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Bitcoin, Aktien, AnleihenWie die Märkte auf Trumps EU-Zölle reagieren

Die Kurse fallen leicht, aber die Reaktionen sind insgesamt verhalten. Der Bitcoin klettert sogar auf ein neues Rekordhoch.Saskia Littmann 14.07.2025 - 16:42 Uhr aktualisiert
Börsenhändler auf dem Parkett der New Yorker Börse. Foto: Richard Drew/AP/dpa

Alles TACO oder was? Zumindest am Montag haben die Finanzmärkte vergleichsweise moderat auf die Zollankündigung von 30 Prozent auf EU-Produkte von Donald Trump reagiert. „Trump always chickens out“ – bleibt es mal wieder bei Trumps mittlerweile berühmter Ankündigungspolitik? Die Händler an den weltweiten Börsen scheinen darauf zu hoffen.

Nachdem der „Liberation Day“ im April noch zu Indexeinbrüchen von acht Prozent und mehr geführt hatte, fallen die Reaktionen dieses Mal bisher vergleichsweise harmlos aus. Der deutsche Leitindex Dax notierte  nach Handelsstart und auch am späten Nachmittag etwa 0,8 Prozent im Minus.

Auch die Kursverluste an der Wall Street hielten sich in Grenzen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zur Eröffnung am Montag kaum verändert bei 44.367 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 und der Index der Technologiebörse Nasdaq verloren jeweils knapp ein halbes Prozent auf 6242 und 20.502 Punkte.

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„Die Marktvolatilität im Zusammenhang mit den Zöllen ist in den vergangenen Monaten zurückgegangen, aber wir sind noch nicht über den Berg“, warnte Glen Smith, Chefanleger beim Vermögensverwalter GDS. „Erst die kommenden Wochen werden zeigen, wie die Länder auf die neue Zollfrist reagieren.“

Derweil schloss der Nikkei in Tokio leicht mit 0,29 Prozent im Minus. Der breiter gefasste Topix notierte wie auch der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans kaum verändert.

Die Märkte haben offenbar gelernt, besser mit Trumps Ankündigungen zu leben – dafür spricht zumindest die moderate Reaktion auf die Zölle an den asiatischen Börsen. „Es ist schwer zu sagen, ob die gedämpfte Marktreaktion am besten durch Widerstandsfähigkeit oder Selbstgefälligkeit gekennzeichnet ist“, sagte etwa Taylor Nugent, leitender Marktökonom der Investmentbank NAB, der Nachrichtenagentur Reuters. Es sei eben kaum vorauszusagen, wo die Zölle ab August tatsächlich liegen würden.

Am Samstag hatte der US-Präsident via Truth Social verkündet, er wolle EU-Produkte mit einem Zoll von 30 Prozent belegen. EU-Kommissarin Ursula von der Leyen erklärte am Sonntag in Brüssel, man werde die geplanten Gegenmaßnahmen nicht wie geplant am Montag in Kraft setzen, sondern sie auf den 1. August verschieben. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte im ARD-Sommerinterview, die Zölle würden die deutsche Exportwirtschaft „ins Mark“ treffen, wenn sie am 1. August tatsächlich wie geplant in Kraft treten würden.

Auch der Euro reagierte am Montagmorgen ebenfalls leicht auf die erneute Zoll-Eskalation und wertete gegenüber dem Dollar minimal ab. Aktuell kostet die Gemeinschaftswährung 1,1689 Dollar. In der vergangenen Woche waren es zeitweise mehr als 1,18 Dollar gewesen.

Der Goldpreis notierte am Montagnachmittag nahezu unverändert bei rund 3349 Dollar je Feinunze. Die Rendite von Bundesanleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit stieg minimal über die Marke von 2,7 Prozent.

Krypto im Höhenflug

Der Bitcoin zeigt sich von allen Zoll-Sorgen gänzlich unbeeindruckt. Schon am Wochenende ist der Kurs der Kryptowährung auf immer neue Höchststände geklettert, am Montagmorgen lag er bei einem Rekordhoch von über 122.000 Dollar und somit mehr als 2,5 Prozent im Plus. Im April dagegen, nach Trumps „Liberation Day“ und dem Einbruch der Märkte, hatte der Bitcoin zunächst ebenfalls deutlich an Wert verloren. Sein Kurs erholte sich dann allerdings deutlich schneller als beispielsweise Aktien – bereits an Tag zwei der Marktturbulenzen.

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Normalerweise korreliert die Kryptowährung vorrangig mit den großen Techwerten. Dass die Kryptowährung Anfang April in der Krise besser abschnitt als Aktien, weckte bei vielen Anhängern die Hoffnung, Bitcoin sei nun doch auf dem Weg zu einem sicheren Hafen, also einer Alternative zu Gold oder Staatsanleihen.

Womöglich ist es allerdings mehr die Kryptoleidenschaft Donald Trumps, die den Bitcoin-Kurs immun erscheinen lässt gegen dessen erratische Politik. Das US-Repräsentantenhaus will ab Montag eine Reihe von Gesetzentwürfen debattieren. Sie sollen Digitalwährungen wie dem Bitcoin den lange geforderten regulatorischen Rahmen bieten.

Zuletzt waren es vor allem hohe Zuflüsse in börsengehandelte Kryptofonds (ETFs), die den Kurs angetrieben haben. Netto flossen täglich rund eine Milliarde Dollar in die Fonds.

Lesen Sie auch: Der Dollar verliert Vertrauen. Ist der Greenback noch Leitwährung?

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