Bitcoin Mining: Wie funktioniert Bitcoin Mining und warum ist der Energieverbrauch so hoch?
Bitcoin Miner hängen der Bitcoin-Blockchain neue Blöcke an und erhalten dafür BTC als Belohnung. Diese halbiert sich alle vier Jahre. Bitcoin Mining im aktuellen Überblick.
Foto: AFPSeit Anfang 2023 kennt der Bitcoin-Kurs nur eine Richtung – nach oben. Und auch 2025 legte der BTC-Kurs trotz einiger Rücksetzer bislang deutlich zu und notiert um die Marke von 115.000 Dollar. Manche Marktbeobachter sahen das Krypto-Geld in den vergangenen Jahren immer wieder auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit, andere sehen in der Technologie Bitcoin – und gerade im Mining – riesige Chancen für die Industrie, die Netzstabilität und den Umweltschutz.
Rund alle zehn Minuten gelangen 3,125 neue BTC in den Markt, gleichzeitig nimmt die Sicherheit des Bitcoin-Netzwerkes immer weiter zu. Die sogenannte Bitcoin-Hashrate stieg in den vergangenen Monaten von Allzeithoch zu Allzeithoch und notiert mittlerweile oberhalb der Marke von 1 Zetahash: durch das Bitcoin Mining.
Doch das Mining steht oft auch in der Kritik, viele sehen darin reine Energieverschwendung und fordern teilweise sogar ein Verbot. Doch macht das Sinn? Was ist Bitcoin Mining überhaupt, wie funktioniert das Mining und ist das Schürfen von Bitcoin wirklich so energieintensiv wie behauptet wird oder bietet es sogar Chancen? Was würde ein Verbot bringen? Alle wichtigen Informationen rund ums Thema Bitcoin Mining auf einen Blick.
Bitcoin Mining: Definition, Energieverbrauch und Funktion
Was ist Bitcoin Mining und welche Funktion hat es?
Unter dem Begriff Bitcoin Mining versteht man das „Schürfen“ – also das Erzeugen – neuer Bitcoin. Dies geschieht über sogenannte Miner, die im Falle des Bitcoins der Bitcoin-Blockchain den nächsten Block anhängen und dafür eine Belohnung einstreichen. Die Blockchain ist das digitale Datenprotokoll, auf dem sämtliche Transaktionen gespeichert werden und das öffentlich einsehbar ist.
Bitcoin Miner verwenden spezielle Hard- und Software. So wird sichergestellt, dass keine falschen oder doppelten Transaktionen verifiziert werden. Je mehr Bitcoin Miner – beziehungsweise je effizienter die Miner am Netzwerk mitarbeiten – desto sicherer und dezentraler ist dieses. Die Miner sichern durch die Bereitstellung ihrer Rechenleistung das Bitcoin-Netzwerk ab. Dafür erhalten sie die Belohnung – die sogenannte Block-Reward.
Wie funktioniert Bitcoin Mining?
Das Erzeugen neuer Bitcoin – und somit die Absicherung des Netzwerkes – funktioniert über das Konsensverfahren Proof of Work, kurz PoW. Dabei handelt es sich um eine von zwei gängigen Methoden zur Erzeugung neuer Coins und die Absicherung des Netzwerkes. Einfach ausgedrückt setzen Bitcoin Miner dabei ihre Rechenleistung zum Erzeugen neuer Coins sowie zur Absicherung des Netzwerkes ein und erhöhen somit dessen Sicherheit.
Für das Bereitstellen der notwendigen Energie bekommen Miner eine Belohnung, die ihnen wiederum in Form von Bitcoin ausgezahlt wird. Diesen sogenannten Block Reward bekommt jeder Bitcoin Miner, der der Blockchain erfolgreich einen neuen Transaktionsblock hinzugefügt hat. Die Belohnung halbiert sich beim Bitcoin alle vier Jahre – dieser Prozess wird als Bitcoin Halving bezeichnet. Miner müssen also immer effizienter und schneller werden, um ihren Profit konstant zu halten. Aktuell liegt die Belohnung bei 3,125 Bitcoin pro Block. Das nächste Halving wird beim Bitcoin im Frühling 2028 erwartet. Dann halbiert sich die Block Reward für Bitcoin Miner auf 1,5625 Bitcoin bis zum nächsten Halving im Jahr 2032.
