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Ein Hund im Büro? Warum Unternehmen gerade jetzt Bürohunde erlauben sollten

Das Thema Bürohund wird in den Unternehmen unweigerlich auf der Agenda landen. Die Coronakrise hat die Nachfrage nach Hunden boomen lassen. Quelle: dpa

Der Kampf um Top-Personal zwingt Unternehmen auch, Hunde im Büro zuzulassen. Das hilft nicht nur den Besitzern, sondern dem gesamten Betrieb.

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Würde Bernd Stromberg heute noch als Büro-Autokrat in der gleichnamigen TV-Serie wirken, kollabierte er mit Sicherheit ob der großen Veränderungen, die die Arbeitswelt gerade durchmacht. Homeoffice, flache Hierarchien und Frauen in Führungspositionen – all das würde bei ihm Schnappatmung auslösen. Und dann feiern Hundebesitzer an diesem Freitag auch noch den internationalen Bürohundtag!?

Was den fiktiven Versicherungsangestellten in seinen Grundfesten erschüttern würde, hält mittlerweile Einzug in den Forderungskatalog von Arbeitnehmern. Immer mehr Angestellte wollen ihren Hund mit ins Büro nehmen – und Chefs wären gut beraten, ihnen diesen Wunsch zu erfüllen.

Nach einem Jahr Dauer-Homeoffice sehnen sich die Firmenlenker wieder nach Geselligkeit im Büro. Schon jetzt dürften sie grübeln, wie sie ihre Mitarbeiter, die die Vorzüge mobilen Arbeitens kennen und lieben gelernt haben, wieder zumindest für einige Tage in die Büros locken, wenn am 30. Juni die Homeoffice-Pflicht fällt. Da ist ein Hund im Büro doch ein besserer Anreiz als seelenlose Schreibtischbunker mit grauen Teppichböden und steril-langweiligem Mobiliar.

Das Thema Bürohund wird in den Unternehmen unweigerlich auf der Agenda landen. Die Coronakrise hat die Nachfrage nach Hunden boomen lassen: Laut Verband für das deutsche Hundewesen (VDH) stieg die Nachfrage im vergangenen Jahr um 20 Prozent. Hunde sind bekanntlich Freunde fürs Leben und nicht nur für den Lockdown. Die Frage, was mit dem Vierbeiner geschieht, wenn Herrchen oder Frauchen mal den ganzen Tag unterwegs ist, wird künftig also zum Massenphänomen – und damit auch zu einer Frage für die Arbeitswelt.

Der Kampf um die besten Köpfe für das Unternehmen umfasst künftig nicht nur Benefits wie flexible Arbeitszeiten oder einen Firmenwagen, sondern eben auch, ob Kollege Hund im Büro erwünscht ist. In der New-Work-Welt dürfte das fürs Recruiting immer wichtiger werden.

Kann das gut gehen? Warum nicht! Viele Unternehmen beweisen schon jetzt, dass das Arbeiten mit Hund – ist er denn stubenrein und kein sozialer Pflegefall – funktioniert. Beim US-Versandriesen Amazon zum Beispiel warteten vor der Coronakrise rund 6000 Bürohunde auf und unter den Schreibtischen auf Herrchens und Frauchens Feierabend.

Und das ist nicht nur für die Hundebesitzer vorteilhaft: Hunde machen glücklich, belegen Forschungen. Wenn Menschen Hunden in die Augen schauen oder streicheln, regt das den Ausstoß des Glückshormons Oxytocin an. Das hat eine beruhigende Wirkung und hilft beim Stressabbau.

Außerdem gibt es wohl keinen besseren Eisbrecher als einen Hund. Statt also permanent die Bedeutung des Kaffeeklatsches am Arbeitsplatz predigen, sollten Führungskräfte vielleicht eher ihre Mitarbeiter animieren, ihre Vierbeiner mitzubringen. Hunde fördern nämlich die Kommunikation.



Natürlich sollten Mitarbeiter ohne besondere Zuneigung gegenüber Tieren nicht genötigt werden, ihr Dasein unmittelbar neben der sabbernden Dogge mit extremem Haarausfall zu fristen. Nicht jeder muss Hunde mögen. Das Unternehmen muss klare Regeln vorgeben, unter welchen Bedingungen Hunde im Büro erlaubt sind und welche Zonen den Menschen vorbehalten sind. Immerhin: Homeoffice sei Dank gibt es künftig ausreichend Platz für innenarchitektonische Gestaltungslust.

Mehr zum Thema: Die Ära der vollständigen Heimarbeit nähert sich dem Ende, doch Videokonferenzen werden den Alltag weiterhin prägen. Führungskräfte tun sich schwer, die digitalen Meetings zu leiten. Dabei braucht es nicht viel, um das besser hinzubekommen.

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