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Dax aktuell Dax steht vor einem Kursrutsch

Der Abbruch der Sondierungsgespräche für eine sogenannte Jamaika-Koalition belastet den deutschen Aktienmarkt. Die psychologisch wichtige Marke von 13.000 Punkten gerät vor dem Börsenstart außer Reichweite.

Dax, Kurse, Aktien, Börse, Frankfurt Quelle: dpa

FrankfurtNoch zum Monatsanfang hat der Dax ein Allzeithoch bei knapp 13 526 Punkten erreicht. Nun kämpft der deutsche Leitindex mit der Marke von 13 000 Punkten. Am Freitag schloss er mit 12 993 Punkten unter dieser psychologisch wichtigen Hürde. Das Wochenminus betrug gut ein Prozent.

Vor dem Start in den Handel steht ein weiterer Rutsch bevor: Vorbörslichen Indikatoren um kurz vor 7 Uhr notiert das deutsche Börsenbarometer bei 12921 Zählern – ein Minus von mehr 70 Punkten gegenüber dem Handelsschluss am vergangenen Freitag. Offenbar wollen die Börsianer nach dem Abbruch der Sondierungsgespräche für eine sogenannte Jamaika-Koalition kein Risiko eingehen und verkaufen ihre Papiere.
Das Scheitern der Gespräche in Berlin belastet auch die europäische Gemeinschaftswährung. Ein Euro wurde mit 1,1732 Dollar bewertet nach 1,1793 Dollar zuletzt in den USA. Der Dollar wurde mit 112,00 Yen gehandelt.

Zweifel an einer zügigen Umsetzung einer großen US-Steuerreform hatten die Wall Street zum Wochenschluss belastet. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent tiefer bei 23.358 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,3 Prozent auf 2578 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,15 Prozent auf 6782 Stellen. Auf Wochensicht gab der Dow damit 0,3 Prozent und der S&P 0,1 Prozent nach. Die Nasdaq stieg hingegen um 0,5 Prozent.

Die Börse in Tokio hat sich zum Wochenauftakt schwächer gezeigt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,7 Prozent tiefer bei 22.235 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,3 Prozent und lag bei 1758 Punkten.

Bereits am vergangenen Freitag waren für viele Experten, dass es keine erfreuliche Handelswochen werden dürfte. „Für weihnachtliche Vorfreude an den Aktienmärkten ist es noch etwas zu früh“, sagte Helaba-Analystin Claudia Windt vergangene Woche. Auch für Michael Bissinger von der DZ Bank stehen vorübergehend weitere Gewinnmitnahmen auf der Tagesordnung. Diese seien eine direkte Antwort auf das sichtbare Heißlaufen von Kursen und volkswirtschaftlichen Frühindikatoren.

„Sollten die Aktien in den kommenden Tagen weiterhin verkauft werden, ergeben sich möglicherweise schon bald gute Möglichkeiten zum Kauf“, ist er aber überzeugt. Denn mittelfristig bleibt er positiv für die Aktienmärkte gestimmt und sieht den Dax Ende 2018 bei 14 000 Punkten, die Aktienstrategen der Unicredit hatten zuletzt sogar ein Dax-Ziel von 14 500 Punkten ausgegeben.

In der abgelaufenen Woche hatten die Fortschritte bei der US-Steuerreform zeitweise wieder neue Hoffnungen bei den Anlegern geweckt. Enttäuschungspotenzial gibt es dabei aber nach wie vor. Die eigentliche Herausforderung stehe mit der Abstimmung im Senat erst bevor, meint Windt. Es sei unwahrscheinlich, dass sich die Reihen aller Republikaner schließen lassen, wenn die Steuerreform mit einem erheblichen Anstieg der Staatsverschuldung erkauft wird.

In der neuen Börsenwoche dürften aus den USA wenig relevante Nachrichten kommen. Wegen des Thanksgiving-Feiertags bleibt die Wall Street am Donnerstag geschlossen, am Freitag ist der Handel verkürzt. Anleger dürften den Fokus daher auf die Geldpolitik richten. Am Mittwoch macht die US-Notenbank Fed das Protokoll ihrer letzten Sitzung publik. Es dürfte Hinweise auf die erwartete Zinsanhebung im Dezember enthalten.

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