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Noch Student und schon BeraterWas studentische Unternehmensberatungen bringen

Kundengespräche statt Ausschlafen, Anzug statt Kapuzenpulli –Wenn Studenten nebenbei Unternehmen beraten, können beide Seiten davon profitieren. Und renommierte Unternehmensberatungen werden auf manch ein Talent aufmerksam.Felix Ehrenfried 12.02.2014 - 10:30 Uhr

Anzug und Krawatte statt Kapuzenpulli und Sneaker - Viele Unternehmen lassen sich von Studenten beraten.

Foto: Fotolia

Als im Jahre 1988 der Wirtschaftsingenieurstudent Peter Teichmann von seinem Auslandssemester in Frankreich zurückkehrte, war er begeistert. In Frankreich hatte er das Konzept der Studentischen Unternehmensberatung kennen gelernt. Die Idee: Studenten schließen sich zusammen und beraten Unternehmen in betrieblichen Fragen. So kam es, dass Teichmann mit Kommilitonen im Februar 1988 an der Technischen Universität Darmstadt, die Junior Comtec Darmstadt gründete, nach eigenen Angaben die erste studentische Unternehmensberatung Deutschlands. Heute, rund 25 Jahre später, hat sich das Konzept „Studenten beraten Unternehmen“ zu einem wahren Boom an deutschen Hochschulen entwickelt. Mehr als 60 Hochschulgruppen haben sich hierzulande mittlerweile der Beratung von Firmen jeglicher Größe verschrieben.

Ziel des Wettbewerbs, der die Leistung der Berater mit einer ausgeklügelten wissenschaftlichen Methode misst: Mehr Transparenz in eine für ihre Diskretion bekannte Branche zu bringen.

"Transparenz erhöht Ihr Geschäft", rief Professor Lars Wellejus (im Bild), der den Wettbewerb wissenschaftlich begleitet hatte, den Beratern zu. Und hatte für alle, die dieses Mal nicht auf dem Treppchen gelandet waren, einen Trost parat: "Wer von seinen Kunden zu gute Noten bekommt, ist eindeutig zu billig."

Foto: Robert Poorten

Marcus Engel, René Vogel, Dr. Michael Hartmann (v.l.n.r.), Solution Providers

Foto: Robert Poorten

Hanjo Arms, A.T. Kearney

Foto: Robert Poorten

Martin Hentschel, Intargia, Dr. Robert Kuhn, Universität Kassel, Matthias Ukrig, Intargia, Silke Weißenborn, Universität Kassel, Christian Schauß, Intagria, Dr. Thomas Jurisch, Intargia (v.l.n.r.)

Foto: Robert Poorten

Alexander Nedelchev, Barkawi Management Consultants, Franz Rother, stellv. Chefredakteur WirtschaftsWoche, Wolfgang Schuerholz, Barkawi Management Consultants, Tobias Krauss, Barkawi Management Consultants(v.l.n.r.)

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Dr. Heike Wiegand, Allianz Inhouse Beratung, Franz Rother, stellv. Chefredakteur WirtschaftsWoche

Foto: Robert Poorten

Dr. Michael Kieninger, Horváth & Partner GmbH, Thomas Hintermeier Südwestbank AG, Dr. Andreas Maurer, Südwestbank AG, Rainer Zierhofer, Horváth & Partner GmbH, Dr. Oliver Greiner, Horváth & Partner GmbH (v.l.n.r.)

Foto: Robert Poorten

Frank Höselbarth, people+brand agency, James Bacos, Oliver Wyman, Franz Rother, stellv. Chefredakteur WirtschaftsWoche (v.l.n.r.)

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Michael Jarosch, Camelot Management Consultants AG, Dr. Joesef Packowski, Camelot Management Consultants AG, Franz Rother, stellv. Chefredakteur WirtschaftsWoche (v.l.n.r.)

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Renate Löcher, Stadtwerke Heidelberg, Dr. Rudolf Irmscher, Stadtwerke Heidelberg, Horst Dringenberg, A.T. Kearney, Hanjo Arms, A.T. Kearney (v.l.n.r.)

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Thomas Faust, Dr. Geke & Associates, Dr. Michael Geke, Dr. Geke & Associates (v.l.n.r.)

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Roland Tichy, Chefredakteur WirtschaftsWoche

Foto: Robert Poorten

Thomas Barann, Gothaer Versicherungen

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Dr. Michael Kieninger, Horváth & Partners Management Consultants

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Robert Gutsche, kpmg, Roland Tichy, Chefredakteur WirtschaftsWoche

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René Vogel, Solution Providers, Dr. Michael Hartmann, Solution Providers (v.l.n.r.)

Foto: Robert Poorten

Claudia Michalski, Geschäftsführerin Verlagsgruppe Handelsblatt, Alexander Nedelchev, Barkawi Management Consultants

Foto: Robert Poorten

Alexander Rösch, Helbling Corporate Finance GmbH

Foto: Robert Poorten
Foto: Robert Poorten

Michael Jarosch, Camelot Management Consultants AG

Foto: Robert Poorten

Christiane Höselbarth, Anwältin, Michael Träm, ehemals Arthur D. Little

Foto: Robert Poorten

Dr. Prof. Lars D. Wallejus, FH Frankfurt, Dr. Frank Höselbarth, people+brand agency

Foto: Robert Poorten

Alexander Nedelchev, Barkawi (links)

Foto: WirtschaftsWoche

1. Platz Intargia, Informationstechnologie, Prof. Lars Wellejus (FH Frankfurt) , Franz W. Rother (WirtschaftsWoche), Thomas Jurisch (Intargia), Christian Schauss (Intargia), Matthias Uhrig (Intargia)

Foto: WirtschaftsWoche

Herr Franz Rother (WirtschaftsWoche), Herr Veit Schwindendorf (Roland Berger), Herr Dr. Frank Höselbarth (Peoplebrand)

Foto: WirtschaftsWoche

2. Platz Helbling Business Advisors GmbH "Wettbewerbsstrategie", Jan Erik Gürtner, Herr Georg Wanders, Herr Andreas Rösch

Foto: WirtschaftsWoche

2. Platz Mieschke, Hofmann und Partner Gesellschaft für Management- und IT.Beratung mbH ,IT-Management", Frank Fauth, Dr. Oliver Oswald (Partner), Franz W. Rother