Gleichzeitig ist der maximale Bestand des Bitcoins fest definiert und wird niemals die Grenze von knapp 21 Millionen BTC überschreiten. Um genau zu bleiben: Es werden maximal 20.999.999,97690000 Bitcoin existieren. Der BTC-Bestand kann also nicht ausgeweitet werden. Durch die Halvings wird der letzte Bitcoin erst um das Jahr 2140 herum geschürft werden. Aktuell befinden sich laut dem Analysehaus Coinmarketcap knapp über 19,93 Millionen Bitcoin im Umlauf (Stand: 13. Oktober 2025). Das bedeutet, dass die Miner für das Schürfen der restlichen rund 1,07 Millionen Bitcoin – also für rund fünf Prozent des maximalen Bestandes – noch mindestens 115 Jahre benötigen.
Wissenswertes zum Thema Bitcoin (BTC):
- Proof of Work: „It´s not a bug, it´s a feature” – darum ist PoW für Bitcoin essentiell
- Bitcoin Halving 2028: Wann ist das nächste Bitcoin Halving?
- Bitcoin Lightning Network: Wie der Bitcoin Transaktionen beschleunigen will
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- Heizen mit Bitcoin Mining und Co. als sinnvolle Alternative?
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- Seed Phrase sicher aufbewahren: So sichern Sie den Zugang zur Bitcoin-Wallet
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Wie viel Energie verbraucht Bitcoin Mining wirklich?
Das Bitcoin Mining steht wegen seines hohen Energiebedarfs oftmals in der Kritik. Doch: Bitcoin benötigt viel Energie, um sicher und dezentral zu arbeiten. Diese Dezentralität ist das höchste Gut, das die Technologie Bitcoin bietet. Das macht ihn einzigartig gegenüber allen anderen Kryptowährungen – sogenannten Altcoins. Keine Drittpartei kann jemals in das Bitcoin-Netzwerk eingreifen und es nach seinen Vorstellungen ändern, anpassen oder den verfügbaren Bestand ausweiten. Zusätzlich steht hinter Bitcoin weder eine Organisation, noch eine Person an der Spitze.
Vielmehr sollte man den Energiebedarf des Bitcoin-Minings in Relation setzen. Nach Berechnungen des Cambridge Digital Mining Industry Reports aus dem Jahr 2024 summierte sich der Stromverbrauch der weltweiten Mining-Aktivitäten auf rund 138 Terawattstunden pro Jahr – das entspricht etwa 0,54 Prozent des weltweiten Strombedarfs. Die Analyse-Plattform Digiconomist kommt für 2025 sogar auf knapp 176 Terawattstunden. Zum Vergleich: Nach Angaben der U.S. Energy Information Administration verbrauchten allein Klimaanlagen in den Vereinigten Staaten bereits im Jahr 2022 rund 2199 Terawattstunden – also mehr als das 16-Fache des Energiebedarfs des Bitcoin-Minings.
Befürworter der Kryptowährung argumentieren, dass Bitcoin immer mehr überschüssige Energie verwende. Das Bitcoin Mining nehme also niemandem Strom weg, sondern nutze bisher ungenutzte Energie und mache diese erst nutzbar. Kritiker sehen das anders und bemängeln, dass das Bitcoin Mining die Energiepreise weiter treiben würde.
Bitcoin Mining ist daher auch immer wieder Gegenstand von Verbotsdebatten. China hat das Mining im Juni 2021 verboten, konnte die Branche damit aber nicht stoppen. Ganz im Gegenteil: China gehört nach wie vor zu den Ländern, in dem die meisten Bitcoin geschürft werden. Außerdem haben viele Bitcoin Miner, die zuvor in China aktiv waren, schlicht einen anderen Standort gesucht an dem der Strompreis möglichst niedrig ist. Ein Verbot würde sich also nur geringfügig und kurzfristig auf Bitcoin auswirken, da die Technologie durch ihre hohe Dezentralität nahezu unmöglich durch das zentrale Vorgehen einer bestimmten Partei – beispielsweise durch das eines Staates – steuerbar ist.
Befürworter sehen im Bitcoin Mining derweil große Chancen: So argumentieren sie, dass sich ein Stromnetz durch das Mining gegen Schwankungen oder Ausfälle absichern lässt. Denn für die Aufrechterhaltung eines Stromnetzes muss immer eine gewisse Spannung gehalten werden. Die Bitcoin-Mining-Industrie erhöhe die Netzresilienz, indem sie als steuerbare Last fungiere, argumentiert Lee Bratcher, Präsident des Texas Blockchain Council. „Bitcoin Miner können sich innerhalb weniger Sekunden abschalten, was sie zu einer perfekten Ressource für das Netz macht, wenn es um Frequenzausgleich geht.” Diese flexible Möglichkeit zur Aufrechterhaltung eines Stromnetzes gab es in dieser Form bisher nicht.
