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  4. KI-Aktien von Nvidia, Broadcom und Co. nach Deepseek-Schock: Einfach mal Gras anfassen

Absturz der KI-AktienDie Übertreibungen nach oben wie nach unten zeigen vor allem eines

Der Kursrutsch bei KI-Aktien war genauso übertrieben wie der vorangegangene Höhenflug. Beides sind Zeichen für Nervosität. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Julia Groth 28.01.2025 - 13:41 Uhr
Foto: Getty Images, Adobe Firefly, Collage: Marcel Reyle

Einer der treffendsten Kommentare zum Absturz der KI-Aktien am Montag kam von Michael Barck, Gründer der Plattform 4investors.de. Auf X, früher Twitter, schrieb er: „Börse macht mal wieder Börsendinge. Touch grass. Really.“ Gemeint war: Leute, geht mal raus und erdet euch, schaut nicht ständig auf die Kurse. Weil das aber zu wenige Anleger tun, sind die Kursverluste zum Wochenstart durchaus als Warnsignal zu verstehen.

Nur wenige Tage vor dem Kursbeben hatten Aktien, mit denen Anleger auf das Trendthema künstliche Intelligenz setzen, deutlich zugelegt. Im Zuge von Donald Trumps Ankündigung, eine gewaltige KI-Initiative aufzulegen, sprangen die Aktienkurse von Unternehmen wie Nvidia, Oracle und Softbank in die Höhe.

Gerechtfertigt war das nicht. Rund um das Projekt „Stargate“ gibt es viele offene Fragen. Unklar ist etwa, woher die beteiligten Unternehmen die von Trump angekündigten bis zu 500 Milliarden Dollar für Investitionen nehmen wollen. Projektpartner Oracle zum Beispiel ist hochverschuldet. Der Kurssprung Ende vergangener Woche, nicht nur bei Oracle, fiel daher am ehesten in die Kategorie „Übertreibung aus Euphorie“.

Schneller schlau: KI
Künstliche Intelligenz bezeichnet meist Anwendungen auf Basis maschinellen Lernens, bei denen eine Software große Datenmengen nach Übereinstimmungen durchforstet und daraus Schlussfolgerungen zieht. Damit können menschliche Fähigkeiten wie logisches Denken, Lernen, Planen und Kreativität imitiert werden. Maschinen können so beispielsweise ihre Umwelt wahrnehmen und auf sie reagieren.KI wird schon jetzt in vielen Bereichen eingesetzt. Zum Beispiel können solche Programme Aufnahmen von Computertomografen schneller und mit einer höheren Genauigkeit als Menschen auswerten. Selbstfahrende Autos wiederum versuchen, das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer vorherzusagen. Chatbots oder automatische Playlists von Streaming-Diensten arbeiten ebenfalls mit KI.

Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt

Genauso übertrieben wie die Kursgewinne vieler KI-Aktien waren dann die Abverkäufe zum Wochenstart. Die KI-Modelle von Deepseek sind besser, stärker, günstiger als jene aus dem Westen? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Informationen aus China kann man glauben, muss man aber nicht.

Und selbst, wenn Deepseek tatsächlich die von vielen Anlegern angenommene KI-Revolution ist: Was das für westliche Unternehmen bedeutet, ist unklar. Will der Westen in großem Stil chinesische Technologie nutzen, bei einem so kritischen Thema wie KI? Können andere es Deepseek nachmachen und mit deutlich weniger Aufwand große KI-Erfolge erzielen?

Man hätte es wissen können

Die Übertreibungen nach oben wie nach unten zeigen vor allem, wie nervös die Börsen sind. Die Bewertungen vieler Tech- und KI-Aktien sind hoch. Ob sie zu hoch sind, hängt davon ab, ob die Unternehmen in den nächsten Jahren die prognostizierten Traumgewinne tatsächlich einfahren können. Ein gewisses Maß an Vorsicht und Zweifel am Positivszenario waren schon vor Deepseek angebracht.

KI aus China

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Anleger reagieren so heftig auf jede Nachricht rund um KI, weil Unternehmen, die in das Thema involviert sind, ein enormes Gewicht an den Börsen haben. Taucht Nvidia ab, und gehen Konzerne wie Broadcom und Oracle mit auf Tauchfahrt, werden Aktienindizes wie der S&P 500 nach unten gezogen. Das aber ist nun wirklich keine Neuigkeit. Wer damit nicht klarkommt, hätte sich in den vergangenen Jahren breiter aufstellen, hätte zum Beispiel Nebenwerte ins Depot kaufen müssen – hätte damit aber auch Kursgewinne verpasst. Für alle, die in großem Stil in Techaktien investiert bleiben, gilt: Wer mit KI hoch fährt, fährt auch mit KI wieder runter. Börse macht eben Börsendinge.

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