Dow Jones, S&P 500, Nasdaq: Zinssorgen belasten die Wall Street – Chipaktien geben deutlich nach
Ein Straßenschild an der New York Stock Exchange.
Foto: ReutersZinsängste nach den jüngsten Konjunkturdaten haben die Wall Street am Dienstag ins Minus gedrückt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zur Eröffnung 0,3 Prozent schwächer bei 33.870 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,7 Prozent auf 4345 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq bröckelte um 1,1 Prozent auf 13.420 Punkte ab.
Neue Anzeichen einer starken Wirtschaft schürten Sorgen um die nächsten Schritte der US-Notenbank Fed, die versucht, mit Zinserhöhungen die Inflation zu bekämpfen, ohne die Konjunktur abzuwürgen. Die Erlöse der US-Einzelhändler im September stiegen etwa um 0,7 Prozent zum Vormonat. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten nur ein Plus von 0,3 Prozent erwartet. „Die Geschichte geht weiter. Man kann nie gegen den US-Verbraucher wetten, und dies ist ein Beweis dafür“, sagte Thomas Hayes, Vorsitzender der Private-Equity-Firma Great Hill Capital.
Helaba-Experte Ulrich Wortberg weist darauf hin, dass die Einzelhandelsumsätze nunmehr bereits den sechsten Monat in Folge gestiegen sind. Auch abseits der schwankungsanfälligen Komponenten wie Pkw-Verkäufe und Benzinabsatz sei es zu „einem ordentlichen Umsatzanstieg“ gekommen, sagte der Experte: „Vor diesem Hintergrund scheint den Konsumenten, die bis zuletzt eine wichtige Stütze der US-Wirtschaft waren, noch nicht die Puste auszugehen.“
Unter Druck bei den Einzelwerten standen vor allem Chiphersteller. Die Papiere von Branchenriesen wie AMD und Broadcom verloren zwischen drei und sechs Prozent. Die USA wollen im Wettstreit um die weltweite Führung bei Künstlicher Intelligenz (KI) ihr Embargo gegen China verschärfen. Das Lieferverbot würde sich dann auch auf einige Halbleiterprodukte erstrecken, die derzeit noch nach China exportiert werden dürfen.
Weitere Einzelwerte im Fokus:
Wyndham Hotels & Resorts/Choice Hotels: Die Aktien von Choice Hotels gaben sechs Prozent ab, weil die Hotelkette Wyndham Hotels & Resorts für 90 Dollar pro Aktie kaufen will. Das entspricht einem Wert von rund 7,8 Milliarden Dollar für Wyndham entspricht. Deren Aktien stiegen nach Bekanntwerden des Angebots um elf Prozent auf 75 Dollar.
Johnson & Johnson: Der Hersteller von Arzneimitteln und medizinischen Geräten übertraf mit seinen Gewinnen und Umsätze die Schätzu8ngen der Analysten. J&J verzeichnete einen bereinigten Gewinn pro Aktie von 2,66 Dollar bei einem Umsatz von 21,35 Milliarden Dollar. Erwartet wurde ein bereinigter Gewinn von 2,52 Dollar sowie ein Umsatz von 21,04 Milliarden Dollar. Die Papiere stiegen um 0,3 Prozent.
Fortrea Holdings: Die Aktien des Auftragsforschungsunternehmens kletterten um 2,8 Prozent in die Höhe. Laut dem Wall Street Journal hat der aktivistische Investor Starboard Value einen Anteil von mehr als fünf Prozent an dem Unternehmen erworben.
Goldman Sachs: Der Gewinn der Bank ist wegen hoher Abschreibungen auf Immobilien-Investments und auf das GreenSky-Fintech-Geschäft im dritten Quartal kräftig geschrumpft. Die führende US-Investmentbank erzielte im Zeitraum Juli bis September einen Gewinn von 2,06 Milliarden Dollar - ein Einbruch von rund 33 Prozent binnen Jahresfrist. Die Aktie gab 0,2 Prozent nach.
Dollar Tree: Die Aktien des Discount-Einzelhändlers stiegen um 2,7 Prozent. Die US-Bank Goldman Sachs hatte die Aktie von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft. Die Investmentbank sieht ein starkes Gewinnwachstumspotenzial und schätzt die überzeugende Bewertung des Unternehmens.