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Stellenanzeigen Dax-Konzerne sind schlimme Phrasendrescher

Bewerber sind alle motiviert und flexibel. Zumindest in der Selbstdarstellung. Und die Unternehmen? Sie sind innovativ, international und suchen flexible und engagierte Mitarbeiter. Zumindest in ihren Stellenanzeigen.

Was Dax-Konzerne ihre Bewerber fragen
Daimler Quelle: dpa
Adidas Quelle: REUTERS
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Lufthansa Quelle: dpa
BASF Quelle: dpa

Der Stellenmarkt ist ein großartiger Spielplatz für Fans einer gepflegten Runde Bullshit-Bingo. Kreativität oder zumindest Individualität gibt es meist weder bei Bewerbern, noch bei den Unternehmen. Stattdessen herrscht Floskel-Alarm.

Im Januar hat das Karrierenetzwerk LinkedIn Bewerbungen verglichen und festgestellt: In deutschen Anschreiben wimmelt es nur so von hohlen Phrasen. Kreativ, motiviert, teamfähig, strategisch und leidenschaftlich – so ist der, der typische Bewerber.

Der Analyse des Bewerberverhaltens folgten natürlich Tipps, wie man es besser machen könne, um nicht gleich beim Personaler durchs Raster zu fallen.

Das ist natürlich richtig, aber: Die potenziellen Arbeitgeber sind nicht besser. Das haben Manfred Böcker und Sascha Theisen herausgefunden. Die beiden PR-Berater haben zusammen mit dem Softwareunternehmen Textkernel 15.000 Stellenanzeigen ausgewertet. Das Ergebnis: Dax-Konzerne sind schlimme Phrasendrescher.

So bieten BMW, Daimler, Telekom, Fresenius, Siemens und Lufthansa vor allem „spannende“ und „interessante“ Jobs. Thyssenkrupp und BASF sind vor allem „führende“ Unternehmen.

Die häufigsten Schlagwörter in deutschen Bewerbungen

Die Schlagworte „führend“, „Technologie“, „international“, „weltweit“ und „innovativ“ sind ohnehin die Lieblingsbeschreibungen der Dax 30. Das Wörtchen „führend“ tauchte in 15.000 Stellenanzeigen insgesamt 3019 Mal auf, „innovativ“ landet mit 1863 Nennungen immerhin noch auf Platz fünf der meistgenutzten Phrasen.

Natürlich haben diese innovativen, internationalen Technologieunternehmen, die auf ihrem Gebiet führend sind, konkrete Vorstellungen von ihren zukünftigen Mitarbeitern. Besonders bei Daimler, Thyssenkrupp, Fresenius, BMW, Siemens und Continental legt die Personalabteilung Wert auf flexible, einsatzbereite, engagierte und freudige Mitarbeiter. Vor allem Flexibilität wurde 2165 Mal in den 15.000 Stellenanzeigen erwähnt.

Vergleicht man nun diese Anforderungen der Unternehmen mit den Selbstdarstellungen der Bewerber, kann man nur sagen: Beide Seiten haben sich irgendwie verdient.

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