ist grundsätzlich richtig. Allerdings möchten Alphatiere ausschließlich spannende Informationen, welche sie beruflich weiterbringen. Diese Informationen müssen Sie knackig auf den Punkt bringen. Es gilt: „Keine langen Monologe!“ Nur mit der Konzentration auf das Wesentliche können Alphas überzeugt werden.

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Die Erkenntnissen der interdisziplinären Glücksforschung und die darauf basierenden neuen Managementansätze legen ein Zwei-Säulen-Konzept zur Steigerung des Wohlbefindens in den Unternehmen nahe:

Zunächst ist das Ziel, Mitarbeiter für das eigene Wohlbefinden überhaupt erst einmal zu sensibilisieren und sie über die Erkenntnisse der Glücksforschung zu informieren: Was ist Wohlbefinden/Glück? Was sind unsere Glücksfaktoren? Was kann der Einzelne selbst tun?

Es geht also darum, das schillernde Wort Glück zu erden und Vorstellungen davon zur konkretisieren. Glück kann man nicht von außen verordnen. Unternehmen können nur die Voraussetzungen dafür verbessern.

Diese Berufe machen krank
Gemäß dem Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse fallen Gärtner und Floristen durchschnittlich 20,3 Tage im Jahr krankheitsbedingt aus. Schuld daran ist die ungesunde Arbeitshaltung, die diese Berufsgruppen größtenteils einnehmen müssen. Wer den ganzen Tag kniet oder hockt, tut seinen Knien und seinem Rücken nichts Gutes. Laut Statistischem Bundesamt müssen Floristen und Gärtner ihren Beruf besonders häufig aus gesundheitlichen Gründen aufgeben.
Im Schnitt fallen Metallbauer pro Jahr 20,7 Tage krankheitsbedingt aus. Und je älter, desto schlimmer wird es. Besonders häufig krank sind die 50- bis 64-Jährigen.
Patienten heben, waschen, tragen: Das geht auf Bandscheiben und Gelenke. Dementsprechend fallen Gesundheits- und Krankenpfleger an durchschnittlich 21,2 Tagen im Jahr aus. Krankenpfleger gehen auch häufig vorzeitig in den Ruhestand - und geben bei ihrem Renteneintritt meistens gesundheitliche Gründe an.
Am häufigsten krank sind Führer von Fahrzeugen und Transportgeräten mit 26,9 sowie Bus- und Straßenbahnfahrer mit 28 Krankentagen im Jahr. Meistens gehen sie aus gesundheitlichen Gründen früher in den Ruhestand.

Für das Wohlbefinden des Einzelnen sind sowohl das emotionale Wohlbefinden (Verhältnis zwischen positiven und negativen Gefühlen im Tagesdurchschnitt) und das kognitive Wohlbefinden (Grad der Zufriedenheit mit dem Leben) bedeutsam. Die Glücksforschung hat hier eine Reihe von Glücksfaktoren herausgearbeitet, wobei es neben Gesundheit vor allem auf gelingende soziale Beziehungen sowie Engagement und eine befriedigende Tätigkeit ankommt.

Forschungsergebnisse zeigen, dass zufriedene und glückliche Menschen gesünder sind und im Schnitt länger leben. Und: Glück und Zufriedenheit kann man selbst steigern, zum Beispiel in dem man sich werthaltige und realistische Ziele setzt und Dankbarkeit übt.  

In der zweiten Säule geht es darum, die Voraussetzungen für Wohlbefinden im Unternehmen zu verbessern. Das betrifft die Mitarbeiterführung, die Gestaltung der Arbeitsplätze und Arbeitszeiten, die das Leben nicht beeinträchtigen.

Ohne eine hinreichende Work-Life-Balance lässt sich keine Zufriedenheit erzielen. Und darunter leiden letztlich auch die Arbeitsergebnisse. Work-Life-Balance-Konzepte sollten für eine Stärkung der Selbstorganisation der Beschäftigten sorgen und dazu die notwendigen betrieblichen und privaten Rahmenbedingungen schaffen.

Bei der Arbeitsplatzgestaltung muss das Ziel sein, Flow-Erlebnisse zu ermöglichen. Also die beglückende Erfahrung, in dem was man tut ganz aufzugehen. Voraussetzungen hierfür sind unter anderem, dass der Mitarbeiter einen gewissen Einfluss auf die Gestaltung der Arbeitsaufgabe hat, und dass diese einen gewissen Anspruch hat. Dazu gehört aber auch, den Mitarbeiter nicht ständig zu überfordern.

Eine zentrale Rolle kommt der Mitarbeiterführung zu. Grundlage guter Führung ist eine Ethik im Sinne der "Goldenen Regel" und ein Umgang miteinander, der soziale Kompetenz voraussetzt - unverzichtbares Rüstzeug jeder Führungskraft.

Die Goldene Regel besagt ganz einfach, dass man andere so behandelt, wie man selbst behandelt werden möchte. Das ist die Basis für Fairness und damit letztlich für eine gelingende Kooperation. Eine gute, ethikorientierte Führung setzt als Ziel des Machteinsatzes stets das Wohl der Geführten, Beteiligten und der Organisation, eine unethische Führung hingegen dient nur der Befriedigung persönlicher Bedürfnisse und Ziele der Führungskraft.  

Dass in Deutschland in punkto Führung noch Einiges verbessert werden kann, zeigen die Ergebnisse des seit 2001 jährlich von Gallup ermittelten Engagement Index. Thomas Sattelberger, früherer Personalvorstand der Telekom, glaubt das auch dadurch erklären zu können, dass deutsche Führungskräfte "oft personale Führung und technisches Management" verwechseln.

Ähnlich äußerte sich Klaus Engel, CEO von Evonik in einem Gastkommentar im "Handelsblatt": "Deutsche Manager werden geschätzt, weil sie zuverlässig, effizient, gradlinig und strukturiert arbeiten. Diese Eigenschaften sind typisch deutsche Stereotypen, die für sich genommen noch keinen Erfolg garantieren. Die erfolgreichen Global Player aus Deutschlands Mittelstand und Industrie koppeln diese Eigenschaften mit kulturellem Feingefühl und sozialer Intelligenz."

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