Zu einem ähnlichen Schluss kommt eine Untersuchung der Texas A&M University. Unter Leitung von Le Xie, Professor für Elektro- und Computertechnik und stellvertretendem Direktor des Texas A&M Energy Institute, analysierte das Forschungsteam in der Studie „Präzise Modellierung und Analyse der Auswirkungen des Minings von Kryptowährungen auf Stromnetze: CO₂-Fußabdruck, Zuverlässigkeit und Strompreis“ die Folgen des Bitcoin-Minings für das texanische Stromnetz. Untersucht wurden Zusammenhänge zwischen Energieverbrauch der Mining-Unternehmen, Marktpreisen und Netzengpässen. Auch Standortwahl und Flexibilität der Betreiber flossen in die Berechnungen ein. Das Ergebnis: Bitcoin-Mining kann die Stabilität von Stromnetzen erhöhen und preisdämpfend wirken.
Weiter argumentieren Befürworter, dass Bitcoin-Mining durchaus auch praktischen Nutzen hat: Sie ließen sich beispielsweise Wohnräume oder Büros durch die beim Bitcoin Mining anfallende Abwärme der Geräte durch Wärmerückgewinnung gezielt heizen. Dies sei gerade in Ländern von Vorteil, die bereits auf Strom aus erneuerbaren Energien als Heizquelle setzen.
Bitcoin Mining: Wie setzt sich der Energieverbrauch zusammen?
Laut dem Cambridge Digital Mining Industry Report 2025 stammt inzwischen mehr als die Hälfte des für das weltweite Bitcoin-Mining eingesetzten Stroms aus nachhaltigen Quellen. Genauer gesagt kommen nach Angaben der Cambridge-Forscher 42,6 Prozent aus erneuerbaren Energien und 9,8 Prozent aus Kernenergie, sodass sich ein Gesamtanteil von 52,4 Prozent ergibt. Frühere Auswertungen des Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index hatten den Anteil nachhaltiger Energien noch deutlich niedriger eingeschätzt und zeitweise bei etwa 40 Prozent verortet, wurden aber inzwischen methodisch überarbeitet, um den tatsächlichen Energieeinsatz präziser abzubilden.
Auch andere Daten stützen diesen Trend. Während der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommix im ersten Halbjahr 2025 nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft sowie des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung bei rund 54,5 Prozent lag, liegt der Anteil nachhaltiger Energien im Bitcoin-Mining damit mindestens auf vergleichbarem Niveau.
Wie teuer ist es, einen Bitcoin zu minen? Lohnt sich Bitcoin Mining?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da sich der Preis für das Minen eines Bitcoins nach den örtlichen Strompreisen richtet. Bitcoin Miner sind daher an niedrigen Strompreisen interessiert. Somit verwundert es nicht, dass sich viele Miner beispielsweise in den USA in der Nähe von Solarparks oder im Norden Norwegens niederlassen, wo der Strom durch Wasserkraft zu wesentlich niedrigeren Preisen erzeugt werden kann als beispielsweise in Zentraleuropa. Gerade an solchen Orten ist das Bitcoin Mining selbst bei stark gefallenen Kursen wie im November oder Dezember des letzten Jahres für effiziente Unternehmen lukrativ.
In Kasachstan hingegen, wo es ebenfalls eine florierende Mining-Szene gibt, deckt die Branche ihren Energiebedarf vor allem aus fossilen Energiequellen. Aber auch hier bewegt sich viel. Das kasachische Parlament hat mehrere Gesetze verabschiedet, die sich mit dem Bitcoin Mining im Land befassen. Darunter fällt beispielsweise, dass Bitcoin Miner in Kasachstan fortan nur noch überschüssigen Strom aus dem örtlichen Stromnetz beziehen dürfen. Dabei darf allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass der Preis für Kohlestrom im Land staatlich reguliert ist und nicht teurer werden darf.
Der Anteil „fossiler“ Miner sinkt seit Jahren, da sie weniger rentabel arbeiten als Bitcoin Miner, die ihre Hardware mit günstigem Strom aus nachhaltigen Quellen betreiben. Es ist also durchaus möglich, dass diese Miner früher oder später aus dem Markt ausscheiden, weil sie weniger rentabel und damit weniger konkurrenzfähig werden.