Foto: WirtschaftsWoche

3. Platz, Horváth AG, Marketing und Vertrieb, Dr. Andreas Maurer, Rainer Zierhofer

Foto: WirtschaftsWoche

1.Platz A.T. Kearney GmbH "Wettbewerbsstrategie", Hanjo Arms, Frau Renate Löcher, Herr Dr. Rudolf Irmscher, Horst Dringenberg

Foto: WirtschaftsWoche

1. Platz Oliver Wyman GmbH

Foto: WirtschaftsWoche

1. Platz, Solution Providers, Marketing und Vertrieb, Michael Hartmann, René Vogel, Marcus Engel

Foto: WirtschaftsWoche

1. Platz, Intargia, Informationstechnologie, Robert Kuhn (Uni Kassel), Silke Weißendorn (Uni Kassel), Thomas Jurisch (Intargia), Christian Schauss (Intargia)

Foto: WirtschaftsWoche

Der Hauptantrieb vieler Studenten als „Campus Consultants“: Theoretische Kenntnisse aus dem Studium in der Praxis, direkt bei Unternehmen, anwenden. Denn viel Studenten kennen zwar die Theorie zu Kosten-Leistungsrechnung, Marktanalyse oder Finanzplanung. Wie das Ganze allerdings in der Praxis angewandt wird, das lernen sie nicht. Denn auch wenn Praktika heute in den meisten Studiengängen vorgeschrieben sind, bieten die meist nur einen kleinen Einblick in den Alltag von Unternehmen. „Als studentischer Unternehmensberater habe ich einfach die Möglichkeit Praxiserfahrungen zu sammeln, die ich sonst erst Jahre später machen könnte“, erklärt Kathleen Jeske, Vorstandsvorsitzende des Bundesverband Deutscher Studentischer Unternehmensberatungen(BDSU). Unter dem Dach des BDSU befinden sich derzeit 31 studentischer Unternehmensberatungen mit insgesamt mehr als 2300 Mitgliedern – Tendenz steigend.

Die Perspektive, schon als Student in den Unternehmensalltag Einblick zu erhalten lockt viele. So auch Markus Leyendecker. Der 25-jährige VWL-Student ist bereits in seinem ersten Semester an der Uni Trier zu den lokalen Campus Consultants von Contact & Cooperation dazu gestoßen. Heute, rund eineinhalb Jahre später ist er Vorsitzender des Vereins mit derzeit 27 Mitgliedern und stolz auf seine Kunden. „Wir haben schon mit Unternehmen wie Bitburger oder KPMG Luxemburg zusammengearbeitet“, erklärt er. So befragte das Team von Contact & Cooperation mögliche Kunden zu einem alkoholfreien Getränk von Bitburger, für KPMG Luxemburg wurde ein fiktiver Musterfonds aufgestellt und auf seine Stärken und Schwächen untersucht. Sechs bis sieben Projekte bearbeiten die Berater von Contact & Cooperation pro Semester, erklärt Leyendecker.

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Theoretische Kenntnisse in die Praxis umsetzen ist ein Vorteil für Studenten, Netzwerke aufzubauen ein weiterer. „Ich finde, dass gerade an öffentlichen Unis das Netzwerken zu kurz kommt. Als studentischer Unternehmensberater komme ich jedoch recht schnell in Kontakt zu Unternehmen und kann mir so mein eigenes Netzwerk aufbauen“, erklärt Jonas Behrend, Vorstand von Green Finance Consulting, der Unternehmensberatung der Uni Frankfurt. „Wer hier mitarbeitet, ist mit Studenten zusammen, die ähnliche Pläne und Karriereziele haben.“

Top-Beratungsmarken 2011

Seit 2003 fragt Frank Höselbarth, Chef der Frankfurter People + Brand Agency alle zwei Jahre Vorstände und Geschäftsführer aus Mittelstand und Dax-Konzernen:

Wer ist die bekannteste Unternehmensberatung im Land?

Welche Beratung genießt den besten Ruf?

Welche Beratung überzeugt, wenn es galt, das Betriebsergebnis zu verbessern?

Die stärkste Beratungsmarken 2011 sind …

Quelle: Höselbarth-Lay-Index 2011

Foto: Fotolia.com

Platz 15: Cap Gemini - der Pionier in der Kombination von IT und Change Management


Die „Cappen“, wie die Berater von Cap Gemini etwas despektierlich vom Wettbewerb genannt werden, kratzen seit Jahren hart an der Grenze, in die Top10-Liste der besten Beratungsmarken aufzusteigen. Hinter der vergleichbaren IT-Beratung Accenture hat die größte IT- und Unternehmensberatung europäischen Ursprungs das Image des ewigen zweiten Siegers. In der Bekanntheit lässt das globale Netzwerk sich mit führenden Beratungen messen.

Die Firma ist das Ergebnis von gelungenen und wieder aufgehobenen Zusammenschlüssen aus der ursprünglichen Strategieberatung Gemini, die nach der Fusion mit einer Pariser IT-Beratung in Cap Gemini zusammenschmolz. Das Konglomerat aus dem Mega-Merger mit dem Beratungsarm der Wirtschaftsprüfung Ernst & Young zu der Marke „Cap Gemini Ernst & Young“ wurde später wieder in Cap Gemini zurückbenannt.

Auf den ursprünglichen Markenkern von Gemini stößt man immer wieder dann, wenn es um das Thema Change-Management geht. Wie kann es gelingen, dass die Menschen in den Unternehmen mit den technischen Veränderungen auch Schritt halten und Veränderungen mittragen? Bei der Beantwortung dieser Frage war Gemini Vordenker.

Bekanntheitsgrad: 86 Prozent

Ruf: zu 4 Prozent positiv

Betriebsergebnis-Steigerung: Note: 2,2 (Skala 1 = gering bis 5 = stark)

Foto: WirtschaftsWoche, Screenshot

Platz 14: Oliver Wyman - aus Mercer wurde 2007 Oliver Wyman – das hat nicht jeder Manager mitbekommen


Umetikettierungen sind bei Unternehmensberatungen ein heikles Unterfangen. Das zeigt das Beispiel Oliver Wyman.

Unter dem Markennamen Mercer hatte die hundertprozentige Management-Consulting-Tochter des börsennotierten Finanzdienstleistungskonzerns Marsh & McLennan sich einen hohen Bekanntheitsgrad erworben. Zum Markenaufbau hatte wesentlich die Mercer-Lebensqualitätsstudie der Weltstädte beigetragen.

