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Aufruhr im Männer-Olymp Superfrauen stürmen deutsche Aufsichtsräte

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Jungs aus der Deutschland AG

Die frauenfreundlichsten Unternehmen
Fresenius Homburg Quelle: dapd
Ben Lipps Quelle: dpa
Gabriele Sons Quelle: Pressebild
K+S AG Quelle: dpa
Daimler Dieter Zetsche Quelle: REUTERS
Elizabeth Corley Allianz Quelle: Pressebild
Karl-Ludwig Kley Quelle: dapd

Im Gegensatz zu Siemens und MunichRe stehen Zuwächse bei den weiblichen Kontrolleuren in anderen Dax-Konzernen zumindest auf dem Programm. "Wenn möglich ausbauen", so die offizielle Erklärung, will etwa Daimler in den kommenden Jahren den Frauenanteil im Aufsichtsrat. 2013 laufen auf der Kapitalseite die Verträge von Jürgen Hambrecht, dem früheren Chef des Ludwigshafener Chemiekonzern BASF, von Lynton Wilson, dem Ex-Boss des gestrauchelten kanadischen Telekommunikationsausrüsters Nortel, sowie der früheren Nokia-Managerin Sari Baldauf aus. Mit Baldauf und der Ex-Nestlé-Vorstandsfrau Petraea Heynike repräsentieren aktuell zwei Frauen die Kapitalseite im Daimler-Aufsichtsrat.

Das Kasseler Rohstoffunternehmen K+S (früher Kali und Salz) erklärt, nach der Rechtsanwältin Jella Benner-Heinacher im kommenden Jahr auf jeden Fall eine weitere Frau in sein Kontrollgremium zu berufen. Im Mai laufen die Verträge von sechs der acht Kapitalvertreter aus. Eine Favoritin gibt es wohl noch nicht, der Nominierungsausschuss soll im Januar tagen.

Auch beim Düsseldorfer Handelskonzern Metro, der bis zum September noch zum Kreis der Dax-Konzerne zählte, wird vermutlich ein Mann einer weiteren Frau Platz machen. "Der Aufsichtsrat strebt an, dass nach den Aufsichtsratswahlen im Jahr 2013 mindestens 20 Prozent seiner Sitze mit Frauen besetzt sind", heißt es im Geschäftsbericht des Unternehmens. 2018 soll der Anteil mindestens 30 Prozent erreichen. Bislang ist allerdings Hochschulprofessorin Achleitner die einzige Aktionärsvertreterin im Kontrollgremium.

Nur knapp 20 Prozent der Aufsichtsposten in den 30 Dax-Unternehmen waren 2012 in Frauenhand gegenüber 13,6 Prozent 2011, hat die Vereinigung FidAr gezählt. Aufseiten der Anteilseigner lag der Anteil nur bei 14,96 Prozent, fast eine Verdopplung gegenüber den 7,84 Prozent 2011.

Hinterfragen Sie sich selbst: Stimmen diese Klischees über Frauen und Männer im Job?

"Bei den Arbeitnehmervertretern gibt es eine gewachsenere Tradition, Frauen in den Aufsichtsrat zu berufen", sagt Präsidentin Schulz-Strelow, "die Vertreter der Kapitalseite, die Jungs aus der Deutschland AG, halten ihre Kreise geschlossener. Männer holen bevorzugt Männer in den Aufsichtsrat."

Den Grund dafür glaubt die Frauen-Lobbyistin zu kennen: "Frauen durchbrechen in Sitzungen oft die festgelegten Rituale, stellen Detailfragen und geben auch schon mal zu, wenn sie etwas nicht verstanden haben." Unternehmen, die sich mit Frauen an der Spitze einlassen, könnten davon nur profitieren.

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