Im privaten Umfeld lohnt sich Bitcoin Mining aber aufgrund der hohen Strompreise in Deutschland in der Regel nicht. Zumindest dann nicht, wenn man das Mining rein aus dem Gesichtspunkt der Gewinnmaximierung betreiben. Nutzt man allerdings die Abwärme zum Heizen der eigenen Wohnung oder des Büros, die bei den Rechenprozessen entsteht, kann sich Bitcoin Mining durchaus lohnen.
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Was passiert, nachdem alle Bitcoin gemined wurden?
Um das Jahr 2140 wird es soweit sein: Alle Bitcoin werden gemint sein und der feste Bestand von knapp 21 Millionen BTC wird erreicht sein. Doch auch wenn keine neuen BTC mehr produziert werden, werden Bitcoin Miner weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Ihre Aufgabe wird sich darauf beschränken, Transaktionen zu validieren, zu bestätigen und darin, das Bitcoin-Netzwerk abzusichern. Dafür erhalten sie auch weiterhin eine Belohnung für die Bereitstellung ihrer Rechenkapazität. Allerdings wird sich diese Belohnung ausschließlich aus den Transaktionsgebühren speisen.
Was ist Bitcoin Cloud-Mining?
Beim Bitcoin Cloud-Mining wird Bitcoin geschürft, ohne dass man selbst physische Hardware oder Infrastruktur besitzen oder betreiben muss. Stattdessen mietet man Rechenleistung von Cloud-Mining-Anbietern, die über ein Netzwerk von Computern und entsprechende Hardware verfügen, um Bitcoin Mining zu ermöglichen. Der Cloud-Mining-Anbieter schürft dann im Namen des Nutzers Bitcoin, die Block Rewards werden dann zwischen dem Anbieter und dem Nutzer aufgeteilt.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass das Cloud-Mining auch Risiken birgt, da man sich auf den Anbieter verlassen muss und keinen direkten Einfluss auf das tatsächliche Bitcoin Mining hat.
Was sind Bitcoin Mining Pools?
Mining Pools stellen eine Möglichkeit dar, das Schürfen neuer Bitcoin-Blöcke effektiver zu gestalten. Denn: Im Alleingang benötigt man als privater Nutzer viel zu lange, um ausreichende Rechenkapazitäten aufzubringen.
Mining Pools bündeln daher die Kapazitäten aller darin befindlicher Nutzer, was zu mehr Rechenleistung und einer höheren Wahrscheinlichkeit führt, den nächsten Block der Bitcoin-Blockchain anzuhängen und so die Block Rewards einzustreichen. Diese Belohnung in Bitcoin wird entsprechend der Beiträge zur Rechenkapazität auf die Nutzer aufgeteilt. Ein europäisches Beispiel ist der Braiins-Pools, des gleichnamigen Unternehmens Braiins aus Prag.
Bitcoin Mining Steuer: Wie werden Bitcoin versteuert, die ich aus dem Mining generiert habe?
Gewinne, die aus dem Mining von Bitcoin erzielt werden, unterliegen grundsätzlich ab dem Moment einer Steuerpflicht, in dem sie in eine herkömmliche Währung wie Euro oder Dollar umgetauscht werden. Auch wenn aus dem Erlös andere Kryptowährungen gekauft werden, handelt es sich um einen steuerpflichtigen Vorgang. In diesem speziellen Fall gibt es keine festgelegte Freigrenze. Demnach ist bereits der erste erwirtschaftete Euro steuerpflichtig und muss entsprechend in der Steuererklärung angegeben werden.
Haben Sie hingegen nicht vor, die geminten Bitcoin, die Sie durch das Heizen der Räumlichkeiten erhalten, zu verkaufen, handelt es sich um unrealisierte Gewinne. Diese sind folglich nicht steuerpflichtig.
Betreiben Sie Bitcoin-Mining hingegen mit dem Ziel der Gewinnerzielung – also um daraus Euro zu generieren –, agieren Sie automatisch als gewerbliches Unternehmen. Das bedeutet, dass für Mining-Gewinne sowohl Gewerbesteuer als auch Einkommensteuer zu entrichten sind. Diese Einkünfte unterliegen allerdings nicht der Umsatzsteuer. Gleichzeitig besteht keine Möglichkeit, Vorsteuern geltend zu machen.
Transparenzhinweis: Dieser Artikel erschien erstmals im Dezember 2022 bei der WirtschaftsWoche. Er wurde zuletzt im Oktober 2025 aktualisiert. Wir zeigen ihn aufgrund des Leserinteresses erneut.
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