BörsenWoche 521: Depotticker: Die wichtigsten Updates der Woche
+++Warren Buffett bleibt vorsichtig (KD)
Die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway hat durchwachsene Quartalszahlen vorgelegt. Im zweiten Quartal sank Berkshires operativer Gewinn um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Profitrückgang lag am schwachen Versicherungsgeschäft. Berkshires andere Sparten haben ihren Gewinn hingegen gesteigert. Dazu gehören Eisenbahn, Energie, Industrie, Dienstleistungen und Einzelhandel.
Im Quartalsbericht warnt der Konzern vor den Auswirkungen der amerikanischen Zollpolitik, die zu „erheblicher Unsicherheit“ führe. Berkshire agiert seit geraumer Zeit vorsichtig. Das zweite Quartal war das elfte in Folge, in dem der Konzern sein Aktienportfolio verkleinerte. Die Holding hat zudem keine eigenen Aktien zurückgekauft. Die Nettorücklagen lagen mit 344 Milliarden Dollar zuletzt noch immer nahe Rekordhoch. Sie entsprechen ungefähr einem Drittel des Börsenwerts. Die strategische Beteiligung an Kraft Heinz bleibt eine Enttäuschung: Berkshire hat nun aufgrund der schlechten Entwicklung eine Abschreibung in Höhe von 3,8 Milliarden Dollar vorgenommen. Am ersten Handelstag nach Bekanntgabe der Zahlen reagierten Anleger enttäuscht, die Berkshire-Aktie gab drei Prozent nach.
Den Kurs belastet auch, dass Firmenchef Warren Buffett Ende des Jahres die Führung an den erfahrenen Berkshire-Manager Greg Abel abgeben wird. Buffett wird Ende August 95. Die Aktie hat seit Anfang Mai 15 Prozent an Wert verloren. Das konservativ geführte Konglomerat schlägt sich jedoch typischerweise in schwachen Marktphasen besser, wenn Anleger die hohen Rücklagen und die breite Diversifizierung des Beteiligungsportfolios zu schätzen wissen.
+++Diageo top, Beiersdorf flop (KD)
Quartalsfazit unserer Konsumwerte: Die Aktie des Alkoholkonzerns Diageo sprang um fünf Prozent an, da im Unternehmen mehr gespart wird und die US-Zölle das Geschäft nicht vermiesen sollen. Die Aktie des Nivea-Herstellers Beiersdorf gab hingegen deutlich nach. Sie fiel 13 Prozent, nachdem der Konzern seine Jahresprognose kappte. Europas Konsumenten sind zurückhaltend.
+++Baidus Robotaxis bald in Europa (SD)
Die selbstfahrenden Taxis des chinesischen Technologiekonzerns Baidu kommen schon bald über Umwege nach Europa. In China fahren sie bereits in mehreren Städten. Nun plant der amerikanische Fahrdienstvermittler Lyft, Baidus Robotaxis nach Europa zu holen. Im nächsten Jahr ist der Start in Deutschland und Großbritannien geplant. In den USA ist Lyft der größte Wettbewerber des Marktführers Uber. Die globale Expansion blieb bisher aus, jedoch hat Lyft über einen Zukauf die Fühler bereits ausgestreckt. Für rund 175 Millionen Dollar erwarb Lyft vor einigen Monaten die Fahrdienst-App Freenow von BMW und Mercedes. Baidu arbeitet wiederum an einer Zusammenarbeit mit Uber, um seine Robotaxis in weiteren Märkten verfügbar zu machen.
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