Neben der Marke Mercer gab es im Konzernverbund die Marke Oliver Wyman , die als Beratungsspezialist für Risikomanagement scharf positioniert war und für ein Qualitätsniveau stand, mit dem sich lediglich KPMG und McKinsey messen konnten. Die Generalisten für Management- und Strategieberatung von Mercer sollten diesen Effekt als Wettbewerbsvorteil für sich nutzen, indem sie ebenfalls unter das Markendach Oliver Wyman schlüpften. Dadurch sollte die klare Markenaussage von Oliver Wyman auf die Breite des gesamten Beratungsspektrums ausgedehnt werden.

Das Re-Branding war möglicherweise ein Denkfehler. „Zum zweiten Mal in Folge ergibt sich aus dem Marken-Index, dass die ehemals hohe Bekanntheit von Mercer nach ihrer Umfirmierung in Oliver Wyman immer noch nicht annähernd erreicht ist“, stellt Markenexperte Höselbarth fest.

Bekanntheitsgrad: 57 Prozent

Ruf: zu 11 Prozent positiv

Betriebsergebnis-Steigerung: Note: 2,6 (Skala 1 = gering bis 5 = stark)

Foto: PR

Platz 13: A.D. Little - Wieder im Aufwind


Die Marke A.D. Little ist einfach nicht tot zu kriegen. In diesem Jahr feierte die Strategieberatung ihr 125-jähriges Firmenjubiläum, hat aber eine langjährige Durststrecke hinter sich. 2007 schaffte es die Traditionsmarke noch unter die Top-Ten im Beraterranking, 2009 rutschte sie brutal auf Platz 14 ab.

1886 von dem MIT-Professor Arthur D. Little gegründet, manövrierte sich die auf Innovation und Technologie spezialisierte Beratung durch ihren Börsengang und das Platzen der Internetblase 2001 schon einmal an den Rand des Ruins. 2002 kaufte der französische Technologiekonzern Altran A.D.Little. Doch die Idee, dass Altran und A.D. Little sich gegenseitig befruchten könnten, ging nicht auf.

Weil lange Zeit nicht klar war, wofür die Beratung eigentlich stehen sollte, schrumpfte der weltweite Umsatz von 113 Millionen Euro zuletzt auf das Niveau einer Mittelstandsberatung. Immerhin: Durch die Refokussierung auf die alten Kernwerte Innovation und Technologie liegt die Marke ADL seit kurzem wieder im Aufwind. Jetzt spricht Altran exklusiv mit einem Team von ADL-Partnern über ein Management Buy Out.

Bekanntheitsgrad: 89 Prozent

Ruf: zu 8 Prozent positiv

Betriebsergebnis-Steigerung: Note: 2,37 (Skala 1 = gering bis 5 = stark)

Foto: Altran -CEO Philippe Salle

Foto: Pressebild

Platz 12: Deloitte - Beratungssparte eines globalen Wirtschaftsprüfungsgiganten


Von den vier Fats Cats der Wirtschaftsprüferbranche – PwC, KPMG, Deloitte und Ernst & Young trennte sich nur eine einzige nach dem Enron-Bilanzskandal nicht von ihrer Beratungssparte: Deloitte.

Doch auch wenn die weltweite Nummer eins der Wirtschaftsprüferszene keinen wirklichen Neustart im Beratungsgeschäft hinlegen musste, wurde sie doch im aktuellen Berater-Ranking aus dem Stand heraus von den Wettbewerbern PwC und KPMG glatt überholt. Möglicher Grund: PwC und KPMG sind in Deutschland traditionell die unumstrittenen Marktführer im Prüfgeschäft mit den börsennotierten Unternehmen. Die Strahlkraft der Prüfer-Marke wirkt auch auf die Beratungssparte durch.

Deloitte musste sich über Jahre hinweg in Deutschland vor allem im Prüfgeschäft mit Mittelstandskunden begnügen. Das Duopol von PwC und KPMG bei börsennotierten Unternehmen war eben selbst für Schwergewichte wie Deloitte nur schwer zu knacken. Das könnte sich demnächst ändern, sollte EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier sein Vorhaben durchsetzen, dass die Big Four in Zukunft ihr Prüfungs- und ihr Beratungsgeschäft nicht mehr unter einem Markendach anbieten dürfen. Eine gesetzlich verordnete Trennung würde aber auch Deloitte als Beratungsmarke treffen.

Bekanntheitsgrad: 86 Prozent

Ruf: zu 11 Prozent positiv

Betriebsergebnis-Steigerung: Note: 2,54 (Skala 1 = gering bis 5 = stark)

Foto: CEO Barry Salzberg

Foto: dapd

Platz 11: KPMG - als Beratungsmarke aus dem Stand heraus auf Platz 11


Nach dem Enron-Bilanzskandal hatte sich die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG 2002 eigentlich von ihrer Unternehmensberatungssparte verabschiedet. Zu heikel erschien es den Wirtschaftsprüfern damals, angesichts der Drohungen der US-Börsenaufsicht SEC beides Prüfung und Beratung unter einem Markendach weiterhin anzubieten. Unter dem neuen Markennamen Bearing Point lebt der von KPMG damals abgestossene IT-nahe Beratungszweig bis heute als eigenständige Firma weiter – mit eher bescheidenem Erfolg.

KPMGs 2005 neu gestarteten Beratungsaktivitäten hingegen scheinen bei den Managern in Deutschland Anklang zu finden. Im Berater-Ranking 2009 stand der Name KPMG noch nicht auf der Liste der 20 gestützten Beratungsmarke, die Frank Höselbarth den 126 befragten Managern zur Beurteilung vorlegte. Daneben aber können die Topmanager immer auch fünf eigene, ungestützte Beratungsmarken nennen, die aus ihrer Sicht im Ranking der stärksten Beratungsmarken nicht fehlen dürfen. „2009 wurde KPMG wie PwC verstärkt genannt. Beide waren deshalb als gestützte Beratungsmarken für die Umfrage in 2011 gesetzt“, so Höselbarth. Die Überraschung: Aus dem Stand heraus landeten beide Wirtschaftsprüfermarken unter den Top 12.

Bekanntheitsgrad: 94 Prozent

Ruf: zu 10 Prozent positiv

Betriebsergebnis-Steigerung: Note: 2,51 (Skala 1 = gering bis 5 = stark)

Foto: AP

Platz 10: Accenture - führende Beratungsmarke für IT in Deutschland

„Seit 2003 messen wir die Markenstärke von Unternehmensberatungen. Seither präsentiert sich Accenture immer wieder als führende Beratung für Informationstechnologie “, sagt Markenspezialist Frank Höselbarth.

