1. Startseite
  2. Management
  3. Führung
  4. Heidelberger Druck: Konzern verlost Prämien an Mitarbeiter ohne Krankheitstage

Heidelberger DruckUnternehmen verlost Prämien unter Arbeitern ohne Krankentage

Kürzlich erst ist die Diskussion um den Krankenstand in deutschen Firmen wieder aufgeflammt. Der Maschinenbauer Heidelberger Druck setzt auf finanzielle Anreize. 06.03.2025 - 15:48 Uhr

Ein Mitarbeiter steht im Werk der Heidelberger Druckmaschinen AG an einer digitalen Etikettendruckmaschine.

Foto: dpa

Der Maschinenbauer Heidelberger Druck will mit finanziellen Anreizen für seine Beschäftigten den Krankenstand im Unternehmen senken. Unter rund 1100 Mitarbeitern ohne Krankentage am Standort Wiesloch-Walldorf seien dreimal 800 Euro netto verlost worden, teilte Vorstandschef Jürgen Otto mit. Insgesamt gibt es am Standort rund 4000 Mitarbeiter. Zuvor hatte die „Rhein-Neckar-Zeitung“ berichtet. 

Ideengeber Otto sagte: „Wir wollten eben nicht verfolgen und bestrafen, sondern wir wollten wirklich Wertschätzung denen gegenüber ausdrücken, die wirklich ohne einen einzigen Fehltag letztes Jahr ihren Dienst verrichtet haben.“ Man müsse sich nicht krank zur Arbeit schleppen.

„Aber wir haben ja Arbeitszeitmöglichkeiten und auch üppige Urlaubsansprüche, wo man das gegebenenfalls ja auch mal ausgleichen kann.“

Krankheitswelle

Vier Grafiken zeigen, wie krank Deutschland ist

Eine Erkältungswelle rollt über Deutschland hinweg. Die Krankschreibungen befinden sich auf sehr hohem Niveau. Diese Grafiken zeigen, wie die Büros hierzulande von Erkältungen betroffen sind.

von Anabel Schröter

Vorstandschef spricht von massivem Kostendruck

Die Idee sei entstanden, weil Deutschland überdurchschnittlich viele Krankentage verzeichne, sagte Otto. Die DAK-Gesundheit sprach kürzlich nach eigenen Versichertendaten von durchschnittlich 19,7 Fehltagen im vergangenen Jahr. „Wir liegen ein bisschen besser als der Schnitt“, sagte Otto. „Wir sind halt im Wettbewerbsvergleich, wenn Sie so wollen, natürlich kostenmäßig sowieso unter massivem Druck.“ Er verwies auf Länder mit deutlich niedrigerem Krankenstand, wie die Schweiz und Dänemark. 

Der Betriebsrat kritisiert das Angebot deutlich. „Für alle Kolleginnen und Kollegen, die von einer schweren Krankheit betroffen sind oder waren, ist dies ein Schlag ins Gesicht“, sagte Ralph Arns, Vorsitzender der Arbeitnehmervertretung, der „Rhein-Neckar-Zeitung“. Wenn die nun in Aussicht gestellten Belohnungen motivierend sein sollten, „dann ist das antiquiert und der falsche Weg“.

Debatte über Krankentage zuletzt erst wieder aufgeflammt

Zu Jahresbeginn war die Debatte über Fehlzeiten im Job neu aufgeflammt.

Der Chef des Versicherungskonzerns Allianz, Oliver Bäte, hatte vorgeschlagen, wieder einen „Karenztag“ einzuführen – also, dass Beschäftigte für den ersten Krankheitstag keine Lohnfortzahlung erhalten sollen.

Kritik war auch an der Möglichkeit zu Krankschreibungen für leichtere Beschwerden per Telefon ohne extra Praxisbesuch laut geworden.

Lesen Sie auch: Können Deutsche sich zu leicht krankmelden – und sind unsere Nachbarn strenger?

dpa
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick