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Anleihen Lufthansa platziert Wandelanleihe über 600 Millionen Euro

Offenbar war der Zeitpunkt gut gewählt. Die Lufthansa hat sich das erste Mal seit ihrer staatlichen Rettung an den Kapitalmarkt gewagt – und stößt auf große Nachfrage.

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Neue Wandelanleihe sechsfach überzeichnet. Quelle: Bloomberg

Die Lufthansa hat sich das erste Mal seit ihrer staatlichen Rettung an den Kapitalmarkt gewagt und eine Wandelanleihe platziert. 600 Millionen Euro nehme sie mit der nachrangigen und unbesicherten Wandelanleihe ein, teilte die Fluglinie am Dienstag mit.

Offenbar war der Zeitpunkt der mehr als sechsfach überzeichneten Emission gut gewählt: Die an der Börse aufkommende Hoffnung auf einen baldigen Impfstoff gegen das Coronavirus macht Lufthansa-Anleger zuversichtlicher. Die Aktienkurse waren am Montag in die Höhe geschossen, nachdem das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech ankündigte, in den USA eine Impfstoffzulassung zu beantragen. Am Dienstag lagen Lufthansa-Aktien 7,1 Prozent im Plus bei 9,54 Euro.

Bei Investoren kam die in fünf Jahren fällige Wandelanleihe so gut an, dass die Lufthansa während der Emission die Bedingungen für sich selbst verbesserte. Sie senkte den zahlbaren Zins auf 2,00 von bisher 2,25 bis 2,75 Prozent. Außerdem stockte sie das Gesamtvolumen von zuvor rund 525 Millionen Euro auf.

Das mit der Anleihe eingesammelte Geld will die Lufthansa nach eigenen Angaben für „allgemeine Geschäftszwecke“ verwenden. Die Airline kämpft mit den Folgen der Corona-Pandemie und hat im Frühjahr neun Milliarden Euro Staatshilfen von Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien bekommen. Damals hatte das Unternehmen wegen der hohen Geschäftsrisiken in der Corona-Krise keinen Zugang mehr zu privatem Kapital, wie Vorstandschef Carsten Spohr erklärt hatte.

Spohr geht davon aus, dass die Liquidität von zehn Milliarden Euro per Ende September noch bis zum Winter 2021 reicht. Notverkäufe von Töchtern werde es nicht geben, betonte Spohr kürzlich. Jede Stunde verliert die Lufthansa wegen des brachliegenden Flugverkehrs eine halbe Million Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf 5,6 Milliarden Euro. Konzernweit sollen zehntausende Stellen wegfallen.

Investoren einer Wandelanleihe haben das Recht, ihre Anteile innerhalb einer bestimmten Frist zu einem fest vereinbarten Umtauschverhälnis in Aktien des Unternehmens zu wandeln. Die Wertpapiere sind in der Regel niedriger verzinst als normale Anleihen, da dem Inhaber die Vorteile einer Wandlung in Aktien eingeräumt werden.

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