FinTechs: Start-ups können Banken 30 Prozent der Erträge kosten
Platz 10: Dresden
In der sächsischen Landeshauptstadt Dresden sind Crowdlending-Anbieter sehr beliebt. Das geht aus einem Städteranking hervor, in dem Kreditvergabehöhen verglichen wurden, die über die Webseite Auxmoney angefragt und von privat an privat vergeben wurden. Dresden landet demnach auf dem zehnten Platz der Hochburgen, in denen die durchschnittlich höchsten Kreditprojekte privat finanziert werden. Unter den ostdeutschen Städten belegt Dresden mit einem durchschnittlichen Crowdlending-Umfang von 6587 Euro den dritten Rang.
Quelle: auxmoney
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Platz 9: Berlin
Auch wenn in der Bundeshauptstadt das insgesamt über Crowdlending vermittelte Kreditvolumen das größte aller deutschen Städte ist – ein Berliner Kreditnehmer fragt bei der Crowd im Durchschnitt einen Kredit von „nur“ 6724 Euro an, das ist im bundesdeutschen Vergleich eher Mittelmaß – und im Ranking gerade einmal Platz neun.
Foto: dpaPlatz 8: Köln
Die Crowd am Dom: Wer Peer-to-Peer-Lending mag und aus Köln kommt, leiht sich von privaten Kreditgebern durchschnittlich 6783 Euro pro Projekt. Damit ist Köln unter den Städten am Rhein aber nicht der Spitzenreiter, sondern landet lediglich auf Platz zwei.
Foto: dpaPlatz 7: Essen
Auf Platz sieben befindet sich die nordrheinwestfälische Großstadt Essen. Ein über den Schwarm finanziertes Projekt weist hier im Durchschnitt ein Volumen von 6790 Euro auf.
Foto: dpaPlatz 6: Nürnberg
Mit gleich zwei Großstädten ist der Freistaat Bayern im auxmoney-Städteranking vertreten: Nürnberg in Mittelfranken ist eine davon. Die durchschnittliche Kredithöhe von 6810 Euro verschafft der kreisfreien Großstadt Platz sechs.
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Unter den ostdeutschen Metropolen ist Leipzig die Nummer eins. Im bundesweiten Städteranking verschafft die durchschnittliche Kreditsumme von 6867 Euro der Messestadt Platz fünf.
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Platz 4: Hamburg
Auch im Norden hat die relativ neue Art der Finanzierung schon ihre Anhänger gefunden. In der Hansestadt Hamburg etwa hat ein durchschnittliches über die Crowd-finanziertes Kreditprojekt einen Umfang von 7156 Euro. Platz vier für den Schwarm in Hamburg.
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Die „Mia-san-mia“-Einstellung der Münchener zeigt sich auch in Sachen Crowdlending: Die Stadt erreicht eine durchschnittliche Kredithöhe von mehr als 8000 Euro – das bringt der bayerischen Landeshauptstadt den dritten Platz im Ranking ein.
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Im direkten Vergleich der Karnevalshochburgen hat Düsseldorf gegenüber seinem „Erzrivalen“ Köln auf Platz acht in Sachen Crowdlending die Nase vorn. Die 8629 Euro, die sich der Düsseldorfer Crowd-Fan pro Kreditprojekt finanzieren lässt, reichen im bundesweiten Vergleich sogar für Platz zwei.
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Platz 1: Frankfurt
Spitzenreiter des Rankings ist Frankfurt. Hier beträgt ein durchschnittliches über Crowdlending finanziertes Kreditprojekt 8788 Euro. Das Brisante: mit Frankfurt ist ausgerechnet die Stadt in Sachen Crowdlending führend, in der die meisten Banken sitzen. Crowdlending-Anbieter kann man durchaus als ihre „natürlichen Konkurrenten“ bezeichnen.
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Während Banken ihre Mitarbeiter entlassen und Filialen schließen müssen, machen Finanz-Start-ups im Netz das große Geld mit dem Kreditgeschäft. Sie bieten Gratiskonten, die sich schnell und einfach online eröffnen und verwalten lassen, individualisierte Versicherungen per App und sie vermitteln Kredite von Privat an Privat - ohne große Bonitätsanforderungen, dafür mit hübscher Rendite. Das können Banken schon allein wegen der Regularien nicht leisten: Sie müssen beraten, müssen Einlagen bis zu einer gewissen Höhe garantieren und können sich nicht mehr mit dem Verweis aufs Kleingedruckte aus der Affäre ziehen, wenn sich das investierte Geld der Kunden in Luft auflöst.
Trotzdem sind Banken im Vergleich zu FinTechs aus Sicht der Kunden nicht die sichere Blackbox, sondern behäbig und gestrig. Auch wenn bei vielen Finanz-Start-ups mittlerweile Katerstimmung herrschen mag. Der Finanzdienstleister Catella Research hat nachgezählt: Gab es in Deutschland vor einem Jahr noch etwa 40 FinTech-Start-ups, waren es Anfang November 2015 schon gut 250, rund 40 Prozent davon sitzen in Berlin. Weltweit gibt es derzeit mehr als 12.000 Finanz-Start-ups. Der Großteil ist in Großbritannien, hauptsächlich London, beheimatet, gefolgt von Schweden und Finnland. Und die neuen Finanzdienstleister sitzen nicht in billigen Büros am Rande der Stadt oder im Gewerbegebiet, sondern im traditionellen Bankenviertel - also direkt vor der Nase der analogen Wettbewerber.
Die Unternehmensberatung Roland Berger hat nun einmal ausgerechnet, wie teuer es die klassischen Banken zu stehen kommt, wenn sie das Digitalgeschäft an die Konkurrenz verlieren. Zwar bieten Deutsche Bank, Sparkassen, Volksbanken und Co. einfache Bankgeschäfte schon heute online oder mobil an. Nur bei der Abwicklung komplexer Finanzprodukte zucken viele Banken die Schultern. Laut der Studie "Executive Retail Banking Survey: Digital Transformation" könnte das Retail Banken jedoch bis zu 30 Prozent ihrer Erträge kosten.
Die Studie basiert auf einer Umfrage von 65 europäischen Banken, darunter neun deutsche Finanzinstitute. "Wenn es um Kontoeröffnungen oder Kreditkartenanträge über Online- oder Mobile-Kanäle geht, haben deutsche Banken ein besseres Leistungsspektrum als europäische Banken", sagt Wolfgang Hach, Partner von Roland Berger.
Das Online-Verhalten ihrer Kunden werten allerdings nur 45 Prozent der Institute aus. Entsprechend hat mehr als die Hälfte der Banken schlicht keine Ahnung, was der Kunde nutzt und was er will. Und das ist gefährlich. "Die Banken kommen unter Druck, denn Kunden erwarten die gleiche schnelle, flexible und zuverlässige Abwicklung ihrer Geschäfte wie bei Online-Händlern", ergänzt Co-Autor Sebastian Steger. Schnelle und flexible IT-Lösungen verhindern jedoch wieder die Regularien.
Hinzu kommt eine zurückhaltende Investitionspolitik der Banken. Zudem sehen die Studienteilnehmer in der Digitalisierung weniger einen zusätzlichen Umsatztreiber als vielmehr eine Ergänzung zum traditionellen Geschäft. Ein Drittel der befragten deutschen Banken rechnet mit Umsatzzuwächsen von weniger als zwei Prozent. "Ohne innovative Angebote geht es aber nicht. Die Kunden wandern früher oder später zu digitalen Wettbewerbern ab. Das zieht die Umsätze nach unten", erklärt Hach.