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Neues Jahr, neues Glück So werden Ihre guten Vorsätze ein Erfolg

New year, new me? Das wird kaum funktionieren. Stattdessen lieber ein gut durchdachter, ernst gemeinter Vorsatz pro Jahr. Quelle: dpa

Wer wäre nicht gern erfolgreicher, beliebter, vermögender? Viele Berufstätige fassen zum Jahreswechsel gute Vorsätze. Doch wer mit „ich möchte gerne“ beginnt, macht bereits den ersten Fehler. Mit diesen Tipps klappt es.

Silvester ist da. Was soll sich im kommenden Jahr ändern? Was möchte ich erreichen? Fragen wie diese beschäftigen viele Menschen in diesen Tagen. Die Folge sind viele gute Vorsätze für alle Lebensbereiche, ob Sport, Familie oder Karriere. Gemeinsam ist: Die Pläne sind oft schon im Februar wieder vergessen. Es lohnt sich, den wichtigsten Wunsch herauszusuchen und sich diesen einmal genauer anzusehen. Mit den folgenden Tipps von einem Experten für persönliche Veränderung, einem Karriereberater und einem Professor für Philosophie wird aus einem Wunsch ein echter guter Vorsatz.

Den Wunsch verstehen

Jeder gute Vorsatz kommt irgendwoher. Aber wer nur mehr Sport machen möchte, weil es gerade modern ist, wird diesen Vorsatz voraussichtlich nicht umsetzen können. Ilja Grzeskowitz ist Experte für persönliche Veränderung. Er rät, Vorsätze logisch zu hinterfragen und zu verstehen. Wer sich also beispielsweise im kommenden Jahr mittags im Büro gesünder ernähren möchte, sollte eine Erklärung dafür haben, warum das eine gute Idee ist. Er rät zu folgenden Fragen: Warum ist gesunde Ernährung überhaupt wichtig? Was passiert im Körper? Welche Funktion haben Eiweiße, Kohlenhydrate, Fette? Welche Ernährungsformen gibt es? Solche Fragen lassen sich für jeden guten Vorsatz finden. „Nur wer seinen Vorsatz wirklich versteht, kann ihn einhalten“, sagt Grzeskowitz.

Sehnsucht nach Veränderung fühlen

Wer also verstanden hat, warum es besser ist, mittags keine Pommes mehr zu essen oder warum es besser ist, stärker auf die Kollegen einzugehen, hat den ersten Schritt geschafft. Doch ebenso wichtig sei es, ihn auch wirklich umsetzen zu wollen. „Logik lässt uns verstehen, Emotionen lassen uns zum Handeln kommen“, sagt Grzeskowitz.

„Ich muss mich auf das Ziel, das ich erreichen will, auch wirklich freuen“, sagt Godehard Brüntrup. Er ist Professor für Philosophie an der Hochschule für Philosophie in München. Erst dann sei der Vorsatz mit tiefen Bedürfnissen verbunden, die einen auch Ende Januar noch motivieren.

Wer also nur besser auf Kollegen eingehen möchte, weil der Chef es von einem verlangt, hat keine emotionale Bindung zu seinem Vorsatz. Derjenige wird den Kollegen also voraussichtlich Anfang Februar erneut die kalte Schulter zeigen. Wer anderen von seinem Vorsatz erzählt, steigert die Verbindlichkeit. „Wenn es andere merken, dass man willensschwach ist, dann ist das unangenehmer als wenn man es nur allein merkt“, sagt Brüntrup.

Nur Wünsche zum Vorsatz machen, die man selbst in der Hand hat

Mehr Gehalt, besser bei den Kollegen ankommen, befördert werden – haben wir diese Dinge wirklich selbst in der Hand? Grzeskowitz weist darauf hin, dass Vorsätze nur dann gut sind, wenn man sie selbst beeinflussen kann. „Ich werde eine Gehaltserhöhung bekommen“ ist in dieser Hinsicht ein schlechter Vorsatz. Besser sei es, sich Faktoren zu suchen, die man selbst beeinflussen kann wie zum Beispiel „Ich übernehme mehr Zusatzprojekte“. Die Erfüllung des Vorsatzes könnte dann in eine Gehaltserhöhung münden.