Ganz hinauf auf das Siegertreppchen der stärksten Beratungsmarken schaffte es Accenture jedoch nie. IT-basierte Consultingfirmen sind offenbar markenfähiger als reine Strategieberatungen. Accenture macht es seit Jahren aber vor, dass es dennoch geht, das schnelle Geschäft der Bits und Bytes zur Marke zu entwickeln.

Die IT-Beratungsmarke bietet die komplette Wertschöpfungskette in der Beratung von der Strategie, den Prozessen, der IT und des Change Managements an. Zudem steht Accenture für IT-Outsourcing. Bislang nicht gelungen ist es der wahrgenommenen Technikberatung, den Anteil ihres Geschäfts mit der renditeträchtigeren Strategieberatung nennenswert auszubauen. Internen Gerüchten zufolge hat sich auch der langjährige Vorsitzende der Geschäftsführung, Stephan Scholtissek, an dieser Aufgabe die Zähne ausgebissen. Die Klienten trauen den klassischen Strategen offenbar mehr „Köpfchen“ zu.

 

Bekanntheitsgrad: 92 Prozent

Ruf: zu 13 Prozent positiv

Betriebsergebnis-Steigerung: Note: 2,5 (Skala 1 = gering bis 5 = stark)

Foto: Screenshot

Platz 9: Horváth & Partners - sammelt mit seinen Controllingpäpsten Punkte


Zu den Aufsteigern des Berater-Rankings 2011 gehören die Controllingspezialisten von Horváth & Partners aus Stuttgart.

Mit rund 400 Mitarbeitern und einem Umsatz von etwa 80 Millionen Euro ist der Mittelständler gegenüber den Marktführern McKinsey, BCG und Roland Berger ein kleiner Fisch. Seine Expertise, Kennzahlen und Systeme zur Unternehmenssteuerung zu entwickeln und dann auch noch zum Laufen zu bringen, hat sich jedoch herumgesprochen.

„Spätestens seit der Finanzkrise wissen Unternehmen Lösungen, die ihnen helfen, mit extremen Kosten- und Ertragsschwankungen fertig zu werden, absolut zu schätzen“, sagt Horváth-Vorstand Michael Kieninger (rechts).

Die wachsende Bekanntheit der Marke Horváth und die Zufriedenheit der Kunden spiegelt sich im Berater-Index wieder: Horváth schaffte den Sprung von Platz 10 auf Platz 9.


Bekanntheitsgrad: 75 Prozent

Ruf: zu 17 Prozent positiv

Betriebsergebnis-Steigerung: Note: 2,74 (Skala 1 = gering bis 5 = stark)

Foto: PR

Platz 8: Booz & Company - hatte einen Marken-Relaunch zu verdauen


1914 von dem Diplom-Psychologen Edwin G. Booz in Chicago gegründet, trennte sich die Beratung Booz Allen & Hamilton 2008 von ihrer tragenden Säule, dem Geschäft mit den Regierungsbehörden in den USA.

Die US-Government-Sparte firmierte weiter unter der Traditionsmarke „Booz Allen & Hamilton“. Doch auch die rund 200 Partner und 3300 Mitarbeiter des Strategieberaterzweigs wollten nicht ganz auf den Traditionsnamen ihrer Firma verzichten und tauften sich in „Booz & Company“ um. Dass es sich seit der Trennung um zwei verschiedene Häuser handelt, ist bis heute allerdings noch nicht vollends im Markt durchgedrungen.

Warum es den Markenspezialisten der US-amerikanischen Managementberatung überdies nicht aufgefallen ist, das “boozy“ (zu Deutsch: „versoffen“) eher negativ konnotiert ist, bleibt deren eigenes Geheimnis.

Booz & Company ist ein Vollsortimenter – also als eine international aufgestellte Beratung, die Unternehmen aus allen Branchen sowie die öffentliche Hand in puncto Strategie berät.

„Ruf und Bekanntheit der Marke sind hoch, etwas durchschnittlicher fallen die erzielten Ergebnisse zur Erhöhung des Betriebsergebnisses beim Kunden aus“, sagt Höselbarth. Die Booz-Berater gelten als besonders teamorientiert. Der Zusammenschluss mit A.T. Kearney soll unter anderem an unterschiedlichen Vorstellungen darüber gescheitert sein, in welcher Art und Weise Projekte durchgeführt werden. Beeindruckend an Booz & Company ist die sehr hohe Internationalität der Berater und Beraterinnen.

Bekanntheitsgrad: 81 Prozent

Ruf: zu 19 Prozent positiv

Betriebsergebnis-Steigerung: Note: 2,52 (Skala 1 = gering bis 5 = stark)

Foto: Steffen Leistner, Geschäftsführer und Vizepräsident bei Booz & Company

Foto: Andreas Chudowski für WirtschaftsWoche

Platz 7: Simon Kucher & Partners - kein Hidden Champion mehr, sondern der Champion für Pricing


In ihrem Spezialgebiet erntet die Unternehmensberatung aus Bonn weltweit Geschäftserfolge und ist als der führende Champion anerkannt.

Das einzige kleine Manko: Dem Beratungshaus fehlt es ein wenig am Mittelbau. Weil Simon Kucher & Partners bei der Entwicklung seiner Pricing-Strategien seine ganz eigene mathematisch-naturwissenschaftliche Methodik verfolgt und stets auf dem neuesten Stand der Forschung sein will, rekrutiert das Haus vor allem Hochschulabsolventen – Quereinsteiger aus der Industrie oder aus anderen Beratungshäusern haben bei Simon Kucher & Partners kaum eine Chance. Die Folge: Bei der Strategieumsetzung suchen Vertreter des mittleren Managements aus Kundenunternehmen mitunter vergeblich nach ebenbürtigen Gesprächspartnern.

Bekanntheitsgrad: 60 Prozent

Ruf: zu 22 Prozent positiv

Betriebsergebnis-Steigerung: Note: 2,87 (Skala 1 = gering bis 5 = stark)

Foto: Dr. Hermann Simon, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners

Foto: Uli Reinker für WirtschaftsWoche

Platz 6: A.T. Kearney – eine Hands-on-Beratung steigert ihren Bekanntheitsgrad


Hands-on-Mentalität, Umsetzungsstärke und die Fähigkeit, Organisationen zum Laufen zu bringen – das sind die Attribute, mit denen sich die Managementberatung A. T. Kearney gerne schmückt. Bei Umsatz und Beraterzahl ist das 1926 von Ex-McKinsey-Partner Andrew Thomas Kearney in Chicago gegründete Haus zwar dem heutigen Branchenprimus McKinsey weit unterlegen, trotzdem spielt A.T.Kearney in der Liga der Topberatungen nach wie vor ganz oben mit. Daran hat auch die geplatzte Fusion mit der Strategieberatung Booz & Company nichts geändert.

