ASML, TSMC und Co.: Kurse der Chiphersteller brechen ein
Donald Trumps Äußerungen über eine härtere Gangart gegenüber Taiwan für den Fall seiner Wiederwahl haben an den Börsen in Fernost am Mittwoch für Wirbel gesorgt. Vor allem die Aktien des taiwanesischen Chipherstellers TSMC ließen Federn und büßten mehr als zwei Prozent ein, was einem Marktwertverlust von fast 16 Milliarden Dollar entsprach.
Taiwan solle für den von den USA zur Verfügung gestellten Schutz zahlen, hatte Trump gefordert. „Wissen Sie, wir sind nicht anders als eine Versicherungsgesellschaft. Taiwan gibt uns nichts zurück“, sagte Trump in einem Interview mit der Agentur „Bloomberg“. TSMC ist wichtiger Zulieferer für Apple und Nvidia.
Gleichzeitig kündigte Trump an, Strafzölle von bis zu 100 Prozent auf Importe aus China zu erheben, sollte er nach den Präsidentschaftswahlen am 5. November ins Weiße Haus zurückkehren. Die Furcht vor weiteren Folgen des Handelsstreits sowie ein enttäuschender Ausblick von ASML zogen zudem Halbleiter-Werte in die Tiefe. ASML-Aktien brachen in Amsterdam um acht Prozent ein. Selbst überraschend starke Quartalszahlen des niederländischen Halbleiterherstellers konnten den Kursrutsch nicht aufhalten. Auch die Aktien der Rivalen ASMI und BESI gaben um rund fünf Prozent nach. „Der geopolitische Aspekt dürfte heute stärker im Mittelpunkt stehen als die Ergebnisse“, sagten Citi-Analysten.
Die USA erwägen der Agentur Bloomberg zufolge schärfere Beschränkungen im Handel mit China, wenn Firmen wie ASML und Tokyo Electron dem Land weiterhin Zugang zu fortschrittlicher Halbleitertechnologie gewähren. Die Meldung überschatte die ansonsten guten Ergebnisse bei ASML, kommentierte ING-Analyst Marc Hesselink.
Die Risiken geopolitischer Spannungen und sich verschlechternder Handelsbeziehungen bei einem Wahlsieg Trumps belasteten die Märkten, konstatierte auch Jochen Stanzl, Analyst beim Broker CMC Markets. „Die Ernennung von Vance zum Vizepräsidenten deutet auf einen starken Fokus auf die 'America First'-Politik hin, die auch Deutschland zu spüren bekommen könnte.“ Dies erhöhe die Unsicherheit. Trump ist mittlerweile offiziell Kandidat der Republikaner für die Wahl im November. Als Kandidaten für die Vizepräsidentschaft hat sich Trump seinen einstigen Kritiker J.D. Vance an die Seite geholt.
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