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Innovationen frisch von der Uni Wo Studenten als Unternehmensberater arbeiten

Aldi tut es, Ikea tut es, Daimler erst recht: Sie nutzen Studenten als Unternehmensberater. Auch Mittelständler sollten "Grünschnäbeln" eine Chance geben: Besser kommt man nicht an neue Ideen - und potentielle Bewerber.

Deutschlands beste Unternehmensberater
So sah der Preis aus, den die Preisträger in Empfang nahmen. Die Boston Consulting Group konnte sich erneut als Gesamtsieger behaupten. Bewertet wurde sowohl der Ruf als auch die Leistung der Berater – und zwar aus Kundensicht. Die beiden Branchenexperten Frank Höselbarth von der auf Unternehmensberatungen spezialisierten People und Brand Agentur und der Frankfurter BWL-Professor Lars Wellejus ermittelten in einem dreiteiligen Verfahren die Markenstärke und die Fähigkeit zur Wertsteigerung. Als Grundlage diente ihnen eine Erhebung, für die 1500 deutsche Unternehmen nach ihrer Meinung zu 40 großen und mittleren Beratungshäusern befragt wurden. Zusätzlich konnten sich die Beratungen auch mit einzelnen Projekten bewerben, die anschließend von einem Fachbeirat und einer Jury bewertet wurden. Quelle: Frank Beer für WirtschaftsWoche
Durch den Abend führten WirtschaftsWoche-Redakteur Daniel Rettig und Sabine Stamm Quelle: Frank Beer für WirtschaftsWoche
BWL-Professur Lars Wellejus ermittelte zusammen mit Frank Höselbarth den Gewinner des Wettbewerbs. Quelle: Frank Beer für WirtschaftsWoche
Branchenexperte Frank Höselbarth von der People und Brand Agentur. Quelle: Frank Beer für WirtschaftsWoche
In der Kategorie Restrukturierung belegte PricewaterhouseCoopers den ersten Platz. Im Bild: Nicolas Reinhart (Mitte), Apcoa, Daniel Judenhahn (2. v. r.), PwC Quelle: Frank Beer für WirtschaftsWoche
Den ersten Platz in der Kategorie Supply-Chain-Management sicherte sich Ernst & Young. Im Bild von links nach rechts: Alexander Warmulla, Ernst & Young , Dr. Achim Gerstlauer, BASF, Dr. Frank Jenner, Ernst & Young, Stephan Heidemann, BASF Quelle: Frank Beer für WirtschaftsWoche
Roll & Pastuch belegten Platz eins in der Kategorie Marketing und Vertrieb. Im Bild (v.l.n.r.): Prof. Dr. Oliver Roll, Robert Hartung, LR Health & Beauty Systems, Steffen Kampmann, Roll & Pastuch Quelle: Frank Beer für WirtschaftsWoche

„Wir leben in einer Zeit des exponentiellen Fortschritts“, sagte Sascha Lobo, Autor, Blogger, Journalist und digitaler Allrounder, am 6. Oktober im Frankfurter Westin Grand-Hotel bei einem Vortrag zum Thema Zukunft der Arbeit. Das bedeute, dass Technologien schon wieder out seien, bevor man überhaupt verstanden habe, wofür sie gut seien.

Und das macht vielen Unternehmen große Sorgen. Nicht nur der rasante technische Fortschritt und die sich ändernden Anforderungen an die Mitarbeiter, auch die immer neuen, immer schlechter vorhersagbaren Konkurrenten machen ihnen das Leben schwer: Tesla, eigentlich ein Software-Unternehmen, verkauft in den USA mittlerweile mehr Luxusautos als irgendein anderer Anbieter. Die Welt spielt scheinbar verrückt, da ist guter Rat teuer.

Beratermarkt profitiert von der Unsicherheit

Entsprechend profitiert die Beraterbranche: Laut Bundesverband Deutscher Unternehmensberater belief sich der Umsatz der Unternehmensberatungsbranche in Deutschland 2015 auf rund 27 Milliarden Euro. Zum Vergleich: 2001 waren es noch 12,9 Milliarden – und selbst zu Zeiten der Finanzkrise lag der Umsatz der externen Berater bei 18,2 (2008) beziehungsweise 17,6 Milliarden Euro (2009). Seitdem steigt die Hilfsbedürftigkeit der Unternehmen quasi täglich.

So erkennen Sie gute Berater

Die Top Unternehmensberatungen nach Umsatz auf dem deutschen Markt sind McKinsey, The Boston Consulting Group und Roland Berger. Aber neben den großen Kanzleien gibt es einen regelrechten Beraterdschungel: Deutschlandweit existieren 15.425 verschiedene Beratungsunternehmen, für die gut 109.500 Berater arbeiten.

Wer keinen klassischen Unternehmensberater an Bord holen, aber trotzdem frische Ideen ins Unternehmen bringen will, kann mit Universitäten kooperieren. Gerade im Mittelstand ist das ein weitverbreitetes Modell: Die Studierenden können sich praktisch austoben und ihr Wissen anwenden, die Unternehmen sparen Kosten. Von den 100 innovativsten deutschen Mittelständlern arbeitet weit mehr als die Hälfte regelmäßig mit Unis zusammen.


Start-up vermittelt Kooperationen mit Hochschulen

Die Brücke zwischen Betrieb und Forschungseinrichtung will das Start-up Telanto künftig schlagen und mittelständische Unternehmen mit Studierenden zusammenbringen. „Action Learning“ nennen die Telanto-Gründer ihr Modell. Der Gedanke dahinter: Ein Unternehmen startet auf der Website einen „Call for Solution“ und Studierende der Partnerhochschulen – unter anderem die HTW Berlin, die Universität Barcelona, die Hochschule Fresenius oder die WHU Otto Beisheim School of Management - können sich darauf bewerben, die Probleme des Unternehmens zu lösen. So sammeln sie praktische Erfahrungen, das Unternehmen wird seine Probleme los – und im besten Fall lernen sich so Arbeitgeber und künftiger Bewerber kennen.

Derzeit können sich Studierende beispielsweise an einer digitalen Strategie für ein mittelständisches deutsches Unternehmen die Zähne ausbeißen, die Internationalisierung eines französischen Konsumgüterherstellers vorantreiben oder einem Schweizer Pharmaunternehmen bei einem Projekt rund um Tiergesundheit helfen. In der Regel haben die Studenten dafür drei Monate Zeit.

Im Oktober beginnt die Konzeptionsphase eines solchen Projekts bei Somfy. Das Unternehmen aus Rottenburg am Neckar entwickelt und vertreibt Antriebs- und Steuerungstechnik für Rollläden, Sonnenschutz, Garagen- und Hoftore – und stellt im Schnitt pro Jahr zehn neue Mitarbeiter ein.

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