Gegenüber dem Berater-Ranking 2009 konnte A.T. Kearney beim Bekanntheitsgrad bereits kräftig zulegen von 75 auf 87 Prozent. Dabei basierte das Wachstum des Voll-Sortimenters, dem eine besondere Expertise bei den Themen Supply Chain Management und Produktion nachgesagt wird, bislang vornehmlich auf Empfehlungen. Jetzt soll die Marke noch bekannter werden. A.T. Kearney plant einen Marken-Relaunch. Für Anfang 2012 ist eine Werbekampagne geplant. Dafür hat A.T. Kearney die Hamburger Werbeagentur Lukas Lindemann Rosinski (LLR) engagiert.


Bekanntheitsgrad: 87 Prozent

Ruf: zu 18 Prozent positiv

Betriebsergebnis-Steigerung: Note: 2,89 (Skala 1 = gering bis 5 = stark)

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 5: Bain & Company - der Shooting Star im Beratermarken-Ranking 2011


Die Bainies sind auf dem Vormarsch. 1973 von dem Ex-BCG-Berater Bill Bain gegründet, kam die US-Strategieberatung erst relativ spät nach Deutschland. 1982 eröffnete Bain sein erstes Büro in München. Heute beschäftigt die Beratung, die wie keine zweite für erfolgssorientierte Honorierung und Umsetzungsstärke steht, rund 550 Mitarbeiter im deutschsprachigen Raum.

„Wir sprechen zurzeit mit unseren Kunden viel über das Jahr 2020. Die vielen Veränderungen und Turbulenzen, denen Unternehmen heute ausgesetzt sind, haben eine neue Dekade der Strategieberatung ausgelöst“, sagt Rolf-Magnus Weddigen, Chef von Bain in Deutschland. Zugleich betont er: „Bei Bain geben Unternehmen keine Gutachten in Auftrag, wer zu uns kommt, braucht einen Berater für eine kritische Mission“. Und diese Art von Jobs scheinen die deutschen Bainies zur wachsenden Zufriedenheit ihrer Mandanten zu meistern: In allen Kategorien – bei Bekanntheit, Ruf, vor allem aber bei der Note für die Fähigkeit, das Betriebsergebnis zu verbessern, legten die wegen ihrer zeitweise fast schon militärischen Härte als Ledernacken bekannten Berater im Ranking 2011 zu.

Übrigens: Einer der prominentesten Bain-Alumni ist der neue Aufsichtsratschef in spe der Deutschen Bank, Paul Achtleitner.

Bekanntheitsgrad: 79 Prozent

Ruf: zu 21 Prozent positiv

Betriebsergebnis-Steigerung: Note 3 (Skala 1 = gering bis 5 = stark)

Foto: PR

Platz 4: PricewaterhouseCoopers - direkt hinter McKinsey, BCG und Roland Berger

Eine Riesenüberraschung und ein bemerkenswertes Deja-Vu! Nicht einmal zehn Jahre ist es her, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC ihre damals noch IT-lastige Beratungssparte für 3,5 Milliarden US-Dollar an IBM verkaufte.

Damals im Oktober 2002 erschien es nach dem Enron-Bilanzskandal den Wirtschaftsprüfern nicht mehr möglich, unter ein- und demselben Dach, Prüfung und Beratung anzubieten. Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC hatte wegen möglichen Interessenskonflikten die Trennung von Prüfung und Beratung vehement gefordert. Zu einem Verbot für Wirtschaftsprüfer, neben Prüfung auch Beratung anzubieten, kam es jedoch nie.

Nachdem die Diskussion um die heiklen Interessenskonflikte der Wirtschaftsprüfer eingeschlafen war, stieg PwC 2005 wieder verstärkt ins Beratungsgeschäft ein und konnte offensichtlich bei den Unternehmen punkten.

Jetzt droht die EU-Kommission damit, die Trennung des Beratungs- und Prüfungsgeschäfts den Big Four der Wirtschaftsprüferbranche – PwC, KPMG, Deloitte und Ernst & Young – per Gesetz zu verordnen. Winken EU-Parlament und EU-Ministerrat das Gesetz tatsächlich durch, würde das für die PwC-Partner bedeuten, dass entweder die so entstehende neue reine Prüfgesellschaft oder aber der abgespaltene Beratungszweig in den Aufbau einer völlig neuen Marke investieren müsste.

Bekanntheitsgrad: 97 Prozent

Ruf: zu 21 Prozent positiv

Betriebsergebnis-Steigerung: Note 2,9 (Skala 1 = gering bis 5 = stark)

Foto: dpa

Platz 3: Roland Berger - die bedeutendste internationale Unternehmensberatung deutschen Ursprungs

Roland Berger Strategy landete zum wiederholten Mal auf Platz drei im Berater-Ranking. Bestes Zeichen dafür, dass die gescheiterten Fusionsgespräche von Roland Berger mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte der Marke keinen nachhaltigen Schaden zugefügt haben. Nach wie vor verfügt Berger zwar über keine nennenswerte Präsenz in den USA, dafür zählt die Beratungshaus jedoch zu den stärksten Unternehmensberatungs-Marken in Asien.

Um das Profil des Beratungshauses weiter zu schärfen, hat Berger-Aufsichtsratschef Burkhard Schwenker das Thema Europa als Unterscheidungsmerkmal zu den anderen Großberatungen auserkoren. Ein kluger Schachzug.

Der globale Wettbewerb dürfte sich in den nächsten Jahren zum globalen Verteilungskampf zuspitzen. So manches deutsche und europäische Unternehmen wird dann nach einer Alternative zu den Strategieberatungen amerikanischen Ursprungs suchen, von der man erwartet, dass sie den europäischen Managementansatz und möglicherweise auch europäische Interessen stärker im Auge hat.

Bekanntheitsgrad: 98 Prozent

Ruf: zu 31 Prozent positiv

Betriebsergebnis-Steigerung: Note 3 (Skala 1 = gering bis 5 = stark)

Foto: Dr. Martin Wittig, Vorsitzender der Unternehmensberatung Roland Berger

Foto: dpa

Platz 2: McKinsey – keine zweite Beratermarke polarisiert so stark

McKinsey steht für Berater wie Tempo für Taschentücher. Im Guten wie im Schlechten. Vor allem Vorstände der Dax-30-Konzerne attestierten dem deutschen Marktführer 2011 wieder einmal die höchste Kompetenz zur Steigerung des Betriebsergebnisses.

Wer sich die Meckies ins Haus holt, signalisiert damit aber auch, dass mit harten Einschnitten zu rechnen ist. Mit ihrem messerscharfen Image können die Meckies deshalb längst nicht bei jedem Topmanager punkten. Negativ-Bewertungen beim Ruf führen im Berater-Ranking jedoch zu Punktabzügen. „Stark ist eine Marke nur, wenn betriebswirtschaftliche Effizienz und ein guter Ruf in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen“, sagt Frank Höselbarth.

Dass BCG und nicht McKinsey 2011 im Ranking zur führenden Beratungsmarke gekürt wurde, hat der ewige Zweite seinem blütenweißen Image zu verdanken.

Bekanntheitsgrad: 100 Prozent

Ruf: zu 41 Prozent positiv

Betriebsergebnis-Steigerung: Note: 3,25 (Skala 1 = gering bis 5 = stark) (Bestnote!)

Foto: Frank Mattern, Chef von McKinsey Deutschland

Foto: CLARK/obs

Platz 1: The Boston Consulting Group - führende Beratungsmarke Deutschlands 2011


Die klügsten Köpfe gehen zu McKinsey. Die klügsten Köpfe, die auch noch das Herz an der richtigen Stelle sitzen haben, gehen zur Boston Consulting Group, hieß es einst. Doch mit Empathie und Weitblick allein lässt sich in schweren Zeiten kein Betriebsergebnis verbessern. BCG-Deutschland-Chef Christian Veith läutete 2008 deshalb einen harten Strategiewechsel in seinem Haus ein. Um endlich mit McKinsey nicht mehr nur bei der Qualität, sondern auch beim Umsatz gleichziehen zu können, mussten die BCGler Abschied von der Idee nehmen, dass sie als schöngeistige Vordenker schmutzige Restrukturierungsprojekte, die zu Massenentlassungen führen, durchaus auch ablehnen können. Seither sind die BCG-Berater als Wachstums- wie als Restrukturier unterwegs.

Der Erfolg zeigt, dass Veiths Strategiewechsel Früchte trägt. Ob die Marke BCG auch langfristig, trotz der stark vertrieblich geprägten Wachstumsstrategie, ihre Strahlkraft bewahren kann, muss sich jedoch erst noch erweisen.

Bekanntheitsgrad: 100 Prozent

Ruf: zu 47 Prozent positiv (Bestnote!)

Betriebsergebnis-Steigerung: Note 3,225 (Skala 1 = gering bis 5 = stark)

Foto: Hans Paul Bürkner, CEO der Boston Consulting Group

Foto: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche

Talentmanagement

McKinsey lockt die Besten - und lässt sie los

von Marcel Berndt

Die Berater aus Frankfurt haben sich auf die Beratung im Finanzsektor spezialisiert und schon Unternehmen wie Procter&Gamble oder die Deutsche Bank beraten. 60 Studenten sind aktuell Mitglied bei Green Finance Consulting, die meisten von ihnen sind bereits seit ihrem ersten Semester dabei. Besonders für junge Studenten habe die Arbeit als studentischer Berater einen großen Vorteil, erklärt Behrend: „Es ist gerade in den unteren Semestern schwer, an Unternehmen erfolgreich heranzutreten, um beispielsweise attraktive Praktikumsangebote zu erhalten. Wenn man aber als Berater tätig ist, fällt dieser Schritt viel leichter.“

Neben dem Kontakt zu Unternehmen und Praxiserfahrungen dürfte es auch der finanzielle Aspekt sein, der Studenten zum Beraterdasein als Nebenjob lockt. Nach Angaben des Dachverbands BDSU liegt das Tageshonorar, das für einen studentischen Berater abgerechnet wird, im Schnitt bei 300 Euro. „Ein Großteil davon kommt auch beim Student selber an“, sagt Kathleen Jeske. Der perfekte Nebenjob fürs Studium also?

Ja, wenn man die anspruchsvollen Aufnahmetests für die Unternehmensberatungen am Campus meistert und  die hohe Arbeitsbelastung in Projektphasen nicht scheut. So müssen Bewerber bei Green Finance Consulting in Frankfurt ein mehrphasiges Auswahlverfahren durchlaufen. Zunächst wird eine klassische Bewerbung mit Noten und Lebenslauf verlangt. Anschließend werden die interessantesten Kandidaten eingeladen. „Hier gibt es dann ein Motivationsinterview, ein fachliches Interview und eine Fallstudie die von den Bewerbern bearbeitet werden muss“, erklärt Rafael Geisler von Green Finance Consulting. Oftmals wird das Auswahlverfahren dabei von professionellen Unternehmensberatungen betreut. So haben sich bei den Frankfurter Nachwuchsberatern im letzten Jahr 104 Studenten beworben. „20 haben wir dann eingeladen, rund die Hälfte davon hat schlussendlich das Angebot zur Mitarbeit bekommen“, sagt Geisler.

Platz 10

Auf den zehnten Platz hat es das Kurier- und Logistikunternehmen FedEx geschafft. Mit seiner Unternehmensphilosophie der Express-Zustellung von Lieferungen über Nacht, mit der FedEx 1971 an den Start ging, kann es überzeugen. Noch immer an Bord ist Firmengründer Fred Smith, der Wachstum und Entwicklung seines Konzerns stets voran getrieben hat. Ebenfalls positiv bewertet wurde, dass FedEx die Kürzung tausender Jobs über freiwillige Abfindungen regelt, anstelle von Massenentlassungen.

Foto: dapd

Platz 9

Auf dem neunten Rang findet sich die Walt Disney Company. Das Unternehmen wird vor allem darum bewundert, dass es immer wieder zahlreiche erfolgreiche Zukäufe verbuchen konnte. Zuletzt übernahm das Medien-Imperium etwa LucasFilm und damit die "Star-Wars"-Blockbuster unter seine Fittiche. 2006 übernahm Disney die Pixar Animation Studios, die durch Filme wie "Toy Story" oder "Monster AG" bekannt sind. Neben den Kinoerfolgen kann Disney auch mit seinen Vergnügungsparks glänzen. Finanziell gesehen sind die Disney-Parks und -Resorts im vergangenen Jahr stark gewachsen (neun Prozent mehr Einkommen gegenüber 2011) und stellen damit den größten Geldbringer.

