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Grönland-KonfliktDax bleibt unter Druck durch Zollsorgen

Trumps Politik drückt den Dax weiter unter 25.000 Punkte. Vor allem Auto- und Technologieaktien leiden unter den Androhungen von Strafzöllen. 20.01.2026 - 11:32 Uhr
Trumps neue Zoll-Drohungen belasten den Dax. Foto: Arne Dedert/dpa

Die am Wochenende wieder aufgeflammten Zollsorgen belasten den deutschen Aktienmarkt auch am Dienstag deutlich. Für den Dax, der zum Wochenauftakt wieder unter die runde Marke von 25.000 Punkten gerutscht war, geht die Korrektur der vorherigen Rekordjagd weiter. Erstmals seit Anfang Dezember fiel er wieder unter seine 21-Tage-Durchschnittslinie, die den kurzfristigen Trend abbildet.

Der deutsche Leitindex stand am späten Vormittag um 1,5 Prozent schwächer bei 24.578 Punkten. In der Vorwoche hatte er noch eine Bestmarke von 25.507 Punkten erreicht. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte sank am Dienstag um 1,3 Prozent auf 30.970 Punkte, während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 moderatere 0,9 Prozent verlor. Er hatte in der Vorwoche ebenfalls Rekorde erzielt.

US-Präsident Donald Trump hatte den europäischen Anlegern am Wochenende die Laune verhagelt. Wegen des Grönland-Streits hatte er Strafzölle ab Februar angekündigt, die zum 1. Juni Zölle noch steigen sollen, sofern kein Abkommen über den Kauf Grönlands durch die USA erzielt wird. Betroffen von den Zöllen sind acht europäische Nato-Länder, darunter auch Deutschland.

Die Verschärfung der transatlantischen Spannungen und die neue Zollunsicherheit nagten an der europäischen Anlagestory, schrieb Beata Manthey, Aktienmarktstrategin der Citigroup. Es liege nun ein Schatten über der erwarteten Gewinnbelebung europäischer Konzerne. Manthey strich daher ihre Präferenz für Aktien Kontinentaleuropas und schätzt sie im globalen Kontext nur noch neutral ein – erstmals seit mehr als einem Jahr, wie sie betonte. Mit Blick auf einzelne Branchen ist sie besonders skeptisch für Auto- und Chemiekonzerne. Hier hält sie eine Belebung der Gewinnentwicklung für besonders schwierig.

Optimistischer äußerte sich Marina Zavolock von Morgan Stanley. Die neue Zolleskalation erschwere die Lage insgesamt zwar, allerdings seien die Belastungen höchst individuell, so die Anlageexpertin. Und letztlich werde Europa in seinem Kurs zu mehr Eigenständigkeit und Eigenverantwortung bestärkt, was nicht nur Rüstungsinvestitionen, sondern auch der Reformagenda insgesamt Schub geben dürfte.

Zunächst besonders gelitten hatten am Montag europaweit Autowerte und Technologiewerte. Der Auto-Branchenindex war zeitweise auf den tiefsten Stand seit Oktober abgesackt. BMW, Mercedes und VW blieben am Dienstag deutlich über ihren Vortagestiefs. BMW legte gar etwas zu. Dies gilt auch für Adidas, die knapp über dem Vorjahrestief zunächst die Wende schafften.

Bei Siemens Energy strichen Anleger derweil weiter Gewinne ein. Die Papiere der Münchner hatten mit ihrem Rekord am vergangenen Donnerstag 2026 bereits wieder 13 Prozent gewonnen, nachdem sie sich im Vorjahr mit plus 139 Prozent deutlich mehr als verdoppelt hatten.

FMC fielen wieder auf das tiefste Niveau seit Herbst 2024 zurück. Der Dialysekonzern bekomme 2026 aus einigen Richtungen Gegenwind, schrieb Richard Felton von Goldman Sachs und strich seine Kaufempfehlung.

Hypoport fiel im SDax um 12 Prozent zurück Richtung November-Zwischentief. Beim Finanzdienstleister ist die Nachfrage nach Immobilienkrediten im vierten Quartal nach einem bis dahin starken Jahr leicht zurückgegangen.

Derweil schaffte Salzgitter hauchdünn einen neuerlichen Höchststand seit dem Jahr 2018. Das Investmenthaus Oddo BHF änderte seine Meinung komplett und sprach nach bisheriger Skepsis eine Empfehlung aus.

dpa-AFX
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