Kann ich das wirklich schaffen?

Angenommen, jemand nimmt sich vor, im neuen Jahr in jeder Konferenz vier Mal etwas zur Diskussion beizutragen. Ist die Person aber eigentlich ein total stiller Typ, ist dieses Ziel unrealistisch. Realistischer ist beispielsweise eine Wortmeldung pro Sitzung. Ähnlich beim Abnehmen: Drei Kilo abzunehmen ist ein realistischeres Ziel, als einen Sixpack zu bekommen. „Ein realistisch, in guter Selbsteinschätzung gesetztes Ziel wird viel leichter erreicht als eine Utopie“, sagt Brüntrup. Es sei wichtig, den Wunsch so detailliert wie möglich zu formulieren.

Die passende Formulierung finden

Steht der Inhalt, muss noch an der Formulierung gefeilt werden. „Ich möchte gerne...“ – Stop! Sätze, die so beginnen, entsprechen eher einem frommen Wunsch als einem tatsächlichen Vorsatz. „Da fehlt das Aktive, dass man eben selbst für die Erfüllung verantwortlich ist“, sagt Grzeskowitz. Er rät zur direkteren Formulierung: „Ich werde...“.

Tibor Kijewski, Karriereberater aus Kassel, ist der Meinung, dass der Wunschzustand als Endzustand formuliert werden sollte. „Im Herbst 2019 werde ich zum ersten Mal zehn Kilometer gelaufen sein“ nennt er als Beispiel. Steht der Vorsatz, sollte er aufgeschrieben werden. Er empfiehlt, den Zettel dann an der Innenseite der Kleiderschranktür zu befestigen oder – beim Vorsatz Abnehmen – an der Innenseite des Süßigkeiten-Schranks. Dabei seien Details besonders wichtig. Je allgemeiner der Wunsch formuliert ist, desto größer die Gefahr, zu scheitern.

Viel wollen, aber trotzdem wenig vornehmen

Die wenigsten Menschen wollen wohl nur eine Sache an sich ändern. Trotzdem sollten Sie sich für das kommende Jahr auf einen dieser Wünsche beschränken und sich diesen zum Vorsatz machen. Vorsätze müssen bewusst in den Alltag integriert werden. „Es ist besser, sich jeden Tag ein paar Minuten hinzusetzen und zu überlegen, ob und wie man seinem Ziel näher gekommen ist als fünf Vorsätze halbherzig anzugehen“, sagt Grzeskowitz. Wer sich also gesünder ernähren will, sollte sich täglich darüber klar werden, wie viel er wovon gegessen hat und wie es am nächsten Tag weitergehen soll. Sich auf eine Sache zu fokussieren hilft, auch wirklich durchzuhalten.

Strategie für den Vorsatz-Bruch

War der Kartoffelsalat in der Kantine doch einmal zu verlockend? Das heißt nicht, dass Sie Ihren guten Vorsatz, sich gesünder zu ernähren, sofort über Bord werfen sollten. „Man sollte es als Ausnahme verstehen und sich am nächsten Tag wieder auf den Vorsatz konzentrieren.“

Den Moment des Scheiterns sollte man innerlich schon beim Fassen des Vorsatzes durchgehen, rät Brüntrup. Dann erwische einen die Situation nicht unvorbereitet. „Eine bloße Absicht wird vom Gegenwind umgehauen, ein wirklicher Vorsatz ist auf den Gegenwind möglichst genau vorbereitet“, sagt der Philosoph.

Kijewski rät zu folgender Strategie für den Moment der Schwäche: keine Selbstvorwürfe und Selbstzweifel machen. Es sei besser, zu hinterfragen, wozu man sich die Vorsätze gesetzt hat“, sagt er. Passt jedoch der Vorsatz nicht mehr zum Leben, weil sich Rahmenbedingungen verändert haben, sei es auch völlig in Ordnung, den Vorsatz anzupassen – das geht nicht nur an Silvester.

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