Foto: REUTERS

Platz 8

Die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway landet auch Rang acht. Nicht zuletzt wegen ihrem international angesehenen Kopf Warren Buffett. Das 83 Jahre alte "Orakel von Omaha", wie Buffett auch genannt wird, hat es nicht nur geschafft, ein Unternehmen mit rund 250.000 Mitarbeitern zu errichten, er spendet auch die Hälfte seines enormen Reichtums für wohltätige Zwecke. Berkshire Hathaway machte zuletzt Schlagzeilen mit der Übernahme von Heinz.

Foto: REUTERS

Platz 7

Southwest Airlines, eine US-amerikanische Billig-Fluggesellschaft, ist gemessen an der Zahl der beförderten Passagiere die zweitgrößte Fluggesellschaft der Welt. Der Konzern macht sich vor allem durch Service beliebt, indem er an Grundsätzen wie kostenfreiem Umbuchen eines Fluges oder der kostenfreien Beförderung von Gepäck festhält, die man bei anderen Airlines vergeblich sucht.

Foto: dapd

Platz 6

Der IT-Gigant IBM sichert sich den sechsten Platz im Ranking der meist bewunderten Unternehmen. Obwohl es der IT-Branche derzeit nicht besonders gut geht, kann IBM sich weiter behaupten und solide Einkommen in verschiedenen Geschäftssegmenten vorweisen, etwa beim Cloud Computing. Und IBMs berühmtes Computerprogramm "Watson", das seine künstliche Intelligenz 2011 in einer "Jeopardy"-Quizsendung unter Beweis stellte und zwei menschliche Gegner besiegte, soll nun im medizinischen Bereich eingesetzt werden und Ärzte dabei unterstützen, große Mengen historischer Daten zu verarbeiten, um bessere Diagnosen stellen zu können.

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Platz 5

Starbucks hat eine sagenhafte Expansion in aller Welt hingelegt, vom kleinen Kaffee- und Gewürzgeschäft in Seattle im Jahr 1971 hin zur weltgrößten Kaffee-Kette mit 17.000 Filialen weltweit im Jahr 2011. Seitdem hat die Welt bislang unbekannte Genüsse und Wort-Ungetüme wie den "Großen Soja-Karamel Macchiato" kennengelernt. Das reicht für Rang fünf.

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Platz 4

Der Getränke-Riese Coca Cola liegt nicht nur in den USA auf dem ersten Platz der meistverkauften Softdrinks und verweist den Erzrivalen Pepsi in die Schranken - auch international kann der Brause-Hersteller noch immer wachsen. So legte zuletzt das Indien- und Thailandgeschäft kräftig zu. Neben Cola breitet sich der Konzern auch in weiteren Getränkebereichen aus, etwa im Geschäft mit Mineralwasser, vitaminisiertem Wasser und den Minute-Maid-Säften. Und damit nicht genug: In diesem Jahr stieg Coca-Cola mit dem Kauf eines Aktienpakets von Fair Oaks Farms Brands, einer Firma, die Protein-Shakes vertreibt, auch noch ins Molkerei-Geschäft ein.

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Platz 3

In Deutschland machte Versandhändler Amazon zuletzt vor allem durch negative Schlagzeilen zu den Arbeitsbedingungen auf sich aufmerksam. Doch kaum ein Unternehmen kann mit dem gigantischen Versandhandelsimperium Schritt halten. Die niedrigen Preise sind da nur ein Aspekt neben effizientem Kundenservice und rapider Expansion, die Amazon zum Anwärter auf den größten Profiteur des E-Commerce-Booms machen. Das Wirtschaftsmagazin "Fortune" krönte Amazon-Chef Jeff Bezos bereits im vergangenen Jahr zum "Geschäftsmann des Jahres".

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Platz 2

Rang zwei der am meisten bewunderten Unternehmen geht an den Internetkonzern Google. Der Gigant aus dem Silicon Valley gewinnt immer wieder in Rankings, wenn es um die attraktivsten Arbeitgeber geht. Und weitere Erfolge werfen ihren Schatten voraus - so wird etwa erwartet, dass Googles Betriebssystem Android OS für mobile Geräte wie Smartphones und Tablets Apples iOS den ersten Rang in den USA und Kanada ablaufen wird. Auch der Google Play Store wird voraussichtlich bald mehr Apps im Angebot haben, als Apples Pendant. Darüber hinaus sahnt Google mit seinem Online-Werbegeschäft kräftig ab.

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Platz 1

Unangefochten auf Rang eins steht der Apple-Konzern. Das Unternehmen versteht es wie kaum ein anderes, einen Kult um seine Produkte und sich somit eine nahezu fanatische Anhängerschar zu errichten (im Bild: "Apple-Jünger", die im Jahr 2009 auf den Verkaufsstart des iPhone 3GS warten). Trotz einiger Schwierigkeiten wie etwa dem großen Flop der Apple Maps ist der Konzern aus Cupertino noch immer das profitabelste Unternehmen der Welt. Die Konkurrenz mag Apple zwar auf den Fersen sein, aber im vierten Quartal des vergangenen Jahres war das iPhone 5 noch immer das am besten verkaufte Smartphone der Welt.

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Doch auch wer die aufwendige Bewerbung durchlaufen hat wird in den meisten Fällen noch nicht auf den Kunden losgelassen. Denn die Kunden erwarten eine professionelle Beratung. So müssen Neuberater, sogenannte Anwärter erst Schulungen durchlaufen und ein vereinsinternes Projekt erfolgreich absolvieren, erst dann geht es zu externen Kunden. Studentische Unternehmensberatungen, die sich dem BDSU angeschlossen haben, werden sogar einmal jährlich vom Dachverband kontrolliert. „Wir überprüfen den Auswahlprozess für Bewerber, außerdem müssen alle Berater gewisse Pflichtmodule, wie Qualitäts- oder Projektmanagement absolviert haben bevor sie beim Kunden beraten dürfen“, erklärt Kathleen Jeske die eintägige Überprüfung.

So können Unternehmen, die mit studentischen Unternehmensberatern zusammenarbeiten, ein gewisses Qualitätsniveau erwarten. Gleichzeitig liegt der Preis, den sie für die Beratung zahlen vergleichsweise niedrig. Die Tagessätze von professionellen Unternehmensberatungen liegen meist vier bis fünf Mal über denen der Nachwuchsberater. Jedoch dürften Unternehmen in einem ganz anderen Aspekt den größten Vorteil in der Zusammenarbeit sehen. „Die Unternehmen treffen bei uns auf motivierte Studenten, außerdem können sie durch eine Zusammenarbeit ihre Präsenz an Hochschulen verbessern“, sagt Markus Leyendecker von Contact& Corporation. Das führe dazu, dass Personaler schneller an ihre Zielgruppe herankämen, nämlich motivierte Studenten mit Interesse an dem Unternehmen. „Es kommt schon häufig vor, dass Studenten die an einem Projekt teilnehmen, anschließend von dem beteiligten Unternehmen ein Praktikumsangebot bekommen“, erklärt Leyendecker. Auch Jonas Behrend von Green Finance Consulting ist sich sicher: „Viele unserer Mitglieder sind sehr engagierte und sehr gute Studenten. So sind wir als Verein für viele Unternehmen ein attraktiver Recruitingpool.“

Deutschlands beste Berater
Vorjahr: 5Beratung: Porsche ConsultingPunkte*: 2,27 *die Punktzahl ergibt als gewichtete Durchschnittsnote der Einzelkateorien Markenstärke, Wertsteigerung und Projekterfolg (s. Methode)
Vorjahr: 1Beratung: BCGPunkte*: 2,16 *die Punktzahl ergibt als gewichtete Durchschnittsnote der Einzelkateorien Markenstärke, Wertsteigerung und Projekterfolg (s. Methode)
Vorjahr: 2Beratung: McKinseyPunkte*: 2,08 *die Punktzahl ergibt als gewichtete Durchschnittsnote der Einzelkateorien Markenstärke, Wertsteigerung und Projekterfolg (s. Methode)
Vorjahr: 6Beratung: PwCPunkte*: 1,89 *die Punktzahl ergibt als gewichtete Durchschnittsnote der Einzelkateorien Markenstärke, Wertsteigerung und Projekterfolg (s. Methode)
Vorjahr: 3Beratung: Roland BergerPunkte*: 1,84 *die Punktzahl ergibt als gewichtete Durchschnittsnote der Einzelkateorien Markenstärke, Wertsteigerung und Projekterfolg (s. Methode)
Vorjahr: 8Beratung: BainPunkte*: 1,81 *die Punktzahl ergibt als gewichtete Durchschnittsnote der Einzelkateorien Markenstärke, Wertsteigerung und Projekterfolg (s. Methode)
Vorjahr: 4Beratung: A.T. KearneyPunkte*: 1,78 *die Punktzahl ergibt als gewichtete Durchschnittsnote der Einzelkateorien Markenstärke, Wertsteigerung und Projekterfolg (s. Methode)
Vorjahr: 9Beratung: HorváthPunkte*: 1,78 *die Punktzahl ergibt als gewichtete Durchschnittsnote der Einzelkateorien Markenstärke, Wertsteigerung und Projekterfolg (s. Methode)
Vorjahr: 15Beratung: Oliver WymanPunkte*: 1,73 *die Punktzahl ergibt als gewichtete Durchschnittsnote der Einzelkateorien Markenstärke, Wertsteigerung und Projekterfolg (s. Methode)
Vorjahr: -Beratung: Stern StewartPunkte*: 1,68 *die Punktzahl ergibt als gewichtete Durchschnittsnote der Einzelkateorien Markenstärke, Wertsteigerung und Projekterfolg (s. Methode)

Außerdem schätzen viele Unternehmen die Nähe zur theoretischen Ausbildung an studentischen Beratern, glaubt Jeske von BDSU: „Wir als Studenten sind einfach sehr nah an neuen Erkenntnissen aus der Forschung und der Theorie dran und können die im Unternehmen anwenden.“ Außerdem sei es der, generell an Beratern beliebte „frische Blick von außen“, der auch studentische Unternehmensberater so attraktiv mache.

Studentische Unternehmensberatungen haben sich seit ihrer Gründung hierzulande vor rund 25 Jahren zu einem ernstzunehmenden Markt entwickelt. So haben alleine im Jahre 2013 die Mitgliedsvereine des BDSU mehr als 6300 Beratertage abgerechnet und 220 Projekte abgeschlossen. Dazu kommen Projekte von Vereinen, die sich dem kleineren Dachverband deutscher Hochschulberater, dem JC Network angeschlossen haben oder ohne Dachverband agieren.

Auch haben die großen Vorbilder wie McKinsey Interesse an den studentischen Beratern. Hier schätzt man die Eigenschaften, die Campus Consultants mitbringen. „Engagement, das Bestreben, Veränderungen für den Klienten herbeizuführen, im Team zu Lösungen zu finden und diese zu präsentieren – das sind Fähigkeiten, die man auch als Berater bei McKinsey benötigt“, sagt Thomas Fritz, Director of Recruiting bei McKinsey. Ähnlich sieht das Christine Rupp, Recruiting Partnerin bei der Strategieberatung Booz & Company: „Studentische Unternehmensberatungen sind eine gute Möglichkeit, Beratungsthemen und -aufgaben kennen zu lernen und erste Erfahrungen zu sammeln.“

Wer also bereits als Student beraten hat, besitzt wichtige Kenntnisse für den späteren Berufseinstieg als Consultant. „Die Mitarbeit in einer studentischen Unternehmensberatung zeigt Engagement, Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen und Freude an analytischem Denken.

Diese Eigenschaften wünschen wir uns bei einem idealen Bewerber“, sagt Fritz von McKinsey. Denn auch wenn es vielen Studenten zunächst um die Praxiserfahrung geht, streben viele von ihnen eine Karriere im Beratungssektor an. „Bei uns haben alleine im letzten Jahr drei Leute ins Consulting gewechselt“, sagt Leyendecker von der Unternehmensberatung aus Trier. Bei den Frankfurter studentischen Beratern sind die Berufspläne noch eindeutiger. „Rund 75 Prozent unserer ehemaligen Mitarbeiter arbeiten heute entweder im Investment Banking oder bei Unternehmensberatungen“, schätzt Jonas Behrend.

Dass bei all der Beratertätigkeit, die während der Projektphase schon mal 60 Wochenstunden überschreiten kann, Studium und Freizeit auch mal zu kurz kommen können, ist vielen Studenten bewusst und wird in Kauf genommen. „Eigentlich sollte das Studium trotz der Mitarbeit in einer studentischen Mitarbeit an erster Stelle stehen“, sagt Kathleen Jeske vom BDSU.

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